Mit Badewasser Raum heizen?

Eine Bekannte lässt nach dem Baden das warme Wasser in der Badewanne, bis es abgekühlt ist. Sie möchte die Wärme nicht sinnlos "wegschütten",
sondern für das Aufwärmen der Wohnung nutzen.
Ich halte solche Überlegungen zur Energieeinsparung grundsätzlich für gut, denke aber, dass speziell das nicht viel bringen wird. Um nicht nur zu spekulieren, habe ich es mal grob überschlagen:
Das Badewasser habe 30°C, die Lufttemperatur sei 20°C, die Badewanne fasse 100l (ist das realistisch?), die Wohnungsgröße betrage 60m^2 bei einer Raumhöhe von 2,5m, enthalte also 150m^3 Luft (Wohnung sei leer).
Das Wasser wiegt also 100kg, die Luft im Raum rund 200kg (bei einer Luftdichte von ca. 1,3kg/m^3). Da die spezifische Wärmekapazität von Wasser rund vier Mal höher ist als die von Luft hieße das ja, wenn das Wasser sich um 10K abkühlen könnte, könnte es so viel Wärme abgeben, dass die Wohnung damit um 20K aufgeheizt werden könnte. Geht in der Praxis natürlich nicht, weil das Wasser ja nicht kälter als der Raum werden kann, dennoch erscheint mir der Wert unrealistisch hoch. Habe ich irgendwo einen Denk- oder Rechenfehler gemacht, oder hat warmes Wasser tatsächlich einen so hohen Energieinhalt?
Wärmeverluste habe ich bewußt vernächlässig, die Wohnung sei also ideal isoliert.
Danke, Martin
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Martin Klaiber schrieb:

Hallo,
die spezifische Wärme von Luft ist 0,241 kcal/kg*°C, Wasser hat 0,999, aber die Dichte von Wasser ist 1 und die von Luft nur 0,001293 kg/l.
Es hat schon seinen Sinn warum man Wasser in Zentralheizungen und in Autokühlern benutzt.
Bye
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Martin Klaiber wrote:

Ich habe selbst mal eine ähnliche, ebenfalls grobe Abschätzung bzgl. "Lüften" gemacht, und soweit ich mich erinnere - ohne jetzt ins Detail zu gehen - sind je nach Abgrenzung des Systems "Wohnung" mehr als 98% der Wärme in einer Wohnung in fester bzw. flüssigem Material gespeichert, d.h. in Gegenständen und Wänden/Decken.
Daher funkioniert auch das "Stoßlüften" im Winter mit geringem Wärmeverlust. Man verliert ja nur 1-2% der Wärme im Raum, danach gleicht sich das wieder aus. Die Umkehrung gilt dann in Deinem Fall. Du hast dann zwar die Luft theoretisch um 20K aufgeheizt, jedoch steht die Luft im Kontakt mit Inventar und gibt die Wärme sofort weiter. Bei der 98:2-Verteilung wäre das also eine faktische Erwährmung der gesamten Wohnung um 0,4K.
HC
PS: Wenn ich mich recht erinnere, habe ich bei den 98% die Abgrenzung ca. 50-100mm in den Mauern gemacht... je nach Ansatz variiert das Ergebnis.
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Ack. Das wird wohl die Erklärung sein. Ich habe es jetzt selbst mal ausprobiert und konnte auch quasi keine Raumerwärmung feststellen. Danke an alle für die Erläuterungen.
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Martin Klaiber schrieb:

Der Wärmetransport erfolgt im Wesentlichen durch Verdunstung. An den kälteren Wänden schlägt das Wasser nieder. Schimmelbildung ist die Folge. Außerdem durchfeuchtete Wände, die deshalb recht gut wärmeleitend werden und den kurzfristigen Vorteil der Energieeinsparung langfristig mehr als wett machen dürften.
Um die Energie des Badewassers nutzen zu können, müsste die Wärme z.B. in den Heizkreislauf eingespeist werden. Dazu braucht man geeignete Wärmetauscher. Diese sind teuer. Desweiteren eine Niedertemperaturheizung (z.B. Fußboden- oder Wandheizung), die schon mit wenig über Raumtemperatur klar kommen. Alternativ eine Wärmepumpe mit "normalen" Heizkörpern.

200 Liter, wenn nicht nur der Hintern nass werden soll.

Gefühlmäßig stimmt deine Rechnung. Nachgerechnet habe ich nicht.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Christoph Müller schrieb:

Diese Befürchtung dürfte nicht ganz unbegründet sein.

Abwasserwärmetauscher existieren. Wenn ohnehin ein (Solar-)Wärmespeicher vorhanden ist, ist der durchaus sinnvoll (wobei ich jetzt nicht weiß, wie aufwendig/kostenintensiv es ist, die Abwässer automatisch nach ihrer Temperatur zu sortieren).

Mindestens 150. Duschen ist sparsamer (oder man nutzt auf die gute altdeutsche Art das Badewasser für die ganze Familie - doch, das gibt es ...)

Die Rechnung stimmt schon, entspricht aber nicht den realen Verhältnissen (Raumlufterwärmung).
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ralf Kusmierz schrieb:

Aber teuer, weil sie wg. der Begleitstoffe im Wasser große Rohrquerschnitte und eine geeignete Abwasserführung benötigen, um Verstopfungen trotz ausreichend langer Verweilzeit zu vermeiden.
Servus Christoph Müller http://www.astrail.de
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Hallo!
Christoph Mller schrieb: ...

nicht unbedingt, sagen wir mal wir begnstigt

haha, nur bei altem/nicht fachgerechten Mauerwerk.
--

Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Martin Klaiber schrieb:

Es dürften 15 K Temperaturdifferenz beim Abkühlen und 150 l sein.

Irrelevant.
... nehmen wir mal zu 1,162 Wh / (kg*K) und kommen dann auf einen nutzbaren Energieinhalt von ca. 2,6 kWh.

Das ist insofern unrealistisch, weil die Wärmespeicher nicht die Luft, sondern die Festkörper im Raum sind. Überlege Dir einfach, wieviel der innerste Zentimeter des die Wohnungsluft umgebenden Baukörpers ungefähr wiegt, und wieweit er sich durch die Aufnahme von 2,6 kWh wohl erwärmen würde - die Luft ist demgegenüber vernachlässigbar. Die Rechnung ist auch deswegen falsch, weil das Ganze natürlich nur in der Heizperiode sinnvoll wäre - dann hat man aber einen Thermostaten, der durch Anpassung der Heizleistung die RT konstant hält. Diese Heizung würde als ungefähr 2,6 kWh einsparen (im Wert von ca. 10 Cent), was je nach Witterung und Isolation in etwa 5-100 % einer Tagesheizenergie ausmachen kann.
Ich habe auch eine Bekannte, die sich ähnlich bekloppt verhält - da sie auch nur sparsam lüftet (aus dem gleichen Grund), wird sie schon merken, was sie davon hat, wenn sie dann durch die Feuchtigkeit Schimmel im Haus hat (es gehört ihr) - auf mich hört sie ja nicht.
Grundsätzlich wäre es wohl durchaus sinnvoll, bauseitig Abwasserwärmetauscher vorzusehen, da kommt in der Summe doch schon einiges zusammen.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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*Bodo Mysliwietz* wrote on Tue, 07-10-02 20:16:

Stimmt. Da das mein größter Einzelverbraucher ist, erfasse ich ihn separat. Es sind 80 - 110 l/d.
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Axel Berger schrieb:

Mußt Du eine kleine Badewanne haben? Ist das so ein kliner Zinkzuber von 1920?
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Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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*Bodo Mysliwietz* wrote on Thu, 07-10-04 20:33:

Was war das denn jetzt?
*Bodo Mysliwietz* wrote on Tue, 07-10-02 20:16:

*Axel Berger* wrote on Wed, 07-10-03 02:55:

Was hat mein Präzisieren Deines geschätzten Duschumsatzes mit meiner Badewanne zu tun, außer daß wir uns einig sind, sie sei wohl größer.
--
Tschö wa
Axel
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Axel Berger schrieb:

Ein fehlerhaftes quoting Deiner seits?

wie räzisiertst Du meinen Duschumsatz? Wie kommst Du darauf das ich ihn geschätzt habe? Er ist gemessen. Nur habe ich das ca. davor gesetzt um eine Meßunsicherheit zum >usdruck zu bringen.
> mit meiner

Das hier von Vollbädern die Rede war. Vollbäder haben typischerweise >150l.
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Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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