MYT Motor von Angel Labs - bahnbrechende Innovation oder Kokolores?

Sep 21, 2009 11 Replies

Hier habe ich etwas über einen interessanten Motor gefunden:

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Kennt sich her jjemand damit aus? Bin leider selbst nicht fit genug im Maschinenbau...das liest sich sehr interessant, aber wo liegen die Probleme? Ist das plausibel oder eher unter Vapourware zu verbuchen? Ist denn der denn schon praktisch eingesetzt worden?



Juergen


Juergen Poniatowski schrieb:

So richtig schlau werde ich mit den Unterlagen auch nicht. Von den Videos läuft auf meiner Kiste nur eines und das hat eine hundsmiserable Auflösung. Von der Funktion selbst sieht man gar nichts. Nur ein Werker ist am Arbeiten.

Beim Excel-Sheet fällt mir auf dem Blatt "Piston Angles" auf, dass die dunkelblaue Linie zwischen 90° und 91° einen mächtigen Sprung macht. Sowas riecht förmlich nach mechanischem Versagen, sobald irgendwie sinnvolle Drehzahlen ins Spiel kommen.

Auf der Erfindermesse in Nürnberg war mal ein Otto- oder Dieselmotor ausgestellt, dessen Kolbenbewegung nicht über eine Kurbelwelle, sondern über einen komplizierten Mechanismus so geführt wurde, dass er immer etwa eine konstante Geschwindigkeit fuhr. Schon mit der Handkurbel gedreht hatte man das Gefühl, dass in den beiden Umkehrpunkten gleich die ganze Maschine auseinander fliegt. Darauf angesprochen meinte der Erfinder lapidar, dass das ein Problem der Autofirmen wäre. Mir tat der Mann leid. Das Modell war aus handwerklicher Sicht ein Gedicht. So viel Arbeit für so wenig Effekt.

Moin,

Juergen Poniatowski schrub:

Nicht das ich wüsste. Probleme sehe ich darin, dass da irgendwie die Befestigungen der Kolben durch die Zylinderwand erfolgen müssen, fraglich, wie das gehen soll. Dichtungsprobleme... Dann die unstetige Bewegung, das mögen Lager nicht sehr gerne.

Aber wieso sollte das Gerät eine so tolle Leistungsdichte haben? In einem der Videos ist zu erkennen, dass neben den (vermutlich zwei) Kolben/Zylinder/Ringanordnungen noch ein Getriebe mit wer weiß wie viel Mechanik sitzt, welches deutlich mehr Platz braucht, als der Hubraum ausmacht.

Hier wie auch beim Wankelmotor gibt es noch ein anderes neumodisches Problem: Beide Motoren erlauben kaum eine Optimierung des Brennraums b.z.w. seiner Form. Bei einem Hubkolbenmotor kann man wenigstens den Kolben und den Zylnderkopf relativ beliebig ausformen. Das ist deswegen wichtig, weil moderne Tricks zur Kraftstoffersparnis und Verringerung der Schadstoffemission dieses brauchen, siehe Schichtladung,.... Solche Tricks fallem bei diesem Motor aus und die modernen Abgasgrenzwerte werden wohl auch dem Wankel bald endgültig den Gar aus machen.

Ach ja, Kolbenschmierung ist auch noch ein Problem. Dadurch dass die Kolben immer nur rund laufen, laufen sie ständig durch Bereiche, in denen gerade eine Verbrennung stattgefunden hat, also kaum Öl an den Wänden ist.

Komisch, aber irgendwie hält sich bei vielen Leuten immernoch unbewusst der Hintergedanke, dass der große Verlust beim Hubkolben darin liegt, dass der Kolben andauernd beschleunigt und gebremst werden muss und dass deswegen die kinetische Energie des Kolbens zwei mal pro Umdrehung verpufft...

CU Rollo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Christoph Müller schrieb:

Schade.

Kannst Du auch nicht sehen? (Mit dem neuen Firefox kein Problem.)

Bitte erneut nachdenken - der "Sprung" ist natürlich ein Artefakt, weil sich die Sache immer weiterdreht, sie aber für die Rechnung nach

+180° wieder bei -180° anfangen.

Also, mal eine Beschreibung mit meinen Worten, so, wie ich das verstanden habe:

Ich habe mir aus zusammengereimt, daß es zwei Kolbensätze geben soll, die sich in einem kreisringförmigen Zylinderraum bewegen. Immer abwechselnd bewegt sich dabei ein Kolbensatz vorwärts im Kreis, der andere steht still. Dadurch verändern sich die Zyindervolumina zwischen den Einzelkolben, was dann für eine Verbrennungsmaschine mit innerer Verbrennung ausgenutzt wird.

Auf Anhieb fallen mir dabei ein paar Dutzend Probleme ein, aber vor allem die Abdichtung: Irgendwie muß man die Kolbenkraft schließlich aus dem Ringzylinder rauskriegen.

Hm, die haben offenbar den Ringraum durch einen ebenen Schnitt geteilt in zwei Hälften, wobei ein Kolbensatz an der linken und der andere an der rechten Scheibe, die in einen Schlitz in den Ringraum hineinragen, befestigt ist - gar nicht so blöd. Fragt sich, wo denn nun der Vorteil des Planetengetriebes gegenüber geraden Zylindern und Pleuel-Kurbelwellen-Umlenkungen sein soll.

Gruß aus Bremen Ralf

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Roland Damm schrieb:

ACK, ich auch.

Nö: Die benachbarten Kolbenseiten lassen sich im Prinzip beliebig formen, also auch in Richtung "optimaler Brennraum".

Ja, u. a.

Die Frage ist halt, welche Vorteile der Motor überhaupt haben soll...

Gruß aus Bremen Ralf

Hallo Ralf . K u s m i e r z, Du schriebst am 21.09.2009 23:43

wie wird der Schlitz abgedichtet?

Gruß Werner

Moin,

Werner Schmidt schrub:

Und wenn das so geht, also der Torus aus zwei Halbschalen die beide rotieren besteht, wie bekommt man dann die Stellen für Einlass, Auslass, Zündung hin? Gut, man kann noch einen stationären Ring außen herum laufen lassen, in dem die Öffnungen dafür sitzen. Nur muss man dann noch einen weiteren Schlitz abdichten.

CU Rollo

Juergen Poniatowski schrieb:

Die Seite sieht ziemlich unprofessionell aus. Der Wanke Motor wird als 4 Zylinder bezeichnet, ist auf der Abbildung rd. doppelt so groß wie der angeblich revolutionäre Motor una ist mit

9% des Hubraums des kleineren MYT angegeben. der 3/4 der Leistung des Wankel bringen soll. Wirklich revolutionär sieht das nicht aus, zumal der Wankel mehr als 30 Jahre alt ist. Der Cummins LKW Diesel daneben hat immerhin die 20 fache Leistung und vom Konzept her auf robust und langlebig ausgelegt. Klingt irgendwie nach, "noch ein Motor der irgendwie anders funktioniert".

Harald

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Roland Damm schrieb:

Weiß ich nicht.

So ist das nicht (sieh Dir die sehr instruktive Excel-Animation an). Der Torus-Ringraum steht fest uns hat an zwei gegenüberliegenden Positionen die Zündkerzen eingebaut (die logischerweise nicht in den Laufbereich reinragen dürfen), und vor und hinter den Kerzen jeweils Aus- und Einlaßventile. (Das Ringraum-Dingens muß logischerweise zu Montagezwecken zerlegbar sein, sonst kriegt man da ja nicht die Kolben rein.)

Der montierte Torus hat innen einen umlaufenden Schlitz, in dem zwei aufeinanderliegende Scheiben stecken (d. h. der Scheibenumfang ist wohl mehr oder weniger bündig mit der Zylinderwand). Auf jeder Scheibe sind über den Umfang verteilt vier Kolben montiert, die beiden Scheiben drehen sich um eine gemeinsame Achse bzw. handelt es sich sozusagen um zwei konzentrische Achsen. An jedem der beiden Bauteile sitzt ein radial nach außen zeigender Hebelarm, an dessen Ende eine Pleuelstange angelenkt ist. Das andere Ende der Pleuelstange ist am Umfang eines Planetenrads gelagert, das genau ein Viertel des Durchmessers des Sonnenrads hat. Der Planetenträger ist das eigentliche gleichmäßig umlaufende Abtriebselement des Motors.

Während der Planetenträger mit konstanter Geschwindigkeit rotiert, rollt das Planetenrad (es gibt zwei davon, Motoren mit jeder anderen Zahl wären denkbar), auf dem Umfang des Sonnenrads ab. Wenn man nun dabei einen Umfangspunkt (nehmen wir gleich den, an dem das Pleuellager sitzt) betrachtet, dann beschreibt der eine Epizykloide. Dabei berührt er viermal auf seinem Umlauf das Sonnenrad und steht dort still, während er in den "sonnenfernen" Zwischenstellungen mit der doppelten Winkelgeschwindigkeit voraneilt. Dieser Umfangspunkt hat also bezüglich der Maschinenachse eine sehr ungleichmäßige Umlaufgeschwindigkeit, die jeweils viermal pro Umlauf alle Werte zwischen null und der doppelten Maschinendrehzahl annimmt. Die "Umfangsschwingung" wird mittels des Pleuels auf die beiden Kolbenträgerscheiben übertragen und führt dazu, daß sich dem Kolbenumlauf einen Gegentaktschwingung der beiden Kolbensätze überlagert.

Gruß aus Bremen Ralf

Hallo Jürgen!

Das Funktionsprinzip habe ich noch nicht komplett durchdrungen, dafür ist es jetzt zu spät.

Aber die Leistungsdichte lässt mich schaudern:

Bei einem angenommenen thermischen Wirkunggrad von 0,4, was für einen nicht aufgeladenen Diesel sehr ordentlich wäre, müßte die Ölkühlung über

1000kW Wärme aus einem mit viel Mechanik nur 68kg schweren Motor fördern. Wie soll das gehen? Der Öldurchsatz müßte enorm sein und die Kühler groß. Und warum mit Öl kühlen, Wasser kann das viel besser?

Morgen werde ich mal mehr lesen, aber skeptisch bin ich schon. Für ein fake wär´s aber nett und aufwändig gemacht, besonders das Patent, an dem Fachleute bestimmt auf den zweiten Blick erkennen, ob´s echt ist.

Gruß, Jürgen

Juergen Poniatowski schrieb:

Hallo Juergen.

Läuft unter dem Stichwort "Ringkolbenmotor".

Einfach mal bei google eingeben.

(M.E. vapourware..)

KH

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