X-No-Archive: Yes
begin quoting, Roland Damm schrieb:
Ja - und? Das ist wohl so ungefähr eine Open-Air-Konzertbeschallungsanlage. Was kostet die im Vergleich zu einer Glocke plus Glockenturm (denn der scheppernde Lautsprecher sollte die Tragekonstruktion bei weitem weniger belasten als die rumwackelnde tonnenschwere scheppernde Glocke)?
So wahnsinnig hoch kann die Leistung gar nicht sein: Erstens haut der Klöppel-Bumms auch nur begrenzte Energie in die Glocke rein, und zweitens dürfte die Ankopplung der vibrierenden Glocke an die Luft wegen des hohen Schallgeschwindigkeitsunterschieds auch ziemlich besch...en sein (na gut, der Lautsprecher muß für den Schallpeak ausgelegt werden werden, allerdings kann man da wohl Kompromisse machen, denn der dürfte in der akustischen Wahrnehmung nicht die ausschlaggebende Rolle spielen).
Und was heißt schon "Freiluft"? Ein Regendach kann man den Lautsprechern schließlich schon spendieren (genau wie den Glocken), dann haben sie es trocken und luftig. Hierzulande wird es da oben auch sicher nicht wärmer als 40 °C, und wenn's zu kalt sein sollte, kann man die Kästen bestimmt elektrisch heizen. Fehlt eigentlich nur noch ein Fliegengitter zur Taubenvergrämung.
Ein weiterer Vorteil ist, daß eine Turmanordnung sehr gut zur Erzeugung eines definierten Schallfelds paßt: Man will ja wohl eine flache, pilz- oder regenschirmähnliche Abstrahlung, also eine starke horizontale Bündelung, erreichen. Das bekommt man ganz prima mit vertikalen Arrays hin. Also, wenn ich mal versuchsweise eine Spitzenleistung von 8 kW annehmen würde, dann würde ich die in acht vertikalen Säulen zu je 10 Boxen à 100 W um den Turm herum anordnen, und dann sieht das Ganze doch schon ganz freundlich aus. Achtzig Boxen à 200 Euro macht 16.000 Euro plus vielleicht noch 5000 oder 10.000 Euro für Verstärker und Leitungen, und schon habe ich eine universelle Krachmaschine für unter 30.000 Euro, die beliebige Geläute darstellen kann. Ich vermute mal, dafür gibt es keine Metalläquivalente.
Gruß aus Bremen Ralf