Federstahl löten

Apr 02, 2007 23 Replies

Hallo,



ich benutze gerne Federstahldraht als Antenne, aber die Verlötung mit dem Lötkolben will nicht wirklich klappen.



Braucht man dafür ein besonderes Lötzinn, bzw. Flussmittel?



Ich habe auch schon versucht den Draht vor dem Löten mit Schmirgelpapier zu bearbeiten, aber auch das bringt keine wirklich Besserung. Das Lötzinn umfließt den Draht nicht, zieht sich zu einem Tropfen zusammen und hält nicht gut.


Mark Ise schrieb am 02 Apr 2007:

Man braucht vor allem ein Flußmittel.

Das war schon OK so! Erst einmal entfernst du somit Verunreinigungen und zweitens rauhst du die Oberfläche des Drahtes an und das ganze hält später besser.

Dann hast du entweder kein Flußmittel verwendet oder die ganze Sache zu sehr erwärmt.

Beim Löten von Gewindehülsen z.B.: Mache die Teile vor dem Löten gut sauber und schmirgel den Draht an. Dann steckst du den Draht in das Flußmittel (Lötfett) und erwärmst die Teile gleichmäßig. Dann mit dem Lötkolben die Löthülse unten erwärmen und oben das Zinn anhalten. Sowie das anfängt zu schmelzen, ringsherum Zinn aufbringen und einsacken lassen. I.d.R. ist nun ein geschlossener Ring aus Lötzinn zu sehen. Abkühlen lassen, versäubern, fertig.

Besser geht das übrigens mit einem Lötbrenner, anstatt mit einem Lötkolben. Da kann man dann wedelnderweise mit der Flamme die Sache schön langsam aufwärmen und kann auch mehr Wärmeenergie aufbringen. Solche kleinen Lötbrenner kosten wirklich nicht viel, erleichtern die Sache jedoch ungemein (und habe ich z.B. auch schön für mehr gebraucht, als nur zum Löten).

-=( Rainer )=-

Hallo Mark,

Zwei Möglichkeiten:

- mit Lötfett und normalem Lot den Draht vorverzinnen, die Flußmittelreste abwaschen/-kratzen/-schleifen, dann den elektrischen Draht separat anlöten.

- mit Silberlot eine Messingspur auflegen, dann wie oben. Nachteilig ist, daß der Draht dabei weich wird, was aber nicht so tragisch ist, denn Du wirst das vielleicht nicht gerade da machen /müssen/, wo die Biegelast an höchsten ist.

Dritte Möglichkeit, funktioniert bei Alu und Blei-Zinn-Lot bestens: unter Ballistol schleifen und löten, bedeckt AKA "unter Wasser". Vielleicht auch bei Federdraht.

Das will man bei einer Antenne nicht. Ich auch nicht ...

servus, Patrick

Rainer Wahl schrieb:

Ich hatte gehofft, dass das Zeug im Lötzinn ausreicht. Scheint aber nicht so zu sein.

Hmm... Ich hab den Draht an die Lötspitze gehalten und das Lötzinn auch. Aber das flüssige Lötzinn ist einfach heruntergetropft. Ich vermute, dass man da spezielles Flussmittel braucht.

Löthülsen habe ich schon erfolgreich mit Federstahldraht verlötet. Allerdings bekommt das Lötzinn durch die Hülse ihre Form und der Draht wird darin quasi eingeklemmt. Ein elektrisch optimaler Übergang zwischen Lot und Federstahldraht ist da vermutlich nicht gegeben.

Hallo Mark,

Das ist auch nicht unbedingt ein hervorragender mechanischer Übergang ...

servus, Patrick, an Rainers(?) zu schwache M2-Gestänge denkend

Servus Mark! ;-)

Mark Ise schrieb:

Funktioniert bei mir tadellos.

Normales Ekeltroniklot reicht. Flussmittel mag ich nicht, weil die korrosiv wirken und entfernt werden müssen.

Mit feinem Schmirgel satt aufrauhen, danach mit nem Tuch abreiben und mit nicht mehr als 300 Grad C löten.

cu/2,

Rüdiger

Servus Mark! ;-)

Mark Ise schrieb:

Doch, reicht.

Mehr schreib ich da jetzt aber nich zu.

cu/2,

Rüdiger

Hallo Rüdiger!

Ruediger Zoll schrieb:

So habe ich das gerade probiert und das klappt soagar :-)

Ich habe 400er Schmirgelpapier genommen und die Lötstation auf 300°C gestellt. An der Stelle, an der ich die Lötspitze an den Federstahldraht gehalten habe, ist die Oberfläche dunkel angelaufen und wurde anschließend nicht mit Lötzinn benetzt. Vielleicht ist mein Ersa nicht besonders genau, oder der Draht ist besonders genau :-)

Die angrenzenden Bereiche sind nun sauber von Lötzinn umschlossen.

Danke für den Tipp.

Hallo Patrick!

Patrick Kuban schrieb:

der Draht

Ne, das wäre nicht das Problem.

Auf meinem Lötzinnrolle steht: "S-Sn60Pb40". Da wird doch wohl kein Schwefel drin sein.

Neo-Ballistol hätte ich da, aber bei 300°C stelle ich mir das als ziemliche Ferkelei vor.

Warum nicht? Ich löte ein kurzes Stück Litze an den Federstahl und verbinde das dann mit einer 2mm Bananensteckerkombi mit dem Ende der Empfängerantenne. So kann ich meine Empfänger unkompliziert ein- und ausbauen.

Da ich die Verlötung mit dem Federstahl bisher nicht vernünftig hinbekommen habe, habe ich zusätzlich immer eine kleine Lüsterklemme um die huddelige Lötstelle gemacht. Das hat bisher gehalten, aber ist auch nicht wirklich schön, und HF-technisch vermutlich noch viel unschöner.

Mark Ise schrieb am 02 Apr 2007:

Nicht wirklich...

So 100%ig klar ist mir ja nicht, was du da vor hast. Du willst das Ende deiner Antenne (also nicht _deiner_, sondern die des Empfängers...) aus dem Modell ragen lassen und zwar in Form eines Drahtes. Soweit richtig? Wieso nimmst du dir dann keine fertige Drahtantenne zum Anschrauben, kürzt das Kabel am Empfänger entsprechend um die Länge, lötest eine Lötöse an das Kabel und schraubst das ganze zusammen?

-=( Rainer )=-

Patrick Kuban schrieb am 02 Apr 2007:

Richtig verlötete Löthülsen habe ich zumindest noch nicht wieder auseinander bekommen.

Da war einmal etwas, ja. Ein Freund und Vereinskollege von mir hatte eine Charge schrottiger M2 Löthülsen erwischt. Da rissen zwei Löthülsen direkt am Gewindeanfang ab. Bei einem Flug riß eine Hülse am Querruder ab, das ging noch, bei einem anderen dann die am Höhenruder. Das ging dann nicht mehr...

-=( Rainer )=-

Servus Mark! ;-)

Mark Ise schrieb:

Fein.

Dann halt noch ein wenig kühler einstellen.

cu/2,

Rüdiger

Hallo Rainer!

Rainer Wahl schrieb:

Mit Rüdigers Methode hat es gestern gut geklappt.

Ja, der Federstahldraht soll die Verlängerung der Empfängerantenne werden.

Ich benutze diese Methode hauptsächlich für meine 1:10 Buggys, die ich fast nur auf Asphalt benutze. Bei den Dingern kann man die Antenne nur sinnvoll am Chassis befestigen und die meisten Buggys sind für kleine Röhrchen vorbereitet, die man ins Chassis steckt und durch die man das Antennenkabel für gewöhnlich durchschiebt. Ich vermute, dass man damit den besten Empfang hat, solange sich an der Konstruktion nichts ändert. Wenn ich aber mit hoher Geschwindigkeit auf dem Dach lande, dann brechen diese Röhrchen sehr schnell und der Draht wird auf dem Asphalt schnell auf- und durchgescheuert.

Eine dünne Federstahlantenne ist bisher noch nie kaputt gegangen. Meisten biege ich mir am unteren Ende eine Öse, winkle die um 90° ab und schraube die Antenne dann mit einer M3 oder M4-Schraube in die Öffnung in die normalerweise das Plastikröhrchen gesteckt werden soll.

BTW: Ich kürze den Antennendraht nicht. Ich wickel ihn bifilar auf, sodass möglichst wenig Störungen aus der Nähe Einfluss nehmen können, und HF-mäßig fast nur noch der Federstahldraht wirkt. Bei ACT steht geschrieben, dass man deren Antennendrähte von 50 auf 90cm verlängern darf. Die sollten es wissen. Insofern halte ich das für eine Bestätigung dafür, dass es auf die Länge der Antenne in einem gewissen Bereich nicht ankommt, da sie nicht auf Resonanz abgestimmt ist.

Bisher hat diese Methode für Autos und Boote immer gereicht.

Röhrchen durchschneiden wo die obere Halterung ist (wo es aus der Karo rauskommt o.ä) bzw. wo es üblicherweise abknicken würde.

Die beiden Hälften mit einen Stück Spritschlauch wieder verbinden und Antennendraht durchschieben. Das Antenenröhrchen kann jetzt beliebig umknicken, aber es geht nicht kaputt und die Antenne ist geschützt.

gruss

Olaf

Hallo Patrick!

Patrick Kuban schrieb:

Gleitreibung

ciao, Fritz

Mark Ise schrieb:[ ... ]

Knallwütig ... ? ;-)

Löten ist häufig eine Ferkelei! Das Öl soll nur den Sauerstoff vom Metall fernhalten.

Btw: für deine Aufgabe solltest du eine Kerbverbindung andenken!

ciao, Fritz

Mark Ise schrieb am 03 Apr 2007:

Glühstrumpf! :-) Ich habe auch schon mehrere Lote ausprobiert, aber zuverlässig hat es bisher immer nur mit Zugabe von Flußmittel geklappt.

ACT sollte wissen was sie bauen, richtig. Bei...

...Autos oder Booten würde ich mir da auch keine Gedanken machen. Bei Flugzeugen bin ich jedoch 110%ig, denn da kann man nicht mal kurz anhalten. Da du nicht gesagt hast, was du da baust, habe ich eben die überkorrekte Version geschrieben.

-=( Rainer )=-

Olaf Greck schrieb:

Das klappt so nicht. Zum Einen hängt der Draht 10-30cm aus dem Röhrchen heraus, sodass das Stück auf jeden Fall ungeschützt ist. Und bei dem einen Buggy, den ich mit so einem Röhrchen betrieben habe, war von letzterem nach eine paar Fahrten so gut wie nix mehr zu gebrauchen. Das Teil war mehrfach gebrochen und aufgescheuert. Diese Antennenröhrchen gibt es auch im Zehnerpack zu kaufen. Das scheint ein Verschleißteil zu sein. So eine Federstahlantenne ist hier bisher noch nie kaputt gegangen.

Der einzige, mir im Moment einfallende Nachteil ist die Unisoliertheit. Wenn größere Metallteile an die Antenne kommen, besonders die Sendeantenne, dann flippt der Wagen aus. Aber das passiert im Betrieb sehr selten.

Fritz Reschen schrieb:

Herpes :-)

Das hatte ich mir schon gedacht. Mir fällt auch nix besseres ein, was man dafür nehmen könnte, aber das Öl hätte ich vermutlich nicht genommen, weil es bestimmt ziemlich stinkt und spritzt.

Was verstehst du darunter? Meinst du etwas, was mit einer Crimpzange, oä. angebracht wird? Ergibt das bei dem harten Federstahl eine vernünftige Verbindung?

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