Autarke Spannungversorgung

Nov 17, 2007 39 Replies

Marcel Müller schrieb:

:-). Ich weiss auch nicht, inwieweit man irgendwelchen "Berechnungs- hilfen" trauen kann. Wenn man so die rumgeisternden Zahlen ansieht, ist der Schluss nahe, dass sowohl Befürworter wie Gegner der Photovoltaik da sehr selektiv zugreifen, um es mal undeutlich zu sagen. Also Katalogwerte versus Praxiswerte.

Michelin Deutschland hat eine grössere Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. 10 MWp ist ja nicht nichts, braucht immerhin

200'000 m^2 Dachfläche.

So werden aus 10 % Zellenwirkungsgrad plötzlich 5 % Dachflächen- wirkungsgrad. Meist geht dabei die Definition von Wp im Kleingedruckten unter (hellblauer Text, 3 Punkt-Schrift in Enron-enigma). Zum Beispiel sind die 25°C Zellentemperatur reichlich theoretisch. Auch der Unterschied zwischen Zellen-, Modul- und Anlage- wirkungsgrad wird manchmal per Zufall nicht so deutlich herausgestrichen.

Jährlich werden mit genannter Anlage 9 GWh erzeugt, also etwa

1 MW Durchschnitt. Durchaus normal für nördlich der Alpen, Kusmierzsche Wunderwerte werden allenfalls im Testzentrum in Almeria erreicht.
2.5 A 20 Stunden lang, oder je nachdem wie der Hersteller die Kapazitätsangabe definiert hat. Bei höheren Strömen (genaugenommen weniger Stunden) kann die Kapazität drastisch kleiner ausfallen.

In günstigen Regionen (ab Südspanien circa) sind die Anlagen innert eines Jahres energetisch wieder drin. Ökonomisch je nachdem. Bei CIS-Zellen in Kalifornien scheinen sie auch ökonomisch innert Jahresfrist zu rentieren. Google nach photovoltaic payback. In Nordeuropa sieht es schlechter aus, da muss man mit ca. 3 Jahren rechnen. Das alles gilt bei Netzanbindung. Bei Akkupufferung in Nordeuropa wird man weder energetische noch ökonomische Rentabilität erreichen, allenfalls ganz knapp. Bei schnell verschleissenden Starterbatterien wird es auf alle Fälle nicht gut ausgehen. Sehr ungünstig sind längere zeitliche "Grauzonen", momentan zum Beispiel. Da müssen eben die Akkus sehr reichlich dimensioniert werden. Falls man keine Netzanbindung hat, müsste man über einen Generator nachdenken.

Mir geistern Werte von ca. 8 Jahren in Deutschlands Mitte im Kopfe herum. Wobei das natürlich eine schöne Rechnerei ist. Man kann die Energiekosten der Herstellung ja beliebig tief errechnen - bzw. abschätzen.

Wenn ich das richtig erinnere, dann wird Silizium ja aus Quarzsand gewonnen, indem man ihn mit Koks unter Zuhilfenahme Unmengen Stroms reduziert. Und dann hat man ja erstmal ein relativ unreines Rohprodukt, das so wohl nicht direkt aufs Dach kann.

Vor einigen Jahren habe ich von der Messe M=FCnchen ein Informationsblatt in der Hand gehabt. Da hat Siemens fast alle D=E4cher vollgepflastert mit gro=DFz=FCgiger Staatshilfe aus M=FCnchen.

Der Effekt war, da=DF der Stromverbrauch der Messe zu 4% gedeckt werden konnte. Dazu mu=DF bemerkt werden, da=DF die Messe nur tags=FCber l=E4uft und nicht im Winter.

Seither ist f=FCr mich die Photovoltaik eine Totgeburt.

MfG Glaser

[Sarkasmus on] Über viele Jahrzehnte wurde in die Ausbau der Atomenergie rund 40 Mrd Euro gesteckt und trotzdem liefert sie nur etwa 30 % den Strombedarfs und es gibt immer noch viele ungeklärte Fragen (Endlagerung, ...) und Unfallszenarien die katastrophal sind.

Seitdem ich diese Erkenntnis gewonnen habe ist für mich die Atomenergie eine Totgeburt. [Sarkasmus off]

Dass man viel Fläche für das einsammeln von Sonnenenergie braucht ist wirklich nicht neu. Aber wenn man die Dächer aller Gebäude in D mit Photovoltaik belegen, und mit den anderen regenerativen Energien kombinieren wurde, dann würde der überwiegende Teil des Energiebedarfs dadurch gedeckt werden können.

Und dass das geht zeigt im kleinen Maßstab

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Das ist ein (einigerma=DFen) seri=F6ses Gegenargument, richtig.

Der Unterschied ist allerdings, da=DF der "Volkswille" bisher noch immer _f=FCr_ diese Alternativenergie spricht, die Atom- energie hingegen seit 2 Generationen abgelehnt wird und demokratisch (in Wahlen) ein negatives Flair hat. Sonst w=E4re sie dort, wo sie in Frankreich ist.

Was mich an dieser "regenerativen" Energie st=F6rt, das ist der fatale Umstand, da=DF sie mir mehr Volksverdummung und Verf=E4lschung der Fakten auf Kosten der B=FCrger durch- gedr=FCckt wird als vor 2 Generationen die Atomenergie.

Denn damals haben die Techniker wirklich noch an die Zukunft geglaubt.

Da=DF es klar ist (ich mu=DF es f=FCr die Deppen immer wieder wiederholen): ich bin kein Vertreter oder Bef=FCrworter der Kernenergie. Ich m=F6chte, da=DF all das Hirnschmalz, das die Ingenieure in den Kwatsch "regenerative Energieerzeugung" stecken umlenken in Sparma=DFnahmen und besonders in Verbrauchsdisposition.

Ich bin zu alt und zu klein daf=FCr.

Die regenerativen Quellen sind nur scheinbar entropieneutral!

Servas

Emil Naepflein schrieb:

Jaja. In der Schweiz haben wir ähnliche Sonnenanbeter. Eine Idee ist es, ein Kernkraftwerk zu ersetzen, indem man alle Dächer von

80% der Bauernhöfe mit Solarzellen versieht. Als typische Referenz- anlage wird ein Hof zitiert, bei welchem zufälligerweise ein Stall a 1000m^2 optimal ausgerichteter Dachfläche gebaut wurde. Solarinvestitionen etwa CHF1M, ob da der Stall mit drin war, keine Ahnung, spielt aber auch kaum eine Rolle. Bringt dann etwa 11 kW Jahresdurchschnitt. Für das Ziel müsste man das dann etwa 100'000 mal wiederholen. Kostet dann läppische 100 Milliarden CHF. Beim Betrieb wird angegeben, dass sich das innert 10 Jahren rentiert. Das liegt an den nicht nachvollziehbaren Einspeisepreisen von IIRC 0.91CHF/kWh. Das Kernkraftwerk kriegt wohl nicht einmal ein Zehntel davon. Nicht diskutiert wurde, was man mit den 10 GW, doppelter Strombedarf der Schweiz, anfängt, die Sonntag Mittag im Sommer anfallen.

Dass PV-Anlagen rentieren, wenn alle Stromkunden 1EUR/kWh bezahlen, bestreitet ja niemand.

Das ist die mit Abstand absurdeste Behauptung, die ich je in diesem Zusammenhang gehört habe. Der Leistungsbedarf von DE liegt in der Grössenordnung von 450 GW. Pro Kopf müsste man also rund 500 m^2 Solarzellen installieren (ja, wir leben in einer 5-6 kW-Gesellschaft). Ich kann nicht glauben, dass man in diesem Land dermassen viel Dach über dem Kopf hat. Auch wenn man dann sehr grosszügig mit andern Energien kombinieren würde. Auch hier stellt sich die Frage, wie man dann 4000 GW kurzfristig in einen Speicher kriegt. ASTROHS hin oder her. Oder wie man die Energie in den Tank kriegt. Oder woher man die Energie zur Produktion der Zellen nimmt.

Große Anlagen produzieren heute schon den Strom für knapp 0,4 ¤/kWh. Die Die Kostendegression wird dazu führen dass ab dem Jahre 2025 schon Preise von 0,2 ¤ kWh erzielt werden. Dies ist im Bereich der Verbraucherpreise.

Ich weiss nicht wo Du diese Zahl her hast, sie ist jedenfalls völlig falsch.

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Dazu habe ich noch von Energie und nicht von Leistung geschrieben.

Wie sowas funktionieren könnte sieht man unter

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.

Dazu kommt dass durch Ausbau des europäischen Netzes ein viel größerer überregionaler Ausgleich stattfinden könnte.

Von der Sonne.

Hallo, Emil,

Du (netnewsegn) meintest am 05.12.07:

Und der überregionale Ausgleich im europäischen Netz beseitigt auch das Problem, dass die Sonne nachts in den meisten europäischen Ländern (in den jetzigen Grenzen von Europa) nicht scheint?

Viele Gruesse! Helmut

Helmut Hullen schrieb:

Das Problem wird durch Einführung von MESSZ(1) und MESWZ(2) gelöst.

Gruß Dieter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

(1) Mittel Europäische Super Sommer Zeit (2) Mittel Europäische Super Winter Zeit Durch täglichen Wechsel wird die Nacht abgeschafft.

Habe ich das behauptet?

Schau Dir doch das Kombikraftwerk an wie es funktioniert. Du musst Dir halt als europäisches Konzept vorstellen. Dazu ist aber ein starkes europäisches Overlay-Energienetz nötig das viele GW an Leistung transportieren kann.

Wir haben in Nordeuropa riesiges Potential an Wasserkraft und Windkraft, in Mitteleuropa/Osteuropa an Windkraft, Biomasse, und in Südeuropa an Sonne. Kombiniert man das alles dann kann man sowohl tägliche als auch jahreszeitliche Schwankungen des Angebots ausgleichen.

Lies Dir auch mal die Publikationen von

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durch. Sein Buch
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ist vollständig online und als pdf verfügbar.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Aber über die nächsten

50-100 Jahre wäre es zu schaffen.

Hallo, Emil,

Du (netnewsegn) meintest am 06.12.07:

Du scheinst (wie viele Leute) Energie auf Strom zu reduzieren.

"riesig"? Das ist natürlich eine gut verwertbare Zahl. Zu welchen Preisen?

Wir haben auch ein riesiges Potential an Erdöl, auch in Deutschland.

Zu welchen Preisen? Hier in Südostniedersachsen werden demnächst 380-kV-Leitungen verbuddelt, damit die Anwohner nicht wegen des Elektrosmog lamentieren.

[...]

Und auch die Kernfusion steht (wie schon seit mehr als 50 Jahren) kurz vorm entscheidenden Durchbruch!

Viele Gruesse! Helmut

Das ist nicht die feine Art :-)

Es mu=DF immer Leute geben, die nach vorn preschen. Wenn einer nicht nur palavert sondern was tut, dann ist es schon gut.

Ich bin zu den Palaverern degeneriert, fordere, da=DF die Energie- erzeugerphantasten ihr Hirnschmalz beim SPAREN verwenden sollen und sonst nix. Weil das am wenigsten von Vandalen gef=E4hrdet ist.

MfG

Hallo, Franz,

Du (franz) meintest am 06.12.07:

Klar. Die bekommen das EK II und ein Birkenkreuz.

Viele Gruesse! Helmut

Helmut Hullen schrieb:

EK II nach Birkenkreuz?

--=20 mfg hdw

Helmut Hullen schrieb:

manchmal bist schon sehr bissich :-) bist ebba a Weiberleut mit an fake-Namen?

;-)

Emil Naepflein schrieb:

Klar. Nur in CH werden in einem Jahr die Einspeisevergütungen auf

0.98CHF/kWh für Dach-integrierte Anlagen festgesetzt. Ein Jahr später kommt dann zum Glück eine 5%/a Degression. Falls der unwahr- scheinliche Fall eintritt, dass die Bauern wirklich mit PV ein Kernkraftwerk ersetzen wollen, dann reichen die 0.006CHF/kWh Förderabgabe nicht mehr.

Du hast geschrieben:

Was soll denn "Energiebedarf" sein? Das ist politsprech und physikalischer Dummfug. Ich hab das dann ergänzt auf Energiebedarf pro Zeit, und obwohl die SI-Einheit dazu die Sekunde wäre, wird er meist pro Jahr angegeben. Die Division aus Energie durch Zeit gibt Leistung. Du hast auch explizit von Energiebedarf und nicht von "Strombedarf" (=Bedarf an elektrischer Leistung) geschrieben.

Ein PV-versorgtes Haus, welches durchschnittlich keinen Strom braucht, produziert am Sonntagnachmittag im Juli den zehnfachen Durchschnittswert. Also etwa die maximale Anschlussleistung. Da kann man nur auf Astrohs hoffen. Wenn das System dann richtig mitdenkt, werden dann die Strompreise negativ?

Wie das? Die Zellen gibt es ja noch nicht. Eine PV-versorgte Fabrik braucht doch etwa 7 Jahre, bis sie zum Nettoproduzenten wird. Ein schneller Start in die PV ist doch gar nicht möglich.

Hallo, Horst-D.Winzler,

Du (horst.d.nospamwinzler) meintest am 06.12.07:

Klar - der Materialwert ist gering, das Ansehen gross: ein gutes Geschäft.

Viele Gruesse! Helmut

Helmut Hullen schrieb:

Klaro, M=E4rtyrer k=F6nnen nicht mehr Quatschen ;-)

mfg hdw

Ich meine Energiebedarf und nicht Strombedarf. Dadurch dass fossile Energie nicht mehr genutzt werden soll wird es auch zu eine Substitution kommen. Z.B. werden vermehrt Fahrzeuge mit Elektroantrieb statt welchen mit Verbrennungsmotoren betrieben. Ein weiteres Beispiel ist der Ersatz von konventionellen Heizungen durch Wärmepumpensysteme. Das schöne an Strom ist ja dass man ihn in fast jede Art von Nutzernergie wandeln kann.

Was verstehst Du unter schnellen Start?

Der Prozess wird 50-100 Jahre dauern bis der überwiegende Teil des Energiebedarfs durch PV gedeckt werden kann.

Und die Energieamortisationszeiten für PV sind schon lange keine 7 Jahre mehr.

Emil Naepflein schrieb:

Mit Wärmepumpenheizung und Elektrofahrzeugen kann der Energiebedarf um vielleicht einen Faktor 3 reduziert werden. Dann blieben immer noch 150 GW bereitzustellen. PV-Dachflächen können etwa 10 GW liefern (im Durchschnitt), das ist natürlich nicht wenig, aber bis zum Gesamtbedarf fehlt jetzt noch ein Faktor 15.

In Anbetracht von 50 Jahren Photovoltaik hätte man schon längst so weit sein sollen, dass wenigstens der Mehrverbrauch nun endlich von PV gedeckt wird. Aber selbst davon sind wir noch weit weg.

Deine Bedingung war aber, dass die Fabrik von Anfang an mit PV versorgt wird und sich wie Münchhausen selber aus dem Sumpf ziehen muss.

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