Elektromotor als Generator betreiben und umgekehrt.

Hallo,
ein Elektromotor kann im Prinzip auch als Generator betrieben werden. Soweit eine landläufige Meinung unter Elektrobastlern.
Ein Elektromotor wird also mit konstanter Drehzahl gedreht und induziert als Generator eine konstante Spannung.
Was würde nun passieren, wenn man an diesen Generator/Elektromotor in der gleichen Stromrichtung die exakt gleiche Spannung anlegt die er selbst induziert?
Verbraucht der Generator/Elektromotor dann keinen Strom oder dreht er schneller, weil zu der Eigenbewegung noch elektrische Energie von außerhalb hinzukommt oder passiert ganz was anderes?
Gruß Benedikt Schwarz
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Am 17.03.2013 20:22, schrieb Benedikt Schwarz:

exakt
Bei einem DC-Motor ist jeder Leerlaufdrehzahl eine Spannung zugeordnet. Spannung über Drehzahl in einem Diagramm ist näherungsweise eine Gerade. Legt man von außen eine höhere Spannung an, als zur aktuellen Drehzahl gehört, hat man einen Motor, legt man eine niedrigere an, hat man einen Generator.
--
Michael

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Benedikt Schwarz wrote:

Dann hat man ein Perpetuum mobile erster Ordnung.

Unter idealen Verhältnissen (keine mechanische Reibung, keine Leistungs- abgabe neben der elektrischen, keinerlei elektrische Widerstände ? gut, das steckt in der zweiten Bedingung schon drin) würde er ohne jede Stromaufnahme seine Drehzahl beibehalten.
Unter realen nicht.
vG
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Hi, Gleichstrom oder "was anderes"?

Kommt auf den Motor an. Ein simpler Kurzschlußläufer induziert wenig, macht nur Wind.

Nix, ist wie ein unendlich kleiner "zusätzlicher" Kondensator an den offenen Drahtenden.

Nix passiert.
--
mfg,
gUnther
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gUnther nanonüm schrieb:

Wie funktionirt dann der Asynchrongenerator?
--
mfg Rolf Bombach

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Am 19.03.2013 22:25, schrieb Rolf Bombach:

Der Rotor beim Kurzschlussläufer hat keine Wicklung, sondern nur Blechpakete, die von Kurzschlussringen durchzogen sind im Gegensatz zum Asynchrongenerator/motor.
--
H.T.


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heinz tauer wrote:

Moment - Eine Elektromaschine mit Kurzschlussläufer ist doch eine Asynchronmaschine? Ich bin kein E-Techniker, aber ich hatte es bisher immer so verstanden, dass eine E-Maschine mit Kurzschlussläufer ein Motor ist, wenn die Welle /langsamer/ umläuft als das Drehfeld und ein Generator, wenn die Welle /schneller/ umläuft als das Drehfeld.
Würde man eine solche Maschine auf die Welle eines Verbrennungsmotors flanschen, stelle ich mir vor, dass man sie ans Netzt anklemmt, als Motor kann die Maschine nun den Verbrenner starten, wenn nun der Verbrenner versucht den Motor zu beschleunigen, wird auch prompt Energie ins Netz gespeist.
Asynchrongeneratoren im Inselbetrieb benötigen dann wohl noch drei Kondensatoren, um kapazitive Blindleistung bereitzustellen. Zum Anlaufen hilft dann die Remanenz im Rotor.
oder bin ich da nun völlig daneben?
viele Grüße
Patrick
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Patrick Kibies wrote:

Hallo,
Nö, sowas hatten wir mal aufgebaut. Generator wurde in unsere Werkstattgebracht mit dem Hinweis: Gibt keinen Strom ab.
Also Meßinstrument angeklemmt und mit Hand gedreht. Es sollte da ein bißchen Spannung kommen. Kam aber nix. Dann haben wir ein 30V Netzgerät angeklemmt und Spannung draufgegeben. Es floss dan so ungefähr ein Ampere. Dann Netzgerät ab, Spannungsmesser dran und gedreht. Und siehe da, es kam Spannung aus denn Generator. Der Kollege hat dann den Genarator wieder mitgenommen und ausprobiert. Hat dann tadellos funktioniert.
Gruß
Manfred
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Am 20.03.2013 13:49, schrieb Patrick Kibies:

Die Kurzschlussringe sind elektrisch gesehen eine Wicklung.

Richtig.

Auch richtig.

Und auch das stimmt.

Nicht die Bohne. Willkommen im Club!
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann wrote:

Klar. Die Kurzschlusströme können dann wohl auch schwindelerregende Werte erreichen, insbesondere, wenn der Motor blockiert ist. Gut, die Statorströme sind dann auch größer als sonst...
Apropos "eine Wicklung": Mit fetten Ringkerntrafos kann man da wohl richtig Spaß haben, wenn man die in ein zu enges Blechgehäuse quetscht und der Deckel leitend auf die zentrale Befestigungsschraube des Trafos drückt: *knurrrauchbraaaaaaaaaaatz*. Der Bekannte hat garnicht verstanden, warum sein Selbstbaunetzteil für $viel Strom seine Gehäuseschräubchen schmilzt... Das war aber eher noch eine halbe Windung.
[...]

Da bin ich froh. Und wenn ich jetzt noch damit richtig liege, dass die Spannung von der Drehzahl (bzw. vom Schlupf?) abhängt, ist auch glasklar, warum im Auto ein Synchrongenerator verbaut ist...

Oh ein Club? Wie heißt der denn? "Chemiker auf Abwegen"?
viele Grüße
Patrick
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Am 20.03.2013 13:49, schrieb Patrick Kibies:

Du hast vollkommen Recht. Es sind beides Asynchronmaschinen. Der Unterschied liegt in seiner Ausführung. Da der Kurzschlussläufer keine Rotorwicklung hat, ist er wesentlich billiger, als der mit Rotorwicklung und daher auch wesentlich robuster und auch vielfältiger einsetzbar zb. als Lüfter oder für Pumpen, nimmt dafür aber höhere Verluste in Kauf. Eine ASM mit Rotorwicklung ist steuerbar und wird als Schleifringläufer zb. als Kranmotor eingesetzt.
--
H.T.


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Patrick Kibies schrieb:
[Asynchronmaschine]

Könnte man, will man aber vermeiden, da der Verbrennungsmotor diesen Gewaltstart nicht mag. Für DeNOx-Kat-Tests haben wir dennoch drei Dieselmotoren der 100kW-Klasse "durchgelassen"... Startprozedur: Zuerst den Asynchronmotor ans Netz, leises Geräusch, keine Aktion... aha, Freilauf! Geniale Erfindung ;-]. Dieselstart dann ganz normal mit dem Anlasser, warmlaufen lassen, Gas geben. Zufrieden dem Zähler beim Rückwärtslaufen zuschauen. Alle paar 100 h Ölwechwel, nach 10 kh wegwerfen. Die Story mit der Dieselversorgung ist IIRC noch nicht freigegeben ;-).
Der 1 MW wird auch ganz klassisch mit dem Pressluftstarter gestartet, da man die gleichen Bedingungen wie auf dem Schiff haben will. Der Generator ist AFAIK ein Synchroner, allerdings ein Second-Hand aus Fernost und ich kann die Schrift irgendwie zwar scharf aber dennoch nicht richtig lesen ;-). Die Netzankopplung erfolgt über Frequenzumrichtung, damit man den Dieselmotor bei verschiedenen Drehzahlen testen kann.
http://homepage.bluewin.ch/bombach/pics/1000.jpg
Die Person rechts sieht nach 5 Stunden Besucherabwimmeln irgendwie halbtot aus. BTW, endlich sehe ich, wo meine Werkplatzleuchte geblieben ist.
--
mfg Rolf Bombach

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Am 21.03.2013 22:10, schrieb Rolf Bombach:

Du meinst, du siehst endlich mal, wie die aussieht, wenn sie sauber ist? BTW wer putzt dort eigentlich. Sogar die Kabelbühnen glänzen.
--
hdw

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horst-d.winzler schrieb:

Besuchstag eben. Und wer Erfahrung mit solchen Horrorevents hat, weiss, dass Hausfrauen, insbesondere wenn mitgeschleppt, primär auf Sauberkeit achten. Da hab ich halt überall mal drübergeputzt, obwohl ich denkbar wenig mit diesem Prüfstand zu tun habe. Verschiedene Flächen haben sich _danach_ als hellgelb herausgestellt :-]. Metallschmierpaste verträgt sich sehr schlecht mit diesem Dekor ;-). Das gelbe Gestell hält eine Panzertür, welche von den Sicherheitsheinis aufgenötigt wurde, allerdings nicht ganz unbegründet, da ein zweiter Turbolader (sequentiell, nicht parallel) eingebaut wurde und niemand weiss, wieviele bar der Motor, in dessen Guss-Struktur die Luftkanäle verlaufen, aushält.
--
mfg Rolf Bombach

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Am 17.03.2013 20:22, schrieb Benedikt Schwarz:

Dein Generator ist eine Spannungsquelle. Wenn du an diese eine gleich große externe Spannungsquelle anschließt, fließt kein Strom - das ist wie wenn du die Klemmen offen lässt. Er nimmt weder Leistung auf noch gibt er welche ab. Da er keine Leistung aufnimmt, dreht er auch nicht schneller.
Aber ein Perpetuum Mobile, wie hier jemand schrieb, ist das noch lang nicht. Der Generator wird doch mechanisch auf Drehzahl gehalten ("mit konstanter Drehzahl gedreht"), also werden seine inneren Verluste durch mechanisch zugeführte Leistung ausgeglichen.
--

Heinrich
mail: new<at>pfei.eu
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