Kann festplatte IN einem CRT-Fernseher platziert werden ?

Hallo an alle, ich hoffe dies ist das richtige Forum fuer eine Elektrotechnik- Frage... habe mir einen sehr rudimentaeren "Festplatten-Recorder" selbst
zusammenbaut (habe ein Kit geschenkt bekommen). Leider ist das Ding sehr unansehnlich und recht gross, und neben oder auf dem Fernseher ist kein Platz mehr. Daher wuerde ich es am liebsten IM Fernseher verschwinden lassen (IR- receiver fuer Fernbedienung lege ich einfach nach aussen). Habe die Abdeckung vom Fernseher abgenommen, und Platz waere genug; die CRT- Roehre nimmt nur einen kleinen Teil vom Freiraum ein.
Meine Frage ist nun, wie sehr denn diese CRTs strahlen; koennte mir vorstellen, dass sie Roentgen- oder elektromagnetsiche Strahlung produzieren, die einer Festplatte (habe eine von meinem PC genommen) schaden koennte; vor allem, wenn die Festplatte so nahe an der Roehre platziert waere (ich wuerde sie ja innen am Gehaeuse anbringen).
Weiss jemand von euch genaueres darueber ?
Besten Dank im Voraus!
Lain
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Hallo!
boku wrote:

Die Röhren strahlen überhaupt nicht (signifikant).
Aber die an der Röhre angebrachte Entmagnetisierung erzeugt beim Einschalten schon ganz erhebliche Feldstärken. Da wollte ich eine Platte nicht unbedingt in der Nähe haben. Allerdings kenne ich auch keine genauen Zahlen.
Ich vermute allerdings dass gerade neuere Platten eher gelangweilt auf externen Felder reagieren - vor allem, solange sie nicht im Betrieb sind. Aufgrund der hohen Aufzeichnungsdichte sind die Koerzitivfeldstärken der Materialien nämlich derart hochgezüchtet worden, um dem Superparamagnetismus zu entgehen, dass da so schnell nichts verändert wird. Außerdem habe die Medien meines Wissens mittlerweile umfänglich eine zweite, antiferromagnetisch gekoppelte Magnetschicht. Dadurch ist die Interaktion mit makroskopischen Feldern auch nochmal deutlich reduziert.
Was allerdings sehr wohl problematisch sein kann, sind Magnetfelder während Lese- und Schreibvorgängen, weil der GMR-Kopf durchaus allergisch auf externe Felder reagiert. Und damit ist u.a. die Spurlage in Gefahr, was zu allerlei Nebenwirkungen führen kann.
Also wenn man sicherstellen kann, dass die Platte erst nach dem Fernseher angeht, sehe ich von der Seite wenig Probleme. Wenn nicht sollte man sich zumidest soweit wie möglich von den Entmagnetisierungsspulen fern halten. Vielleicht wissen ein paar Profis hier genaueres um die Feldgeometrie. Ich vermute aufgrund der Anordnung der Spulen gibt es ein paar tote Winkel wo kaum Feldenrgie ankommt. Die kann man u.U. geschickt nutzen.
Ein ganz anderes Thema wurde allerdings bislang nicht erwähnt. Die Temperatur. Fernsehkomponenten sind nicht selten auf Betriebstemperaturen von 60° bis 90° ausgelegt. Das mögen Computerbrösel i.d.R. gar nicht gerne. Da sollte man durchaus etwas Vorsicht walten lassen und ggf. ein Abschirmblech dazwischen packen, um der Platte einen eigenen Zugluft-Kanal zu verpassen.
Marcel
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Hallo, Marcel,
Du (news.5.maazl) meintest am 10.05.08:

Die Röhre meines Fernsehers strahlt. Vor allem in die Richtung, in der ich meistens sitze. Im Wellenlängenbereich von (grob vereinfacht) 500 bis 700 nm.
Viele Gruesse! Helmut
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Helmut Hullen schrieb:

Vergiss nicht den Bereich von 1,5m bis 1,5cm. Diese Wellen kommen zwar nicht direkt aus der Röhre, sind aber fast immer zugegen, wenn dein Wellenbereich ausgestrahlt wird.
Gruß Christian
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Hallo, Christian,
Du (spamalottomat) meintest am 11.05.08:

Könnte man diese Strahlung nicht (ähnlich wie bei Gegenschall) durch entsprechend phasenverschobene Gegenstrahlung unwirksam machen?
Viele Gruesse! Helmut
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Moin,
Helmut Hullen schrub:

Das geht bestimmt genau so gut wie beim Gegenschall: nein, geht nicht.
Was man mit Antischall hinbekommt, ist ein Kopfhöhrer, der den Umgebungsschall kompensiert. Auch in eine Art Auspuff, also ein kleines definiertes Rohr kann man eine Schallquelle einbauen, die den Schall aus dem Rohr kompensiert. Beide Fälle haben etwas gemeinsam: entweder die Quelle oder aber der Emitter sind klein gegenüber der zu kompensierenden Wellenlänge.
Bezüglich dieser Frage kann man vielleicht die 1.5m Wellenlänge kompensieren, die 1.5cm jedoch eher nicht, weil sowohl Sender also auch das zu schützende Gerät deutlich größer sind. Man kann zwar theoretisch auch in diesen Fällen mit Antischall b.z.w. dem elektromagnetischem Pendant davon was kompensieren, nur braucht man dafür eine ganze Menge kompensationsquellen. Bei Akkustik nennt man das dann auch Klangfeldsynthese. Das ist aber schon bei den lahmen Schallwellen mit sehr viel Rechenpower verbunden, bei lichtschnellen elektromagnetischen Wellen eher undenkbar.
Das Problem ist: Eine einzige Kompensationsquelle kann niemals das gleiche Feld erzeugen, die was Störfeld welches von einer großen Quelle ausgeht.
CU Rollo
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Moin,
Marcel Müller schrub:

Mal den Dauermagneten vom Kopfantrieb einer Festplatte in der Hand gehabt? Und der ist nur ein paar Millimeter vom Speichermedium entfernt. Würde eine Bildröhre solche Magnetfelder auch über 10cm Entfernung erzeugen können, dann müsste in jeder Bedienungsanleitung eines Röhrenfernsehers: 'Keine Metallgegenstände in weniger als 1m Entfernung zum Fernseher aufstellen!' stehen.
Es ist eben doch ein Unterschied, ob ein starker Magnet in 10mm oder 100mm Entfernung zum Speichermedium steht, oder im Abstand von ein paar um.
Was andere elektromagnetische Störungen angeht, die sind natürlich eine andere Sache. Elektrische Felder kann man ja gut abschirmen, sollte man aber in diesem Fall wohl auch. Also Festplattenrecorder in eine Metallbox packen.
CU Rollo
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Hallo!
Roland Damm wrote:

Ein paar wichtige Unterschiede gibt es bei dem Verglech schon noch. Erstens haben die Magnete von den Festplatten-Servos ein statisches Feld und kein AC. Zweitens ist die Feldgeometrie so, dass im zusammengebauten Zustand das Streufeld gering ist. Ein Schraubendreher wird bereits in 1mm Abstand zu den Servomagneten kaum noch beeinflusst. Die erhöhte Multipolordnung sorgt zudem für einen schnellen Abfall des Feldes mit dem Abstand. Erst wenn man die beiden antisymmetrischen Servomagnete zu trennen versucht, merkt man welche enorme Kraft in ihnen steckt. Die Entmagnetisierungsspule der Bildröhre erzeugt hingegen explizit ein großvolumiges Feld. Zudem befindet man sich aufgrund der Geometrie noh mehr oder minder komplett im Nahfeldbereich, wo der Entfernungsbedingte Abfall noch nicht greift. Man darf auch nicht vergessen, dass die Entmagnetisierungsspulen zurzeitig eine Leistung im unteren einstelligen Kilowatt-Bereich ziehen. Davon geht zwar das allermeiste in Wärme, aber es ist trotzdem schon ganz ordentlich. Aufgrund der Geometrie der Spulen und der Lochmaske geht das Streufeld auch vorranging nach hinten.

Der Abfall mit der Entfernung hängt von der Multipolordnung ab. Je höher, desto höher die Potenz von R im Nenner. Das gilt aber erst, wenn der Abstand groß gegen die Geometrie des Magneten ist. Im Nahfeld ist es zwar lokal stark schwankend, aber in der Mittleren Amplitude eher auf einem Level.

Das ist kein Fehler.
Marcel
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Hi, nimm Dir ein Beispiel am alten MAC, diesem PC mit Röhrenmonitor in einem handlichen Teil. Sofern die Festplatte ein eigenes Blechkleid kriegt, ist da kein Problem. Schwieriger ist der Dreck und die Sicherheit gegen Hochspannung, so richtig "Luft" hat ein TV eigentlich nur oberhalb der Röhre, dort wirds recht warm, Apple hat daher alles an Elektronik "druntergeschraubt". Machs doch genauso, schieß Dir ein Scenic-Case in der Bucht, knall den PC da rein, und stell das TV obendrauf. Die meisten Desktops sind allemal stabil genug für einen TV, Du hast dann definierte Luftführung, feste Schnittstellen und insgesamt eine variablere Installation. Alleine die Vielzahl der externen Schnittstellen am Plastikgehäuse reinzuschmelzen dürfte schon ätzend werden. Dazu dann das Risiko, per "Spinnenbeinspagat" mal eben 27kV quer über alle Leitungen fließen zu sehen....
--
mfg,
gUnther
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