X-No-Archive: Yes
begin quoting, Michael Schwimmer schrieb:
^^^^^^^^^ Indikativ Präsens, beschreibt einen Ist-Zustand. Muß aber nicht so bleiben.
Auch MS-Netze werden zunehmend mit niederohmig geerdetem Sternpunkt betrieben, weil das bei höheren Leistungen mit der Erdschlußkompensation sowieso nicht anständig funktioniert, sprich: Erdfehler werden nicht mehr zuverlässig gelöscht bzw. werden die Erdströme zu hoch. Werden in neuen Netzen überhaupt noch Löschspulen eingebaut? Die sind doch viel zu teuer.
Ich will doch NS-Netze höchstens soweit zusammenschalten, daß die Kurzschlußleistung eben nicht zu hoch wird. In Stadtnetzen ist das also schlicht nicht sinnvoll. Diese (Last-)Trenner haben im Netz doch "nur" die Funktion, ggf. ohne Versorgungsunterbrechung einen Abschnitt auf einen anderen Einspeisepunkt umzuklemmen, um ein Betriebsmittel zu Wartungszwecken freischalten zu können.
Der Zusammenhang war aber, daß ich es für sinnvoll hielte, *auf MS-Ebene* durch mehrere parallele räumlich getrennte Einspeisetrafos
*in einen geschlossenen Ring* die Versorgungssicherheit für den Fall des Ausfalls *eines* Trafos zu erhöhen und vor allem die Bildung eines Inselnetzes zu vermeiden. Die notwendigen Distanzschutzgeräte sind dort vertretbar, Zeitstaffelschutz ist sowieso nicht so toll.Ich halte es nämlich für etwas überheblich vom Netzbetreiber, ein ganzes Mittelspannungsnetz plattzumachen, weil *sein* Trafo kaputt ist, obwohl es sich sehr gut - unabhängig von parallelen Einspeisungen
- durch Eigenerzeugung selbst versorgen könnte. Und das dürften ziemlich viele Kunden genauso sehen.
Was denn für ein Kurzschluß? Wenn der Orts-Trafo wegen eines NS-Kurzschlusses auslöst, ist das anschließend sowieso spannungsfrei, weil sich alle Erzeuger wegen Unterspannung abschalten (einphasige Einspeisung ohne Phasenüberwachung halte ich für - nun ja - exotisch). Und wenn der Trafo aus einem anderen Grund (z. B. Überlast) auslöst, sehe ich beim besten Willen nicht, wo denn jetzt der Kurzschlußstrom herkommen soll und wo der Sicherungen auslösen könnte.
Es wäre etwas übersichtlicher, wenn jeweils klar wäre, welche Situation eigentlich gemeint ist.
Nein, das tue ich nicht. Wenn es ganz blöd kommt, ist nämlich überhaupt gar keine rotierende Maschine in dem gerade freigeschalteten Netzabschnitt vorhanden, die auf eine Spannungs- mit einer Drehzahländerung reagiert, sondern lauter Wechselrichter produzieren "so ungefähr" 50 Hz, orientieren sich mehr oder weniger an den anderen und finden alles ganz toll. Natürlich werden die nicht alle ganz präzise die exakt gleiche Leistungs-Frequenz-Knnlinie haben, die Frequenz wird also langsam abdriften, bis einer befindet, sie sei jetzt aus der Toleranz, und sich runterfährt. Was machen die anderen? Sehen eine sinkende Spannung und drehen die Leistung auf.
Nimm an, daß alle Erzeuger bis auf einen mit einer Nennleistung von
10kW weg sind, und der hat sich auf die augenblickliche ohmsche Netzlast von 5kW runtergeregelt. Was sollte ihn hindern, munter so weiterzulaufen, bei exakt 49,274Hz?Gibt es dafür wirklich schlüssige, sichere Konzepte?
Gruß aus Bremen Ralf