Re: Phase von kohärenten Zuständen

On 6/12/2007 7:24 AM, roland franzius wrote:


Ist es selbstverst√§ndlich, dass man f√ľr eine Analyse von Daten aus der Vergangenheit n i c h t mit nullwertigen zuk√ľnftigen Daten rechnen muss? Eigentlich sollte es klar sein. Aber Einstein und v. Weizs√§cker beklagten den Zeitpfeil nicht gefunden zu haben. Hatte wirklich nur Leon Brillouin erkannt, dass die Symmetrie der Relativit√§tstheorie nur √§u√üerlich anhaftet? Ich las heute im Buch von Cornelius Lanczos "Albert Einschtein i strojenie kosmosa", dass es Descartes noch 1637 nicht wagte, negative Koordinaten darzustellen.
Ich bin doch hoffentlich nicht der Einzige, dem auffällt, dass die im jeweils betrachteten Augenblick vergangene Zeit eine nur positive Grösse ist, und es durchaus sinnvoll sein kann, den Freiheitsgrad mit negativen Grössen zu rechnen dann zu entfernen, wenn diese Grössen definitiv nur positiv sind. Dies betrifft die schon vergangene Zeit ebenso wie den Radius.
Fehlschl√ľsse musst du mir erst einmal nachweisen.
Bildungsmangel? Jemanden der rundum perfekt gebildet ist kenne ich nicht. Im Fall von so elementarer Mathematik wie komplexe Rechnung, komplexe Fourier-Transformation und Heaviside-Methode nullwertiger Fortsetzung sollte es auch dir schwerfallen mir irgendeinen Mangel bei den nötigen Kenntnissen nachzuweisen. Mehr als diese Grundkenntnisse braucht man nicht, um das nachzuvollziehen was ich herausfand:
Geht man von einer Funktion der Zeit aus die eine beobachtete Gr√∂√üe beschreibt, dann liefert die FT ein komplexes Frequenzspektrum mit Hermitischer Symmetrie, also mit positiven und negativen Frequenzen. Das ist bestens bekannt. Da man den Imagin√§rteil als "unphysikalisch" empfindet, interpretiert man nur den Realteil als physikalisch korrekt. Der scheinbaren Symmetrie bzw. der negativen Frequenz schreibt man in der Elektrotechnik keine physikalische Bedeutung zu. Tats√§chlich ist sie lediglich ein mathematisches Artefakt im Frequenzbereich. Man braucht sie, um mit einer IFT korrekt zum Original zur√ľckzukommen. Wer sich √ľber sie wundert sollte bedenken, dass bei Licht besehen auch Physiker, die √ľber solche Trivialit√§ten nicht viel nachdenken immer nur durch willk√ľrliches Hinzuf√ľgen imagin√§rer Redundanz bzw. √§quivalentes Weglassen ins Komplexe kommen.
Entsprechend der Überlegung "negative Frequenzen bzw. Energien gibt es ja nicht" ging man, gingen speziell Schrödinger, Dirac und andere in den Zwanziger Jahren von einer reellwertigen "physikalisch korrekten" Funktion nur positiver Frequenz aus.
Die komplexe Fouriertransformation liefert dazu dann das von Elektrotechnikern so genannte und in der Nachrichtentechnik beliebte analytische Signal, eine komplexe, Hermitisch symmetrische Funktion positiver und negativer Zeit. Wer sich nicht auskennt, sieht in positiver und negativer Zeit nichts Besonderes. √úblicherweise rechnet man ja mit einem Verschiebeoperator exp(i phi) und kann damit f(t) mit t=0 irgendwo zwischen +oo und -oo beliebig hin- und herschieben.
In der Realit√§t jedoch wirken ausschlie√ülich vergangene Ereignisse. Der Physiker Schr√∂dinger und sein Freund Weyl h√§tten erkennen m√ľssen, dass Hermitische Symmetrie im Komplexen als Einseitigkeit im Bildbereich zu interpretieren ist bzw. umgekehrt. Aber wer verstand schon, dass bei der Fouriertransformation wegen des komplexen Kerns entweder der nur der Originalbereich oder der Bildbereich physikalisch korrekt sein k√∂nnen?
Schrödinger schlug vor, als Wellenfunktion Psi(t) den Realteil der komplexen Zeitfunktion zu betrachten (Die Quelle hatte ich zitiert). Über die verbleibende scheinbare Symmetrie wunderte sich wohl nur Weyl. Schließlich passte sie in Einsteins Vorstellungen, denen noch 1909 Walter Ritz in dieser Hinsicht zurecht widersprochen hatte. Einstein regte in einem Brief Wheeler und Feynman an, seine zeitsymmetrische Vorstellung sowie Arbeiten von Tetrode und von Fokker in ihre Absorbertheorie einfliessen zu lassen.
Bei diesen und auch bei Schulman gibt es anstelle von Anfangsbedingungen spiegelbildliche Randbedingungen je zur H√§lfte in Vergangenheit und Zukunft. Schulman schreib in seinem Buch Time's arrow and quantum measurement sogar: Where is the frontier of physics? Some would say 10^-33 cm, some 10^-15 cm and some 10^+28 cm. My vote is for 10^-6 cm. Er meinte, es m√ľsse einen √úbergang von der normalen Makro- zur zeitsymmetrischen Mikrowelt der Quantentheorie geben.
Als absoluter Laie auf dem Gebiet der Quantenphysik m√∂chte ich lediglich erw√§hnen, dass ich den Verdacht ge√§u√üert habe, wei√üe L√∂cher, die mehrfachen Spiegelwelten der Schwarzschildl√∂sung, physikalische Zeitreisen, die T-Symmetrie, die quantenmechanische Verschr√§nkung, angeblich gemessene Signalpropagation mit √úberlichtgeschwindigkeit und allerlei mehr k√∂nnten gegenstandslos werden, wenn man die FT korrekt so anwendet wie das Ingenieure tun: - Gr√∂√üendefinition im Originalbereich - Transformation ins Komplexe (Imagin√§rteil pos. oder negativ) - Rechnung im Komplexen - saubere R√ľcktransformation - Ergebnisinterpretation. Zugegeben, so ausf√ľhrlich rechne ich selbst normalerweise auch nicht. Wenn es aber Zweifel gibt, sollte man l√ľckenlos zeigen k√∂nnen was man tut, Schritt f√ľr Schritt. Nachdem Pauli schrieb, ohne eine Betrachtung die das Komplexe nie verl√§sst sei zwar alle sonstige Physik m√∂glich, nicht aber die Quanten- Mechanik, verd√§chtige ich die Quantenphysiker im Unterschied zu Elektrotechnikern nicht zu wissen was sie tun: - Ansatz im Komplexen (weil es immer so gemacht wird) - Rechnung im Komplexen -(Fehl-)interpretation im Komplexen (notwendigerweise unphysikalisch)
Fehlerfrei ist auch http://iesk.et.uni-magdeburg.de/~blumsche/M283.html (bitte auf ADAPTATION klicken) nicht. Ein Amerikaner hilft mir gerade, das Englisch zu korrigieren. Aber an der Sache haben die vielen Mäuse hier noch keinen einzigen Faden abgebissen.
Wegschauen, mich als unqualifiziert diffamieren, das was ich behaupte pauschal als entweder selbstverst√§ndlich oder als Unsinn bezeichnen, all dies kann nicht verhindern, dass ich schwere Vorw√ľrfe gegen einen Trend zu hochspekulativen Theorien vorbringe und umfassend belege.
Gruss, Eckard Blumschein

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