X-No-Archive: Yes
begin quoting, Dirk Bossenz schrieb:
Bis hierhin klar.
Und genau das sollte bei ausreichend warmen Leitern nicht passieren (wobei ich eine Oberflächentemperatur von ca. 10 °C als "ausreichend warm" ansehen würde - bei der wird die "Grenztemperatur" gewiß nicht überschritten).
Sind Dir meine Zweifel bzw. meine Kritik an der Betriebsweise verständlich? Ich bin nach wie vor der Ansicht, daß es möglich sein müßte, stets soviel Strom durch die Leitungen zu powern, daß man sie ausreichend warm kriegt - dafür braucht man bloß an beiden Enden die Stelltrafos so schalten, daß die Leistungsflußrichtungen in den beiden Systemen entgegengesetzt sind, dann kriegt man auch bei niedrigen Lasten die sonst an sich unerwünschten Leitungsverluste hin.
Wobei das gar nicht durchgehend erforderlich ist: alle zehn Minuten (oder so) die Leitungen kurz thermisch hochzupulsen dürfte ausreichen, damit die paar Millimeter Eis, die sich inzwischen gebildet haben, wieder runterfallen. Man braucht eben möglichst eine Sensorik, die den Leitungszustand erkennt, aber die sollte nicht wirklich problematisch sein. Und solange man die nicht hat, hält man in kritischen Wettersituationen die Leitertemperatur einfach durchgehend möglichst hoch.
Sensorik: ein gutes Maß für die Leitertemperatur ist der Seildurchhang. Und den kann man drahtlos messen: an je zwei benachbarten ausgewählten Masten kommen Sender-Empfänger-Anordnungen hin, die Mikrowellenpulse von unten gegen die Seilmitte senden und aus der Laufzeit des reflektierten Signals zum anderen Mast den Durchhang ermitteln, das ganze an wenigen ausgewählten Stellen jeder Leitung. Kann nicht viel kosten.
Ein paar Kraftaufnehmer (DMS oder so) an einigen Mastisolatoraufhängungen wären auch nicht schlecht - vertikale Kraftzunahme ist ein sehr gutes Maß für Vereisung. Da gibt es sicher noch manch andere Möglichkeit ...
Gruß aus Bremen Ralf