Relais zum Schalten von 500V Gleichspannung und 7A gesucht

Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:


Wieso nicht? Wenn die Einschwingdauer des L/C-Kreises so kurz ist, dann kann der Strom auch sehr schnell wieder ansteigen.

Was ist das?

Was natürlich zur Folge hätte, dass so ein System nicht unbedingt stabil ist: Denn geheizt wird nur dort, wo Feldstärke ist. Da wo es heißt ist, ist dann aber keine Feldstärke mehr. Also keine Heizung mehr.

Halbschwingung? Eigentlich redeten wir von DC.
Also: Ausschalten, wegen Induktivität gibt es einen Spannungsstoß. Wegen der Leitungskapazität ist der nicht unendlich hoch. Wenn er aber stark genug ist, um bei ein paar um Kontaktabstand einen Lichtbogen zu zünden, ergibt sich zuzüglich L und C auch noch ein Widerstand, der des Lichtbogens halt. Klar kann der L-C-Schwingkreis im Allgemeinen auch wieder zurückschwingen und so einen Spannungs- oder Stom-Nulldurchgang ermöglichen. Aber ob das passiert, hängt von der Dämpfung ab. Ist das System Lichtbogen stark gedämpft, passiert das nicht. Was dann auf dauer bleibt ist die Spannung der DC-Quelle und die bleibt. Wenn diese Spannung reicht, um den Lichtbogen aufrecht zu erhalten, dann bleibt der eben.

Geht angeblich noch kürzer. Die Technik ist an sich einfach, nur auf die Abstimmung kommt es halt an.

Die gelben Autos mit den Antennen auf dem Dach? Ja, die stehen öfters mal vor der Tür.
Übrigens diese Quelle mit den 20ns ist echt giftig: Das Plasma mit dem Spektrometer untersuchen? Geht mit etwa einem von 5 verfügbaren Spektrometern, die anderen stürzen ab. Und auch mit dem einen nur, wenn ein guter Faradayscher Käfig benutzt wird. Versuche machen, bei denen man die Zeit messen muss? Schwierig, eine einfache elektronische Stoppuhr stürzt ab, wenn man sie weniger als 1m Entfernung dran hält. Mit dem normalen einfach-elektronik-Thermometer steigt bei Einschalten der Anlage witzigerweise die Raumtemperatur schlagartig um 2 Grad an:-). Und jegliches Wasser nimmt an Leitfähigkeit zu (laut Messgerät). Das ph-Messgerät habe ich diesbezüglich noch garnicht ausprobiert. Und Herzschrittmacher auch noch nicht ;-> .

Ja ja, die auch noch. Was das hässliche am Magnetfeldern ist: Will man die Sache via FEM simulieren, muss man für Magnetfelder in 3D rechnen. In 2D gibt es keine Magnetfelder. Damit fallen Simulationsrechnungen eigentlich fast aus, zumindest für Leute ohne Großrechner im Keller.

Aber mit welcher Leistung?

Dann ist da schon Plasma. Nein, das zählt nicht. Dann hast du den Lichtbogen schon. Die Frage ist, wie der Lichtbogen entsteht.

Wie beschrieben, ein Energieeintrag von 3mJ in nur 20ns bewirkt nicht, dass am Metall irgendwas anfängt, sichtbar zu leuchten. Das schluckt das Material einfach via Wärmeleitung weg.
Und falls du das meinst, nein, Photoemission (äußerer photoelektrischer Effekt) kannst du vergessen. Also wenn, dann Aufheizung durch Strahlung. Aber dazu braucht es Leistung. Woher soll die kommen, wenn die Batterie immer nur ihre schlappen 1,5V anlegt und nicht mehr?

Na ja.

Man muss nur mit der schlagartigen Expansion fertig werden.
Und Wasser wirkt ganz schön korrosiv.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Wegen des zunehmenden Übergangswiderstands.

Wenn der Strompfad stark eingeschnürt ist, dann liegen erhebliche ohmsche Widerstände vor. Dann ist die Metalloberfläche keine Isopotentialfläche mehr.

Das ist falsch. Geheizt wird, wo die Projektile einschlagen. Dort ist kein Feld erforderlich. (bei Schaltern spielen die Dunkelräume soweiso keine Rolle.)

Braucht auch nicht.

Schaltvorgänge sind immer HF und kein DC.

Ist er aber nicht. Jedenfalls nicht durch den Durchschlagmechanismus.

Um merklich Dämpfung zu erreichen, muß RC bzw. L/R in der Größenordnung der Zeitkonstante des Schwingkreises liegen (Leitung durch Wellenwiderstand abgeschlossen). Kannste vergessen...

:-)
Genug. Es kommt auf die Leistung/Volumen an.

Ja.
Warum nicht?

Sag ich doch.

Durch thermische Energiezufuhr bzw. Joulesche Wärme: Die (letzte) Kontaktstelle verdampft feurig.

Es sind nicht 20 ns, sondern viel länger.

Nein, reine Wärmeeffekte.

Der mikroskopische Transportmechanismus (Strahlung) ist egal, es geht einfach darum, daß in die Kontaktzone genügend Leistung reingepumpt wird, um dort einen Plasmafunken zu bilden. *Daß* das so ist, siehst Du daran, daß es funkt. Sichtbar.

Vakuum, Volumen nicht komplett füllen. Ergibt sich beim Zuschmelzen schon fast automatisch.

Hält sich in Grenzen.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Das hat dann aber nichts mit Prellen zu tun. Wenn du meinst, dass Induktivität keine Rolle spielt, dann fließt immer jederzeit genau der Strom, der sich aus dem Kontaktwiderstand ergibt. Egal wie kurz der Schalter geschlossen ist.
Noch mal der Vergleich zum Beschuss von Alu mit Excimerlaser: Wie gesagt, ein paar mJ in nur 20ns bringen auf Alu kein sichtbares Plasma hervor. Angenommen Induktivität spielt keine Rolle, dann kann am Schalter nur die Leistung umgesetzt werden, die die Batterie aktuell liefern kann. Wie viel mag das sein? 1,5V, im Kurzschluss 1,5A. Also rund 1Ohm Innenwiderstand der Quelle. Also mal grob geschätzt 1W kann am Schalter umgesetzt werden. Wenn der Öffnungsvorgang 1ms dauert, dann bleibt zum Kontakte-heizen nur eine Energie von 1mJ. Und die sogar verteilt auf 1ms, also viel Zeit für die Wärme, in kalte Nachbarbereiche des Kontaktbleches abzuwandern (im Vergleich zum Laserpuls von 20ns). Da wird nichts warm.

Wenn erhebliche Widerstände vorliegen, dann fließt ein erheblich schwacher Strom - wenn die Induktivität vernachlässigbar ist, wie du meinst.

Projektile, also Ionen, haben bei Atmosphärendruck eine Reichweite von ein paar 10 nm.

Jetzt auf einmal?

Ja?
Aufgrund welcher Leistung? Mit den 1W, die die Batterie liefern kann?

Eben, noch viel mehr Zeit für die Wärme, wegzukriechen.
CU Rollo
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Am 02.09.2009 02:43 schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Und wenn Wasser nicht reicht einfach Trafoöl nehmen? Ein interessantes Thema habt ihr da.
Kristian
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Support the ban of Dihydrogen Monoxide
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begin quoting, Kristian Neitsch schrieb:

Womit auch das Isolationsproblem gelöst wäre.
Warum eigentlich nicht? Konkret: Warum gibt es keine ölgefüllten Reedkontakte? Oder große, ölgefüllte Relais bzw. Schütze?
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Ich vermute, das verdampftes Trafoöl - anders als Wasser eventuell - ein schlechter Lichtbogenlöscher ist. Dafür braucht man ja Gase mit großer elektronegativität, also solche Stoffe, die gerne mal freie Elektronen einfangen. Sauerstoff ist gut. SF6 ist besser. Aber Kohlenwasserstoffe? Man nimmt ja auch nicht Natrium oder Quecksilber zum Lichtbogen-löschen:-)
CU Rollo
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Roland Damm schrieb:

Bei der Thermolyse entsteht Graphit.

Du liegst richtig.
Gruß Dieter
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Schau mal hier: <http://www.kte-kte.de/Schaltgerate/Olschalter/body_olschalter.html . <http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Kesselring sieht auch interessant aus. Nichts Neues unter der Sonne, sozusagen.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ich habe mal bei e*ay gesucht. Elko 820uF/500V mit den Abmessungen 100 x 35mm (passt locker in meinen Abzweigkasten) fr 12 EUR inkl. Versand.
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Martin Kobil schrieb:

was Konkretes weiss ich nicht, aber ich wuerde mich mal bei Strassenbahnbetrieben nach alten Schuetzen umhoeren, vielleicht kann man damit was basteln

das Problem bei Gleichspannung ist immer, den Abreissfunken auszukriegen, weil die Stromnulldurchgaenge fehlen; ueber 300 V funktioniert dazu noch der Gasdurchschlagsmechanismus (in Luft und abhaengig vom Elektrodenabstand, aber da das Schuetz nicht beliebig schnell oeffnet ... und dann hat man den Lichtbogen)
Gruss, Matthias Dingeldein
--
Ein Zugbegleiter, der Bewaffnete ohne den BGS vor die Tuer
setzt, prueft wahrscheinlich auch mit der Eisenstange, ob die
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Hallo, Matthias,
Du meintest am 24.08.09:

Da gibt es aber seit Jahrzehnten erprobte Mechanismen, auch höhere Spannungen zu schalten. Klar: wird teurer.
Etwas pingeliger: natürlich werden Ströme geschaltet. Und da muss "eigentlich" nur das Rückzünden infolge der induktiv erzeugten Spannung verhindert werden.
Eines der klassischen Verfahren: Reihenschaltung von Kontakten.
Viele Gruesse! Helmut
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Helmut Hullen schrieb:

Drum mein Hinweis auf die Strassenbahnen, die seit Jahrzehnten solche Schuetze drinhaben - man sollte sich nur des Problems und seiner Loesung bewusst sein (auch wenn schon Jahrzehnte alt). Kommt leider oefters mal vor, dass das Wissen um mehr oder weniger versteckte Probleme verlorengeht, weil sie lange geloest sind, und irgendwann spart dann einer die ohne Kenntnis des Problems unsinnig erscheinende Loesung ein...
Gruss, Matthias Dingeldein
--
Nun tut mal nicht so, als ob im Osten die Thyristoren noch mit
Streichhoelzern gezuendet wurden.
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Erstmal vielen Dank die Antworten an alle.
Fr mich sieht es so aus, als ob meine Idee mit dem spannungslos in der Nacht schalten die einfachste Lsung ist. Dieses Relais mit einem Wechslerkontakt htte extrem wenige Schaltzyklen, weil es gesteuert ber eine Jahreszeitschaltuhr im November umschalten soll und im Februar wieder zurck. Problem sehe ich nur, falls mal der Strom ausfllt, dann knnte das Relais auch mal ungewollt beim Schaltvorgang Spannung fhren. Auf der anderen Seite drfte der Wechselrichter in diesem Fall dann auch inaktiv werden und keinen Strom mehr ziehen. Und damit drfte dann auch kein Lichtbogen gezogen werden, oder?
Sicherlich, man knnte die Sache auch hndisch mit einem Schalter lsen. Aber dann muss man sich halt immer Gedanken ber die Umschaltung machen.
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Was mich jetzt auf die Idee bringt zuerst AC seitig den Wechselrichter mit einem Relais abzuschalten, damit entfllt DC seitig der Stromflu. Nach einer Sekunde Wartezeit knnte man dann auf der DC Seite stromlos umschalten und nach einer weiteren Sekunde auch wieder AC seitig einschalten.
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Martin Kobil schrieb:

Ich könnte auch ein 500 kW Taschenkraftwerk brauchen, Aktentasche schon vorhanden...

http://www.secheron.com/uk/products-services/prod64-bms-15002-15002.html
Gar nicht, ohne Funkenkammer zur Lichtbogenlöschung geht da nichts.

Elektronisch per Transistor/Mosfet schalten, DC-Sicherung nicht vergessen.
Butzo
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Du hast ja schon paar Hinweise bekommen; ich mag noch anfügen, daß es mechanisch in einer Abzweigdose eher nix wird mit diesen Parametern.
-ras
--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de /
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Ich habe diesen Thread auch eben gelesen und schliesse mich demjenigen an der empfiehlt selbst eine PowerMOSFET-Loesung zu realisieren.
Gruss     Thomas
--
ELKO-Buecher ueber Opamp, Instrumentation-Amplifier und Timer-555:

http://www.elektronik-kompendium.de/shop/buecher/operationsverstaerker-und-instrumentationsverstaerker
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Ich würde einfach ein Halbleiterrelais nehmen, gibt es für zweistellige Eurobeträge. Ist ja doch ein Spannungs- und Leistungsbereich mit einem gewissen Schadpotential :)
-ras
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Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de /
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Zugegeben, ich habe mit dem Wort Abzweigdose den 140 * 140 * 70mm Abzweigkasten etwas verniedlicht.
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Martin Kobil schrieb:

Sag doch gleich Henselkasten. Gibs in unterschiedlichen Gren. Passt also immer ;-)
-- mfg hdw
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