Schaltnetzteil reparieren

Guten Abend, wie repariert bzw analysiert man ein defektes Schaltnetzteil (möglichst ohne Oszi, hab nur ein Multimeter...)
Ich habe ein defektes Netzteil eines Mischpultes (Soundcraft Spirit E12). Es scheint eigentlich kein besonders aufwändiges Design zu sein. Ein Transformator mit 2 Windungen primär, 3 sekundär, UC3842 Regler, ansonsten nicht mal 10 Halbleiter.
Zu Beginn konnte man ein periodisches knacksen, vermutlich vom Trafo her hören. Im ersten Anlauf habe ich eine defekte Zener-Diode (100V 5W, war kurzgeschlossen) auf der primär und einen Standard-Transistor auf der sekundär Seite ausgetauscht. Nachdem nach dem ersten Test die Zenerdiode gleich wieder hin war fiel mir noch eine defekte ultra fast avalanche diode auf der Sekundär-Seite auf (1600V, 1A, 75ns reverse recovery, 3.4V max. forward drop, auch kurzgeschlossen) auf. Den genauen Typ habe ich nicht bekommen, und habe mich mit 1000V, 1A, 35ns, 2.4v begnügt. Keine Ahnung welche charakteristik entscheidend war, jedenfalls ist scheint sie direkt nach dem Trafo seriell im "Strompfad" einer der sek. Wicklungen geschaltet zu sein. Zur sicherheit hab ich auch den IC bei der Gelegenheit mal ausgetauscht. Den FET habe ich auch schon ausgelötet und getestet (Widerstand Source-Drain messen und Spannung am Gate anlegen), war auch in Ordnung.
Nachdem ich die Teile ausgetauscht habe, habe ich kurz einige Spannungen sekundär gemessen, es schien was anzukommen. Der erste Test verlief jedoch negativ, und jetzt ist nichts mehr auf der Sekundär-Seite zu messen. Selbst mit den defekten Teilen waren die Kondensatoren (sekundär) nach dem ausstecken geladen, was jetzt nicht mehr der Fall ist.
Also, hat jemand eine Idee wie ich weiter vorgehen könnte? ok, auch mit Oszi ;) Ich kann mir jetzt nur vorstellen dass schliesslich doch der FET hops gegangen ist, oder dass die ultra fast Diode vielleicht irgendwie für das feedback sorgt (ist allerdings nur im Sekundärkreis) und doch genau dem Original entsprechen muss. Alle anderen Halbleiter sind standard Transistoren, Si und Ge Dioden die nach meiner Messung OK sind (ich messe die übrigens oft in-circuit und habe festgestellt, dass man meistens vernünftige Ergebnisse erhält. Auch wenn die gemessene Schwellspannung villeicht nicht korrekt ist, findet man doch leicht kurzgeschlossene oder dauer-offene Teile)
Vielen Dank für eure Hinweise! Christian
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C. Sayer schrieb:

Klassischer Sperrwandler, tausch den kleinen Elko nahe des 3842 aus, hat meist so 10-47uF/25V. Auch die Siebelkos auf der Sekundärseite sind durchaus Kandidaten, wie auch der Anlaufwiderstand (gut 100k, von + des Zwischenkreiselkos zu + des 'kleinen' Elkos.
Die Elkos sollten übrigens ordentliche Low-ESR-Typen sein.
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann schrieb:

Danke für die Tips! allerdings ist der Aufbau folgender: Ein dicker Elko direkt nach dem 220V Brückengleichrichter ("zwischenkreis"?) Von dem geht ein 150kOhm (leistungs-)Widerstand ("Anlauf-"?) zu einer parallelschaltung zweier 47uF, vor einem der beiden hängt noch eine Dioder (verm. Ge), also: (47uF seriell Diode) parallel 47 uF. Vermute mal das ist der "kleine". Von da aus gehts dann allerdings zu Vcc des 3842?? scheint wohl doch eher dessen Stromversorgung zu sein.
Ansonsten gibts noch einen kleinen Elko (10uF) der zwischen ground und Vref hängt.
Naja, ich werde mal schauen dass ich die Buben gemessen kriege.
Gruss, Chris

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WIe kommst Du denn darauf? Kann ich mir kaum vorstellen, daß da eine Germaniumdiode sitzt.
--

Ralph.

http://www.dk5ras.de /
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wrote:

Ist wohl eher eine einfache schnell schaltende Kleinleistungsdiode ;-) So kenn ich das jedenfalls von 384x Anwendungen.
hth, Andreas
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Andreas Tekman schrieb:

So ungefähr war das gemeint ;) war einfach mal so eine Schätzung da sie in diesem kleinen, roten Gehäuse drin sitzt.
Jedenfalls konnte ich die Elkos mal an einem vernünftigen Messgerät testen und siehe da, einer derjenigen die an Vcc hängen zeigte "overload". Jetzt weiss ich nicht wie so ein Messgerät misst, aber ich habe mal daraus geschlossen dass der vielleicht niederohmig ist und mir die Versorgungsspannung runterzieht - die hängt ja an einem 150 KOhm gegen 220V.
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So leute, jetzt muss ich leider noch mal diesen Thread ausgraben - das Ding (Schaltnetzteil auf Basis eines 3824 PWM controller) läuft naemlich immer noch nicht. Mittlerweile kenne ich mich allerdings ein bisschen besser aus...
Soweit konnte ich alle defekten Halbleiter austauschen. Jetzt knallt es zwar nicht mehr, allerdings habe ich den Eindruck, dass der 3842 nicht anspringt, da ich z.B. am Vref Ausgang nur kapp über 1V messen kann. Die Sekundär-Seite bringt gar nichts.
Vcc geht jetzt bis auf 12V. Der Anlaufwiderstand ist 150kOhm - den 'kleinen' Kondensator, den er aufladen soll, habe ich sowieso ausgetauscht. Offenbar kommt die Spannung auch beim Einschalten nicht auf die 16V die benötigt werden. Aber warum? man könnte ja höchstens vermuten, dass der Pfad, der den Regler im Normalbetrieb versorgen soll (also über eine bzw zwei Dioden von der feedback Wicklung her), nicht korrekt ist und die Spannung unten hält. Allerdings ist die Diode laut Messung in Ordnung und sollte also sperren. Ansonsten könnte ja nur der Anlaufwiderstand zu groß sein und den Strom begrenzen, aber der gemessene Wert ist in Ordnung und das Original funktioniert ja auch.
Die einzige Änderung ist dass ich einen UC3842 durch den TL3842 von Texas Instruments ersetzt habe.
Habt ihr Ideen?
Noch was, muss ich eigentlich damit rechnen dass so ein low-cost Schaltnetzteil in einen undefinierten Zustand fällt wenn man es ohne Last einsteckt? (mach ich aber eigentlich nicht).
Zur Erinnerung, das Ding stammt aus einem Mischpult, ist normalerweise also fest verdrahtet.
Schöne Grüße
Dieter Wiedmann schrieb:

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Ist da in Deinem SMPS evtl. ein "kleiner" (ca. 100nF) Kermaik- Kondensator zwischen Vcc und Masse geschaltet ?
Wenn ja, dann hat dieser (zumindest in den SMPS die ich zu reparieren hatte) mglicherweise Feinschlu, und dadurch wird der Aufbau der Betreibsspannung zum Zeitpunkt des Anlaufens verhindert.
Austauschen gegen einwandfreien Kondensator hilft dann.
hth, Andreas
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Andreas Tekman schrieb:

Der ist zwar vorhanden, war es leider nicht. Allerdings habe ich einen interessanten Versuch gemacht:
Über einen 5kOhm Widerstand habe ich ein Labornetzteil (Vx) zusätzlich an Vcc angeschlossen und langsam hochgedreht (mit Messgeräten I und U, in 2 versch. Messungen angeschlossen):
Vz: 320V = ------|150k|-------+ | Vx: 1..30V = ----|5k|----(I)--+----->Vcc | (U) | gnd
bei Vx = 1V ist I = -1..-2 mA, das Netzteil saugt also den ganzen Strom ab, U (also Vcc) dementsprechend niedrig. Beim langsam hochdrehen kann man U sehr schön auf die 16V Einschaltspannung hochgehen sehen, Vx in dem Moment ca 8V. Beim weiter Hochdrehen steigt I (<0) langsam und erreicht bei VxV den Nullpunkt, während U von der Einschaltspannung auf die 12V Normalbetriebspannung absinkt.
Man kann also den Einschaltvorgang schön auf dem Multimeter nachvollziehen. D.h. der Controller läuft jetzt zwar, wird aber nur von dem Anlaufkreis gespeist, ist also auf ca 2mA begrenzt. Benötigt jedoch typ. 11mA.
Jetzt drehe ich Vx weiter hoch, um die Stromversorgung über die Feedback Windung zu simulieren. Dabei fängt der Trafo bei I~6mA periodisch an zu knacksen, im Takt von ca 10Hz. Daraufhin drehe ich lieber flott wieder runter.
Deutet das darauf hin, dass vielleicht doch der Trafo durch ist? sehe ich das richtig dass ein knacksender Trafo mangelnde Isolierung bedeutet? das wäre schön dumm, da man vermutlich wenig chance hat, einen Ersatz zu finden - oder vielleicht doch?
vielen Dank für eure Mühe.

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Die Diode die an der Hilfswicklung hngt (dieser Teil versorgt das IC nach Hochlaufen des Wandlers) hattest Du bereits getauscht?
Du findest diese Diode wen Du von Vcc des IC in Richtung Trafo den Leiterbahnen folgst.
Der Trafo geht zwar usserst selten kaputt, aber auch sowas ist mir schon 1 oder 2mal untergekommen.
hth, Andreas
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Andreas Tekman schrieb:

Könnte aber auch der Kondensator im Clampingnetzwerk sein, schlägt durch.

ACK.
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann schrieb:

Getauscht hatte ich die nicht, aber ausgelötet und gemessen. Sie ist unbeschriftet in einem roten Glaskörpergehäuse.
eins noch: zunächst hatte ich dieses periodische Knacksen dauerhaft, d.h. die Betriebsspannung des Reglers kam wohl irgendwie zustande, aber eben mit dem Effekt, der jetzt beim künstlichen Anlegen der Betriebsspannungsquelle auftritt.
Dann hatte ich die dumme Idee das Teil mal ohne Regler in Betrieb zu nehmen, ohne die Schaltung genau angeschaut zu haben. Leider ist der Ausgang direkt über einen Widerstand an das Gate des Leistungsransistors angeschlossen, also ohne RC-Glied, pull-down oder shunt diode. Da hat es natürlich, neben der Feinsicherung im Primärkreis, auch den Transistor durchgehauen.

Welches ist denn das Clampingnetzwerk? ich kann nur einen Kondensator erkennen, der evtl an Hochspannung liegt: Parallel zur Primärwicklung des Zwischenkreises (also die geschaltete) befinden sich - Z-Diode 100V seriell standard Diode, gegeneinander gepolt - R 10 Ohm seriell C 220 pF
also L || (Dz + D) || ( R + C)

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Hallo,
Ich habe mal wieder was neues ausprobiert (hoffentlich verfolgt überhaupt noch jemand diesen Thread ; )
Ich habe in der bereits beschriebenen Weise künstlich Vcc an den Regler injiziert (s.u.)
Wie gesagt kam es dabei beim Hochdrehen zu einem periodischen knacksen. Ich habe versucht es mit einem Mikrofon genau zu lokalisieren, vermute dass es doch vom Trafo her kommt bin aber nicht sicher.
Jedenfalls habe ich ein wenig Mut geschöpft und auch als das Knacksen sich einstellte ein wenig weiter hoch gedreht bis es verschwand. Dann konnte ich wieder ganz runterdrehen und Vcc blieb bei ca 20V. Vermutlich hat der Regler jetzt doch 'gezündet' und läuft und switcht auch. Sekundär kann ich dabei (im Leerlauf) +25, -25 und +70 Volt messen (ich bin ziemlich sicher dass der Ausgang mit +70V normalerweise die 48V Phantomspeisung des Mischpultes liefern soll).
Wenn ich das gleiche allerdings mit Last versuche, so ist die Schwelle des Knacksens nicht zu überwinden, d.h. egal wie hoch ich drehe, der Regler "zündet" nicht.
Übrigens mache ich die Beobachtung, dass in dem Moment, in dem ich den Regler zum zünden bringe, die Gleichspannung des Zwischenkreises von 320 auf 270 Volt runtergeht. Ist das normal? oder deutet es doch auf einen schwachen Zwischenkreiselko hin? andererseits benutze ich ein sehr einfaches Multimeter, von dem ich nicht weiss wie es auf wellige Spannungen reagiert. Sollte im Zwischenkreis auch wenn der Transistor schaltet eine einigermassen reine Gleichspannung sein?

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hallo, bin zwar neu hier, dieser thread trifft aber genau meine Problem!
ist das Problem nun behoben? Ich hab nämlich bei meinem Pult Spirit E12 das gleiche Problem.- netzteilplatiene ohne FUNKTION
Der Trafo kostet beim Thomann ca 22 Euro, das Knaksen Kommt vom alten Trafo, den ich getausch habe, allerdings ohne Erfolg. Hierzu kommt: Offensichtliche Überhitzung Nähe R13/R16, C8, D1, R11, R3, R4, C2 und C1
über reparaturipps wäre ich durchaus dankbar. Liebe grüsse aus Coburg Joachim
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joachim geissler schrieb:

Stell ein paar ordentliche Fotos ins Web, von Löt- und Bestückungsseite. Und poste natürlich hier den Link darauf.
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann schrieb:

Telekinese wird sicher gemeint sein ;-) -- mfg hdw
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Horst-D.Winzler schrieb:

Nö, aber die Kristallkugel ist mal wieder zum polieren.
Gruß Dieter
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webspace hab ich keinen zur verfügung
mir ging es eigentlich nur darum, ob und wie das problem des Threaderstellers nun behoben ist/wurde.
Denn der ersteller kennt die platine ja.
das würde einiges an sucherei und messerei ersparen...
mir ist schon klar, das hier niemand der sentinel ist :-(
(Sorry für den blöden vergleich)>
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Hallo Joachim, Ich hab eben die Platine mal wieder rausgeholt und bin beim googeln auf Deine Antwort gestossen... (schon lang nicht mehr hier gewesen) Ich habe das Ding damals beiseite gelegt, nachdem ich es auf Arbeit mit ins Labor genommen (zwecks Oszilloskop) und damit regelmäßig alle Sicherungen rausgehauen habe. Ist die Sache noch aktuell? Bist Du schon weitergekommen? Ich kann bestimmt einige Tips geben, da ich mich damals ziemlich mit der Schaltung beschäftigt habe.
Wie hast Du denn den Trafo bei Thomann bekommen? Im online-katalog konnte ich nichts finden.
Christian
joachim geissler wrote:

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