Hallo.
Derzeit liest man ja wieder viel das man Kritische Infrastruktur besser schützen sollte und müßte. Speziell natürlich Stromleitungen weil davon ja heute quasi alles abhängt.
An gewissen "Brennpunkten", neuralgischen Stellen mag das ja noch angehen. Aber ich frage mich da ob das Bundesweit gesehen nicht schlichtweg aussichtslos ist. Ich meine, allein die Tausende Kilometer Freileitungen auf ebenso Tausenden von Hohen Masten kann man sicher nicht alle mit Zäunen, Überwachung und Sensoren spicken. Das dürfte schon Preislich nichts bringen und nur den Strompreis hoch treiben.
Kurz: Einen Blackout verhindert man mit so was nicht, das geht einfach nicht. Ich meine man sollte sich da eher auf den Erhalt der Fähigkeit zur Schnellen Abhilfe konzentrieren. Um damit die Zeit des Blackouts zu minimieren in dem man schaut welche Stellen das Potential für den längsten Blackout hätten. Man kann sicher nicht neben jeden Großtrafo ein Ersatzgerät stellen, das könnte ebenso abgefackelt werden. Aber wenn z.b. jemand einen oder mehrere Masten einer Höchstspannungsleitung durch Sprengung zu Fall brächte dann scheint es mir deutlich wichtiger zu sein das dadurch nicht ausgerechnet z.b. die Einzige Firma (Wie viele gäbe es denn?) die diese Masten herstellt oder transportiert/aufbaut für Wochen stromlos wäre. Wobei ich jetzt mangels Kenntnis davon ausgehe das so ein Stahlbetrieb entweder Mastsegmente auf Lager hätte oder halbwegs schnell in der Lage sein müßte fehlende (Standard-)Teile zu bauen. Was sicherlich Große Sägen, Schweißgeräte und Hebezeuge erfordert. Wird vermutlich immer noch schneller gehen als einen Trafo neu zu bauen. Aber wie lang genau... weiß das jemand? Ein Blackout von Tagen ist besser als Wochen. Wochen sind besser als Jahre (Trafo?).
Folglich müßte man bei EVU und Netzbetreibern primär darauf schauen wo die Lieferanten der Kritischsten Bauteile des Netzes selbst sitzen und vordringlich die Versorgungsleitungen dort hin gegen Sabotage absichern. Wenn nicht durch Vermaschung oder Redundante Leitungen eh abgesichert. Außer ein Angreifer kappte auch die Redundante Leitung. Wer kann das?
Ich weiß natürlich auch nicht wie lange eine "Schnelle Eingreiftruppe" der Polizei bis zu einem gegebenen Mast bräuchte wenn die Kameras des Betreibers Potentielle Attentäter ausmachten und der sofort Alarm schlägt. Mag sein das dann schon ein Mast umgefallen ist. Eine "Autonome Kampfdrohne" vor zu schicken wäre wohl Overkill (wenn es sie gäbe oder ihr Angriff dann nicht den Mast umsprengt)
Aber: EIN Mast ist bestimmt schneller ersetzt als 2 oder mehr und die gesamte Leitung über diese hinweg. Die Zeit des Blackouts könnte so zumindest verkürzt werden wenn er schon nicht verhindert werden kann.
Und analog dazu könnte man auch in anderen Bereichen und Netzebenen verfahren. Ist nur so eine Idee.
100% Sicherheit gibt es ja nie. Aber wer hätte vor 20-30 Jahren gedacht das ein paar Hooligans wg. Wirre Politischer Ansichten Stromleitungen absichtlich sabotieren - oder Diktatoren wieder Oberwasser bekommen.
Damals, im Kalten Krieg hätte ich bestenfalls bei einer Gefahrenlage angenommen das die Bundeswehr Strommasten gegen Ausländische Attentäter sichern müßte - aber nicht 24/7. Das ist doch unrealistisch so was überhaupt zu fordern.
Bye/ /Kay