was kann an einem Kuehlschrank kaputtgehen?

Aug 07, 2024 Last reply: 1 year ago 18 Replies

Natürlich ist die Frage aus dem Betreff so Quatsch, es gibt da einiges. Türdichtungen verhärten, Türablagen verspröden und bröseln weg u.v.m.



Aber das eigentliche Kühlaggregat ist imho entweder wie neu oder kaputt, mit einem allenfalls sehr kurzen Zwischenbereich. Bei einer neuen Messung nach etlichen Jahren hat sich hier die mittlere Leistungsaufnahme verdreifacht, von rund 10 auf rund 30 W. Die Tür schließt noch dicht, nicht perfekt, aber das tat sie früher auch nicht. Was kann das sein?



Eine Idee hätte ich: Die Dämmung ist m.W. mit einem Gas geschäumt. Kann das langsam entweichen und Luft eindiffundiert sein und kann das so viel Unterschied machen? Mit genug Pech könnte die Dämmung natürlich auch Kondenswasser aufgenommen haben, das würde den sehr großen Effekt völlig erklären. Ist sowas plausibel? Und wenn ja, gibt es eine Abhilfe?


20 W mehr sind rund 60 Euro zusätzliche Stromkosten im Jahr. Das sind mit Saturnpreisen (meiner war teurer) 5 Jahre und der neue wäre wohl nicht so sparsam wie das alte Markengerät einmal war. Heißt erst einmal ärgern und nichts tun. Ließe sich der Mist ohne Winkelschleifer zerlegen, könnte man ja glatt die Dämmung tauschen.

Danke Axel



Am Wed, 07 Aug 2024 08:23:27 +0200 schrieb Axel Berger

Meine Vermutung:

- Verdrecktes Wärmetauscher-Gitter auf der Rückseite

- Verlust von Kältemittel im Aggregat.

Wie sparsam ein neuer Kühlschrank ist, hängt vor allem von seiner Energieeffizienzklasse ab. Mein Eindruck ist da bei der "weißen Ware" dass es in den letzten 10 Jahren kaum deutliche Verbesserungen gab.

Bei unserer Spülmaschine war die im neuen Jahrtausende gekaufte Bosch massiv sparsamer als die Miele aus den 1980ern. Ihr Nachfolger spart demgegenüber < 10 % an Strom aber immerhin recht viel Wasser. Dafür laufen die Programme viel länger und (wohl wegen EU-Vorschrift) merkt sie sich das letzte Programm nicht sondern stellt beim Einschalten immer das Eco-Programm ein, das 3:30 h braucht.

cu. Juergen

Axel Berger snipped-for-privacy@Berger-Odenthal.De schrieb:

läuft denn der Kompressor dreimal so lange (oder durchgehend?), oder hat sich die Stromaufnahme bei laufendem Kompressor verdreifacht?

Nicht umgekehrt?

1) ist nicht gegeben und 2) findet nicht schleichend über längere Zeit statt. Wegen des hermetisch geschlossenen Systems, solange nichts kaputt ist, eigentlich über 40 Jahre und mehr gar nicht.

Ersteres. Die Einschaltdauer liegt bei rund (visuell geschätzt) 80 %.

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Nur mal so ins blaue, hat der Kühlschrank einen Schalter für kältere Umgebungen? Meiner hat sowas, und den hab ich anfangs mal aus versehen umgelegt, weil der echt dämlich positioniert ist. Der schaltet die Innenbeleuchtung dauernd gedimmt ein, und heizt so den Innenraum zusätzlich, damit der Kompressor länger läuft. Merkt man aber nicht, weil die Lampe beim öffnen auf volle Helligkleit geht.

Das treibt den Stromverbauch auch deutlich in die Höhe.

Bei unserem haben wir aus irgendeinem Grund ein Kondenswasser-Problem. Da gibt es ja normalerweise so eine Rinne, wo das durch ein kleines Loch ablaufen soll (das dann irgendwann oft mit Schimmel o.ä. zuwächst), aber auch Durchputzen dieses Ablaufs bringt keine Besserung.

Und natürlich brechen immer irgendwelche Plastikeinbauten, die man zu vertretbarem Preis nachkaufen kann oder nicht, und die man kleben kann oder auch nicht.

/ralph -- ja, das war nicht wirklich deine Frage ;)

Am Wed, 07 Aug 2024 12:49:22 +0200hat Axel Berger snipped-for-privacy@Berger-Odenthal.De geäußert:

Ich glaube zu 2) irrst Du gewaltig. Schleichender Kühlmittelverlust ist m.E. die häufigste Langzeit-Ausfallursache. Denn nichts vollständig dicht. Willi -- Die liberale Demokratie ist die Regierungsform der Bourgeoisie, wenn sie keine Angst hat, der Faschismus, wenn sie Angst hat. Che Guevara

Am 07.08.2024 um 08:23 schrieb Axel Berger:

Kühlschrank mit 10-30 Watt Stromaufnahme wie klein ist den der?

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Im zeitlichen Mittelwert?

/ralph

85 cm hoch, 60 cm breit und tief, um die 150 l Nutzvolumen. Normalgröße halt, resp. war es. Die neueren sind oft schmaler, aber 60 cm war mal das übliche.

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Die neuen Kompressoren sind auch sehr klein geworden. Aufnahme während er läuft unter 35 W. Einschaltstromstoß heftig, angezeigt um die 800 W. Für einen 63 A Hausanschluß wenig, aber man könnte auf die Idee kommen, die 35 W aus einem z.B. 100 W Wandler zu ziehen.

Wilhelm Ernst schrieb:

Das ist leider so. Mit etwas Übung kann man das kontrollieren:

Versuche mal _vorsichtig_ abzutasten, wie die Temperaturverteilung am Kompressor ist:

Bei zu wenig Kühlmittel zeigt sich folgendes Bild:

Der Stutzen, bei dem das komprimierte Gas rauskommt, ist extrem heiss, wie auch die ersten Zentimeter Rohr. Auch ist die Leitung bis zum Kühlblech viel heisser als bei einem intakten Kühlschrank. Die Hitze kommt aber nicht weit im Kühlblech, meist werden nur einige Prozent des Kühlblechs warm. Normalerweise eher die Hälfte bis zwei Drittel.

Beim Verdampfer dann das äquivalente Bild. Dort wo das Kühlmittel eintritt, ist es sehr lokal sehr kalt. Weiter weg hat es dann viel weniger Kühleffekt.

Lecksuche, Reparatur, Neu-Füllung usw. dürften teurer sein als ein neues Gerät. Bei Industrie-Kühlern, Kaltwassersätzen usw. sieht das anders aus.

Am Wed, 7 Aug 2024 16:40:02 +0200 schrieb Karl Wilhelm Kuhn snipped-for-privacy@gmx.de zum Thema "Re: was kann an einem Kuehlschrank kaputtgehen?":

Habe hier eine Gefriertruhe, 219 Liter. Stromaufnahme im normalbetrieb laut Energiekostenmessgerät 22 - 25 Watt. Bei der ersten Inbetriebnahme oder nachdem ich sie abgetaut habe deutlich mehr, im Bereich 65 Watt. Dann ist sie auch lauter.

cu. Juergen

Ja, hatte ich mal bei einem 25 Jahre alten Gerät. Ich habe den Fehler mit genau dieser Beschreibung aus dieser Gruppe identifiziert. Damals nahm ich an, es müsse sehr schnell passiert sein, weil erkennbare Symptome plötzlich auftraten. Aus dem Grund habe ich das Gitter schon vor der Frage mehrfach abgetastet. Es wid im gesamten Bereich warm, nicht heiß und auch die Zuführung läßt sich bequem anfassen. Eine gewisse Schichtung resp. Verlauf ist natürlich erkennbar, aber kein Vergleich mit dem Extrem von damals. Eine kleine Änderung zum Neuzustand würde ich so aber natürlich nicht erkennen.

Ich habe keine Messwerte von damals, aber müßte nicht, wenn so hohe Temperaturen erreicht werden, der Kompressor viel mehr Leistung aufnehmen? Hier sehe ich 33 W im eingeschalteten Zustand. Keine Präzisionsmessung aber der billige Tuya in der Dose und der Sprung am Eastron-Stromzähler stimmen innerhalb der Ablesegenauigkeit überein.

Bei dem alten Gerät war mein Schluß damals "nie wieder Miele". Ich hatte kurz vorher für viel Geld einen Satz Türablagen gekauft. (Und einen Thermostat, aber das war die Fehldiagnose des Fehlers.) Wenn ich auch für sehr viel Geld trotzdem nur Müll bekomme, so mein Schluß damals, dann kann ich besser gleich billig kaufen. Da schmerzt es weniger. Der derzeitige ist deshalb ein AEG. (Deshalb war ich von den 10 W anfangs so begeistert.) War auch teuer, weil ich annahm, das Fachgeschäft biete bei Bedarf Kundendienst. Auch davon bin ich kuriert. Dann wähle ich künftig den billigsten Anbieter garantiert ohne jeden Kundendienst. Das Ergebnis ist das gleiche, der Preis nicht.

Danke Axel

Entwarnung. Nach jetzt 54 und 72 Stunden habe ich Meßwerte. Der Kühlschrank braucht 20.7 W und der Gefrierschrank 21.7 W. Der Unterschied war mal deutlich größer aber das könnte am Wetter liegen. Die Temperaturdifferenz innen-außen steigt beim Kühlschrank natürlich sehr viel stärker. Der Mehrverbrauch zu früher ist nur 10 W oder eher weniger, da die 10 W Verbrauch von früher, an die ich mich erinnere, gerundet und vermutlich leicht geschönt sind.

Es sind also nur noch 30 Euro im Jahr. Damit kann ich lange leben, bevor ich wieder tief in die Tasche greife. Dank im Home Assistant eingebundenen Stromzählers kann ich das ab jetzt auch mühelos im Auge behalten.

Dank an alle Ratgeber Axel

Danke für den Hinweis. Nur zur Sicherheit habe ich, jetzt wo es dunkel ist und man leichtes Glimmen sähe, auch das geprüft. Ist es nicht. Der Türkontakt schaltet zwar früh, schon auf den ersten Millimetern, aber zuverlässig. Und der Leistungsmesser zeigt in den Aus-Phasen 0 Watt.

Aber es war es wert, das zu prüfen.

Danke Axel

Axel Berger snipped-for-privacy@Berger-Odenthal.De schrieb:

ich danke dir auch. Ich bin kürzlich umgezogen, und habe den in der neuen Wohnung "geerbten" Kühlschrank (unbekannten Alters) jetzt auch erst einmal an ein Energiemessgerät gehängt, um eine Basis zu haben. Bisher sieht das jedenfalls normal aus: ca. 50 W bei laufendem Kompressor, und etwa 50% ON/OFF, bei einem Kühlschrank 142x55x60 (HxBxT) incl. Gefrierteil.

Das ist nur wenig kleiner als meine beiden Geräte zusammen, also mit meinen 40 W in Summe zu vergleichen. Mit dem Verbrauch kannst Du zufrieden sein.

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