Induktionsherd an 12V?

Hat denn schon mal jemand an einem dieser billigen Induktionsherde herumgeschraubt, wie sie beispielsweise hier angeboten werden?
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&categoryE746&itemu10112590&rd=1&ssPageName=WDVW
Die Frage von mir als elektrotechnischem Laien ist, wie man so ein Teil so umbauen kann, dass es an 12V aus 'ner Bleibatterie betrieben werden kann. Wie werden die magnetischen Wechselfelder in den Teilen denn erzeugt?
Ziel meiner Frage ist, so eine Platte auf einem Boot einsetzen zu können. Einen Wechselrichter einzusetzen, ist keine Lösung: diese Induktionsherde wollen wohl einen recht sauberen Sinus-Wechselstrom, und als induktives Gerät muss der Wechselrichter eine entsprechend hohe Leistung bringen. Ob's überhaupt Wechselrichter gibt, die das bringen, ist mir unbekannt, aber sie dürften auf jeden Fall zu teuer sein.
Danke und Gruß Tom Berger
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Am Wed, 27 Apr 2005 16:19:54 +0200 schrieb Tom Berger

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&categoryE746&itemu10112590&rd=1&ssPageName=WDVW
Weist du das, oder vermutest du es? Nur weil das Ding "Induktionsherd" heißt, ist es noch lange kei8n Induktives Gerät. Ein solches wäre typische in Asynchronmotor oder Transformator. So ein Induktionskochfeld ist meiner Meinung nach eher sowas wie ein Schaltnetzteil, am Eingang wird erstmal ein dicker Gleichrichter sitzen und dann ein paar IGBTs, die so ca. 30kHz machen . mit 50Hz induzierst du im Pfannenboden nix.

Es gibt Sinuswechselrichter und auch Trapez, modifiziertes Rechteck, auch wenn es die hersteller gerne modifiuzierten Sinus nennen.- Bedeutet, daß Effektiv-, Spitzen- und Mittelwert ungefähr ähnlich dem Sinus sind und man daher Glühlampen und Schaltnetzteile gleichermaßen betreiben kann.
Abschließend: Um einen Spannungswandler kommst du nicht herum. Es wäre denkbar, daß das gerät mit 300V Gleichspannung funktioniert, oder mit einem billigen Trapezwandler, auf der sicheren Seite bist du mit einem Sinuswandler. Auskunft hierüber kann nur der Hersteller oder eventuell eine Analyse der Schaltung durch einen Fachmann geben. Die Wahrscheinlichkeit, daß das Gerät intern mit 12V arbeitet halte ich für vernachlässigbar, ein Umbau käme einer Neukonstruktion gleich, Elektronik und Induktionsspule müssten verändert werden.
--
Martin

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Am Wed, 27 Apr 2005 14:41:17 GMT schrieb Martin:

Dass ein Billigwechselrichter (Trapez) nicht ausreicht, weiss ich - hab's probiert. Dass es sich um eine induktive Last handelt, vermute ich nur, aber die Vermutung ist sehr stark, schließlich werden hier über Magnetfelder Ströme im Pfannenboden induziert :-)

Deshalb meine Frage, ob von den Mitlesenden hier schon mal jemand so ein Teil aufgeschraubt und nachgesehen hat.

IMO ist das eine Marktlücke - nicht nur für Boote, sondern auch für Wohnmobile. Vielleicht will sich ja jemand dran versuchen :-)
Tom Berger
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Hallo Tom,

IMO hat das keine Chancen am Markt. Ueberlege einmal, wie schwer die Batteriebank sein muesste, um auch nur "mal eben" Spaghetti mit Hackfleischsosse zu kochen. Eine normale Deep-Cycle Bleibatterie, die etwa so gross wie eine Autobatterie ist, schafft muehsam eine halbe Kilowattstunde. Und selbst das reicht fuer die Zubereitung einer so simplen Mahlzeit nicht.
Gruesse, Joerg
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Am Wed, 27 Apr 2005 17:47:49 GMT schrieb Joerg:

Nun, dazu habe ich ausführliche Tests angestellt :-)
Ein Kilo Kartoffeln oder 500 gr Spaghetti krieg' ich bei höchster Stufe der Induktionsplatte im Schnellkochtopf in 5 Minuten auf höchste Druckstufe, danach schalte ich ab, lasse abkühlen (und dabei nachgaren), und dann ist das Zeug gar. Macht bei 1900 Watt nicht mehr als 160 Wh bzw 13 Ah bei der 12V-Batterie.
Dosen hast Du noch schneller warm, und fettiges Zeugs scharf anbraten willst Du weder in der Bootskajüte noch im Wohnmobil.
Zum anderen, nicht von Dir, sondern sonst gerne gebrachten Einwand: ich schätze, dass das Kochen mit Strom über Induktionsplatte nicht mehr Primärenergie verbraucht als das Kochen mit Gas, Spiritus oder Petroleum.
Im Segelboot ist das problemlos machbar, typischerweise ist im Fahrtensegler die Batteriebank dort so um die 400 Ah dick. Im Wohnmobil ist meist nur eine Batterie im Wohnbereich vorhanden, aber da man den Platz für die Gasflasche einspart, ist die Erweiterung dort kein Problem. Außerdem wird im Wohnmobil beim Fahren die Batterie ja öfter nachgeladen als auf'm Segelboot.
Kochen mit Strom auf dem Boot oder im Wohnmobil bedeutet: erhöhte Betriebssicherheit, weniger Wartung, keine Abgase und Feuchtigkeit im Wohnraum, und deutlich weniger Kosten.
Tom Berger
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Hallo Tom,

Dann musst Du aber einen guten Topf haben. Unserer braucht locker 15 Minuten und der ist europaeische Markenware (Tefal oder so). Fuer eine gute Hackfleichsosse muss ausserdem das Fleisch kurz bei hoher Hitze angebraten werden und danach koecheln. Das geht kaum im Drucktopf, da man oft abschmecken und andicken muss.

Dosenfutter ist bei uns verpoent ;-)
Scharf anbraten? Nichts geht ueber ein heiss gegrilltes Steak oder Cajun-style fish. Fuer letzteren braucht man auf See mit etwas Glueck vorher nicht mal einzukaufen.

Wenn solar geladen wird, eher weniger. Denn Raffinerieprodukte haben einen energiezehrenden Produktionsprozess hinter sich. Dieser wird bei solchen Betrachtungen gern uebersehen.

Doch auf einem solch dicken Segler sind wohl mehrere Leute kulinarisch zu versorgen. Wenn schon mit Strom, dann wuerde ich wohl den Generator ein wenig laufen lassen.
Den Platz fuer die Gasflasche spart man nicht. Diese betreibt auch die Heizung und oft den Kuehlschrank. Veltins ueber sieben Grad schmeckt auch auf See nicht.

Das stimmt, obwohl Propan und Butan auch recht sichere Varianten sind.
Gruesse, Joerg
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Am Wed, 27 Apr 2005 19:16:40 GMT schrieb Joerg:

Ich glaub kaum, dass das am Topf liegt, sondern Du wirst bei Deinem Herd keine 1900 Watt ans Gargut bringen. Hast Du schon mal mit Induktion gekocht?

Nun, auch für Kurzgebratenes reicht der Strom aus der Batterie, und wenn Du wirklich mal ein 10 cm dickes Stück Steak in der Pfanne braten musst, dann muss dazu halt der Generator mitlaufen. Beim Brotbacken muss er das sowieso, und da die Batterien ja auch ab und zu mal nachgeladen werden müssen, kann man das sehr gut aufeinander abstimmen.

Heizen mit Gas ginge ja noch (aber warum nicht mit Diesel?), aber einen Absorberkühlschrank würde ich auf keinen Fall auf dem Boot installieren. Erstens funktioniert der bei Lage nicht, und zweitens wäre mir das Sicherheitsrisiko da wirklich zu hoch.
Tom Berger
--
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Tom Berger wrote:

Ich grille 4 Steaks mit dem Kontaktgrill in etwa 4 Minuten und der Verbrauch dabei ist etwa 40-50 Ah.

In den Booten die ich kenne ist immer ein Kompressorkühlschrank drin. Dieser läuft dann immer wenn auch der Motor läuft. Bei entsprechender Kapazität der Batteriebank und einer leistungsfähigen Lichtmaschinenladung kann man ihn auch dauerhaft aus der Batterie betreiben.
Gruß, Emil
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Am Thu, 28 Apr 2005 11:33:59 +0200 schrieb Emil Naepflein

Das wären über 600A, auch bei 12V über 6kW. Hast du dich da nicht geirrt? So starke Kontaktgrill kenne ich halt nicht.
--
Martin

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Martin wrote:

Zu den 4 Minuten kommt noch die Aufheizzeit von 10-15 min.
http://www.silex-de.com/610_90_gesamt.pdf
Gruß, Emil
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Am Thu, 28 Apr 2005 13:36:28 +0200 schrieb Emil Naepflein

Dann hast du aber geschwindelt. :-) Aber so kenne ich die Dinger durchaus auch.
--
Martin

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Martin wrote:

Sagen wir mal, meine Aussage war ungenau. ;-)
Gruß, Emil
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Hallo Emil,

Das erinnert mich an ein Board Meeting, wo ich eine neue Produktionsmethode mit Kostenanalyse erklaerte. Auf die Frage, wie sicher denn meine Einschaetzung der Kosten waere: Plus minus 3dB. Grosses Raunen, und ich schwor mir, so einen Scherz nicht wieder zu machen.
Gruesse, Joerg
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Joerg wrote:

3db Amplitude oder Leistung? SCNR
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mfg Rolf Bombach


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Hallo Rolf,

3dB sind 3dB, halbe Leistung. Ausser in der Finanzpolitik, dort koennen 3dB auch mal identisch mit 2dB sein (jedenfalls in Kalifornien). Derzeit werden laut unserem Governator von jedem eingenommenen Steuer-Dollar in etwa ein Dollar zehn ausgegeben.
Gruesse, Joerg
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Am Wed, 27 Apr 2005 19:16:40 GMT schrieb Joerg

Die Wärmeverluste dürften mit der Induktionsplatte offenbar wirklich deutlich geringer ausfallen.

Ist halt bequem und schnell.

Würdest du das Steak nicht leiber gleich auf dem Holzkohlengrill machen? OK, nicht auf See, aber neben dem Wohnmobil an Land. :-)

Tom hat eine ziemliche Abneigung gegen den Generator - ist ihm zu laut :-) Das hat er in etlichen Thraeds schon kundgetan.

Gerade für die Kühlung ist da ein 12V Kompressorgerät auch ein sehr effiziente Sache - vor allem auch kofferraumtauglich, da möchte ich keien Gasflamme brennen haben (ganzen Tag, unbeaufsichtigt). Natürlich nicht diese Thermoelektrischen Energievernichter - wobei ein Absorber am Strom (egal ob 230V oder 12V) auch nicht besser ist.

Klar. Weniger Kosten sehe ich sowieso nur bei Solar/Windbetrieb, der Strom aus der Autobatterie ist einer der teuersten (soll so bei 50ct/kWh liegen), sicher ein mehrfaches von Propan. Die kWh aus den Butankartuschen ist aber auch nicht billig, wenn ich das gerade nachrechne, 200g Butan werden kaum mehr als 2kWh haben und sind nicht unter 70ct, eher 1 EUR zu bekommen, die Ventilkartuschen sind mit 400g für 4,- noch teurer. Jetzt verstehe ich, warum sich Leute die viel Unterwegs sind, den Aufwand eines Benzinkochers antun.
--
Martin

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Martin wrote:

Das Problem ist, dass man an den meisten Stellplätzen keinen Holzkohlegrill anmachen darf. Auch auf Campingplätzen gibt es manchmal Schwierigkeiten. So stelle ich den Silex einfach in meine Heckgararge und nach spätestens 20 Min ist das Fleisch fertig.

Dann braucht man eine große Batteriebank und einen leistungsfähigen Wechselrichter. Dazu kann man noch die Ladung von der Lichtmaschine optimieren damit die Motorlaufzeit ausreicht die Batterien wieder voll zu bekommen. Dies ist alles kein hexenwerk und kostet auch nicht mehr als ein richtiger Generator an Board.

Aber der Vorteil ist halt, dass man bei einem vollelektrischen System nur einen Energieträger an Board braucht nämlich Diesel. Den bekommt man überall.
Gruß, Emil
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Am Thu, 28 Apr 2005 13:41:36 +0200 schrieb Emil Naepflein

Ich glaube, dieses Konzept verfolgt Tom.

Das ist schon klar, Butan oder Benzinkocher ist eher was für den Rucksack, möglicherweise komplett unmotorisiert, vor allem mit den kleinen Gasdosen. Ansonsten bin ich halt gerne mit dem Zelt und Pkw übers (verlängerte) Wochenende unterwegs, da habe ich auch keine Vollinstallation zum Kochen, etc. Nicht zuletzt ist Diesel auch noch billiger als Benzin, da wirst du mit effizienter Nutzung des Stromes sicher nicht mehr viel gegenüber dem propan einsparen können, abgesehen von den von vir genannten Vorteilen.
--
Martin

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Hallo Martin,

Nichts geht ueber Holzkohlegrills. Irgendwie wuerde ich das auch auf See hinkriegen.

Die Kartuschen sind eher fuer Wanderungen mit Zeltgepaeck. Ich dachte an die Flaschen. Da kostet es (zumindest hier) meist unter $1 pro Liter.
Gruesse, Joerg
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Am Thu, 28 Apr 2005 21:33:17 GMT schrieb Joerg:

Gibt's natürlich. Das ist so ne Art Kugelgrill mit Deckel, der an die Reling gehängt wird. Löschwasser ist ja genug da, aber trotzdem würde ich das wg Funkenflug bei einem Kunststoffboot nicht machen.
Gruß Tom Berger
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