Waschmaschine, Hersteller, Reparierbarkeit u.s.w.

Jun 11, 2023 Last reply: vor 3 Jahren 16 Replies

Hallo



Meine alte Privileg Waschmaschine (Classic 10508) hat kürzlich einen Defekt entwickelt (Schlagende Trommel) und nachdem ich sie dies WE komplett zerlegte weiß ich jetzt woran es liegt. Aufgefallen ist das bei zwei vor ende abgebrochenen Schleudergängen die SEHR laut waren. Beim ersten hatte ich noch ein nur defektes Lager vermutet.



Der Trommelarm ist an mindestens 2 verschiedenen Stellen gebrochen und äußerlich sehr korrodiert. Nun ist eine Reparatur offenbar durchaus möglich denn z.b. bei Brock Electronic-werkstatt gibt es alle nötigen Teile wie den Arm, die (3) Schrauben dafür, die beiden Lager und den Simmerring davor. Und da ich sie in ca. 2 Stunden zerlegt bekam müsste der Umgekehrte Weg ähnlich laufen. Unsicher bin ich nur ob ich in jedem fall auch eine neue Bottich-dichtung brauche?



Aber bei ca. Kosten für die Teile um die 110€ und insbesondere dem Umstand das die Schlagende Trommel bereits innen an der Vorderkante des Bottichs so kräftig/Lange schleifte das dort Plastikmaterial (des Bottichs) weich und platt geschmolzen und auch ab geraspelt wurden, frage ich mich schon ob es um des Geldsparens willen noch Sinn macht den Weg zu gehen. Plastikreste fand ich auch an den Ablauflöchern des Faltenbalgs der selbst aber nicht beschädigt scheint.



Meinungen dazu? Die Arbeitsstunden kosten mich ja nur Lebenszeit & Kraft...



Oder ob es evtl. sinnvoller ist für ein paar Hundert Euro mehr eine neue Maschine zu kaufen. Der erste weg führte mich auf den shop von baur.de und dort finde ich Hanseatic maschinen die von einer AproductZ aus Hamburg importiert werden - vermutlich aus Asien oder sonstwo? Beko, aus Romania und Bosch von BSH Hausgeräte aus München. Was "drin" steckt weiß ich nicht. Ideen dazu?



Und ehrlich gesagt habe ich bisherige Waschmaschinen immer gebraucht übernommen durch passende kleine Zufälle in der nähe. Ich hab also nie eine neue kaufen müssen. Diese jetzt hat ca. 10 Jahre oder mehr gehalten und das würde ich auch vom Nachfolger erwarten - inkl. Möglichkeiten der Ersatzteil Beschaffung. Eine neue "Neue" Maschine sollte also eine sein die auf längerer Zeit eine gute Ersatzteilversorgung hätte und generell dem Selbst reparieren keine Steine in den Weg legt. Aber was nimmt man da?



Zu letzterem meine ich hier in den .sci. gruppen schon einen Beitrag gelesen zu haben das einige Hersteller da etwas verdongeln um Reparaturen... nur durch Fachmann X mit Gerät Y zu ermöglichen???



Ich möchte auch ungern mehr als 500€ (eher weniger) ausgeben müssen für ein Markengerät das dann evtl. vom Markt verschwindet - inkl. E-Teile. Und ob "Topseller" da nun besser wären, oder jede woche ein anderer gekürt wird (von wem?... mir scheint man kann sich heute auf nix mehr verlassen. :-(



Jedenfalls war das vor x Jahrzehnten einfacher: Miele, und gut. ;-)



OBTW. Falls jemand Vorschläge machen will, die einzigen Eckwerte auf die es ankommt sind Breite 60 und Tiefe (Der Abdeckplatte) mind. 56 cm da noch ein Kondenstrocker mit Halterung oben drauf muß. Und wg. Single-Haushalt braucht sie auch kaum mehr als 5 Kg Ladung und 30/60° Programm.



Bye/ /Kay


Bei Dir oder insgesamt? Die Maschine, die ich selbst nicht mehr repariert sondern ersetzt habe, war 40 Jahre alt und wahrscheinlich -- lange vor meiner Zeit -- aus dem Quellekatalog.

Frag in rund dreißg Jahren nochmal nach. Allerdings war der Preis das Doppelte Deiner 500 Euro. Ob gut angelegt oder nicht kann ich bis jetzt nicht sagen. Sie läuft und am Ende kommt die Wäsche feucht und sauber raus -- wie bei jedem Billiggerät auch.

Kay Martinen schrieb:

Da scheint sich eine Reparatur meines Erachtens nicht mehr zu lohnen.

Man kann bei Marken-Geräten wie BSH durchaus noch lange Zeit Ersatzteile bekommen. Ob das bei billigeren Marken auch der Fall ist, weiß ich nicht. Ich habe bei weißer Ware immer Ersatzteile für Bosch, Siemens oder Miele benötigt und auch bekommen.

Bei BSH kannst Du davon ausgehen. Ersatzteile über mehr als 10 Jahre, Lebensdauer genau 10 Jahre. So lange hat unsere letzte Bosch gehalten. Nach fast 10 Jahre brach eine Trommel-Aufhängung beim Schleudern. Die habe ich mit einem Trick repariert. Ein halbes Jahr später brach die andere Aufhängung. Da kann man schon vermuten, dass da jemand genau gerechnet hat :-( Jetzt haben wir Miele. Um einiges teurer und einige sind der Meinung, das man da für die Marke bezahlt. Aber während meiner Zeit in der Qualitäts-Abteilung eines Halbleiter-Herstellers war ich des öfteren mit Miele in Kontakt, weil die fast die gleichen Qualitäts-Anforderungen stellen, wie Automobil-Hersteller. Andere Hersteller weißer Ware haben mich nicht behelligt.

Bei weißer Ware eher ungewöhnlich.

Etwas mehr investieren lohnt sich meines Erachtens gerade wegen der Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

CU, Christian

Am 11.06.23 um 16:55 schrieb Kay Martinen:

Ich weiß nicht, was du unter "Trommelarm" verstehst, aber das Ganze klingt nach defekten Schwingungsdämpfern. Die Brüche waren dann ein Folgeschaden.

Meinst du mit verdongeln, dass bei neueren Maschinen von Miele nur autorisierte Werkstätten einen Fehlercode zurücksetzen können?

Das ist noch immer so. Eine gebrauchte Miele soll langlebiger sein als eine neue WaMa zum selben Preis.

Ebenfalls sehr langlebig sind WaMas eines Herstellers aus Weißrussland, aber ich weiß nicht mehr, unter welchen Markennamen die in Westeuropa vertrieben werden, sofern noch überhaupt.

Am 12.06.23 um 21:27 schrieb Gerald Eіscher:

Trommelkreuz ist ein anderer Begriff, auch wenn es nur drei Arme hat statt 4 (wie ein Kreuz). Gemeint ist jenes Bauteil an dem die Trommel befestigt ist und an dem die Drehachse durch Dichtung und 2 Kugellager hinten auf die Riemenscheibe führt. Zwei der drei Arme sind durch gebrochen. Und heute habe ich 2 von 3 Schrauben raus bekommen. Die Dritte hat mit die T40 Nuß kaputt gemacht bevor ich sie raus bekam. Der Arm hängt also noch immer der Trommel an. 2. Versuch morgen, nach Einweichen durch WD 40.

Rückblickend denke ich es könnte auch passieren wenn die Trommel zu voll beladen ist und das ständige Drehen wechselnde Lasten auf die einzelnen Arme bewirkt. Speziell beim Schleudern wenn die Wäsche noch nicht verteilt ist hat man da ja eh immer erst mal eine Unwucht.

Und sollte es das sein muß ich mir das selbst ankreiden.

Ja, so was oder anderes das verhindert das man die eigene Maschine ohne Spezialteile reparieren könne. Wie spezielle Schrauben z.b.

Bliebe die Frage ob das auf jede Miele zuträfe und wo man so eine heute günstig her bekommt. So was kann man kaum sinnvoll verschicken.

Das weiß ich auch nicht.

Bye/ /Kay

Am 12.06.23 um 22:34 schrieb Kay Martinen:

Achso, ich verstehe.

Defekte Schwingungsdämpfer können zu defekten Trommellagern führen, da scheint mir ein gebrochenes Trommelkreuz nicht weit hergeholt.

Und eben deswegen existieren die Schwingungsdämpfer.

Spezielle Schrauben sind bei Weißware eher unüblich.

Aber ich mittlerweile. Hersteller Atlant in Minsk, vertrieben als Exquisit WM 6810. Der Leiter eines Wiener Reparaturbetriebes nennt sie in seinem Buch wegen ihrer Robustheit und Einfachheit "Kawaschnikow" ;-)

Leider nicht mehr erhältlich und Exquisit ist nur eine Handelsmarke.

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eine gewisse Ähnlichkeit (Schublade, Deckel Flusensieb) mit der WM 6810, vielleicht ein Nachfolgemodell aus Minsk. Bitte kaufen und berichten :-)

Am 12.06.23 um 23:45 schrieb Gerald Eіscher:

Wenn die Dämpfer defekt wären dann müsste die m.E. aber schon viel früher mal gerumpelt haben beim Andrehen zum Schleudern. Hat sie aber nie. Stattdessen ist es eben erst beim Schleudern selbst laut geworden - als der Arm bereits gebrochen war.

Ich hab ein Photo davon gemacht. Das Material (Guß) ist nicht mehr glatt sondern fleckig und rauh. So stellt sich oxydation bei Gußteilen m.W. dar.

Wenn du recht haben solltest dann brauche ich halt die auch noch.

Schießt die auch? :-)

Näh? Damit würde ich doch indirekt Putins Angriffskrieg finanzieren.

Bye/ /Kay

Am 13.06.23 um 18:06 schrieb Kay Martinen:

Du kannst ja einen Schwingungsdämpfer ausbauen, und wenn sich der Kolben ohne viel Widerstand hinundher bewegen lässt, dann ist er defekt. BTDT :-)

Sie sind nicht umzubringen.

Ja. Nein. Noch wird Minsk nicht uneingeschränkt von Moskau aus regiert. Also nur seeeehr indirekt.

Hier sind sie:

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zu hoffen, dass sich die kapitalistische Produktionsweise (viele Gimmicks, billige Bauteile, muss nur die Garantiezeit überleben) noch nicht bis Weißrussland herumgesprochen hat.

Am 13.06.23 um 18:43 schrieb Gerald Eіscher:

IschWeiss! Mit so was hab ich früher häufiger gespielt. Da waren die noch aus Metall. :-)

Ich habe die Maschine ja inzwischen komplett zerlegt, sonst hätte ich den Trommelarm nicht ausbauen können. Und bei der Demontage des Bottichs muß man zwangsläufig die Dämpfer ab koppeln - und einschieben. Mal abgesehen von dem reichlichen Schmiermittel (Finger=Schmierig :-) waren die; von der Seite gegriffen; nur sehr schwer ineinander zu schieben.

Meine Wertung: Intakt!

Kalashnikow vs. Kawaschnikow. Wer gewinnt das Match?

Wie alt ist das erwähnte Buch eigentlich?

Hmmja. Du hast gehört das Putin dort jetzt Atombomben stationieren will? Und der Obermotz (Lukaschenko) dort ist IMHO ein Putin-Freund(licher). Die besten Kumpel die man für Geld ähh Atomare Teilhabe kaufen kann, oda? :-/ Wikipedia nennt es die Letzte Diktatur Europas.

Wird auch bei wikipedia (Minsk) erwähnt, als Kühlschrankhersteller. Die Seite listet 15 WaMa-Modelle auf. Aber außer EN kennt die nur russische Gegenden zur Lokalisierung (Belarus, Ukraine u.a.)

Mein Problem bei einer neuen Maschine ist zu wenig Information oder Erfahrung mit Geräten der letzten Jahrzehnte. Schwierig da den "Break Even" zu finden. Günstig genug, aber nicht zu billig um langlebige Qualität mit E-Teilversorgung zu finden.

Klar, will jeder! Traut noch jemand Testberichten von Weißer Ware? Langzeit-tests macht damit sicher keiner und Käuferbewertungen sollen ja auch oft nur gekauft sein.

So geht die Welt kaputt, geh'ste mit? :-/

Bye/ /Kay

Am 14.06.23 um 17:04 schrieb Kay Martinen:

2016
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Titel halte ich für einigermaßen deppert und irreführend.

So gesehen hätten wir aber seinerzeit nichts "Made in GDR" kaufen dürfen.

Die aktuellen Exquisit dürften auch Atlant sein, aber ich habe die nicht miteinander verglichen.

So richtig mit Schrott ab Werk hat es erst vor vielleicht 20 Jahren angefangen. Ein Kriterium um fragwürdige Qualität zu erkennen, soll ein Waschbottich aus Kunststoff sein.

Sun, 11 Jun 2023 16:55:26 +0200, Kay Martinen:

Wenn die Ersatteile jetzt über 150 Euro kosten - dann würde ich überlegen besser eine gute gebrauchte von privat zu kaufen. Es gibt oft Leute, die kurzfritig wwegen Umzug Ihre neuwertige Maschine loswerden wollen. Vorher kann man ja in Ruhe recherchieren, ob Ersatzteile verfügbar sind und ob es Berichte über speifische Probleme gibt.

Unsere "Bosch" Wama war so ein Gebrauchtkauf. Beim Vorbesitzer 3 Jahre wenig genutzt - dann hat er sich gefreut, dass ich sie kurzfristig per Fahrrad-Anhänger abgeholt habe...

Jetzt wäscht sie seit 5 Jahren zur vollen Zufriedenheit.

Die 25 Jahre alte Privileg-Maschine vorher hatte irgendwann einen hörbaren Lagerschaden, und die Reparatur war selbst mir als begeisterten Bastler zu aufwändig.

Andreas

Hi Gerald,

Ohne den wird es kaum möglich sein, irgendwelche Energiesparziele zu erreichen. Dazu leitet Edelstahl die Wärme einfach zu schnell nach außen ab.

Marte

Am 15.06.23 um 18:12 schrieb Marte Schwarz:

Oh ja. Und der wird auch außen ganz schön heiß was dem/den Motor(en) auch nicht gut tut. (1)

Und mich würde mal interessieren wie man bei einer Maschine mit (Einteiligem) Metallbottich denn bitteschön die Trommel entfernen könnte um z.b. an die Lager oder das Trommelkreuz heran zu kommen?

Das ginge m.E. nur wenn die Öffnung vorne deutlich größer wäre, womit man auch einen größeren Faltenbalg, größeres Türglas braucht und... die Trommel müsste dennoch kleiner sein damit sie dort durch passt. Man müsste bei so einer Maschine im Grunde zwischen Faltenbalg und Trommelrand durch schauen können müssen - direkt auf die Heizung(en) die ja zwangsläufig drunter liegen müssen. Das wäre dann ein echter Sockenkiller die sich zudem leicht um die Heizung wickeln könnten.

Ich kann mich nicht erinnern Teilbare Stahlbottiche gesehen zu haben. Oder hat man früher die Gesamte Rückwand des Bottichs nur verschraubt? Oder bei Lagerschaden gleiche die Maschine weg geworfen?

Ist zu lange her.

(1) Ich erinnere mich an (Miele) Maschinen damals die 2-3 Heizungen hatten und neben dem Waschmotor noch einen Separaten Schleudermotor.

Heute scheinen Invertermotoren üblich zu sein oder?

Bye/ /Kay

Kay Martinen schrieb:

Klar. In CH hatten die Wama immer Dreiphasen-Anschluss, ca. 6 kW Heizung, Drehstrommotoren und waren auf einem eigenen "seismischen Block" aus Beton angeschraubt. Glaubt heute niemand mehr. Lebensdauer bei Mehrfachnutzung im Wohnblock so 30 Jahre.

Viel zu teuer. Und zu langlebig. Kollektormotor und TRIAC(?).

Nach 3-5 Jahren neue Pumpe in Geschirrspüler gilt mittlerweile als normal. Unabhängig vom Motorenprizip.

Mein Vater hat 1961 an den Waschmaschinensockel drei Phasen geführt. Ich weiß nicht, ob dort jemals eine Maschine mit mehr als einer Phase stand, die ersten Jahre des Hauses war ich recht jung.

Hier in der Wohnung bei Zürich (Baujahr 2006) steht der Waschmaschinen- Tumbler-Turm auch auf seinem extra Betonblock. Stromanschluss sieht auch nach T-25 (3 Phasen) aus.

Man liest sich, Alex.

Gerald Eіscher schrieb:

Gibt es eine Pannenstatistik, so wie beim ADAC für Autos? Halt für Wama und Geschirrspüler. Die dramatische Abnahme der Haltbarkeit hat auch mein Händler/Reparateur zugegeben. Mittlerweile nervt es nur noch. Leider scheinen die Firmen oft standard-Billigteile einzusetzen. Mehr Geld für die Maschine auszu- geben nützt da nichts. Gerade ist unser Geschirrspoiler kaputt gegangen. Das Ding kommt aus der oberen Preisklasse; ich konnte es mir nur leisten wegen a) Ausstellungsstück und b) Institutsrabatt. Aber nach drei Jahren Pumpe kaputt, "Leistungsteil" und "Wasserweiche". Mama mia. Da könnte ich auch eine Billigmaschine, "Bauknecht" gelabelt, alle drei Jahre kaufen und den Müllberg erhöhen.

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