Frage zu älteren Stahlwerken

Sep 09, 2024 Last reply: 1 year ago 3 Replies

Wegen eines Artikels im Standard bin ich irgendwie dazugekommen, mir Fotos von Stahlwerken von Walker Evans anzusehen, für mich ein paar der schönsten Fotos überhaupt, wie sie uns übers Leben in der Industriegesellschaft Zeugnis ablegen:



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Was ich mich gerade Frage: Was sieht man da im Hintergrund?



Ich nehme an, das sind vier Hochöfen (die etwas höheren Konstruktionen mit einem Gestänge drauf), aber dann sind neben jedem dieser mutmaßlichen Hochöfen noch vier oben abgerundete Zylinder mit einem hohen Schonstein? Worum handelt es sich dabei?



/ralph -- fup de.sci.ing.misc


Schmelzen und Reduzieren von Erz mit Kohle und Koks ist nicht alles. Danach geht's ans Reinigen im Konverter - da wird Luft durchgeblasen und alles mögliche an Verunreinigungen abgefackelt, unter Zuhilfenahme von Kalk und anderen Zusätzen. Dabei entstehen alle möglichen giftigen Gase, die aufgefangen, behandelt oder abgefackelt werden. Ich denke, dass die Zylinder diese Nachbehandlung bieten.

Ich habe nie in einem Stahlwerk gearbeitet, aber gegenüber von einem gewohnt. Meine Mutter reinigte einmal die Woche die Dachschrägen-Fenster

- mit der Glitzi-Scheuerseite. Drei Hochöfen, drei "Fackeln", die die Nacht erhellten.

Hm, das könnte sein.

Ich wohne in einer auch Stahlstadt, mit ursprünglich 6 Hochöfen aus dem Jahr

1939+einer Kokerei (2 von den ursprünglichen stehen noch, 2 viel größere sind später dazugekommen). Ansonsten weiß ich aber leider auch nur sehr wenig über die Stahlerzeugung. Ruß ist bei uns seit ca. den 1980er-Jahren *deutlich* weniger geworden. Vorher war der Schnee im Winter immer sofort grau.

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eventuell sind diese "Tanks" im Bild das äquivalente, wobei halt ein gemeinsamer Schornstein für alle 3 Behälter verwendet wird?

/ralph

Ralph Aichinger schrieb am 09.09.24 um 18:47:

Das müßten Winderhitzer sein, es gibt einen Wikipedia-Artikel dazu.

Wir sind mal auf eine DRF-Treffen über stillgelegte in Phoenix-West (Dortmund) gelaufen. Ist schon an die 20 Jahre her. Die Gitter auf dem Weg dorthin waren schon rostig, die Höhe immens, Abenteuer pur. Damals war das ganze Gelände noch abgesperrt und ein ortskundiger DRFler hat uns dorthin geführt.

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