Fragen zur Stahlerzeugung

Nov 02, 2004 2 Replies

Hallo NGs!



Ich hätte da ein paar Fragen zur Herstellung von Stahl. Soweit ich weiß, wird im Konverter Sauerstoff in das Roheisen geblasen. Der Sinn ist, den Kohlenstoff, der im Roheisen noch im großen Mengen vorhanden ist und das Material spröde macht, zu oxydieren. Das entstehende CO(2) entweicht im gasförmigen Zustand leicht aus der Schmelze - soweit richtig?



Nun ist es aber so, daß man bei (allen?) Stahlkonvertern auch Abgas-Fackeln findet. Google hat ausgespuckt, daß bei der Stahlproduktion die o.g. Gase CO und CO2, sowie SO2 entstehen. Jetzt frage ich mich, was genau dann da abgefackelt wird. Das CO, damit daraus CO2 entsteht? Oder kann man diese Reaktion nicht durch "normales Verbrennen" herbeiführen? Was könnte sonst dort abgefackelt werden?


Tschüs,



Sebastian



PS: XP dsc & dsim, f'up2 dsc


Hallo Sebastian,

Die Vermutung ist richtig: Bei hohen Temperaturen liegt das Boudouard-Gleichgewicht

C + CO2 --> 2 CO

auf der rechten Seite, d.h. das Abgas enthält im wesentlichen CO. Beim Hochofenprozeß entsteht so viel CO, daß dieses als Heizgas zum Vorwärmen der Luft verwendet werden kann. Bei der Stahlveredelung könnte ich mir vorstellen, daß man sich wegen der geringen Mengen darauf beschränkt, es abzufackeln.

MfG, Jürgen

Am 02.11.2004 23:35 schrieb Sebastian Suchanek:

Morgen!

ja.

Auch richtig.

Immer noch richtig. (Wobei SO2 eher ein Nebenprodukt ist. Ich habe jetzt den "üblichen" S-Gehalt von Roheisen nicht im Kopf, der ist aber in der Größenordnung von 1% IIRC. Und eine RE-Entschwefelung vor der Sauerstoffbehandlung gibt es auch noch.)

Nix weiter.

Solange der CO-Gehalt hoch genug ist (den genauen Wert kenne ich nicht, ist aber wohl so in der Größenordnung von 33% CO), wird das Konvertergas dem Kraftwerk, dem Hochofen oder einem anderen Wärmegroßverbraucher zugeführt.

Nur zu Beginn und Ende des Sauerstoffeinblasens ist der CO-Gehalt des Abgases für die Nachverwertung zu niedrig (Brennwert), aber viel zu hoch um es einfach in die Umwelt zu entlassen. Deshalb muß das CO nachoxidiert werden, das passiert an der Fackel.

HTH O.

Auf dsim umgebogen, weil die Stahlherstellung wohl eine der Kinderstuben der Ingenierwissenschaften ist und die Antwort wohl auch mehr ing als Chemie ist.

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