Argon anreichern

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Moin!
Ich brauch mal eine Wie-geht-das-Idee. Ich will für ein einmaliges bzw. höchstens selten wiederholtes Experimnent ganz schnell (das
sollte in höchstens einer Viertelstunde über die Bühne gehen) ca. 200-500 g Argongemisch mit mehr als 50 % Argonkonzentration aus atmosphärischer Luft extrahieren.
Also nochmal: Da ist Luft bei üblichen Umgebunsgbedingungen (irgendwas um die 300 K oder auch sommerlicher, ca. 1 bar). Die wird mit einem ordentlichen Gebläse über ein weites Rohr Luft von einer Probennahmestelle angesaugt. Aus dem Probenstrom will ich möglichst schnell eine große Menge Argon extrahieren. Es ist dabei nicht notwendig, dem Luftstrom das Argon vollständig zu entziehen (reicht völlig, wenn ich davon nur 10 % oder sowas erwische und der Rest in die Abluft übergeht, Hauptsache, ich kriege möglichst viel Argon in meinen Probennahmebehälter), und es ist auch nicht notwendig, daß das angereicherte Argon rein ist (darf also ruhig zur Hälfte aus anderen Gasen bestehen), es muß nur drastisch aufkonzentriert sein.
Also nehmen wir mal an, in dem aufgefangenen Gas wären dann im Endeffekt 200 g reines Argon enthalten. Das wäre die Menge aus ungefähr 20 m^3 Luft, und wenn der Abscheidegrad schlecht ist, vielleicht aus der zehnfachen Menge, also 200 m^3. Wenn ich das in einer Viertelstunde "durch" haben will, dann muß ich also einen Volumenstrom von ca. 200 l/s bewältigen.
Wie kriege ich da nun Argon rausgefiltert?
Die erste Idee "ins Grobe": Auskondensieren.
Siedepunkte Argon: 87,3 K Sauerstoff: 90,2 K Stickstoff: 77,36 K
Ar und O2 kriegt man durch Abkühlung also nicht vernünftig getrennt.
Damit würde es sich also anbieten, sich einen Verbrennungsmotor zu besorgen, der das Sauggebläse antreibt, und den Sauerstoff daruas zu entfernen, indem er den Luftstrom als Motoransaugluft verwendet. Der Abgasstrom ist danach relativ sauerstoffarm.
Den kann ich dann, u. a., um ihn vorzukühlen, durch eine alkalische Wasservorlage (z. B. Kalkmilch) leiten, wodurch CO2 abgetrennt wird. Schließlich brauche ich dann noch einen großen Topf LN2, der das kalte Ende eines Gegenstromwärmetauschers kühlt. Der Abgasstrom wird jetzt einmal vorwärts und wieder zurück durch den Wäremtauscher geleitet, wobei er sich auf dem Hinweg zunehmend abkühlt und dann an einer Stelle das Wasser auskondensiert - das wird von einer Pumpe abgesaugt und verworfen.
Im weiteren wird die vorgetrocknete Luft noch auf ca. 80 K heruntergekühlt und läßt unterwegs das restliche CO2 sublimieren, danach kondensiert das Argon aus. Das läßt man in eine vorgekühlte Druckflasche reinlaufen und dreht die dann halt zu, wenn genug Ar drin ist, also spätestens nach der o. a. Viertelstunde (schneller geht natürlich auch). Die so befüllte Argonflasche läuft dann mit mir schnellstens ins Labor zum geheimen Teil des Experiments.
Soweit das - geht das auch einfacher?
(Nein, einfach eine Flasche Argon zu bestellen, ist keine Alternative: Die Probe muß schon vom Probennahmeort stammen. Und es muß wirklich so verflucht schnell gehen - Viertelstunde ist Limit, hat seine Gründe. Und "nichts kosten" muß es natürlich auch.)
Wie macht man das? Klappt das wir skizziert, oder ist da ein Bug drin?
Was wäre die Alternative? Kann man Ar auch mit Molekularsieben oder sowas rausfischen?
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ralf . K u s m i e r z wrote:

Normalerweise gewinnt man Argon in Luftzerlegungsanlagen: http://www.messergroup.com/de/Produkte_und_Loesungen/Luftzerlegung/index.html
Da Luft nur 0,9 Prozent Argon enthält, kannste Dir ausrechnen, wieviel Luft Du für dein Vorhaben bewegen mußt. Ob das "mal eben" geht, wage ich zu bezweifeln.

Dazu nimmt man Detillationskolonnen.

An dem "geheim" scheitert natürlich jedes Bemühen, Dir einen sinnvollen Rat zukommen zu lassen.

http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/10/adsorption/anwendungen/anwendung_adsorption.vlu/Page/vsc/de/ch/10/adsorption/anwendungen/lufttrennung/lufttrennung.vscml.html     "Da Sauerstoff und Argon mit einer beinahe gleich großen      Affinität adsorbiert werden, kann der Sauerstoff nur mit einer     maximalen Reinheit von 95-96 % gewonnen werden."
http://www.springerlink.com/content/thv13512283n6354/?MUD=MP
Grüße, H.
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begin quoting, Heinz Schmitz schrieb:

Ist aber nicht "normal". Es geht auch nicht um ökonomische, sondern um ein funktionierendes Verfahren.

Hatte ich schon. Viel. Ca. 100 m^3. (Naja, soviel ist das nun auch nicht: Ein Raum voll.)

Das geht nicht anders. Ich brauche halt die ganze Flasche voll Argon (was hat man denn da? Das wird dann eine 10-l-Flasche mit 100 bar sein, wenn's wieder warm geworden ist, nehme ich an), und es muß blitzschnell gehen.

Das dauert wahrscheinlich zu lange, mal abgesehen davon, daß die Dinger groß und teuer sind.

Was mit der gewonnenen Probe danach angestellt wird, hat schlicht nichts damit zu tun, wie man die denn gewinnen kann. Die Aufgabe ist: "Nimm da vorne Argon aus der Luft raus, stopf es in die Flasche und bring die schnell her!" Das Argon muß dazu nicht komplett extrahiert zu werden, d. h. ein ziemlich mieser Abscheidewirkungsgrad täte es auch, und das Argon braucht auch nicht rein zu sein, heißt, da kann in der Flasche ruhig zur Hälfte noch anderes als Argon drin sein, nur sollte es halt ziemlich hoch konzentriert (Pi mal Daumen: wenigstens 50 %) sein.
Die wesentlichen Anforderungen sind 1. "Da vorne" und 2. "schnell".
Das bedeutet: Keine Ar-Flasche von Linde oder so, und auch nicht "laß mal laufen, morgen früh ist genug beisammen", sondern "jetzt und hier".

http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/10/adsorption/anwendungen/anwendung_adsorption.vlu/Page/vsc/de/ch/10/adsorption/anwendungen/lufttrennung/lufttrennung.vscml.html
Na, das sieht doch gar nicht so schlecht aus. Damit kann man sich offenbar diese ganze Tiefkalt-Geschichte sparen: Der Sauerstoff wird vorher chemisch gebunden (wie macht man das sinnvoll mit 100 m^3 Luft? Verbrennen geht (also z. B. Wasserstoff reinmischen und abbrennen), aber vielleicht geht's einfacher, ohne größeren Energieumsatz), und das verbleibende N2/Ar-Gemisch wird dann mit diesem Verfahren aufgetrennt. Ja, und wie hoch ist der Trennfaktor?
Also, mit Abbrennen stelle ich mir das dann ungefähr so vor: Ein paar Flaschen Wasserstoff besorgen, so eine Art überdimensionaler Schweißbrenner, und dann die Luft da durchpusten und danach das Flammgas kühlen (schade um die Energie...) und das kalte Gas evtl. noch trocken (oder die Wasserstoff-Luft-Flamme gleich in eine Wasservorlage leiten und die daraus entweichende feuchte Luft durch Trockenmittel/Absorber für CO2 (letzteres aber eher unwichtig, 0,1 % CO2 stört nicht) leiten, danach dann Argon mit dem Adsorptionsdingsda abtrennen und mit einem Kompressor auf die Flasche füllen - ab in den Lieferwagen und ein paar km weg ins Labor.
Ist halt die Frage: Paßt das ganze Equipment auf einen LKW? (Das Wasserbecken für die Kühlwasservorlage kann man ja vorher aufbauen.) Und dann noch die Frage, ob man die Gerätschaften wohl irgendwo gegen eine gewissen Leihgebühr schnorren kann - wird alles nur einmalig gebraucht (mit Pech gibt es die natürlich nur "am anderen Ende der Republik").
Wenn ich mal das ganze Wärmetauschergedöns weglasse: Wieviel LN2 brauche ich, um 1 m^3 Luft (bzw. dieses sauerstoffreie Flammgas) auf die Siedetemperatur von Ar runterzukühlen? (Im Zweifelsfall ist nämlich "ganz viel LN2" billiger als Apparate.)
Jetzt weiß ich immer noch nicht, ob ich nun auf die Kondensat- oder die Adsorberschiene gehe. Die Kühlgeschichte spart mir nämlich noch den Kompressor: einfach in die Druckflasche reinlaufen lassen, zudrehen, fertig. (Funktioniert "Reinlaufen lassen" und "Zudrehen" denn eigentlich mit Gasflaschen bei 80 K, oder mögen die das vielleicht gar nicht?)
So, dann muß ich mal mit Chefe über den erforderlichen Etat plauschen...
Gruß aus Bremen Ralf
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Besorg dir Magnesium in stöchiometrisch ausreichender Menge. Oxid und Nitrat trennen sich ganz alleine per Schwerkraft vom Edelgas - wenn es Dir gelingt, die Brennkammer geschlossen zu halten.
Wenn Du die Abgase efizient kühlst, brauchst Du nicht einmal eine Ansaugpumpe.
Da der überdimensionale Schweißbrenner für Dich kein Problem ist, bekommst Du die Mg-Fackeln auch in den Griff... ich stehe ja nicht daneben ;-/
--
Gruß, Raimund
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begin quoting, Raimund Nisius schrieb:

Hm...
Gar nicht so blöd, die Idee.
Für 1 m^3 Luft braucht man ungefähr 2,8 kg Magnesium (stimmt's?), also rund 1,6 l. Dann nehme ich also einen 150 kg schweren Block aus Magnesium (oder mehrere kleinere), stelle den in einen größeren (300 l?) feuerfest gemauerten Tiegel und betoniere das Ding in einen Hohlraum von ca. 1 m^3 Volumen ein. Innen an der Hohlraumwand SIND Kühlwasserschlangen (Cu oder sowas) flächendeckend angebracht. Dann wird ein Lichtbogen zum Mg gezündet, und danach brennt das Mg, wobei wegen der (Strahlungs-)Kühlung der Druck durch den Gasverbrauch in dem Hohlraum sinkt - über die Ansaugleitung läßt man dann - zur Leistungsregelung dosiert - ca. 50 m^3 Luft zuströmen und sperrt die Zufuhr ab, solange noch ein bißchen elementares MG vorhanden ist.
Das verbrennt dann auch noch, wobei sich das Gasvolumen reduziert. Währenddessen läßt man Wasser ansaugen, flutet also die Brennkammer. Die darin befindliche Gasblase besteht ziemlich vollständig aus reinem Argon. Mit einem Kompressor durch ein Trockenmittel absaugen und in eine Gasflasche einfüllen, fertig.
Ich weiß zwar jetzt gerade nicht, was Mg kostet, aber das sollte für ~10 kEUR realisierbar sein.
Der Ansatz gefällt mir jedenfalls.

Das kann man "in der Prärie", also weit genug entfernt von gefährdeten Objekten, aufbauen, dann besteht kein Risiko. Am besten schütte ich den Reaktor vor der der Zündung des Mg mit 20 t Sand zu, dann kann sowieso nichts passieren.
(Den Sand kriegt die Baufirma hinterher wieder, dann braucht man nur den LKW zu zahlen, sowie die Betonteile.)
Und demnächst rechne ich die notwendige Kühlleistung aus - mal schauen, wo der Feuerlöschteich ist, den mißbrauche ich dann einfach mal als Kühlwasservorrat. Ist das Wasser anschließend halt ein paar Grad wärmer, stört nicht weiter.
(Die Verbrennungsprodukte kann man nicht zufällig hinterher auch noch jemandem andrehen?)
Gruß aus Bremen Ralf
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Am 08.07.2012 18:18, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Wenn du statt Magnesium Lithium nimmst...
Würde auch den Zündfunke sparen.
Gruß Dieter
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Und Ammoniak.
http://de.wikipedia.org/wiki/Magnesiumnitrid
Ein wenig Schwefelsäure wird Abhilfe schaffen.
Oder nimm Salpetersäure. Dann wird Dein Experiment von allen relevanten Diensten beschützt, muß aber leider weit ab von KKWen statt finden...
--
Gruß, Raimund
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Am 10.07.2012 07:51, schrieb Raimund Nisius:

Uuiii, mal sehen, was er dazu sagt.
Das nenn ich Mut zur Lücke.
Carsten
--
http://www.toonpool.com/user/8878/files/camping_taliban_862165.jpg

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begin quoting, Raimund Nisius schrieb:

Ammoniak löst sich doch in Wasser, Argon nicht.

Warum ausgerechnet Salpetersäure? Die macht so häßliche Flecken und Löcher. Salzsäure ist sympathischer. (Und billiger.)
Wobei so ein paar Liter Salpetersäure nun auch niemanden wirklich interessieren.
(Ammoniak in die Borsäurevorräte einzuleiten findet bestimmt keiner so gut. Außerdem stinkt das.)
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Hi, ich staune...dachte, Du wärst irgendwie akademisch, dabei ist es Großchemie...

Erstmal einige Kilo Argon bestellen...

Erstmal reinigen, waschen, entfeuchten...

das bedeuted aber ne Menge Luft. Ne verflixte Menge Energie. Geh zu Linde und machs da.

Alleine die Technik wird Dich arm machen,. Dazu der Strom...und die Halle drumrum.

Frag Deinen Onkel Krösus...

Frag bei Linde, ob Du da einen Lehrfilm drehen darfst. Wimre verflüssigen die lieber, scheint effizienter zu sein, die Edelgase aus dem LOX und LN rauszufiltern. Umsonst geht das da auch nicht. Vielleicht gehts schneller, bestell LH und lasse den sieden, leite tiefkalte Restluft ein, kratze die Ar-Kristalle ab, fertig..., oder produziere soviel flüssige Luft, daß sich Entmischungen nutzen lassen...
--
mfg,
gUnther
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Am 08.07.2012 13:24, schrieb gUnther nanonüm:

Weiter unten schreibt Ralf, dass das Argon von einem bestimmten Ort stammen soll. Und er hat es eilig. Wenn man jetzt noch berücsichtigt, dass Ralf sich ausführlich mit Kernkraft und ihren Auswirkungen befasst, könnte man auf die Idee kommen, dass er sich mit radioaktiven Argon-Isotopen befassen möchte, z.B. ^Ar oder ^Ar.

Vielleicht aber auch erst komprimieren und dann über Trägergasfilter aus dem GC-Bereich entfeuchten und entsauerstoffen. Das wird aber nicht ganz billig. Die Idee mit dem Verbrennungsmotor ist ja auch schonmal nicht schlecht. Könnte man sauberer hinkriegen, indem man eine Wasserstoffflamme, ggf. auch katalytisch (Platinwolle o.Ä.) einsetzt und das Wasser mit mit aktiviertem Kieselgel entfernt (vielleicht eine Art MPLC-Säule damit packen). Danach vielleicht noch über Aktivkohle ziehen (Kohlenwasserstoffe) und dann erst auf den Trägergasfilter (damit der sich um den Restfeuchte und Restsauerstoff kümmern möge, hernach dann die Kryoklamotte aus dem OP).

Wenn Linde an seinem Probenort steht. Wenn ich das richtig verstanden habe, hilft es ihm auch nicht vor Ort eine Druckgasflasche zu füllen (Tauchkompressor) und dann in Ruhe das Argon zu extrahieren (wie auch immer). Gibt es eigentlich ein taugliches Lösungsmittel für Argon? Dann könnte man über Gas-Flüssig-Extraktion nachdenken (Argon auswaschen),

Naja.
Argon gefriert schon, wenn man Stickstoff unter vermindertem Druck sieden lässt. BTDT. Ist weit billiger als mit He.
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begin quoting, Patrick Kibies schrieb:

Manche sind halt cleverer als manche Labertaschen...
Wobei mir jetzt die Idee kommt, daß man ja vielleicht doch nicht die Strahlung mißt (was große Eile erfordert), sondern vielleicht besser nachträglich die Zerfallsprodukte massenspektrometrisch bestimmt, das hat deutlich mehr Zeit. Allerdings müßte man die vorher aus em Probengasstrom so zuverlässig rausfiltern, daß sie nicht einmal mehr in unwägbaren Spuren vorhanden sin, und das dürfte wiederum nicht mit vernünftigem Aufwand machbar sein.

Fürchte ich auch.

Klingt gut.

So isses.

An der Spurenmeßstation des BfS auf dem Schauinsland fischen sie schon die radioaktiven Edelgase aus der Luft (mit sehr beeindruckender Meßgenauigkeit im mBq/m^3-Bereich), aber die pumpen auch irre Luftmengen durch und haben sehr lange Meßzeiten. Außerdem sind die Gerätschaften unbezahlbar und nicht transportabel.

Genau.
Hm. Ich hatte erst gedacht "entsauerstofftes Gas durch den LN2-Tank leiten", dachte dann daß ich dann aber eben flüssigen Ar/N2-Gemisch hätte, womit nichts gewonnen wäre. Wenn das AR aber als Pulver im Tank rumliegt und dann durch dekantieren getrennt werden kann, wäre das natürlich eine Maßnahmen...
Der Haken ist halt "unter vermindertem Druck": Dafür braucht man eine ziemlich leistungsfähige Kryo-Vakuumpumpe - die muß schließlich in der Größenordnung m^3/s wegschaffen. Gibt es sowas überhaupt?
Gruß aus Bremen Ralf
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Am 08.07.2012 14:50, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Ich denke, das ginge. Gern auch mit GC-Kopplung und hochauflösender MS. Die Frage ist natürlich noch, wie man das Gas ionisiert. Ich denke, wenn man es /statt/ des Ioniesierungsgases in eine CI-Quelle leitet, könnte das klappen.

Ich würde da evtl. doch auf spezielle GC-Säulen bauen. Vielleicht gibt es da was. Ich habe aber ehrlich gesagt keine Ahnung. Gaszentrifugen funktionieren bestimmt auch. Damit kannst Du gleich nach Isotopen trennen ;-).

Hmmm. Im Kleinen haben wir das einfach mit einem evakuierten Eimer (bildlich gesprochen, war wohl ein Rundkolben um 10 l Volumen) gemacht, der dann entsprechend alternierend evakuiert und auf den Stickstoff geschaltet wurde. Ansonsten könnte man das Gas natürlich vorwärmen, dann muss die Pumpe nicht tieftemperaturfähig sein. Vielleicht funktioniert ja schon ein besserer Staubsauger?
Mir kommt da gerade noch eine Idee: Möchstest Du spezifisch auf die Argon-Isotopen? Sprich dürfen andere Radioaktive Gase mitgemessen werden? (Radon z.B.)? Vielleicht könnte man nämlich die Luft in eine entsprechende Szintillationslösung einbringen und direkt messen... Soweit ich das sehe sind die meisten Argon-Isotopen beta- oder Positronenstrahler, das müsste ja funktionieren.
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begin quoting, Patrick Kibies schrieb:

Dann wird es zu teuer.

Und anschließend verkaufe ich sie mit Gewinn an $Schurkenstaat weiter...
Alles zu langsam. Ich will den Kram in einer Viertelstunde prozessiert haben.

Dir ist schon klar, daß mit der Temperatur das Volumen gewaltig zunimmt, zusätzlich zur Druckabsenkung, die das Volumen auch mächtig aufbläst? Wenn ich 500 m^3/h bei Normaldruck durchziehe (150 l/s), dann ist das bei 0,1 bar schon mehr als ein m^3/s - soll ich mir dafür ein Flugzeugtriebwerk ausleihen?
(Welchen Druck braucht man denn? Vielleicht tut's der Staubsauger wirklich...)

Ich hatte eigentlich im Hinterkopf, die Nuklide anhand der Zerfallskonstanten zu identifizieren: Zuerst klingen die kurzlebigeren ab - eine Gerade in der logarithmischen Aktivitätsdarstellung - und sobald deren Aktivität unter die des nächst-langlebigeren gefallen ist, knickt die Gerade dann ab und geht in eine flachere über, usw. Fremdnuklide stören dabei eigentlich nicht, weil die sich in den Zerfallskonstanten deutlich unterscheiden.
Das Grundproblem ist halt, daß die zu erwartende Ar-Aktivität ziemlich gering ist, man aber viel zu lange Meßzeiten braucht, um die Nuklide gammaspektroskopisch zu identifizieren. Daher hilft nur Probe ziehen, extrem fix von der Anlage wegschaffen (die erzeugt nämlich heftige Strörstrahlung) und in den tiefen Keller bringen, wo die böse natürliche Umweltstrahlung gut genug abgeschirmt ist, und dann einfach Counts zählen, solange da noch was tickt - der Zauber ist nämlich sehr schnell vorbei.
Sicher könnte man auch einen Szintillationsdetektor verwenden, aber die "Massegase" (N2, O2) müssen halt raus, weil sie die Probe einfach zu sehr verdünnen. Ich will reines Argon (bzw. 50 % oder sowas) und das dann ordentlich zusammenquetschen (100 bar?), dann habe ich hoffentlich genügend Aktivität dicht genug beieinander, daß man die Gammaaktivität auch registrieren kann. Rauchen und sowas streng verboten - ich will doch nicht 210Pb etc. messen, sondern Ar. (Im Gegensatz zu Rn ist das extrahierte Ar natürlich fast vollständig nicht-radioaktiv - die radioaktiven Nuklide sind darin auch nur in unwägbaren Spuren enthalten, aber dürften immerhin zusammen mit dem nicht-radioaktiven Ar als Ballastgas aufkonzentriert werden. Die Tochterprodukte sind übrigens stabil, wenn ich nichts übersehen habe, und ganz gewöhnliche Wald- und Wiesenelemente - die kann man nicht analysieren, weil damit sowieso alles verseucht ist. Finde doch mal in einem Gas K in e-12-Konzentrationen - geht nicht, das ist ohnehin überall, eine ähnliche Pest wie Na.)
Der Ärger ist halt, daß ich nicht weiß, was und wieviel man findet - wüßte ich's, brauchte ich nicht zu messen. (Ich habe die Theoretiker gefragt und gesagt, daß da doch was sein müßte. Deren Antwort: Messen! Ja, aber wie...)
Gruß aus Bremen Ralf
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Ralf . K u s m i e r z wrote on Sun, 12-07-08 14:50:

Ich geb' ja zu, auf dem Gebiet nie praktisch gearbeitet zu haben, aber winzigste Spuren von Kalzium, die sich in einem großen Gefäß irgendwo ablagern, aufzuspüren, scheint mir kaum möglich -- quantitativ schon gar nicht. Welche Konzentration erwartest Du denn? Einfach die Rohluft durch ein Massenspektrometer und Du kannst die gesuchten Isotope einzeln zählen -- genau so arbeitet letztlich ja die AMS-Datierung mit Konzentrationen von 10^-12 bis weniger als 10^-22
Im übrigen wird Radioargon in der Regel sehr hoch emittiert, erwartest Du wirklich die Ankunft in Bodenhöhe in hinreichend kurzer Zeit?
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begin quoting, Axel Berger schrieb:

Und erst recht nicht, wenn das Zeug sowieso schon massenhaft vorhanden ist.

Wüßte ich auch gerne.

Du glaubst doch nicht etwa, daß ich nach Produkten aus der kosmischen Strahlung suche? Halte mal ein Fläschchen Argon in einen Reaktor und beobachte, was passiert... (Ich würde dem danach besser zwei Tage nach der Entnahme fernbleiben - danach ist es harmlos.)
(Und nein, um die Kaminabluft geht's nicht.)
Gruß aus Bremen Ralf
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Hi,

Die erforderliche Luftmenge könnte man ja fast mit einem oder mehreren Tanklastzügen wegfahren (ca. 40m³) und dann in Deinem Labor erst trennen?
Geht vermutlich nicht, oder? Du musst es schon am Probeentnahmeort abtrennen?
Die Anlage zum schnellen Trennen brauchste so oder so und gibts vermutlich nicht fertig stationär irgendwo rumstehen, zum anmieten?
--
Michael



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begin quoting, Michael S schrieb:

Nein, das geht nicht.

Es dürfte deutlich länger dauern, die Luft erst auf Tankwagen zu füllen, zum Labor zu fahren und dort zu trennen, als an Ort und Stelle zu trennen und nur die Gasflasche mit dem komprimierten Argon ins Labor zu schaffen.

Genau.
Natürlich nicht. Schon gar nicht in fünf Minuten Fahrzeitentfernung.
Im Prinzip - so stelle ich mir das vor - steckt in der Stahlflasche schon eine Halbleiter-Gammasonde (Schreck laß nach, fällt mir jetzt erst auf: Wo kriege ich denn Druckflaschen aus nicht-radioaktivem Stahl her?), und die liegt während der Befüllung im Kofferraum des PKW, der sozusagen "mit laufendem Motor" wartet. Ist die Flasche voll, wird sie zugedreht und der Füllschlauch abgerupft, und dann macht der Wagen den Knallstart und rast los zum Labor, dort wird die Flasche in den abgeschirmten Schacht, der in den tiefen Keller führt, reingeschmissen, und an den aufgezeichneten Counts sieht man dann, daß ab dem Moment die externe Dosisleitung deutlich zurückgeht, d. h. ab da wird dann nur noch Strahlung aus dem Zerfall der Radionuklide in der Probe registriert.
Und für Tanklastwagen wüßte ich keinen solchen "handlichen Atombunker".
...
Stahlflasche brauche ich gar nicht: Das bißchen Argon kann man nach der Abtrennung ausfrieren und dann gekühlt transportieren und lagern - dafür reicht eine simple Glasflasche, und die Druckflasche ist überflüssig. Wenn die LN2-"Staubsaugermethode" nicht funktioniert, nehme ich notfalls einen Dewar mit He. So teuer ist das nun auch wieder nicht. (Ich brauche nicht die gesamte Luftmenge zu kühlen, sondern nur das bereits abgetrennte Ar. Das wird dann einfach mit LN2 zum Kondensieren gebracht, und das Kondensat dann in den Dewar mit dem He geschüttet bzw. die Flasche, die sich darin befindet. Mit Peltierelementen kühl halten geht wohl nicht?)
Gruß aus Bremen Ralf
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Hi, also die komprimierte Luft durch glühendes Eisen treiben...dann durch kochendes Kalziumkarbid...dann verflüssigen, fettich.

England, Stahl aus WWI-Schlachtschiffen...

je Element 15°, das ergibt ne lange Kaskade. LN dürfte weniger Platz brauchen.
--
mfg,
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Am 09.07.2012 10:31, schrieb gUnther nanonüm:

Alumiumflaschen
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