Schweißtechnik: Einfluss der Elektrodenpolung auf die Naht

An die Schweißtechnik-Experten im Forum:
Mich beschäftigt gerade der Einfluss der Polung der Elektrode auf
Einbrandtiefe und Breite der Schweißnaht.
Verwirrend ist für mich nun, dass ich gehört habe, dass bei
E-Hand-Schweißen bei plusgepolter Elektrode die Abschmelzleistung
größer und der Einbrand kleiner sei (Pluspol ist heißer) und bei
minusgepolter Elektrode genau umgekehrt (Minuspol ist kälter).
Von jemand anders habe ich aber gehört, dass beim UP-Schweißen bei
plusgepolter Elektrode der Einbrand größer sei, da die übergehenden
Tropfen äußerst heiß seien, wohingegen bei minusgepolter Elektrode die
Abschmelzleistung größer sei, da der Lichtbogen den Draht besser
"umbrennt" und der Einbrand geringer.
Das ist ja praktisch genau umgekehrt zur Aussage zum
Elektrodenschweißen ?!
Was stimmt jetzt? Oder ist beides richtig und der Einfluss der
Elektrodenpolung ist verfahrensabhängig? Wie sieht es bei MIG/MAG und
WIG aus?
Danke !!!
Gruß,
Matthias
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Matthias Baur
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Das ist auch mein Wissensstand. Die wesentliche Erklärung für die verschiedenen Temperaturen ist die Austrittsarbeit der Elektronen am Minuspol, die zu einer Temperaturerniedrigung führt.
Mit UP kenne ich mich relativ wenig aus. Im Dilthey steht auch nichts tiefergehendes zum Thema. Insgesamt sollte man aber bedenken, daß beim UP-Schweißen durch den verdeckt brennenden Lichtbogen und die wesentlich höheren Streckenenergien die Temperaturfelder anders als beim E-Schweißen sind.
Michael Dahms
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Michael Dahms

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