XY-Tisch gesucht

Jan 12, 2007 12 Replies

Hallo, für ein Projekt muss ich eine größere Platte um jeweils ca. 100cm in der horizontalen Ebene (x- und y-Richtung) verschieben. Ich habe bisher überhaupt keine Erfahrung mit xy-Tischen sammeln können und könnte mir auch schon vorstellen, dass der Bereich von 100cm relativ schwierig abzudecken sein wird. Die Anforderungen an die Positioniergenauigkeit sind nicht sonderlich hoch. Ich denke wenn man auf ca. 0,1mm genau positionieren kann, reicht das völlig aus. Desweiteren muss der Tisch noch irgendwie programmierbar bzw. ansteuerbar sein. So dass man sagen kann: fahre zum Zeitpunkt t zur Position xy. Preislich sollte das ganze nicht unbedingt viel teurer als 5000 Euro werden...



Kann mir jemand da weiterhelfen wo ich meine Recherche starten sollte? Schönen Gruß, Walter


Am Fri, 12 Jan 2007 13:45:10 +0100 schrieb Walter Müller:

Wenn du nicht unbedingt selber bauen willst: Isel:

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Hallo, erstmal vielen Dank für die Antwort. Vielleicht muss ich nochmal etwas genauer beschreiben für was für eine Aufgabe der Tisch sein soll. Mittels eines Lasers soll eine Platte bearbeitet werden. Der Laser kann nur ein kleines Feld bearbeiten, daher muss die Platte nachdem die erste Fläche bearbeitet wurde verschoben werden. Die Systeme die ich bei iselautomation gesehen habe, funktionierten eher andersrum. Dort würde praktisch der Laser in den xy-Koordinaten verschoben werden und die Platte müsste still liegen. Das geht aber vom Aufbau der Anlage nicht... Kennt jemand noch andere Hersteller von Positioniertischen? Gruß, Walter

Peter Niessen schrieb:

Am Fri, 12 Jan 2007 14:30:37 +0100 schrieb Walter Müller:

Die bauen auch Kreuztische. Das ist ein simples Baukastensystem: Zwei Lineareinheiten zusammenschrauben Platte drauf, Steuerung dran und fertig. Ansonsten kann dir meine Firma auch ein Angebot schicken. Solche Positioniereinheiten bauen wir oft. Aber mit 5000 Euronen musst du schon rechnen. Darunter geht kaum was ausser undefinierbarem Schrott.

Am Fri, 12 Jan 2007 14:30:37 +0100 schrieb Walter Müller:

Nachtrag: Nach Konsultation mit meinem Chef baue ich dir das Ding so wie du es willst. Auch mit dem Preis wirst du zufrieden sein. Schicke mir eine Zeichnung oder zumindest die verlangte Spezifikation und du bekommst ein Angebot.

Hallo Peter, vielen Dank erstmal für Deine Bemühungen. Ich muss das hier alles nochmal genauer klären. Projektgelder sind zwar an sich vorhanden, nur brauchen wir ja den Tisch garnicht so oft. Ist die Frage, ob sich die Investition dann lohnt. Ich wollte auch nochmal gucken, ob es irgendwo die Möglichkeit gibt sowas zu mieten. Allerdings habe ich noch nie etwas von einem Werkzeugmaschinen-Verleiher gehört. Du? Gruß, Walter

Peter Niessen schrieb:

Am Mon, 15 Jan 2007 15:23:23 +0100 schrieb Walter Müller:

Verleiher gibt es genug. Aber die haben nicht, mal eben, so einen Kreuztisch einzeln. Den müsste man dann schon aus einer Maschine ausbauen.

Peter Niessen schrieb:

Könntest Du mir mal ein paar Namen von Verleihern von Werkzeugmaschinen nennen? Würde mich generell mal interessieren, wie da so die Konditionen sind. Gruß, Walter

Moin,

Peter Niessen schrub:

Interessant, da hätte ich vielleicht einen Kunden mit folgendem Problem: x/y-Achse jeweils 30cm Weg, Geschwindigkeit bis 20mm/s. z-Achse ~2cm Weg und darf langsam sein. x-Achse liege horizontal, y-Achse stehe senkrecht darauf. Genauigkeitsanforderung: 1um (mehr ist schöner, weniger tut's IMO auch, kommt auf den Preis an). Belastbarkeit vielleicht so bis rund 2kg Nutzlast, keine Werkzeugkräfte.

Problem: Der Tisch könnte u.U. elektrisch aufgeladen werden, bis zu

20kV wenn was schief läuft. Ansonsten nur die üblichen elektrischen Einstreuungen von 20kV in der Nähe bei 0...20kHz.

Speziell zum letzteren Problem mal in die Runde gefragt: Kann man das mit einem Optokoppler absichern (Signalleitungen zum/vom Motor) oder muss man da sozusagen mechanisch isolieren (lange Antriebswelle aus Nichtleiter um den Motor so weit wie geht von der Hochspannung wegzubekommen)?

CU Rollo

Am Fri, 19 Jan 2007 14:27:48 +0100 schrieb Roland Damm:

Hüstel! Sonst geht's noch ganz gut? Ok ernsthafter:

1µm bedeutet: Alle Bauteile die die Präzision bestimmen müssen um den Faktor 10 genauer sein. Was da mechanisch nicht mehr geht muss eine aufwändige Steuerung mit aufwändigem Messsystem korrigieren. Eine präzise temperierte Umhausung (+-0.5K) ist ebenfalls ein Muss. Eventuell brauchen die Motoren auch noch eine Temperierung und Ölkühlung für die Schmierung. Und so fort. Verschärfend kommt hinzu: Drei mechanisch gekoppelte Achsen sic! Da geht die Präzision sofort in den Keller. Mal als preisliche Hausnummer: Eine 3-Achsen-Fräse nach DIN (Werkzeugmacherqualität) bringt eine reproduzierbare Genauigkeit von 1/100mm (+-5µm) und kostet in dieser Grösse ca. 100.000¤. (Werkzeugspindel macht ca. 15-30.000¤)
1µm und 2kg das gibt schon ganz nette Torsionseffekte. Also alles sehr stabil bauen. Am besten aus Granit (kein Scherz).

Endlich mal was unproblematisches :-) EMV-Schutz ist das kleinste Problem.

Also bis auf die Stromversorgung als solche kann man (und macht man auch) alles optisch lösen. Das kommt sogar billiger als sich in rauen Produktionsumgebungen EMV Probleme einzuhandeln.

Zum Schluss: Das kann ich selber nicht mehr bauen. Aber ich kann, da es eine Sonderanfertigung ist, so ein Projekt koordinieren und schlüsselfertig liefern. Aber billig wird es nicht! Sinnvoll wäre es zusammen zu prüfen wie so ein Projekt zu realisieren ist.

Moin,

Peter Niessen schrub:

Aha, da hängt der Hammer. Hatte mich schon gewundert, warum man Angebote für 5µm quasi wie Sand am Meer findet, bei um die 1µm wird's dann eng und darunter gibt es fast nichts mehr, was mehr als ein paar Milimeter Bewegungsweg macht.

Ich werd' eventuell Montag mal mit der Projekt-verantwortlichen Person reden, ob da wirklich 1µm gebraucht werden. Mir wurde das so erzählt, aber ich habe auch meine Zweifel, ob die das wirklich brauchen. Eventuell reicht es auch, wenn man z.B. mit 10µm/s fahren kann (nicht in Schritten sondern kontinuierlich) aber nur auf 10µm genau positionieren kann. Vielleicht reicht sogar noch etwas anderes vereinfachendes aus: Man will einen Punkt wiederholt auf 10µm genau anfahren können, aber wenn man eine Strecke von z.B. 10mm abfährt, muss diese Strecke nur auf 1% genau 10mm lang sein. [Ich stelle fest, dass man Angaben über die Genauigkeit je nach Anwendung beliebig verkomplizieren kann...]

Aha, das klingt gut.

Na ja, vielleicht werden die Genauigkeitsanforderungen ja noch drastisch fallen. Ich nehme an, z.B. 10µm Genauigkeit ist drastisch einfacher (und preiswerter) realisierbar.

CU Rollo

Am Sat, 20 Jan 2007 00:24:52 +0100 schrieb Roland Damm:

Es gibt schon Firmen die in der Dimension

Peter Niessen schrieb:

In der optischen Industrie werden Maschinen verwendet, die deutlich unterhalb der Lichtwellenlänge arbeiten. Damit werden Linsen per Diamant direkt aus dem Vollen geholt. Luftlager, wuchtige Granitgestelle und permanente interferometrische Vermessung ist da genauso selbstverständlich wie der "etwas höhere Preis".

Servus Christoph Müller

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