Ausland: Erdleiter vom EVU abgeschnitten.

In den Philippinen habe ich es erlebt, daß jemand vom EVU den vorhandenen Erder abgeschnitten hat. Er empfahl, stattdessen die Schutzerde des Hauses
mit dem Neutralleiter des Netzes zu verbinden.
Gibt es Situationen, in denen das sinnvoll ist?
Gruß
Joachim
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begin quoting, Joachim Boensch schrieb:

Stattdessen? Der PE sollte an möglichst vielen Stellen geerdet sein und alle leitenden Bauteile mit Erdpotential möglichst gut miteinander verbunden.

Im Niederspannungsnetz? Das sollte immer einen niederohmig geerdeten Trafo-Sternpunkt haben, da ist das übler Blödsinn, IMHO. Da auch auf den Philippinen die Elektro-Leute nicht auf den Bäumen wachsen, würde es sich eigentlich empfehlen, den Vorgang und die Frage mal einer einheimischen Elöektrotechnik-Fakultät vorzulegen (wobei ich nicht beurteilen kann, ob sowas dort als sozial adäquat angesehen wird).
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Joachim Boensch schrieb:

Mir fällt folgendes Szenario ein:
Vorhanden war am Haus offensichtlich eine Erdungsanlage für ein TT-Netz (keine PE-N-Verbindung). Das will das EVU offensichtlich nicht mehr, stattdessen TN.
Natürlich könnte man bei einem TN-Netz auch den Hauserder weiterhin am PEN anschließen. Vermutlich vertraut das dortige EVU aber den eigenen Installationen nicht allzuweit. Wenn der Hauserder nun "zu gut" ist, wird er nicht nur die Fehlerströme aus der eigenen Installation, sondern auch die aus dem Straßenverteiler ableiten -- und dafür ist evtl. der zum Haus verbaute PEN-Leiter nicht dick genug. Weitere Fehler wären die Folge.
Mit freundlichem Gruß
Jan
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Mein Fehler. Ich habe mich nicht richtig ausgedrückt. Eine Verbindung PE-N hat bestanden.
Ein allpoliger Hauptschalter ist vorhanden und hat Sicherungen im N- und Phase-Pfad.
Auch ein allpoliger Schalter für große Verbraucher (Klimaanlage) wird verlangt. Dann habe ich die mir merkwürdig vorkommende Situation, daß ich N wie verlangt abschalte, aber das N-Potential über den ebenfalls vorgesehenen Anschluß für Schutzerde doch wieder anlege. Oder ich lege eine Brücke N-PE hinter den allpoligen Schalter. Das ist aber überhaupt nicht komisch, wenn es eine Unterbrechung von N gibt.
Gruß
Joachim
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begin quoting, Joachim Boensch schrieb:

(PE)N ist ein aktiver Leiter, PE nicht.

Wenn der N-Leiter zu schwachbrüstig ist, um alle denkbaren Betriebsströme, auch im Fehlerfall (Schieflast, Kurzschluß) auszuhalten, muß man ihn absichern. Wenn er trafoseitig nicht an einer starren Sternpunkterdeung hängt, auch.
Sorry, ich bin von nullungsfähigen Netzen ausgegangen. Wenn nicht gegeben -> RCD.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Und dann vertraut man auf Gedeih und Verderb der Qualität und dem Vorhandensein des PEN des Netzbetreibers???
NIEMALS.
Ich sehe zwei Varianten: 1. Eigener Erder mit PEN des Netzes verbunden, also TN-System. Vorteil: Der eigene Erder wird durch den PEN gestützt, der PEN wird durch den eigenen Erder gestützt. Gemeinsam ist man stark und kann so selbst eine Unterbrechung des PEN vielleicht kompensieren. Nachteil: Wenn man der einzige "Starke" ist, dann fließt ein gehöriger Ausgleichstrom durch den eigenen Erder.
2. Eigenen Erder nur für den eigenen Schutzleiter benutzen, den sonst nirgends anschließen. Vom kommenden PEN wird nur die N Funktion genutzt, bzw. ist es dann auch nur ein N. Das wäre das TT-System. Vorteil: Da, wo mit Leitungsunterbrechungen zu rechnen ist und keine "starke Gemeinschaft" nachbarschaftlicher und über den Netz-PEN verbundener Erder vorhanden ist, fährt man so sicherer. Zum Beispiel in ländlichen Regionen mit Freileitungen.

Ich halte das o.g. Vorgehen für fahrlässig bis kriminell. Eine PEN Störung (überlastet, unterbrochen, höherohmig) führt zwangsläufig zu Spannungen auf ihm, die schnell das erträgliche Maß überschreiten. Bei fehlender Verbindung Hauserder-PEN hast Du dann überall im Haus gefährliche Berührungsspannungen.
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Dann werde ich bei meinem nächsten Aufenthalt einen neuen Erder setzen und die Variante 2. realisieren. Mal sehen, ob und welche Spannung dann zwischen Erde und N auftritt.
Dann werde ich wohl auch zusätzlich FI-Schutzschalter installieren. Das habe ich bisher wegen der häufig hohen Feuchtigkeit und wahrscheinlichen Fehlerströme nicht gemacht.

Nicht daß mich das überraschen könnte. Was ich da schon selbst bei Handwerkern erlebt habe, ist haarsträubend. Der Monteur für das Klimagerät wollte den Stromkreis unbedingt direkt an die Haussicherung schalten. Ich mußte ihm freundlich aber ziemlich energisch sagen, daß ich da noch eine Einzelsicherung für den Stromkreis dazwischensetze.
Dank und Gruß
Joachim
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Du realisierst damit das, was man TT System nennt.

Den musst Du dann sogar setzen, denn ein eigener kleiner Erder wird niemals so gut sein, dass die notwendige niedrige Schleifenimpedanz erreicht wird, damit bei einem satten Masseschluss die vorgeschaltete Sicherung früh und sicher genug auslöst.
Selbst für einen simplen 16A Automaten mit "B" Charakter müssen 80A fließen, die dafür nötigen 2,9 Ohm (230V Spannung vorausgesetzt) Schleifenwiderstand sind kaum zu erzielen. Ich würde bei der Problematik häufiger Auslösungen einfach mehrere setzen, wäre hier in D sowieso Pflicht.
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Danke, das verstehe ich jetzt.

In den Philippinen löst man das Problem normalerweise einfach durch eine höhere Geburtenrate. Ich ziehe eine technische Lösung vor.
Gruß
Joachim
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AUTSCH. Ja, auch eine Möglichkeit...
Klaro: Wir sind hier ganz schön sicherheitsbewusst. Man beachte die Anzahl von Haushalten ohne FI, ohne Schutzleiter (gibt es noch zu Hauf) oder mit "klassischer Nullung". Für mich ein absolutes Unding, und trotzdem: Es passiert erstaunlich wenig, auf die 90 Millionen Einwohner bezogen sind eine Handvoll Stromtote "eigentlich" nicht relevant - so lange es niemanden aus dem eigenem Bekanntenkreis trifft.
Ich habe meine Kindheit auch ohne Fahrradhelm und Kindersitz überlebt.
Jeder muss sich fragen: Wieviel ist es mir wert (denn es geht am Ende IMMER nur ums Geld), das Risiko eines recht unwahrscheinlichen, aber dann tragischen Unglücks zu beseitigen oder zu minimieren? Wo setze ich die Grenze? Machbar ist viel. 10mA FIs für Steckdosen? Kein Problem. Trenntrafos mit Isolationsüberwachung? Klar, ist noch sicherer. Alles auf Kleinspannung umrüsten? Kann man auch machen.
Ich denke, dass wir mit 30mA FI-Schaltern für alles momentan einen guten Kompromiss zwischen Ausfallsicherheit, Investitionskosten und Schutz erreicht haben. Aber der 10mA FI im Bad wird vermutlich innerhalb der nächsten 10 Jahre kommen, wage ich mal als Prognose.
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Was m.E. vor allem daran liegt, das schon Klein(st)kinder eingebleut bekommen, was sie mit Strom (Leitungen & Geräten) nicht machen dürfen. Dabei kommen manchmal Stilblüten heraus, wo ich mich wundere, das solche Leute (vorwiegend Frauen) überhaupt noch ein Gerät mit Stromkabel anfassen mögen.
--
Gruß aus Henstedt-Ulzburg, Deutschlands größtem Dorf (Schleswig-
Holstein, Kreis Segeberg). Urlaubsbilder: http://www.thomas-heier.de
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Thomas Heier schrieb:

Konsequent ignoriert wird hingegen der Hinweis, das Netzkabel niemals um das Gerät zu wickeln, weil es dadurch zu stark geknickt wird. Ein Rasiererkabel, zwei Mixerkabel und zwei Bügeleisenkabel hat das Drumwickeln hier im Haushalt schon zerlegt, jeweils sehr schön mit Abisolierung bis zum blanken Metall und einmal sogar mit Kurzschluss und Kabelbrand. Alles völlig egal, es wird weiter gewickelt.
Merke: Knickschutztüllen nützen nichts, wenn sie so starr sind, dass das Kabel hinter ihnen wieder abgeknickt werden kann.
Mit freundlichem Gruß
Jan
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Halli-Hallo!
Thomas Heier schrieb:

Ex meines Bruders vor vielen Jahren, am Telefon: 'Wie kriegt man das Kabel von der Heizdecke ab?' 'Häh?' 'Das Kabel mit dem Stecker und dem Schalter!' 'Wieso soll das ab?' 'Mann, Stromkabel dürfen doch nicht in die Waschmaschine!' 'Lass das, wir machen das am Wochenende. Hast du noch Teppichschaum?'
Ciao/HaJo
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On 7 Sep., 21:58, HaJo Hachtkemper <august_zweitausendz...@newsgroups. 02368.net> wrote:

Nun, ich habe schon eine Heizdecke mit abnehmbarem Kabel und der ausdrcklichen Empfehlung, sie in die Waschmaschine zu stecken, gesehen. Gruss Harald
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