Batterien und DigiCam

Hallo,
ich wollte mal fragen: Orientiert sich die Qualität von Batterien eigentlich
nur an der Angabe in mAh? Ich habe für eine DigiCam jetzt recht gute Akkus
gekauft, die liefern 1.2V (wie üblich) und 1700mAh. Das ist also mehr als
das dreifache der normalen 500mAh einer Batterie. Jetzt hatte ich neulich im
Urlaub aber auch Batterien mit 500mAh und die gab es im 20er-Pack
saugünstig, und das Haltbarkeitsdatum war nicht abgelaufen. Mit zwei
Batterien konnte man ungelogen genau zwei Fotos schießen, dann waren sie
leer. Aber sie sollten doch auch 500mAh liefern! Da blicke ich nicht ganz
durch...
Danke,
Nico
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Nicolas Brentz
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Nicolas Brentz spoke thusly:
Nicht nur. Je nach Anforderunsgprofil kann es da noch eine Menge Kriterien mehr geben.
Da kommen gleich mehrere Faktoren zusammen.
1. Haben Akkus wie Batterien die Eigenschaft, daß sie Nennkapazität nur liefern (können), wenn man sie sehr sacht entlädt. Entlädt man sie dagegen mit hohen Strömen, können sie bisweilen nur noch deutlich weniger liefern. Und Digitalkameras ziehen (insb. mit eingeschaltetem Display und häufigem Blitzeinsatz) sehr viel Strom.
2. Haben Batterien i.d.R. einen deutlich größeren Innenwiderstand als (NiCd-)Akkus. Das bedeutet zweierlei: a) Der maximal mögliche Strom (sprich Kurzschlußstrom) ist kleiner. b) Werden hohe Ströme verlangt, fällt am Innenwiderstand eine größere Spannung ab (Ohm'sches Gesetz, U = R*I), d.h., die für dem Verbraucher zur Verfügung stehende Spannung ist kleiner. Das je nach Design des Gerätes dann schon nicht mehr ausreichen.
3. Da Du "saugünstig" sagst, gehe ich davon aus, daß die Batterien ohnehin von minderer Qualität waren und somit die beiden oberen Effekte wohl noch stärker als bei Marken- Batterien ausgeprägt waren.
HTH,
Sebastian
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Sebastian Suchanek
Hallo Nico,
Normale Batterien scheinen nicht das gelbe vom Ei fuer solche Kameras zu sein. Meine Nikon Coolpix 2100 schafft gerade mal 20 Aufnahmen mit zwei AA Zellen von namhaften Herstellern wie Varta oder Duracell. Wenn ich die Zellen sofort nach der letzten Aufnahme herausnehme, sind sie warm.
Dies waren Alkalines. Wenn Deine Zink-Kohle Zellen waren, sind die wohl noch schneller leer.
Ob meine Kamera mit 1.2V NiMH geht, weiss ich noch nicht, werde es aber probieren.
Gruesse, Joerg
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Joerg
Nö, vor allem auch noch am Verhalten bei Belastung (also wenn richtig viel Strom auf einmal gezogen wird).
"Einer Batterie"? Sprichst Du von Wegwerfbatterien? Steht auf denen eine Nennladung drauf? Hab ich noch nie gesehen.
Wenn ich meine Coolpix mit billigen (Zink-Kohle-)Batterien füttere, ist das Ergebnis mit deinem vollkommen vergleichbar. Das liegt daran, daß die Batterien die Belastung nicht mitmachen, ihr Innenwiderstand ist zu hoch. Obwohl sie noch Ladung haben, bricht die Spannung so weit zusammen, daß es der Kamera nicht mehr reicht.
Abhilfe: Alkali-Mangan-Zellen verwenden. Sind ein bißchen teurer, aber für kräftige Belastung gebaut.
Solltest Du aber nicht von Einwegzellen, sondern von Akkus sprechen, so bleibt nur die Erklärung, daß sie fast leer waren (frisch gekaufte Akkus sind niemals voll - die Selbstentladung ist hoch, und in drei Tagen bekommst Du sie nicht vom Werk bis in die Kamera des Kunden). In die Knie gehen sollte ein NiCd- oder NiMH-Akku nicht.
vG
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Volker Gringmuth
Gute Batterien haben deutlich mehr als 500mAh.
Das alte Spiel. Batterien habe zwischen 0,9 und 1,6 Volt, darauf steht 1,5. NiCd-Akkus haben 1,0 bis 1,4 Volt, darauf steht 1,2.
Akkus können wesentlich mehr Strom liefern. DigiCams brauchen viel Strom. Batterien können diesen Strom nicht, oder nur kurzzeitig liefern. Nur spezielle Photobatterien bringen das.
Marcel
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Marcel Müller
Hallo Volker,
Frage: Geht Deine Coolpix mit zwei NiMH Akkus a 1.2V anstatt der 1.5V Zellen?
Meine ist die Coolpix 2100 und selbst mit Nobelmarke Alkalines schafft sie gerade mal 20 Bildchen.
Gruesse, Joerg
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Joerg
Marcel Müller spoke thusly:
Wenn eine Batterie bei mir 0,9V hat, kommt sie in den Sondermüll. 1,3V lasse ich gerade noch als "kurz vor fertig" durchgehen.
Tschüs,
Sebastian
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Sebastian Suchanek
Hallo Nico,
| ich wollte mal fragen: Orientiert sich die Qualität von Batterien eigentlich | nur an der Angabe in mAh? Ich habe für eine DigiCam jetzt recht gute Akkus | gekauft, die liefern 1.2V (wie üblich) und 1700mAh.
Also Akkus der größe Mignon, nicht wahr?
| Das ist also mehr als | das dreifache der normalen 500mAh einer Batterie.
Du meintest sicher Mignon-NiCd-Akkus billiger machart. normale Batterien kennen die Angabe in mAh gar nicht. mit viel Sucherei bekommst Du bei wenigen Herstellern eine Angabe über die Nennkapazität. Die liegt bei Alkalinen Zellen so um die 2500 mAh (+-300) Bei Zink-Kohle hab ich noch nichts brauchbares gefunden. Mich würde es wundern, wenn sich da einer trauen würde, etwas draufzudrucken.
| Jetzt hatte ich neulich im | Urlaub aber auch Batterien mit 500mAh und die gab es im 20er-Pack | saugünstig, und das Haltbarkeitsdatum war nicht abgelaufen.
Meinst Du wirklich Einwegzellen? Bei der Angabe würde ich dann doch eher auf NiCd-Akkus tippen. Die sind bei Auslieferung typischerweise fast leer.
| Mit zwei Batterien konnte man ungelogen genau zwei Fotos schießen, | dann waren sie leer.
Das wäre dann völlin normal.
| Aber sie sollten doch auch 500mAh liefern!
frisch geladen schon... Die Teile werden in der Tat manchmal zum Primärzellenpreis im doppelten Dutzend verkauft. Mach mal n Foto von den Teilen, vielleicht lüftet sich dann das Geheimnis.
MArtin
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Martin Schönegg
Hab ne 990, schon ein paar Jahre alt. Die arbeitet noch mit vier Zellen. Vier NiMH (Friwo 1600 mAh) reichten im Urlaub bei sparsamem Betrieb (Single-AF, wenig Blitz, kurze Einschaltzeiten) locker für satt über 100 Bilder (so um 150 waren IIRC auf der Karte, bevor sie nachgaben).
Als ich dann aber mal normale Batterien drin hatte, war nach zwei oder drei Bildern tatsächlich Schluß. Lo Bat, Abschalten, tschüß.
Das ist wahrlich nicht viel. Aber die Coolpixens sollten AFAIK alle gut mit Akkus zurechtkommen.
vG
PS: Nachname im Absender muß natürlich nicht sein, wär aber nett. Wäre Dein Posting keine Antwort auf eines von mir gewesen, hätte ich es nicht zu sehen bekommen.
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Volker Gringmuth
Richtig.
Aber 0,9V ist üblicherweise die Entladeschlußspannung auf die die Nennkapazität bezogen ist. Bei 1,3V ist die Batterie noch halb voll. Wenigstens bis 1,1V sollte man die Dinger schon Entladen, um an einen Großteil der Kapazität zu kommen. Die Gerätehersteller interessiert das natürlich reichlich wenig, sie müssen die Batterien ja schließlich nicht bezahlen. Und manch ein Ingeneur hat bestimmt schon mit konstant 1,5V gerechnet... Nur so ist auch zu erklären, warum es Geräte gibt, die mit Ni*-Akkus nicht laufen. Diese haben einen Großteil ihrer Entladekurve lang gut 1,2V und damit immernoch mehr als eine leere Batterie.
Marcel
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Marcel Müller
Marcel Müller schrieb:
Du betrachtest hier immer den Leerlauffall. Interessant beim Gebrauch in Digitalkameras ist aber der Fall hoher Strombelastung, die Dinger ziehen nämlich üblicherweise Spitzen von über 1 A und bei aktivem Display eine Grundlast von etwa einem halben Ampere.
Das Problem (billiger) Primärzellen ist der Innenwiderstand - Digitalkameras steigen aus, wenn die Spannung _unter Last_ zu weit einbricht. Und das passiert bei Alkalis recht schnell und bei Zink-Kohle noch schneller.
Technisch geeignet sind unter den Einwegbatterien nur Lithium (3 V Nennspannung, spezielle Bauformen) und hochstromfähige Alkalis (z.B. die Serie "Maxitech" von Varta).
Hier ging es offenbar um Zink-Kohle-Batterien. Die sind zwar billig, aber nicht preisgünstig - in überhaupt keinem Anwendungsfall, noch nicht mal zum Einlagern taugen sie.
Bei Belichtungsmessern im Fotobereich wurde in den 60ern und 70ern die Batteriespannung sogar als Referenzspannung genutzt. Setzte allerdings Quecksilberzellen voraus, die schon seit geraumer Zeit nur noch schwer erhältlich sind, da Produktion in Deutschland (evtl. sogar EU-weit?) verboten.
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Wolfgang Hauser
Am Tue, 28 Sep 2004 00:16:21 +0200 hat Sebastian Suchanek geschrieben:
Die meisten Gerätehersteller sehen das auch so. Nur die Batteriehersteller messen (meist mit konstantem Widerstand) bis auf 0,9V hinunter, wenn sie die Kapazität der Batterien angeben.
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Martin Lenz
Hallo,
habe mich wohl geirrt, die 500mAh bezogen sich damals auf andere NiCd-Akkus.
Aha, und genau da ist dann wohl auch der Unterschied zwischen einem Paar Energizer mit denen ich 150 Fotos machen kann, und einem Zehnerpack billiger Batterien, die zusammen für 20 Fotos reichen? Oder? Ich nehme an, dass bei billigen Batterien die physikalischen Komponenten nicht so hochwertig sind, und gut verarbeitet.
Aber wie verhält sich jetzt genau die Geschichte mit dem Innenwiderstand?
1. Batterien haben einen größeren Innenwiderstand als NiCds und diesen einen höheren als NiMhs, richtig? 2. Bei den hohen Strömen von bis zu einem Ampere fällt am Innenwiderstand eine höhere Spannung ab (verglichen mit einem Walkman zum Beispiel). Heisst das jetzt, dass bei DigiCams Batterien und Akkus unter hoher Strombelastung schnell leer gehen, weil am Innenwiderstand mehr Leistung "verbraten" wird, oder wie?
Grüße, Nico
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Nicolas Brentz
Es gibt auch Billigbatterien, die dieselbe Kapazitaet wie sehr teure Markenbatterien haben. Es kommt da weder auf den Preis, noch auf den Markennamen an, nur auf den Inhalt. Die Zeitschrift ct hatte dieses Jahr ca 20 verschiedene Batterietypen getestet. Im Wesentlichen unterschieden sich die Alkalizellen nur durch den Preis und den Aufdruck. Die Zweitbesten waren auch die billigsten: 2.50 Euro fuer 10 Ikea-Batterien.
Kommt auf den Typ/Hersteller an. Allgemeine Aussagen kann man nicht machen, ausser dass man Zink-Kohle-Batterien meiden sollte. Die haben mit Abstand das schlechteste Preis/Leistungsverhaeltnis.
Das auch, aber vor allem bricht die Spannung schneller ein. Dein Verbraucher (zB Kamera) funktioniert halt nur bis zu einer Minimalspannung. Bei hohem Strom geht die Batterie schneller "in die Knie", d.h. die Spannung faellt unter die kritische Grenze. Der Innenwiderstand einer Zelle ist naemlich keine Konstante sondern von Temperatur und Stromstaerke abhaengig.
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Ulli Horlacher
AFAIK haben NiCd den niedrigsten, dann NiMH, dann kommt eine Weile nichts, dann Batterien. Noch niedriger als NiCd liegen nur Bleiakkus.
Die Spannung, die Du im Belastungsfall an den Klemmen noch "übrig" hast (Leerlaufspannung abzüglich Spannungsabfall an Ri), ist bei hohem Ri zu gering, um die Kamera zu betreiben.
Sie gehen also nicht wirklich schneller leer, sondern sehen aus Sicht der Kamera schneller leer aus.
Da hilft es nichts, wenn im Leerlauf noch 1,4 V meßbar sind. Im Leerlauf fällt an Ri nichts ab (U=R*I, bei I=0 ist auch U=0).
vG
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Volker Gringmuth
Volker Gringmuth schrieb:
Nur weil sie i.d.R. erheblich größer sind. Der spezifische Innenwiderstand ist m.W. bei NiCd niedriger.
Bleiakkus haben andere Vorteile: man kann sie "immer voll" halten, ohne daß sie kaputtgehen. Deswegen ideal z.B. für USV und eben als Starterbatterie im Auto. Oder auch im schnurlosen Telefon, aber da ist mir erst ein einziges Mal ein (Gel-) Bleiakku begegnet.
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Tilmann Reh
Hallo Volker,
Danke. Dann werde ich mal ein Ladegeraet und ein paar Akkus besorgen. Meine einzige Sorge bei diesen Kameras ist der popelige Batterieverschluss. Der ist schon Leuten abgebrochen und dann ist es Essig. Ich weiss nicht, warum der DC Anschluss nicht als Ladeeingang benutzt werden kann. NiMH muessen ja entweder in Erhaltungsladung bleiben oder all paar Monate neu geladen werden. Die verlieren viel per Selbstentladung. Das Problem haben Alkalines nicht.
Nachname ist Schulze-Clewing. Der ist zu lang und verursacht in englischsprachigen Newsgroups Konfusion. Selbst der Vorname tut es manchmal, weil die Leute bei uns den Umlaut nicht ueber die Zunge bringen. Deshalb nennen mich die meisten Nachbarn George. Aber ich will nicht laestern. Umgekehrt ist es, wenn wir Deutsche bitten, mal die Aussprache von "Massachusetts" zu versuchen.
Nicht dass ich hier inkognito bleiben will. Wer auf die Web Site klickt, hat ja den Namen.
Gruesse, Joerg
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Joerg
Nicolas Brentz schrieb:
Hallo,
man kann nat=FCrlich nur gleiche Bauformen vergleichen, aber NiCds hatten= =20 geringere Innenwiderst=E4nde als NiMH und waren damit f=FCr h=F6heren Str= om=20 besser geeignet.
Bye
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Uwe Hercksen
Volker Gringmuth schrieb:
Hallo,
wieder nicht ganz richtig. Wenn man vergleichbare Kapazit=E4ten=20 betrachtet, dann haben NiCd den geringeren Innenwiderstand als Bleiakkus.=
Bye
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Uwe Hercksen
Außerdem sind sie AFAIK weniger empfindlich gegen Frost (Stichwort Winterspaziergang mit Kamera).
vG
Reply to
Volker Gringmuth

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