Blackout Energie

May 02, 2025 Last reply: vor 1 Jahr 12 Replies

Hallo zusammen,



aufgrund der aktuellen Lage in den europäischen Stromnetzen: Hat jemand eine Idee oder weiß sogar, wohin die produzierte Energie bei einem Blackout geht? Die Kraftwerke laufen ja bestimmt im Fall des Stromausfall weiter und irgendwo muß die Energie ja abgebaut werden - sprich, an irgendeiner Stelle muß es wohl sehr heiß werden.



cu: Ralf


Die Kraftwerke laufen nicht weiter, die werden abgeschaltet.

/ralph

Bei thermischen Kraftwerken in den Kühlturm. Zwei Drittel landen da ohnehin schon und so langsam ist die Abregelung der Quelle auch nicht, als daß die kurz Spitze nicht verkraftet werden könnte.

Dann ist bei einem AKW aber zwei Wochen Pause. (Xenon) Oder schafft man es noch, die geordnet runter zu fahren? Aber damit wären wir wieder bei der ursprünglichen Frage.

Marcel

Die AKWs waren definitiv alle zumindest elektrisch abgeschaltet. Eventuell läßt man den heißen Dampf an den Turbinen vorbeilaufen oder so. Nach ca. einem Tag haben sie die AKW wieder hochgefahren.

Turbine bypass:

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/ralph

https://x.com/schneider_chris/status/1917574796004434397/photo/1 /ralph

Ich habe vor langer Zeit mal gehört, daß AKW beim Lastabwurf in der Lage sein müssen, geordnet in den lokalen Betrieb (Eigenversorgung) überzugehen, und das auch regelmässig getestet wird. Bei anderen Kraftwerke sei das erwünscht, aber nicht vorgeschrieben. Die thermische Leistung muß dazu natürlich reduziert werden, mit allen Folgen, die das für den Wiederanlauf hat.

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Hm.
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meint:

"Im KKW Saporischschja wurde Block 6 im September 2022 etwa eine Woche lang auf Eigenbedarf gefahren. Für deutsche KKW kann man aus der Betriebserfahrung heraus sagen, dass ein solcher Lastabwurf auf Eigenbedarf in ca. 70 Prozent der Fälle erfolgreich war." ... "Gelingt der Lastabwurf auf Eigenbedarf nicht, kommt es zu einer Turbinen- oder einer Reaktorschnellabschaltung. Um den Reaktorkern dann weiter zu kühlen, ist das KKW auf Stromzufuhr von außen angewiesen."

cu Michael

Am 02.05.25 um 17:55 schrieb Michael Schwingen:

In Memoriam Vattenfall, als bei einem Trafobrand eine RESA fällig war. AFAIR zweimal hintereinander mit etwas Abstand. Einmal war es wohl ein Schaltfehler, wo der falsche Trafo abgeschaltet wurde. In jedem Fall war es die Netzeinspeisung und hätte daher nicht passieren dürfen.

Marcel

Am 02.05.25 um 08:11 schrieb Axel Berger:

Vielen Dank, das ist sinnig. Und die kurzzeitige Spannungsspitze vermute ich einmal, daß die in den Boden geht, oder?

Welche Spannungsspitze?

Wenn das Netz wegfällt, wird die gesamte Energie in die mechanische Masse von Turbine/Generator gesteckt, also in eine Erhöhung der Drehzahl. Das muß (und wird) schnell genug erkannt / abgeregelt, bevor die Konstruktion durch die Fliehkräfte auseinanderfliegt.

Die Ausgangsspannung des Generators wird unabhängig von der Drehzahl geregelt.

cu Michael

Am 03.05.2025 um 05:56 schrieb Ralf Dederichs:

Ich meine mal bei einer Kohlekraftwerksbesichtigung gehört zu haben, dass bei Lastabwurf (Notabschaltung) bis zur Dampfabreglung der Generator massiv kurzgeschlossen wird. Dunkel glaube ich mich zu erinnern, dass da massive Metallstangen pyrotechnisch(?) in den Stromweg geschossen werden sollen.

Michael Schwingen schrieb:

Das Kraftwerk muss diesen Eigenbedarf selber herstellen können. Etwa mit Dieselmotor-Aggregaten. Dass man lieber auf externe Quellen zugreift, mag einleuchten, aber darauf verlassen darf man sich nicht. Was anderes ist das Anfahren, da wird Strom "von aussen" verwendet, und das nicht zu knapp. Man muss ja einen ziemlich grossen Kochtopf auf Temperatur bringen.

Wolf gang P u f f e schrieb:

Ein kurzgeschlossener Generator bremst nicht besonders stark. Es dürften aber Rastmomente usw. auftreten, die einiges kaputt machen könnten. Endplatten etwa, keine Ahnung, warum ich gerade an Leibstadt denken musste.

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