Kunststoff

Liebe Gemeinde,
ich suche einen Kunststoff den ich mit Schlosserei-Mitteln gießen kann. Bauen möchte ich Bolzen (Pfeile) für Historische Armbrust zum
Vogelschiessen. Derzeit verwenden wir Bolzen aus Nussbaumholz mit eingeschraubter Stahlkrone. Da die Bolzen recht genau gleich sein müssen will ich es gerne mal mit Kunststoff in Form giessen. Epoxydharz habe ich probiert, das ist Gewichtsmässig ok, aber sollte nicht schwerer sein. Mir wurde aber gesagt das es auch mit Glasfasermatte splittern würde (die Holzbolzen zerbrechen je nach Trefferlage auch hinundwieder).
Neulich hatte ich eine Geschäumte Platte vom Sperrmüll in der Hand die mir Materialmässig vielversprechend aussah. ich konnte sie kaum zerbrechen und sie war extrem leicht. Keine Ahnung was das ist. Vielleicht kann mir da jemand helfen? Oder soltle ich doch mit dem Epoxy weiterprobieren? Habe es erstmal nur probehalber massiv gegossen, und will mir jetzt bei negativer aussicht nicht die Arbeit machen zu schauen wie ich das mit bewehrung ausgegossen bekomme.
Also der Bolzen hat einen durchmesservon 12-25mm (geschwungene Form) und ist 330mm lang. Die Form habe ich zum Probieren auch aus Epoxy abgegossen (2-teilig).
Nach was für Werkstoffnamen könnte ich mal sinnvoll googeln?
THX und bye uwe
--
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Uwe 'hammernocker' Roßberg wrote:

Silikon
Michael Dahms
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Michael Dahms schrieb:

und das ist auch fest genug damit der Bolzen beim Abschuss gerade bleibt? Ich meine interessant wäre es, gleich in der Auspresstube...
THX und bye uwe
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Uwe 'hammernocker' Roßberg wrote:

Es gibt AFAIK verschiedene Silikone. Du hattest doch nach einem Suchwort gefragt.
Ein anderes wäre Araldit. Das haben wir damals teilweise ziemlich gummiartig hingekriegt.
Michael Dahms
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Michael Dahms schrieb:

Jepp, ich werde das mal im Auge behalten und den Baumarkt aufsuchen. Im Netz gestaltet es sich doch recht schwirig brauchbare Informationen rauszufiltern, zumal wenn ich nicht recht weiss was ich eigentlich wissen will ;o))

Also doch mit Epoxy weiterprobieren? Man könnte ja wierklich mal alle einfach beschaffbaren Sachen durchprobieren und sehen was dabei rauskommt.
thx und bye uwe
--
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Uwe 'hammernocker' Roßberg wrote:

Würde ich machen. Wie schön, daß es Baumärkte und Fachgeschäfte für Bastlerbedarf gibt. :-)
Michael Dahms
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Uwe 'hammernocker' Roberg schrieb:

Hallo,
in einem Spezialhandel fr technische Kunststoffe knntest Du damit besser aufgehoben sein als im Baumarkt, schau doch mal in die gelben Seiten nach solchen Spezialgeschften, allerdings unter Gummi!
Bye
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Uwe 'hammernocker' Roßberg wrote:

Hallo Uwe, suche mal nach "flüssig Holz". Das ist ein Kunststoff, der nach der Aushärtung wie Holz aussieht und sich auch so bearbeiten lässt. Schau mal hier nach:
www.selva.de/product_info.php?cPath=KunstHandWerk&sPathform-%20und%20Gie DFtechnik&products_id=Gie%DFholz%20546069
(Der Link besteht aus zwei Zeilen)
Sonst eben bei www.selva.de unter Kunsthandwerk suchen.
Gruß Manfred
--
Wer glaubt, das Zitronenfalter Zitronen falten,
der glaubt auch das Projektleiter Projekte leiten.
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Manfred Kuhn schrieb:

Sehr interessant. Wie ist der Unterschied zu dem Polyesterharz mit dem man Gewindestäbe spannungsfrei in Beton einklebt? Das würde ich im Zweifel bevorzugen, wegen der Auspresstube mit Mischrohr.
THX und bye uwe
--
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Moin,
Uwe 'hammernocker' Roßberg hat geschrieben:

^^^^^^^^^^^

^^^^^^^^^^
*g* bist doch sonst do ein Hardliner, was die historie angeht:-)

Ich denke, meistens ist das wohl auch 'nur' Polystyrol, nur eventuell mit kleineren Poren. Allerdings kann man das wohl nur schwer im Hausgebrauch handhaben (gießen).

So wie ich mich an den Pinselartig aufgesplitterten Zeigestock des Bio-Lehrers erinnere (der hat damit gerne zum Ruhe-stiften auf das Pult gehauen - nein, nicht auf Schülerhintern...), schätze ich das führt nicht weiter.

Wenn denn die geschwungene Form sein muß? Sonst würde ich mich nach standartisierem Rohrmaterial umsehen. Einfach etwas, was man schnell un billig beschaffen kann. Ist der Schaft hin, einfach einen neuen reinschrauben. Herstellungsaufwand sollte dann aber nicht größer sein, als pro Stück 20 Sekunden Säge schwingen. Vieleicht PVC-Rohr? Auf jeden Fall hast du dann eine gute Gewichts- und Form-reproduzierbarkeit was bestimmt der Zielgenauigkeit zugute kommt.
Übrigens, hier haben sich bei uns damals zu Kinderzeiten die Rohre angeboten, die Veterinäre bei der Befruchtung von Nutztieren verwenden, die geben prima Pfeile ab. Nur noch ein Gewicht vorne dran und fertig (das sind Rohre von rund 5mm Außendruchmesser und ganz vernpünftiger Wandstärke aus irgendsoeinem transparenten Kunststoff). Hatte ich erwähnt, daß ich vom Dorf komme...?
Abwegige Idee wegen der geschwungenen Form (und hat auch was historisches): Kupferrohr in Form sprengen. Nur die Matritze ist schwer herstellbar, aber wenn man das Kupferrohr vorher noch schön warm macht (weichglühen quasi, nur daß dazu Kupfer nicht sichtbar glühen braucht), sollte als Sprengstoff Schwarzpulver reichen:-) Nur eben eine stabile Außenform brauchts.
CU Rollo
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Roland Damm schrieb:

Naja, bin ich eigentlich nicht. Ich sehe kein Problem darin alten Geräten mit Moderner Technik zu Leibe zu rücken, z.B. eine Elektrische Winde (Zahnstange oder Hydraulik) für die Armbrust. Ist aber leider Abgelehnt worden ;o))

Hmm, könnte sein.

Wegen der Historie ;o))

Die Beschleunigung beträgt rund 6000m/s^2 (15cm, gleichmässig -> 60m/s; bitte mal prüfen ;o)) Die Krone wiegt 100g der Schaft 60g (wie errechnet man nun eigentlich die Kraft?). Beim auftreffen werden die Federn aus 10mm Sperrholz (angetakkert) nur durch ihre eigene Trägheit zerbrochen. Deswegen kommen die Schweren Geschütze (um die es primär geht) später beim Korpusspalten (4cm Fichte massiv) zum Einsatz. Das ist so die Belastung die halbwegs bewältigt werden muss, hätte ich vielleicht gleich dazu schreiben sollen.
[Rindviehbesamung]

Jetzt ja ;o))

Das werde ich mal unserer Vorderladerabteilung übergeben ;o))
THX und bye uwe
--
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begin quoting, Uwe 'hammernocker' Roßberg schrieb:

12.000 ms^-2 (a = 1/2 * v^2/s), aber das "gleichmäßig" kann man schon in Frage stellen.

F = m * a = 0,16 kg * 12.000 ms^-2 = 1,92 kN ; entspricht einer Gewichtsbelastung von knapp 200 kg und sollte sich größenordnungsmäßig in der Spannkraft der Sehne(?) wiederfinden, wobei bei Abschuß nicht nur das Projektil, sondern auch die Federelemente beschleunigt, was die effektive Kraft beim Abschuß gegenüber der Spannkraft verringert (es hatte schon seinen Grund, warum der Papst Armbrüste als besonders grausame Waffen bei Auseinandersetzungen zwischen Christen verboten hatte - sie gefährdeten die teuren gepanzerten Berufssoldaten einfach zu sehr).
Da die Abschußbelastung quasistatisch anliegt, muß der Pfeil eine entsprechende Beanspruchung auf jeden Fall aushalten. Die wesentliche Beanspruchung ist wahrscheinlich die auf Knicken.

Das Auftreffen ist wohl auch die stärkere Beanspruchung gegenüber dem Abschuß. Dabei ist auch noch mit einem Momentenbelastung des Schaftansatzes zu rechnen, wenn die Spitze beim Aufschlag ankippt.

Die Kraft ist prinzipiell umgekehrt proportional zum Beschleunigungs- bzw. Bremsweg.
Gruß aus Bremen Ralf
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Ralf Kusmierz schrieb:

Ahso, habe die durchschnittliche v genommen ;o))

Jo, könnte hinkommen: In anbetracht des *unteren* sogar recht genau, es ist knapp eine 1t Spannkraft.

Ich sehe du hast genau erfasst wie das funktioniert und wo das zuerst kaputt geht ;o))
bye uwe
--
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Uwe 'hammernocker' Roßberg schrieb:

Okay, dass man da mit hohlen Kompositschäften nicht mehr hinkommt, ist klar. Mein Recurve hat "nur" 32lbs. (~15kg) Zugkraft...
MfG, Maik
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Moin,
Ralf Kusmierz hat geschrieben:

Ja, weil auch...

Richtig, die Wurfarme und die Sehne haben auch so einiges an Bewegungsenergie abbekommen, ABER das Hebelverhältnis an der Sehne ändert sich kurz vorm endgültigen Abheben des Bolzens von der Sehne ganz gewaltig richtung großer Bolzengeschwindigkeit. Die Sehne wirkt ja wie ein Kniehebel. Bei konstanter Wurfarmbewegung müßte die Bolzengeschwindigkeit also im letzten Augeblick gegen unendlich gehen. Oder andersrum bei fester Bolzengeschwindigkeit geht die Bewegung der Wurfarme auf Null zurück. Dafür zu sorgen, daß keine Restenergie in Form von Schwingungen in den Wurfarmen verbleibt, ist wohl die hohe Kunst des Bogenbaus. Jedenfall könnte man eventuell wirklich eine Armbrust oder einen Bogen bauen, der seine Energie zu beinahe 100% an den Pfeil abgibt. Jedenfalls folgt daraus, daß die Beschleunigung des Bolzens und natürlich auch die Zugkraft in der Sehen am Ende des Beschleunigungsvorgangs am größten ist.

Den Bremsweg würde ich auf im Extremfall vieleicht 5cm schätzen, jedenfall immer kürzer als der Beschleunigungsweg. Praktisch reicht es aber vieleicht schon hin, wenn der Bolzen nur die Beschleunigungsphase überlebt.
Ach ja, waren die Dinger nicht damals sogar ganz ohne Federn gemacht?
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Soweit richtig (und übrigens ziemlich genial, obwohl es sich zwangsläufig ergibt).

Das wiederum ist falsch. Die hohe Geschwindigkeit ist vielmehr mit einer nur noch sehr kleinen Kraft verbunden. Ein straff gespanntes Seil läßt sich nämlich auch mit einer sehr kleinen Querkraft auslenken. Beim Abschuß ist die elastisch gespeicherte Energie eben verbraucht, da kommt nichts mehr. Und die Sehne muß leicht sein, damit sie nicht viel kinetische Energie aufnehmen kann.

Im Mittelalter bestimmt. Die Schützen wollten ihre Bolzen im Kampf nämlich keineswegs zurück haben. (Die Römer hatten die Schäfte ihrer Speerspitzen - pila - sehr dünn geschmiedet und weichgeglüht, damit sie sich beim Auftreffen umbogen und der Feind sie nicht selbst als Wurfgeschosse verwenden konnte.)

Würde ich auch denken.
Gruß aus Bremen Ralf
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Am Tue, 08 Feb 2005 20:15:30 +0100 schrieb Ralf Kusmierz:

Was hat den Bolzen denn in einer geraden Fluglage gehalten? Würde so ein kurzes Teil nicht taumeln während des Fluges?
Prabodh
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Moin,
Prabodh C. Brendler hat geschrieben:

Sicher, jeder Pfeil auch die mit Federn taumeln. Dann fliegt er halt Schlangenlinien. Wenn das nicht mehr Abweichung als die normale Ungenauigkeit bringt, dann stört es aber ja nicht.
Hauptsache ist natürlich, das der Bolzen überhaupt stabil geradeaus fliegt. Ein zylindrisches Stück Holz tut das nämlich bekanntermaßen nicht sondern möchte sich immer gerne quer zur Flugrichtung ausrichten. Damit's klappt muß man den Angriffspunkt der Luftkräfte (bei einem Zylinder ist das vorne bei rund 1/4 der Länge) hinter den Schwerpunkt bringen - oder den Schwerpunkt davor eben. Bei den besagten Bolzen mit Kronengewicht ~ Schaftgewicht haut das schon fast hin. Ein bischen aerodynamisch günstige Formgebung (vieleicht ist damit ja die geschwungene Form gemeint) kann dann schon reichen.
CU Rollo
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Am Wed, 09 Feb 2005 11:40:51 +0100 schrieb Roland Damm:

THX
Prabodh
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Roland Damm schrieb:

Ja, das kommt bei unseren Bolzen ungefähr hin.

Die geschwungene Form hat 2 Gründe, erstens liegt der Bolzen vorne ordentlich auf und das Hinterteil berührt beim Abschuss nicht die Armbrust, und zum zweiten bekommt man den Bolzenlänger, was der ungünstigen verteilung der Stirnflächen entgegenwirken müsste. Vorne ist der Bolzen praktisch Flach mit 25x25mm, hinten hat er einen Durchmesser von 12mm.
bye uwe
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