EM-Abschirmung erden?

Hallo,
aufrgund einer Diskussion in einer anderen Newsgruppe mal eine Frage.
Inwieweit und vor allem warum ist es sinnvoll eine EM-Abschirmung zu erden?
Problem: Ein User hatte Angst das ein Nachbar die Abstrahlung seines
Monitorkabels per Funk empfängt und auswertet. Deshalb wollte er das
Kabel in einem mettalischen Schirm legen.
Nun meine Frage, inwieweit macht es Sinn aus diesem Grund (bessee
Schirmwirkung) den metallischen Schirm zu erden?
Ich verstehe nicht ganz was das bringen soll, da über die Erdung ja nur
Strom fließen kann wenn der Stromkreis geschlossen ist. In dem
geschilderten Fall würde naber dann wohl kein Strom über die Erdung
fließen, da kein Stromkreis geschlossen ist?
Bitte eine elektrotechnische einwandfreie Erklärung warum es nun was
bringt oder eben nicht.
Vielen Dank.
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Martin Freiberger
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Martin Freiberger schrieb:
Hallo,
erstmal bringt es vermutlich überhauptnichts, sich nur um das Kabel zu kümmern, wenn muß der ganze Monitor abgeschirmt werden (Gehäuse, der Sichtbereicht u.U auch. Die Stromzufuhr muß natürlich auch gut verdrosselt verden.) Also mit einer reinen Schirmung des Signalkabels ist es nicht getan. Auch der zugehörige Rechner muß bedacht werden. Wenn man die schirmung nicht anschließt, bildet der Schirm mit den Signalleitungen einen Kondensator. Wenn dieser nicht geerdet ist, straht die Schirmung selbst, da das Signal kapazitiv eingekoppelt wird. Durch die Erdung der Schirmung werden die kapazitiv/induktiv auf den Schirm eingekoppelten Signale kurzgeschlossen werden und die Schirmung wird wirksam.
Gruß Jan Conrads
P.S solange der Nachbar nicht die Kapazitäten des LKA/BKA/usw hat braucht man sich vermutlich wenig Sorgen zu machen. Technik die so etwas kann ist sehr teuer, und wird vermutlich nur von Behörden und ggf auch zur Wirtschaftsspionage eingesetzt, aber $Normalbürger wird sich die notwendige Abhörtechnik nicht leisten können. Da ist es viel einfacher WLAN,Bluetooth, PLC (dLAN usw.) zu knacken.
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Jan Conrads
Das dachten die Sicherheitsbehörden weltweit auch mal und fühlten sich sicher. Bis ein Herr van Eck sie mithilfe billigsten Equipments vom Gegenteil überzeugte und ihnen eine lange Nase drehte. Die waren davon gar nicht angetan.
Grüße,
Günther
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Günther Dietrich
Vielen Dank für die Antwort.
Soweit so gut, das ist nachvollziehbar.
Deine Aussage gilt aber nur so lange wie das Signalkabel irgendwie galvanisch mit der Erde verbunden ist (was wohl der Fall ist), oder nicht?
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Martin Freiberger
Es ist vermutlich eh eine Offset-Satellitenantenne, die über die Wohnung ausgerichtet ist.
Grüße,
Björn
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Bjoern Schliessmann
Bjoern Schliessmann schrieb:
Ist nicht die üblich Antwort der Betrieb eines getuneten Mikrowellenherd-Arrays seitens des Abgehörten?
Hab mal was in der Richtung gelesen.
- Udo
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Udo Piechottka
Martin Freiberger schrieb:
bzw. eben die Elektronik die dieses Kabel speist (Spannungsquelle).
Inwieweit nützt die Erdung der Schirmung wenn die Spannungsquelle, welches das Kabel speisst, nicht mit der Erde verbunden ist. Als Beispiel (Extremfall) sei mal eine batteriegespeiste Spannungsquelle genannt.
Die Frage ist einfach nur zum Verständsniss.
Vielen Dank
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Martin Freiberger
Sollte jemand das Signal empfangen wollen, dann empfängt er es mit dem "2. Pol Erde". Er hat sonst nichts, worauf er sich beziehen könnte als Potential. "Spannung" = "Potentialdifferenz".
Das "er hat sonst nichts" ist nicht ganz korrekt denn wenn deine Leitung als richtige Senderantenne wirkt, dann kann er sowieso wie ein Radio empfangen. Davon geh ich unten nicht aus.
Wenn es gelingt, die Spannungsquelle "gegen Erde" so "hochohmig" zu gestalten, daß überhaupt kein Potential "gegen Erde" auftritt, dann kann der auch nichts empfangen.
Pferdefuß: Nicht nur an der Spannungsquelle. Hochohmig muß auf der ganzen Länge geschehen und ist in der Praxis nicht möglich wegen der Kapazität entlang der Leitung, selbst wenn Sender und Empfänger brav "schwimmen" (zB mit Trafo oder Gegentakt-Elek- tronik).
Lösung: Verdrillen (bei Gegentakt) ist hilfreich, weil dann in Summe nichts abstrahlt aber der Schirm, der Erdpotential festhält, tut not.
Allerdings: der Schirm hat Wellenlängen. Er wird keine Wunder wirken. Eingraben und alle paar meter erden. Aber das war hier nicht die Frage.
Servas
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Franz Glaser (KN)
Reflexionen in Glastüren von Schränken etc. nicht vergessen. Dafür reicht ein Fernglas.
Eher nicht. Die eigentliche interessante Information liegt im MHz-Bereich. Die bei rund 50kHz arbeitenden Schaltregler erlauben praktisch keine Rückwirkung in dem Frequenzbereich.
In der Tat. Das Kabel ist nämlich schon geschirmt.
Das tut er sowieso, da die Wellenlänge der übertragenen Frequenzen in der Größenordnung der Kabellänge liegt. (lambda/4 < 1,5m) Insofern gibt es die Aussage "geerdet" gar nicht.
Das asymmetrisch übertragene, analoge Videosignal hat prinzipsbedingt niedrige Abstrahlordnungen, die mit der Entfernung nicht so schnell abfallen. Deshalb ist die triviale Lösung: TFT mit DVI nehmen. Da ist die Übertragung symmetrisch, was die Abstrahlung im Fernfeld deutlich reduziert. TFTs haben bauartbedingt auch weniger Bildinformation in der Abstrahlung. (Stromverbrauch ist unabhängig vom Bildinhalt.)
Für niedrige Frequenzen.
Hochfrequent sind nur mehr die Stromschleifen entscheidend. Im Prinzip gibt es für jeden Farbkanal beim analogen VGA-Signal einer Ground-Return Leitung. Nur dass keine mir bekannte Grafikkarte das Signal so einspeist. Dadurch wird die Symmetrie des koaxialen Kabels nicht vollständig genutzt, weil die Ausgleichsströme auch in den benachbarten Leitungen fließen.
Naja, Side-Channel-Angriffe sind manchmal einfacher als man erwartet. Sie greifen schließlich an Punkten an, an die nie jemand gedacht hat.
Das ist allerdings i.a. wahr.
Marcel
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Marcel Müller
Und wie viele VGA-/Kabel/ sind wohl mit getrennten Massen belegt? Bei allen Adaptern von VGA auf 5x BNC, die ich jemals durchgeklingelt habe, lagen alle vier (3 Farben + Sync) Massen zusammen. (Ungestöpselt - eingesteckt läßt sich's sowieso nicht mehr trennen *g*.)
vG
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Volker Gringmuth
Kann ein batteriebetriebenes Radio ohne Erdungsanschluss Programme empfangen?
Es braucht also keinen gemeinsamen Bezugspunkt, um drahtlos zu empfangen. Die hochfrequenten Signale erzeugen ein Feld, welches in geeigneten Antennen eine Spannung induzieren wird, aus welcher man ggf. das Ursprungssignal wieder konstruieren kann.
Reply to
Carsten Schmitz

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