Erdung in Steckdose prüfen

Apr 27, 2004 34 Replies

"Peer Måns Carlson" schrieb:

Detlev, das ist irreführend. Die Schutzkontakte werden bei so ziemlich allen gängigen Systemen an den Schutzleiter angeschlossen.

Oha, Smörebröd, da kenn ich mich überhaupt nicht aus.

Es gibt eine Methode, die Dir schnell und einfach ein wenig Sicherheit bringt.

Folgendes wäre hier in D üblich:

  1. In der Steckdose kommen zwei Adern zur Stromversorgung an. Die eine hätte
230V, die andere 0V gegen Erde (z.B. Wasserleitung, Heizungsrohr). Die erste ist nur an einem Pol angeschlossen, die ander zuerst am Schutzkontakt, dann zum anderen Pol gebrückt. War mal zulässig, hat Bestandschutz, sollte man renovieren.
  1. 3adrig, Aussenleiter mit 230V, Neutralleiter mit ca. 0V und Schutzleiter mit 0V a) Neutral- und Schutzleiter sind in der Hauptverteilung / im Hausanschlusskasten verbunden: Dann musst Du annähernd 0 Ohm zwischen den einem Pol (Neutralleiter)und Schutzleiter messen.

b) Schutzleiter vom Neutralleiter komplett getrennt: Dann muss in aller Regel ein sog. FI / RCD / Schutzschalter eingebaut sein (in der Verteilung). Und dann muss man den Widerstand des lokalen, für Dein Haus zuständigen Erders messen. Das ist nur was für den Fachmann.

Ach so, dass Du den Strom bitte vorher abschaltest, bevor Du Dosen öffnest oder an Ihnen mit dem Multimeter herumstocherst, ist doch wohl klar?

Es _gibt_ so seltsame Fernost-Prüfschraubenzieher, die angeben, auch den Schutzleiter überprüfen zu können. Allerdings glaube ich, daß die altbewährte Kristallkugel ähnlich zuverlässig ist ;-) Zu Schweden habe ich eine düstere Erinnerung, daß bis in die 90erjahre Im Privatbereich überhaupt keine geerdeten Steckdosen zulässig (!) waren, deshalb wäre ich bei einer 30 jahre alten Installation sehr skeptisch und würde auch eher einen Elektriker holen. Kann ich aber noch einen schwedischen Elektrotchniker dazu befragen wenn du willst. Oder ich gebe ihm einen Link zu diesem thread, so daß ihr euch direkt unterhalten könnt.

lg Ragnar

Eigentlich nicht.

An Schutzleiter angeschlossen != geerdet

Mermgfurt Detlef Neubauer

*denk nach*

ja, zu dem Ergebnis bin ich eigentlich auch gekommen :)

Ansonsten: Nenne mir einen guten Grund, warum eine Erdleitung nicht=20 geerdet sein soll, wenn man den Kontakt zur (ordnungsgemaess geerdeten)=20 Haupterdungsleitung nachweisen kann. Es ging dem OP doch darum, ob die=20 Erdungsleitungen in seinem Haeuschen noch in Ordnung sind oder nicht...

Gruss, Dirk

--=20 GNUpg public key:

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Warum? Nur, weil Detlev in der Lage ist, zwischen Erdung und Schutzleiter zu unterscheiden, und sich damit erfrischend von dem in dieser NG sonst häufig anzutreffenden Laienjargon (Masse=Erde=Schutzleiter=Minus=...) abzuheben?

Ja. Bestreitet niemand!

Nannte sich klassische Nullung. Heißt jetzt TN-C-System mit Schutz durch Überstromschutzeinrichtung. (Man spricht hier nicht von Erdung, sondern eben von Nullung, weil der "Grün-Gelbe" nicht an einen Erder angeschlossen wird, sondern an den Sternpunkt des Transformators)

Nannte man auch Nullung. Einziger Unterschied zu 1. ist, dass die Betriebs- ströme ein Stück des "Weges" getrennt fließen (im separaten Neutralleiter), bis sie mit dem "Grün-Gelben" zum Nulleiter (heute PEN-Leiter) vereinigt ihren Weg zum Trafosternpunkt finden.

Nur in dieser Variante gibt es "Erde"! Nannte sich Schutzerdung (ohne FI), FI-Schutzschaltung (mit FI). Hier ist, genau wie Du sagst, der Schutzleiter "komplett" getrennt und direkt an einen Erder angeschlossen, der unabhängig vom Sternpunkt errichtet wird. In keinem Teil dieses Netzes gibt es Nulleiter (PEN), so dass Betriebströme immer sauber getrennt im Neutralleiter fließen und Fehlerströme ausschließlich im Schutzleiter.

Noch eine Anmerkung: Ich habe mal gehört, dass in skandinavischen Ländern auch die IT-Systeme in Haushalten gebräuchlich sein sollen. (Nannte man früher Schutzleitungssysteme). Hier gibt es auch "Erde", an welche wie im TT-System alle Schutzleiter anzuschließen sind. Aber der Trafo ist nicht geerdet.

Nils

hi dirk,

mir ging es darum, klar zu machen, das die überprüfung der erdung nur mit entsprechenden messgeräten möglich ist, die von einem fachmann bedient werden sollten. gute fachleute sind meistens auch in der lage, mit einfachen messmitteln die sicherheit zu überprüfen. je mehr fehler ein fachmann schon zu sehen bekommen hat, um so effektiver kann er sie ausschließen bzw. erkennen. jedoch ist nicht jeder, der einen stecker an einer schnur ersetzen kann, schon ein fachmann.

denn, strom ist unbestechlich, gnadenlos und grausam. er muß im zaum gehalten werden.

mfg wilfried

"Detlef Neubauer" schrieb

Für uns Elektrische nicht, klar, aber beim Laien gilt sinngemäss: Erde=Schutzleiter. Hättest also ein wenig mehr dazu schreiben können, dann hätte der OP mehr davon gehabt. Sonst erzählt der demnächst auf der Grillparty, dass im führende deutsche Elektrotechniker gesagt haben, der Schutzkonatkt darf nur in Sonderfällen "geerdet" werden (wobei das jetzt mal mit "an den PE/PEN angeschlossen" übersetzt werden soll.)

Mir klar.

"Nils Hagge" schrieb:

(Masse=Erde=Schutzleiter=Minus=...) abzuheben?

_Jaaaa_doch_ , aber man berücksichtige bitte bei Laien den Laien-Jargon.

Welcher aber - man beachte das "T" - an den Betriebserder angeschlossen ist.

Neutralleiter),

genau genommen zwei "Erden": Den Betriebserder am Trafosternpunkt und den Anlagenerder an der Anlage(=am Haus).

Der Trafo selbst denk ich mal schon, aber kein aktiver Leiter auf der Sekundärseite des Trafos. Und Erder (Anlagen~) gibts da evtl. sogar mehrere. Geräte im IT System dürfen einzeln, in Gruppen oder auch alle zusammen mit dem Anlagenerder verbunden sein. Wobei das gemeinsame Verbinden das Abschalten durch Überstromschutzorgane bei Auftreten des 2. Fehlers deutlich vereinfacht. Knall und aus.

Was ich damit sagen möchte: In jedem System, was in D zulässig ist (wobei ich den "Schutz durch nicht leitende Räume" jetzt mal ganz bewusst ausser acht lasse, ebenso "Schutztrennung"), ist der Schutzkontakt mit dem Schutzleiter zu verbinden, welcher immer irgendwo mit einem Erder verbunden ist. Es ist IMHO verzeihlich, dann von "Erdung" des Schutzkontaktes zu sprechen.

Aber nur in Norwegen soweit ich weiß. In Schweden jedenfalls sicher nicht. Bis Anfang der 90er war dort die ungeerdete Steckdose Standard, Schukosteckdosen warem im Haushaltsbereich sogar _illegal_! Bei Nachrüstungen und Neuanlagen AFAIK TN-C-S oder TT, je nach Gegend. TN-C im Haushalt ("klassische Nullung) gab es soweit ich weiß _nie_ woanders als in der BRD und DDR. Achja, und in Mexiko und ähnlich suspekten Ländern (elektrisch betrachtet, will hier nicht ausländerfeindlich auftreten).

lg Ragnar

Und der Rest der Welt weiss jetzt, dass er keinen Elektriker, sondern einen Pfuscher vor Augen hat.

Der "Elektriker" hat nicht gewusst, was er getan hat. Er hat keinen Respekt vor der Elektrizität. Dafür kann er Vodoo, anders weiss er nicht, auf welcher Seite der Aussenleiter tatsächlich liegt. Er hat einmal mehr gezeigt, dass er sich nicht an Vorschriften hält und lieber russisches Roulette spielt als nochmals zum Wagen zu laufen und den Durchgangsprüfer zu holen. Dem Zuschauer sollte unmittelbar bewusst werden, dass jetzt allerhöchste Zeit ist, den Elektriker zu wechseln und eventuell eine Anzeige zu formulieren. Ihm schwant womöglich, mit welcher "Sorgfalt" der Elektriker die restliche Arbeit erledigt. Wahrscheinlich wird der erfahrene allwissende Elektriker im Falle einer defekten Sicherung ein Schokopapier genau so zusammenpfriemeln, dass es eine mittelträge 1A abschalt- charakteristik hat, was der Laie natürlich nicht kann.

War doch auch in CH Jahrzehntelang Usus. Insbesondere in der besonders hässlichen Form mit der Brücke in jeder Dose (damals Null noch gelb). Auch heute trifft man noch manchmal auf recht moderne Kupplungen, in denen diese Brücke (manch- mal zugegebenermassen nicht gut erkennbar) eingebaut ist und offenbar auch nicht vom Profi entfernt wurde, trotz

5 Pol Leitung. "Geht gut", bis irgendwann mal ein FI-Schalter ins Spiel kommt.

Oh, sorry, wußte ich nicht. In Österreich gab es das nicht, zumindest nicht im Einzugsbereich jener E-Werke, die nur TT bereitstellten (z.B. Wienstrom). Ob es das in anderen Bundesländern gab habe ich bis heute keine klare Aussage erhalten. ich glaube eher nicht. Ein sehr versierter befreundeter Elektrotechniker bezweifelte das ebenfalls sehr.

OT: Aus der vollständigen Datenbank der _alten_ unharmonisierten Aderfarben wird wohl nie was... jedes Land scheint da völlig sein eigenes Süppchen gekocht zu haben, und viele Länder waren sich nichtmal intern einig. In einem alten französischen Gerät habe ich letztens einen weißen PE gefunden... Schukostecker, 2 schwarze Adern als L/N und ein weißer PE.

lg Ragnar

Hallo NG!

Besten Dank für all die Ratschläge und Empfehlungen.

Ich dachte tatsächlich nicht, daß es nicht ganz so einfach ist, eine korrekte Erdung zu prüfen. Aber nun lasse ich doch besser die Finger davon und frage den Elektriker bei dessen nächstem Besuch.

Ich hätte mir vorgestellt, es gäbe vielleicht irgendein einfaches Prüfverfahren -- ähnlich dem Prüf-Schraubenzieher, der aufglimmt, wenn man ihn in den spannungsführenden Teil der Steckdose steckt. Aber dem ist wohl nicht so... :-)

Nochmals Dank an alle!

Grüße, Måns

Dem ist schon so. Mit dem Prüfschraubenzieher auch den Schutzleiter prüfen! Ist soweit alles ok, dann Prüfschraubenzieher an Phase und mit der anderen Hand an Schutzleiter. Leuchtet die Glimmlampe nicht hell, also glimmt sie nur mehr oder weniger schwach, ist der Schutzleiter mit Bestimmtheit nicht in Ordnung. Das als schnelle orientierende Prüfung! Alles Andere ist ja schon geschrieben worden.

(horst-d.winzler) 23.05.04 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Bist Du des Teufels? Hast Du JE einen lebenden Elektriker gesehen, der in solchen Situationen nicht die eine Hand in der Hosentaschen hatte? Warum macht er das wohl?

Die bei einem defekten Lügenstift tödlich ausgehen kann...

Kinners, don't do that! Das ist russisch Roulette, mit 4 Kugeln.

Wir könnten vielleicht darüber diskutieren ob man den Lügenstift nicht in die "schlechte" Hand nehmen sollte und dann mit einem Finger dieser Hand den SL berühren sollte... Das ist u.U. nicht ganz so unbedingt tödlich...

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