Fehlerhaft angeschlossene Steckdose

Oct 10, 2004 22 Replies

Hallo,



Ich (Energieelektroniker, Fachrichtung Betriebstechnik) habe letzte Woche festgestellt, dass der Elektriker, der bei mir in der Wohnung (Mietswohnung) die Elektroinstallation erweitert hat bei einer neu eingebauten Steckdose (neue Steckdose an alter Leitung, noch mit klassischer Nullung) PEN und L1 vertauscht hat, also 230V am Schutzleiter lagen. Aufgefallen ist das, als meine Schwester dort ihr Laptop-Netzteil eingesteckt hat (NT mit Schuko-Stecker) und dieses beim Einstecken in den Laptop kräftig gefunkt hat und anschließend die Sicherung geflogen ist. Der Laptop hat das ganze nicht überlebt, per Akku läuft er noch, mit Netzteil (auch mit neuem Netzteil) nicht mehr. Ich habe dann den Fehler behoben, um den Stromkreis wieder einschalten zu können.



Auch durch die Diskussion im Beitrag "Elektrogeräte reparieren nicht (jedem) erlaubt" vom 5.10.1004 habe ich einige Fragen:



- Durfte ich die Steckdose richtig anschließen? Meßgeräte für Schleifenwiderstandsmessungen usw. hab ich zuhause nicht, nur einen Duspol mit dem ich den korrekten Anschluß der Steckdose soweit überprüfen konnte.



- Kann ich von dem Elektriker erwarten, dass er die Folgeschäden (=defekter Laptop) bezahlt? Die Installationsänderung ist kein halbes Jahr her.



mfg. Markus


Markus Haastert schrieb:

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Das war das Dümmste, was du machen konntest!

Wie willst du jetzt was beweisen?

Gruss Wolfgang

Stimmt, hab ich hinterher auch gedacht. Aber ohne Strom ist es auch schwierig. Da hing fast die ganze Etage dran.

Ich habe: nen defekten Laptop

2 Zeugen, meine Schwester (ist mit mir verwandt, zählt daher nicht viel) und deren Freund (ist nicht mir mir verwandt, dürfte nen Vorteil sein).

Ich könnte das ganze wieder zurückändern, ob das sinnvoll ist, ist ne andere Frage.

mfg. Markus

Markus Haastert schrieb:

Sauberer Murks! Aber die Erweiterung der Anlage hat er doch hoffentlich als TN-C/S ausgeführt? Da kann er den Fehler ja eigentlich nur beim Anklemmen an der alten Dose gemacht haben.

Da wird bei offensichtlich der PE bis in den Laptop geführt, EMV mäßig zwar vorbildlich, aber in dem Falle leider ein Nachteil.

Da Gefahr im Verzuge war und du aufgrund deiner Ausbildung derartige Trivialitäten ja wohl gelernt hast denke ich schon, dass das in Ordnung geht.

Die Schleifenwiderstandsmessung sollte ja der ausführende Elektriker bereits gemacht haben, insofern ist die Prüfung mit einem Duspol wohl als ausreichend anzusehen.

Unbedingt, die Verjährungsfrist ist (AFAIR, 'Arbeiten an Gebäuden') sogar erheblich länger. Etwas schwierig ist halt immer die Beweislage, Zeugen sind da recht hilfreich.

Gruß Dieter

Markus Haastert verfasste am 10.10.2004 18:32:

Bei so einer Sache hätte der Wohnungseigentümer verständigt werden müssen, der dann ganz presto für die nötigen Schritte zu sorgen hätte.

Grundsätzlich ja. So wie du es schilderst: Klarer Fall von Gewährleistung aus Werkvertrag i.V.m. Schadensersatzpflicht. Wenn jemandem was passiert wäre, sogar strafrechtlich belangbar.

Verwandtschaftsgrad allein zählt nicht, dieGlaubwürdigkeit von Zeugen unterliegt allein der richterlichen Würdigung. Auch Verwandte unterliegen der Wahrheitspflicht und machen sich bei Falschaussage strafbar.

Auf keinen Fall, denn das wäre a) Beweisfälschung b) verbotener Eingriff in eine E-Anlage c) deine volle Verantwortlichkeit, wenn danach etwas passiert

Auf jeden Fall sofort Eigentümer verständigen. Was sagt der Elektrikus zu seinem Werk? Er könnte evtl. sehr "entgegenkommend" werden, wenn die Sache nicht an die große Glocke gehängt wird.

Joachim

Markus Haastert schrieb:

Hä - an der einen Steckdose? Da hätte ich einen Aufkleber drauf gemacht und den nächsten Elekttiker gerufen.

Na und? Ist mir soweiso ein Rätsel. Ich kenne keinen Laptop, in den man ein Kaltgerätekabel direkt einstecken kann. Und das war es ja laut deiner Schilderung wohl.

Was soll also da überhaupt passiert sein?

Und was können die konkret bezeugen?

Musst du wissen.

Gruss Wolfgang

(Mietswohnung)

Der Anschluß der Dose sieht so aus: Alte Leitung läuft Aufputz entlang Fußleiste, die neue Steckdose hat er da "eingeschleift" also die leitung gekappt und dann an der Trennstelle die Steckdose mittlels Wago-Klemmen angeschlossen. In sofern kann man da nicht viel in TN-S installieren, die Verbindung Wagoklemmen-Steckdose (innerhalb der AP-Steckdose) ist aber TN-S.

ok, denke ich mir auch so.

mfg. Markus

Ne, an der Sicherung, an der die Steckdose angeschlossen ist. Mit dem Aufkleber hast du recht, wäre die bessere Lösung gewesen, aber hinterher ist man immer schlauer.

Nein, ich schrieb das Netzteil hat nen Schutzleiter. Etwa die hälfte aller Laptops die ich kenne, haben nen 3-poligen Stecker auf der Primärseite des Netzteils.

Ist mir auch nicht 100%ig klar, meine Vermutung geht in die Richtung, dass der minus des Ausgangs vom Netzteil auf PE-Potential liegt (ist zumindest bei meinem Laptop-Netzteil, auch 3poliger Stecker aber anderer Hersteller so) und dass beim einstecken des Netzteils in den Laptop nen Kurzschluß z.B. über den Schirm des Netzwerkkabels entstanden ist.

Unter anderem dass der Schutzleiter der Steckdose unter Spannung war und dass der Laptop vor dem Einstecken in die Steckdose einwandfrei funktionierte.

mfg. Markus

(Wolfgang Gerber) 10.10.04 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Er meinte sicherlich die Sicherung.

Emm, es ist durch aus nicht unüblich bei Schaltnetzteilen mit Schutzleiter Anschluss die Null (Masse) der Elektronik mit dieser zu verbinden. So viel Fantasie müsstest Du doch haben dir auszumalen was passiert, wenn der Laptop noch irgendwo anders angeschlossen ist und jemand verbindet ihn auf der anderen Seite (gar über einen Platineleiter) mit 230V Phase.

Überleg mal...

(Dieter Wiedmann) 10.10.04 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Und wieso ist ihm dann die Vertauschung nicht aufgefallen? Sein Messgerät hätte wohl einen mittleren Satz gemacht...

Nein. Wenn dem angeblichen Elektriker so ein Kardinalfehler unterläuft dann ginge ich davon aus das der Murker keinen Widerstandsmessung gemacht hat. Das Gerät dazu ist ja auch nicht gerade billig und wer so blöd ist, eine 3 polige Schuko-Steckdose nicht anschliessen udn prüfen zu können sollte eigentlich Berufsverbot bekommen! Er ist ja gemeingefährlich. Es war doch ein grund der Innung bei solchen "gefährlichen" Berufen den Meisterzwang zu erhalten... Ich bin nahezu SICHER das der murksende Geselle VÖLIG ungeschoren davon kommt und noch nicht mal der Laptop ersetzt werden wird. Das ist ja der einzige Sinn solcher ständischen Vereinigungen den Verbraucher gegen eine Wand des Schweigens laufen zu lassen.

Ich habe das "sollte" als sprühende Ironie in diese Richtung aufgefaßt :)

Latürnich. Es ging Dieter aber AFAIS nicht um die Praxis, sondern um den juristischen Sachverhalt. Und die Verantwortung der Schutzleiterprüfung obliegt dem Installateur.

vG

Markus Haastert schrieb:

Was den nun? Erst "Ne", und dann gibst du mir recht?

Na und? Was auf der Primäseite rauskommt ist i.d.R. getrennt vom Netz. Egal welcher Fehler auf der Primärseite auftritt. Im Schmlimmsten Fall steht das gehäuse unter Spannung.

Das wäre allerdings denkbar.

Na ja - dann viel Spass beim Durchsetzen deiner Forderungen. Gruss Wolfgang

Rainer Zocholl schrieb:

Das ist jetzt schon klar. Dass der Laptop noch irgendwo anders angeschlossen war hat der OP aber nicht gesagt. Gruss Wolfgang

Rainer Zocholl schrieb:

Weil er natürlich gar nichts gemessen haben wird, leider gängige Praxis.

Nö, hätte ihn aber auf den Fehler hingewiesen.

Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.;-)

Anderswo nennt man sowas 'Familie'.

Gruß Dieter

Volker Gringmuth schrieb:

Yep, ich muss mir mal eine neue Packung Anführungszeichen und Emoticons kaufen.

Gruß Dieter

(Wolfgang Gerber) 11.10.04 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Ich könnte mir vorstellen das das eine Dockingstation war. Weil, da hast Du recht: einen Laptop mit einem Eurokaltstecker habe auch ich noch nie gesehen.

Auf diese weise habe ich "nur" mal ein Modem und einen seriellen Port(*) gehimmelt: Der chinadreck Kaltgerätestecker war ausserhalb der Toleranz, so das das Gerätegehäuse nicht am SL lag, sondern über die Funkentstörung leicht schwebte. Das fiel allerdings nicht auf, weil das Modem ungewöhnlicherweise ein Schaltnetzteil hatte... Beim abziehen des Sub-Stecker lagen dann 120..230V auf den Seriellen Leitungen, weil ja erst die Masse getrennt wird... Der Modemhersteller hat das Gerät anstandslos getauscht (Zyxel) und ist inzwischen zu schutzisolierten Wandwarzen zurückgekehrt, trotz der enormen Grösse des nötigen Trafos....

(*) Natürlich sass der Treiber Chip so $&/%!!den auf der Platine, das er nicht zu tauschen war.

begin (Volker Gringmuth) 11.10.04 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Ok, also: Usenet-Regel #3 "Vorsicht mit Ironie und Zynismus"... ;-)

"Oblag". da nun ein andrer geschraubt hat ist er draussen vor...

Aber wie besoffen muss man sein um gnge mit bl zu verwechseln? Und dann noch nicht mal mit dem Lügestift zu schecken? Das ging doch nur um eine einzige Dose, wenn ich den OP richtig verstanden habe.

OK, ich mag in "3-Phasen-zu-Schuko" auch gerne ne 4. Glimmlampe zwischen N und SL sehen, die schon mehr als einmal grössere Schäden an Leib und Geräten vermieden hat. Es gibt einfach zuviele Drehstromkabel, die gar keinen N oder SL haben, oder wo der Bauer meinte, das die Belegung egal sei, weil die Maschine ja richtig rum dreht...

snip

Auch wenn es hier wohl nicht so war (...auch mit neuem Netzteil...), es gibt jede Menge Laptops mit eingebautem Netzteil und Kaltgeräte- oder Mickey-Maus-Stecker. Ich besitze z.B. zwei ältere Compaq, die das haben. Bei dem einen gab es Netzteilvarianten mit Rasierer- stecker oder Kaltgeräte. Mit SL wurde wohl wegen EMV eingeführt.

Gruß Ralf

(Ralf Haboldt) 11.10.04 in /de/sci/ing/elektrotechnik:

Jo.

Hm.

Ack.

Sonn' richtiger grosser üblicher Kaltgerätestecker?

Nicht das ich dir das nicht glaube, aber wie sieht das denn aus?

Ich hatte dich so verstanden, als meintest du, ob die ganze Etage (über Mehrfachstecker oder sonstigen Murx) an der einen Steckdose hinge. Das ist nicht der Fall. Aber an der Sicherung, an der die fehlerhafte Steckdose hängt, sind noch ne ganze Menge anderer Steckdosen, die auch benutzt werden.

mfg. Markus

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