Fernsteuern von Trafostationen

Nov 08, 2012 21 Replies

Hallo,



die Stromversorgen steuern doch offenbar ihre Trafo-Stationen fern, von einer Zentrale aus. Was wird da gesteuert und über welche Technik? Nutzen die Signale über die Stromleitungen oder nehmen die GSM? Ein Bekannter meinte das ginge über Funk, als HF terrestisch, was ich mir aber kaum vorstellen kann.



Danke Ciao



Heino Steiners schrieb:

Gugel mal nach dem Stichwort "Fernwirktechnik".

HTH

Reinhard

Heino Steiners schrieb:

Hallo,

das mussten die ja auch schon vor Jahrzehnten, lange bevor es GSM gab. Ausserdem muß das ja auch noch möglich sein wenn GSM wegen des Stromnetzausfalls nichts mehr überträgt. Deshalb nutzt man dafür die Leitungen mit die man für die Leistungsübertragung sowieso schon hat.

Man hat z.B. die Möglichkeit je nach Strombedarf zwei Niederspannungstrafos für 230/400 V parallel zu schalten oder nur einen allein zu benutzen, je nachdem was weniger Trafoverluste ermöglicht und nicht zu einer Überlastung führt.

Bye

Am 08.11.12 23.15, schrieb Heino Steiners:

vielleicht hilft

BWK 64 (2012) 10, S. 14 18

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Din e.V. (Hrsg.): DIN EN 60870 Fernwirkeinrichtungen und -systeme. Beuth Verlag, Berlin

Heino Steiners schrieb:

Das komplette Umspannwerk, inklusive Meldungen. Schau mal nach Stationsleittechnik.

In den Anfangszeiten lief das über TFE[1] oder TFH[2]. Mittlerweile über ein eigenes Kommunikationsnetz.

[1] Trägerfrequenzübertragung über isoliertes Erdseil [2] über Leiterseil

VG Jörg

Oder, wie ich mir letztens bei einem regionalen energieversorger ansehen durfte, mit IEC 60870-5-104 über IP, und darunter über verschiedene medien -- ein SDH-ring (=performanz und redundanz) für die großen umspannwerke, MPLS einer telco mit DSL als last mile für kleinere installationen, wo möglich, oder auch mal IPSEC-VPN über GPRS/UMTS für standorte, wo's kein DSL gibt.

manche versorger haben wohl auch eigene glasfaser-netzwerke (bietet sich ja an), der von mir besichtigte offenbar nicht...

cm.

Am 09.11.2012 23:46, schrieb Joerg Bradel:

War Punkt 1 nicht eher ein Versuch?

"Joerg Bradel" schrieb

Bei recht selten vorkommenden großen Umspannwerken, kann man durchaus etwas höheren Aufwand betreiben und eigenen Leitungen legen. Bei den Trafo-Stationen, quasi in jeder Straße lohnt sich das vielleicht weniger. Wenn die tatsächlich auch schon angebunden sind, wäre es schon interessant welche Technik die für ein solches Szenario nutzen.

Horst-D.Winzler schrieb:

Potzblitz, das war wohl nix?

SCNR

Frank Stranach schrieb:

Meines Wissens werden in der Mittelspannung (10-30kV) nur die grösseren Knoten mit Fernwirktechnik ausgerüstet. Die kleinen Ortsnetzstationen werden nach wie vor per Hand bedient und liefern keine Informationen an die Leitstelle. Vielleicht liest hier jemand aus der MS mit, der das genauer erläutern kann.

VG Jörg

Horst-D.Winzler schrieb:

TFE war vor meiner Zeit. Da kenne ich nur noch die "Hardware" und den Zweck. Als ich angefangen habe, lief bereits ein Großteil über TFH, der Rest über Postmiet- leitungen.

VG Jörg

Am 11.11.2012 16:47, schrieb Rolf Bombach:

Ebenso wie ein isolierter* Blitzableiter. ;-)

*Es gibt durchaus Fälle in denen Teile eine Blitzschutzsystem durchaus mittels Funkenstrecken getrennt sein können.

Ich moechte auch keinen "unisolierten" Blitzableiter unter Putz an der Hauswand entlang verlegen... (Die Kombination aus AlMgSi und kalkhaltigen Putz verspricht kein langes Leben)

Regards Karsten

Hallo Jörg,

Am Sun, 11 Nov 2012 20:04:26 +0000 (UTC) schrieb Joerg Bradel:

richtig!

Umspannwerke, Schalthäuser und Schaltstationen bekommen immer eine "echte" Fernwirkanlage, wobei als Übertragungswege eigene Glasfaser- und Kupferkabel zum Einsatz kommen. Aber auch Richtfunk- und Satellitenverbindungen werden verwendet. Eher selten kommen Telefonmietleitungen zum Einsatz. TFH ist auch nur noch ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert.

Rundsteuerung geht eh nur in eine Richtung, zur Tarifsteuerung und dem Schalten der Straßenbeleuchtung o.ä. ist das ja in Ordnung. Zum Schalten von Lasttrennschaltern aber ungeeignet, da ja ohne Rückmeldung. Außerdem funktioniert es übers Netz nur, wenn auch Spannung vorhanden ist, was nach einem Schalterfall aber regelmäßig nicht mehr der Fall ist.

In kleineren Trafostationen werden zum Schalten einzelner Lasttrennschalter, zum Melden von Kurzschlussanzeigern bzw. Erdschlussrichtungsrelais und zur Rückmeldung anderer relevanter Messwerte GSM-Modems verwendet.

Die meisten Trafostationen besitzen aber tatsächlich noch keine Anbindung an das Leitsystem. Der Informationsbedarf zur sicheren Netzführung wird aber durch die vielen Einspeiser immer höher, so dass über kurz oder lang alle eingebunden werden.

Powerline zum Schalten, Steuern und der Messwertübertragung ist auch noch kein Thema. Das Internet wird übrigens bei uns niemals für solche Aufgaben benutzt.

Viele Grüße Michael

Michael Schwimmer schrieb:

Habt ihr da eine Fernwirkanlage drin, die nur Befehle und Stellungsmeldungen umsetzt, oder eine ausgewachsene Leit- technik, die auch Status- und Störungsmeldungen der Anlage, auch Sekundärtechnik, übermittelt? Die MS-Knoten, die ich kenne, sind da gut angebunden (Einzel- bzw. Sammelmeldungen).

Und das ist gut so. Auch wenn einige Hersteller versuchen, die altbewährte Cu- Lösung (z.B. Wandler -> Schutz) mittels IP in neue Dimensionen zu treiben. Über das, was dann folgt, möchte ich lieber nicht nachdenken.

VG Jörg

Hallo Jörg,

Am Sun, 11 Nov 2012 23:39:23 +0000 (UTC) schrieb Joerg Bradel:

da sind bei uns moderne Fernwirkanlagen drin, welche tausende von Befehlen, Stellungs-, Status- und Störmeldungen, sowie Messwerte übertragen können.

Heutzutage sind aber die Schutzrelais bereits so ausgerüstet, dass die auch ohne Fernwirkanlage auskommen, sie müssen dazu "lediglich" per TCP/IP an das Leitsystem angebunden werden.

Kommt immer darauf an, welche Netze man dafür verwendet. PPP-Verbindungen über eigene Leitungen sind recht sicher, den Rest übernehmen die ausgeklügelten Sicherheitsmechanismen der beteiligten Geräte. Da ist nichts mit reinhacken, wie im Kino! Was Sicherheit anbetrifft, sind die Schutz- und Fernwirkleute schwer paranoid, ist aber auch gut so.

Wenn man alle Informationen, die so ein modernes Schutzgerät liefert, ausnutzen will, stößt so eine Fernwirkanlage sehr schnell an ihre Grenzen. Aber ganz ohne Fernwirkanlage geht es auch dann nicht, es bleibt in so einem UW oder Schalthaus noch genug übrig, was übertragen und gesteuert werden muss.

Viele Grüße Michael

Am Mon, 12 Nov 2012 08:34:09 +0100 schrieb Michael Schwimmer:

Es reicht ja schon die Verbindungen durch Überlastung des Netzes zu stören, sobald das über öffentlich zugängliches Netz geht ist diese Gefahr nicht auszuschliessen.

Lutz

Hallo Lutz,

Am Mon, 12 Nov 2012 09:03:26 +0100 schrieb Lutz Schulze:

Wie ich geschrieben hatte, handelt es sich um eigene Leitungen aus Glas und Kupfer. Das heißt, das dafür verwendete Fernmelde- und Fernwirknetz ist völlig unabhängig vom öffentlichen Netz und mehrfach redundant ausgelegt.

Viele Grüße Michael

Am Mon, 12 Nov 2012 10:08:32 +0100 schrieb Michael Schwimmer:

Wenn es über eigene Leitungen geht ist dagegen nichts zu sagen, 'PPP-Verbindungen über eigene Leitungen' plus 'den Rest' interpretierte ich so dass 'der Rest' eben auch über ein öffentliches Netz gehen kann.

So kann man sich missverstehen.

Lutz

Hallo,

Am Mon, 12 Nov 2012 10:25:03 +0100 schrieb Lutz Schulze:

der Rest wird von Fernwirkanlagen ver- und entsorgt, die selbstverständlich auch NICHT am öffentlichen Fernmeldenetz, sondern am EIGENEN, mehrfach redundanten und gesicherten Fernwirknetz hängen. Also an keinem Punkt eine Verbindung in und über ein öffentliches Netz.

Viele Grüße Michael

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