Größen- oder Regulierungswahn im Wohnungsbau?

Nov 04, 2026 Last reply: 3 hours ago 10 Replies

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Martin Τrautmann

Typisch verlangt die Norm eine Absicherung mit 3x 63 A. Typisch sind dafür 10 bis 16 qmm. Es würde mich wundern, wenn das nicht auch im 3. OG reichen würde. Aber die Querschnittsberechnung hängt tatsächlich von der Leitungslänge ab. Lass dir also die Berechnung zeigen, wie die…

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Moin!



Kein Wunder, das die Kosten für Wohnungen in DE so teuer sind...



Meine Frau hat noch eine Genossenschaftswohnung im Dunstkreis von Hamburg. Der Mietvertrag besteht seit rund 40 Jahren, die Wohnung wurde bis auf notwendige Reparaturen von der Verwaltung nie modernisiert. Daher ist die Stromzuleitung (aus der Erinnerung wo ich vor einigen Jahren mal reingeschaut hatte) mit 6 Sicherungen und einer Zuleitung mit



5*4 oder 5*6 qmm recht "übersichtlich".

Im Rahmen einer Erneuerung der Stromzuleitung (mehrere Häuserblöcke dieser Genossenschaft) wird gerade die Wohnungszuleitung (2,5 Zimmer,



75qm) erneuert. Das dabei die Zuleitung dicker wird - okay. Das mehr Sicherungen, Überspannungsschutz, FI eingebaut werden - super.

Aber warum muß für so eine "kleine" Wohnung (Waschmaschine und Geschirrspüler seit mehr als 30 Jahren in Betrieb) die Zuleitung vom Keller ins 1. OG in 5*16qmm, ins 3 OG. sogar in 25qmm gemacht werden??? (Geschätzte Leitungslänge Zähler - Wohnungs-UV 15..20 Meter, Verlegung im Kabelkabel (4 Wohnungen = 1 Kanal im Keller, in der Wohnung 45mm Kanal zur UV) und im stillgelegtem Schornsteinschacht)


Der Chef der E-Firma, auf die Querschnitte angesprochen, meinte nur "ist heute Vorschrift" und "als Sicherheit für Balkonkraftwerke"... Bei erlaubten 800Watt? Mit möglichem Zuwachs auf 1000 oder 1600 Watt (mehr werden die Balkone nicht hergeben) - also rund 4-7 Ampere???



Bin ich jetzt zu alt oder warum kann ich das (eingebaute Querschnitte) nicht mehr nachvollziehen?



Bild:

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Typisch verlangt die Norm eine Absicherung mit 3x 63 A. Typisch sind dafür 10 bis 16 qmm.

Es würde mich wundern, wenn das nicht auch im 3. OG reichen würde. Aber die Querschnittsberechnung hängt tatsächlich von der Leitungslänge ab. Lass dir also die Berechnung zeigen, wie die Länge für 2. und 3. OG ermittelt wurde.

16 qmm reichen eigentlich bis pauschal 100 m Leitungslänge.

Die aktuellen Balkonkraftwerke mit max. 800 W Einspeiseleistung sind exakt so gerechnet, dass sie unter worst case auch mit den bestehenden

16-A-Stromkreisen und 1.5 qmm Querschnitt keine Probleme bekommen - womöglich nicht einmal für 13 oder 10 Ampere. Das ist im Vergleich zur Wohnung völlig vernachlässigbar.

Aber in Küchen von früher hatte man teils nur eine einzige Steckdose für Herd & Co, dann zumindest getrennt den Herd mit 3x2.5 qmm und eine Dose für den Rest. 3x4 qmm sind schon sehr exotisch - aber sinnvoll für die Kochlandschaften mit sechs statt vier Platten, mit Großraumfeldern, mit Backofen und dazu noch dem Dampfgarer.

Seinerzeit hatte man auch kaum mehr als einen Handmixer. Heute kommen dazu noch der Smoothymaker oder Blender, der Espresso-Vollautomat, Thermomix, Küchenmaschine, Heißluftfritteuse, Sandwichmaker, Wasserkocher, Toaster usw. Hingegen werden Eierkocher, Waffeisen und Raclettegerät eher nur gelegentlich eingesetzt. Aber manche Leute haben auch noch den Reiskocher, das Dörrgerät, die Getreidemühle uswusf im Einsatz. So Kleinkram wie elektrische Büchsenöffner, Brotschneidemaschinen usw. fallen da kaum noch ins Gewicht.

Da reicht die Arbeitsplatte kaum noch aus - und noch viel weniger die Dimensionierung des Stromanschlusses. Früher hatte man auch nur eine Umwälz-Dunstabzugshaube, wo man heute Wrasenabzüge mit der Saugkraft einer Straßenkehrmaschine findet.

Das Material ist schlicht kein nennenswerter Kostenfaktor, sondern nur die Arbeitszeit. Es ist daher vermutlich sinnvoller auf der Seite des besseren Materials zu irren.

/ralph

Am 04.11.26 um 15:39 schrieb Torsten Rüdiger Hansen:

Die Balkonkraftwerke hängen an den normalen 16A-Sicherungen. Alles dahinter muss dies aushalten, weil das auch entsprechend abgesichert ist.

Installationen mit Wieland-Stecker sind eher selten.

Pro Zähler ist aktuell nur eines erlaubt, ergo gehen hinter der UV in der Wohnung max. 3,5 A mehr drüber, so wie auch bei den 16A (10A) Sicherungen der Fall ist.

Ergo: Dieses Argument ist Unfug.

Am 04.11.2026 um 17:42 schrieb Marco Moock:

Da möchte ich widersprechen.

Es ist *grober* Unfug. Wenn die Steckersolaranlage wie auch immer an einem Endstromkreis hängt, geht diese "Belastung" von nicht mal einem halben Wasserkocher im Rauschen unter -und wenn es keine Endstromkreis sit, ändert ein größerer Querschnitt vom Hausanschluss zur HV oder von der HV zur UV genau nichts am Anschluss der Steckersolaranlage. Elektrotechnischen Laien versucht man dauernd irgendwelche Schauermärchen-Bären aufzubinden.

In Deutschland haben wir schon nicht erst seit vorgestern *mit* die umfangreichsten und sichersten Vorschriften, nicht nur in der Elektrotechnik.

Wenn wenn das nun alles so bleiben soll, was machen dann all die Normungsgremien und Verlage und Installationsfirmen? Zu? Eher nicht...

Wir haben auch 25mm² (aber Alu, ca. 1995) vom Hausanschluss bis zum später gesetzten, neuen Zählerschrank, mit 3x 50A SHS/SHU in letzterem und IIRC (ich habe weder Plombenzange noch Berechtigung) 3x 80A NH am Hausanschluss. Zwei Wohnungen mit guter Elektroausstattung plus Garten und Werkstatt, Mittelgroße PV, Wallbox, div. Elektrowerkzeuge auch mit (roten) CEE16... wir brennen praktisch regelmäßig aller drei Tage ab, deswegen muss das dringend verbessert werden!!1elf

(nein, noch nie auch nur etwas wirklich warm geworden)

Am 04.11.26 um 15:39 schrieb Torsten Rüdiger Hansen:

Es dürfte um die Schleifenimpedanz gehen. Diese Leitung dürfte mit 63A abgesichert sein (bei mehr als 5 Wohnungen oder Reserve für Wärmepumpen etc. evtl. 80A oder mehr). Also muss sie in der Lage sein, im Zweifel bei einem Kurzschluss die Neozed im Hausanschluss auszulösen. Unter

16mm² kommt man da heutzutage bei beliebigen Wandmaterial (Wärmeleitung) eher nicht weg. Bei langen Leitungen auch mal mehr wegen der Schleifenimpedanz.

Letzteres war Bullshit. Das kann die Zuleitungen nur entlasten.

Mal Anzahl Wohnungen, aber das Vorzeichen ist trotzdem negativ.

Marcel

Ähm, ist das Rechts der Stand nach Verteilungs-neubau und VOR Neuverlegung (Aller Zuleitungen u.s.w.) in der Wohnung?

Sieht irgendwie "seltsam" aus der Aufbau.

Ist der Kupferpreis gesunken auf "lohnt nicht mehr zu klauen"? ;-)

10-16 qmm sind IMO schon seit über 20 Jahren Standard für Zuleitungen "einfacher" Verteilungen und die Tendenz geht wohl eher in Richtung mehr (Geräte=Anschlüsse=Leistung=Reserven). Das ist m.E. nix zu irren wenn man gleich einen Querschnitt höher legt.

Das man nach 40 Jahren nichts tun nun mit einem Großen Sprung Technologisch aufholen muß und dabei noch für die Zukunft gerüstet sein sollte finde ich nur logisch.

Und bei der nebenan angesprochenen Schleifenimpedanz und 2-3 OG würde ich auch 25 qmm nicht für ungewöhnlich halten.

XP in die Haushaltsgruppe gelöscht.

Bye/ /Kay

Nein, aber die Arbeitszeit astronomisch hoch geworden.

Ja, und dank Elektroautos etc. hat man vermutlich so dickes Material heute mehr als Standardware rumliegen, kilometerweise.

/ralph

Und wenn es doch zu teuer wird: nimm Alluminium. Braucht dann halt 60% mehr Querrschnitt, aber ist noch mal deutlich günstiger.

Bastian

Nein, pro Wohnung, weil es sich ja bei meiner Betrachtung um die Zuleitung zu EINER Wohnung handelt.

-- Wegen der geplanten Abschaltung von Individual wird dieser Rechner (Mac Mini 2014, MacOS 10.13) auch nicht mehr upgedatet. Ich werde mich voraussichtlich auch mit dem Server auch aus dem Usenet verab- schieden. Vielen Dank für gute 30 Jahre Unterhaltung, Treffen usw.

Nachtrag: Ich konnte gestern abend die alte Zuleitung ansehen (abgesägtes Ende): Es war 5*10qmm. Allergings konnte ich nicht erkennen, ob es nur für eine Hausseite (4 Wohnungen) oder beide Seiten (8 Wohnungen) war. Da die neue Zuleitung nicht mehr im (Keller)Flur ist war mir die Ansicht der Neuanlage nicht möglich. Vielleicht heute abend, dann sollte der K2-Schlüssel dabei sein.

Keine Angst, ich werde keinen Verteiler aufmachen, sondern nur den neuen Stromzähler "ablesen" (fotografieren). In der Hoffnung, dann die neue Zuleitung zu sehen.

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