HV-Halogen: Energieeffizienz

Hallo,
der Längenrekord des Threads zum kommenden Verbot von Glühlamppen steht inzwischen wohl ausser Frage - daher mache ich lieber einen neuen auf.
Warum sind Netzspannungs-Halogenlampen ("Hoch-Volt", HV) solch trübe Funzeln?
Meine Vermutung ist, dass der Glühwendel bei höheren Spannungen mit größerem Abstand gewickelt werden muss, die Wendeltemperatur daher deutlich geringer bleibt.
Der letzte Besuch im Baumarkt war recht frustrierend - für einen Badezimmerschrank brauchte ich Ersatz. Was vermutet ihr, in welcher "EEC" HV-Halogen bei 25 Watt landet?
Ich selbst war ziemlich überrascht, dass es bestenfalls Klasse D war. Schlechtestenfalls wurde sogar Klasse F angeboten!
Bei Stückpreisen zwischen zwei und sechs Euro fand ich das schon recht mager...
Zufälligerweise war an genau jenem Tag eine Kundenberaterin von Osram mit eigenem Informationsstand in diesem Baumarkt. Immerhin konnte diese mir sogar eine 40W-HV-Halogenlampe zeigen, die die Klasse C erreichte. 25 W in EEC C waren leider Fehlanzeige.
Heute wollte ich mal im Osram-Katalog online nachblättern. Macht der gerade Weihnachtspause? http://catalog.myosram.com/ bringt mir nur eine Fehlermeldung.
Inzwischen habe ich versucht, mir die Grenzen der Klassen zu veranschaulichen. Die offiziellen Webseiten zu eu-label.de bzw. stromeffizienz.de sind da leider faktisch unbrauchbar. Demzufolge habe ich versucht, die Werte, abzuleiten und habe das noch als Grafik umgesetzt: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title tei:Energieeffizienz_100W.png&stable=0
Mindestwerte des Lichtstroms bei 25 Watt: A: 1903 lm für Leuchtstofflampen ohne integriertem Vorschaltgerät A: 1519    lm B: 464    lm C: 318 lm D: 252 lm E: 206    lm F: 163 lm
Zum Vergleich: Klasse A wird mit 286 lm / 7 W oder 344 lm / 8 W erreicht.
Für den typischen Bereich der Energiesparlampen bis 20 W ist die lineare Darstellung leider wenig aussagefähig. Da tüftle ich noch - wer da also bessere Ideen zur Darstellung hat, z.B. logarithmisch...
Schönen Gruß Martin
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On Sat, 27 Dec 2008 10:34:56 +0000 (UTC), Martin Trautmann wrote:

Nachtrag: die PDFs haben dazu doch noch Angaben.
Halopin Energy Saver mit Sockel G9 für 230 V gibt es nur in 33 Watt und 460 lm - erreicht also haarscharf die Klasse C mit min. 458 lm.
Halostar Energy Saver erreicht bei 12 V: 320 lm / 14 W (B) 500 lm / 25 W (B) 900 lm / 35 W (B) Das sind wohl die IRC-Lampen (Infra-Red Coating mit besonders hoher Effizienz)
Die einfachen Halopin HV-Lampen erreichen 230 lm / 25 W, matt (E) 260 lm / 25 W, klar (gerade noch D) 460 lm / 40 W, matt (noch E, fast D) 490 lm / 40 W, klar (D)
Die einfachen Halostar Standard NV-Lampen kommen mit 130 lm / 12 W, matt (C) 140 lm / 12 W, klar (C) 300 lm / 20 W, matt (C) 320 lm / 20 W, klar (C) 570 lm / 35 W, matt (C) 600 lm / 35 W, klar (C) 830 lm / 50 W, matt (C) 910 lm / 50 W, klar (C)
Laut EU-Label.de gilt die EEC-Richtline angeblich aber nicht für NV-Halogenlampen. Ist das richtig? Der Richtlinie selbst kann ich diese Einschränkung nicht entnehmen. Dort werden z.B. Batterie-Leuchten und Reflektor-Lampen deutlich ausgeschlossen.
Schönen Gruß Martin
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Philips erklärt es so:
"Wird die Spannung (U) auf ein zwanzigstel abgesenkt (230V -> 12 V), so muss für die gleiche Lampenleistung (P) der Strom (I) um den Faktor 20 vergrößert und der Wendelwiderstand (R) um den Faktor 400 ( x20) verkleinert werden. Dies bedeutet, dass die Wendel von Niedervoltlampen viel dicker und kürzer ausgelegt werden kann, was ihre Lebensdauer deutlich erhöht. Ein Teil dieser Lebensdauerverlängerung kann aber auch in die Effizienz der Lampe investiert werden, indem die Wendel heißer betrieben wird und folglich mehr Licht liefert." <http://www2.philips.de/licht/onlineacademy/samples/el_halogenl.pdf

Philips bietet mit der MASTERClassic eine Hybrid-Lampe an, die eine NV-Halogenlampe und einen Netztrafo integriert und so Klasse B erreicht:
<http://www.lighting.philips.com/de_de/architect/lam_prod_news/product_news_masterclassic.php
Christian.
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Ohne mich jetzt genauer damit befaßt zu haben, da ich schon seit Jahren >80% vom Haus auf ELS umgestellt habe, würde sich mit o.g. dann ein zusätzlicher (elektronischer) Trafo mit xx Wirkungsgrad (?) wirtschaftlich rechnen, wäre es ein Nullsummen spiel oder doch noch eine Verlustsache?
Vielleicht einmal nur auf Verbrauch/Ausbeute bezogen. Und separat auf Anschaffung/Unterhalt.
CU Stefan
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On Sat, 27 Dec 2008 12:45:56 +0100, Stefan Hundler wrote:

Die genannten MasterClassic haben ja wohl bei dem geringen Platz einen elektronischen Trafo drin und erreichen noch immer Class B - während die guten NV-Halogenlampen auch gerade mal Class B und die schlechten Class C haben, zzgl. Trafo-Verluste.
Sprich: mit elektronischem Trafo kann man etwas mehr rausholen. Recht viel ist aber nicht mehr drin. Möglicherweise bringt es mehr, Trafos zuerst einmal primärseitig zu schalten, als noch das letzte Quäntchen aus den Lampen rauszukitzeln.
IRC-Halogen-Lampen sind bisher im Handel aber kaum erhältlich. Schon allein deren Aufnahme ins Standardsortiment (und deren Preissenkung!?) wäre eine deutliche Verbesserung.
Schönen Gruß Martin
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Gut, mit dem Wort "Trafo" in Bezug auf die MASTERClassic habe ich mich vorschnell festgelegt. Da die Halogenlampe berührungsgeschützt ist, kann man im Netzteil auf galvanische Trennung verzichten und z.B. einen Tiefsetzsteller einsetzen.
Christian.
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On Sat, 27 Dec 2008 13:03:37 +0100, Christian Koch wrote:

Wie hoch ist deren Wirkungsgrad, verglichen zu einem Schaltnetzteil im optimalen Arbeitspunkt?
Schönen Gruß Martin
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Ein Tiefsetzsteller ist auch ein Schaltnetzteil ;-) Der Wirkungsgrad der Netzteile in den Lampen wird wohl über 90% liegen, wenn man Klasse B erreichen will. Genaue Werte kenne ich aber nicht.
Christian.
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Sorry, ich bin wohl in falschen Film. Ich dachte wir reden hier über Halo-Schienensysteme.
Du redest aber wohl von NV-Halo in E14/27 Sockel. Da hat mich eben die Energieeffizienzklasse bei NV inkl. Trafo auch mehr als verwirt.
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On Sat, 27 Dec 2008 14:39:57 +0100, Stefan Hundler wrote:

Nein, eigentlich redete ich von Netzspannungs-Halogenlampen, also solche zum direkten Einsatz bei 230 V.
Typischer Sockel: Stecksockel G9
Halo-Schienenssysteme gibt es AFAIK sowohl in NV- als auch HV-Ausführung. Erstere muss für hohe Ströme dimensioniert werden, letztere berührungssicher für höhere Spannungen.

Nein, das ist eine Sonderform, Niedervolt, die direkt an Netzspannung betrieben werden kann.

EEC für das Komplettpaket NV + Trafo kenne ich nicht, lässt sich aber im Prinzip unmittelbar ableiten. Typische NV-Systeme arbeiten aber mit einem einzigen Trafo und mehreren verteilten Leuchten. Da entfällt also die Vergleichbarkeit zu einer normalen, punktförmigeren Lichtquelle und die Messung des Lichtstroms in lumen.
Schönen Gruß Martin
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On Sat, 27 Dec 2008 12:23:56 +0100, Christian Koch wrote:

Die scheint als Straßenpreis knapp 10 Euro zu kosten?
Da das Modell auch noch dimmbar ist, sind das wohl wirklich die zukünftigen Nachrüst-Alternativen. Ein Kerzenleuchter mit 7 solchen E14/20-W-Leuchten ist natürlich schon gewöhnungsbedürftig und praktisch wenig sinnvoll, aber immerhin eine Alternative.
Schönen Gruß Martin
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Christian Koch schrieb:

Hallo,
man kann daraus auch schliessen: wenn z.B. eine 12 V 20 W Lampe einigermassen effizient ist, dann müssen es bei 230 V schon um die 400 W sein. Ob man nun mit 6, 12, 24 V oder noch mehr Spannung speist, die Leistung muß zur Spannung passen wenn die Lampe einigermassen effizient sein soll.
Bye
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Martin Trautmann schrieb:

Lebensdauerüberlegung/"Optimierung". Siehe Philips-Kommentar. Dazu kommt, dass man höhere Verluste durch Wärmeleitung und Konvektion hat. Ohne Schutzgas wären vernünftige Fadentemperaturen nicht möglich; bei HV hat man dann sehr viel Oberfläche durch die Drahtlänge, Tricks wie Doppelwendel hin oder her und damit viel Verluste. 12V sind, IIRC, meistens einfach gewendelt.
--
mfg Rolf Bombach

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