Kühltruhe umpolen (2025 Update)

Sep 09, 2024 Last reply: 1 year ago 25 Replies

Hallo allerseits,


ein bißchen ist es mir ja peinlich, aber es nützt ja nix. Ein Bekannter bat mich, mal nach seiner Kühltruhe zu schauen, die recht neu ist und seit ein paar Tagen nur noch auf -10°C steht, statt auf -18°C, wie eingestellt.



Gekuckt, dran rumgedrückt, Handbuch gelesen, dem Kältemittel beim Gluckern zugehört. Stecker raus, 15 sec. gewartet und wieder rein. Da hatte ich den kurzen Reflex, ihn mal rumzudrehen, aber da es ein Winkelstecker ist und weil mir die Idee dann innerhalb einer Sekunde zu doof war, habe ich es gelassen.



Hat alles nix geholfen, trotz Ändern der Einstellung auf -20°C bzw. Aktivierung der Funktion Schockfrosten (-26°C) blieb die Kiste auf



-10°C stehen.



Er hat dann am nächsten Tag die Hotline des Herstellers angerufen und dort wurde ihm gesagt:


- Stecker raus und 5 min. warten



- Stecker dann anders herum wieder reinstecken



Ihr ahnt es schon, sofort funktionierte alles wie am ersten Tag, die



-18°C waren schnell erreicht und das Schockfrosten funktioniert auch.



Punkt 2 der Maßnahmen macht mich etwas fassungslos, das ist für mich auf dem Niveau von "tauschen sie das schwarze gegen ein graues Netzkabel aus". Ich gehe davon aus, daß allein die 5 min. stromlos den Fehler behoben haben und bitte euch freundlichst, mir die Restzweifel wegen dem Umpolen rückstandslos auszuräumen.



Danke



Frank


Am 09.09.2024 um 12:16 schrieb Frank Scheffski:

Da wird halt in der Software der Kiste ein Fehler sein. Nach 5 Min hat sie ev. die Programmierung vergessen und lädt sich die Grundeinstellungen.

Stecker umdrehen ist wohl nur eine Erklärung für den Kunden damit der zufrieden ist. (er wird ich ja dann wohl (so die mögliche kalkulation) davor hüten die Programmdaten ändern zu wollen. Probiers einfach aus)

Kurt

Am 09.09.24 um 12:16 schrieb Frank Scheffski:

Dann hat sicher auch das gluckern aufgehört`? Das Kältemittel musste sich erst setzen.

Das ist Blödsinn.

Solche Dinge kommen u.U. in manche Anleitungen rein, um sicherzustellen, dass der Stecker auch wirklich abgezogen wird, auch um zu kontrollieren, dass der jenige der es am anderen Ende des Telefons gemacht hat, es nicht zwischendurch wieder vergessen hat (Nachfrage: Und ist er jetzt andersrum? Selbst wenn im "andersrum" kein Sinn steckt, so stellt es sicher, dass ausgesteckt wurde).

Natürlich kann der jenige immer noch lügen, aber wenn er nicht täuschen will, dann ist das eine Kontrollmöglichkeit zusätzlich.

/ralph

Nein. Hätte es am Stecker gelegen, liefe sie oder liefe nicht. Möglicherweise würde es in der Dose schmoren. Sie lief aber offenbar und die Regelung auf eine konstante Temperatur funktionierte auch, nur nicht die gewünschte. Durch das Umdrehen hat sich das Potential der Regelung gegen Erde geändert. Wenn das Regelmodul sich von sowas beeinflussen läßt ist es ein Stück Müll und die noch neue Truhe ein Garantiefall. Bei etwas so krassem, das zudem beim Hersteller offenbar wohlbekannt ist, solltet Ihr auf jeden Fall rückabwickeln und etwas anderes kaufen. Wer weiß, was so einem Hersteller sonst noch alles egal ist.

Das könnte tatsächlich stimmen. Aber selbst dann und wenn die Asusage falsch ist wäre ein Gerät mit Schukostecker, von dem der Hersteller selbst behauptet, es funktioniere nur in einer Steckrichtung, ein Rückgabegrund.

Das wird ja vermutlich nicht behauptet. Sondern nur, dass das "Umpolen" zur Fehlerbehebung beiträgt. Bei solchen Dingen wird ja die Rechtsabteilung drüberlesen (und bei mündlichen Aussagen kann man immer sagen, dass es falsch verstanden wurde).

Wobei ich mir (wenn auch nicht bei Kühltruhen, sondern eher bei HiFi-Geräten) vorstellen kann, dass vertauschen von Phase und Masse sich auf die Brummeinstreuungen auswirkt.

/ralph

Bei Kältergeraten ist mir so etwas noch nicht untergekommen, und ich kann auch keinen triftigen Grund erkennen.

Ich hatte aber schon mit (Gas- oder Öl-)Heizgeräten zu tun, bei denen die Elektronik für die Zündung und Flammüberwachung - wohl aus Kostengründen - unsymmetrisch aufgebaut war und dann - in der Anleitung beschrieben - nicht funktionierte, wenn der Schuko-Stecker "falsch" herum eingestöpselt war.

Am 09.09.24 um 12:16 schrieb Frank Scheffski:

Beim Schukostecker ist die braune Leitung die Phase (Spannung) und die andere, blau, der Nullleiter. Beim Vertauschen der beiden Leiter kann die Elektronik ins taumeln kommen. Auch schon bei meiner Therme erlebt.

Eben. Das ist ja nicht neu. Und für sehr schlecht gemachte Steuercomputer kann das schon zu viel sein. Bei uns in der Tiefgarage fallen regelmäßig die Bewegungsmelder aus. Eine Minute Sicherung raus resettet sie. So grenzwertiger Müll ist also so ungewöhnlich nicht.

Trotzdem dürfte Deine Erklärung die plausiblere sein. In die Richtung hatte ich mal wieder nicht gedacht. Auf die Idee, daß ich vorsätzlich angelogen werden könnte, komme ich viel zu selten und das hat leider Folgen.

"Ich habe das Ersatzteil schon" heißt bei Handwerkern "ich habe keine Ahnung, was defekt sein könnte, noch weniger, wo ich es herbekommen könnte und in den nächsten 14 Tagen auch weder Zeit noch Lust, mir Gedanken darüber zu machen".

Die ist über einen Schuko-Stecker angeschlossen?

Am 09.09.24 um 15:23 schrieb Hubert Bilek:

Vor der Elektronik sitzt das Netzteil und dem ist es egal, wie L und N angeschlossen sind. Wichtiger ist, ob der Schutzleiter richtig angeschlossen ist.

Hallo,

Am 09.09.24 um 13:42 schrieb Friedrich Karl Siebert:

vermutlich dient es dazu, den Laien zur genauen Befolgung der Anweisungen zu motivieren. Andererseits habe ich bei einem anderen Gerät, einer Dauerwandler-USV, erlebt, dass es durchaus einen Unterschied machen kann, in welcher Lage der Stecker in der Dose steckt. Dereinst hatte ich mich über die ungewöhnlich hohe Wärmeentwicklung gewundert, die mit einem ungewöhnlich hohen Stromverbrauch einherging. Irgendwann hatte ich, tief versteckt in einem Reparaturartikel im Wiki für Techniker gelesen, dass es bei direktem Festanschluss der USV an das versorgende Stromnetz darauf ankäme, genau Phase an den einen und Null an den anderen Leiter anzuschließen. Das habe ich dann einfach mal ausprobiert, und siehe da: die Raumtemperatur ging deutlich zurück, und der Stromverbrauch halbierte sich. Warum und wieso, weiß ich nicht, und ich habe auch im Wiki keine Erklärung gefunden. Aber ich habe mir gemerkt: es kann etwas ausmachen, auch wenn ich vorher nie daran geglaubt hatte. Die Wege der Ingenieure sind unergründlich...

Alexander Goetzenstein schrieb am Mon, 9 Sep 2024 16:23:35 +0200:

Genau desterwegen frug ich hier. Man ist sich halt meistens nur zu

99,x% sicher.

Ich danke für die zahlreichen Antworten, zumal der ein oder andere Grund für ein sinnhaftes "Umpolen" ja auch dabei war. Wenn auch nicht für Kühltruhen.

Ich denke mal, die Steuerung hatte sich aufgehängt und wir hatten den Stecker nie lange genug draußen, um drin völlig auf '0' zu kommen. So hatte ja alles funktioniert an dem Teil, nur die Regelung war aus dem Tritt geraten. Es handelt sich übrigens um ein Inverter-Gerät von Haier.

Nochmal Danke an alle!

Frank

Stefan Wiens schrieb am Mon, 09 Sep 2024 15:19:04 +0200:

Irgendwie nützt man da doch die Leitfähigkeit der Flamme aus, wenn ich das richtig im Hinterkopf habe. Irgendwas steht unter (Netz-)Spannung und wird dann von der Flamme "geerdet".

MfG

Frank

Hi Frank,

Also extremst kostenoptimiertes Halbleiter-Schaltungsdesign. Da kann man sich alles vorstellen. Die Sache mit den Brummschleifen kannst Du vergessen, weil im Gegensatz zu Bild- und Ton-Zeugs keine Masseschleifen infrage kommen, asymmetrische Netzteile umso mehr.

Marte

Ich denke eher, "Stecker umdrehen" steht im Script damit der Kunde auch _wirklich_ den Stecker rauszieht (und wieder reinsteckt), statt das einfach mit "jaja, habbich gemacht" abnickt (und nichts tut).

Man liest sich, Alex.

Alexander Schreiber schrieb am Mon, 9 Sep 2024 21:32:24 +0200:

Das ist im Ansatz plausibel, aber die Dame an der Hotline hat die 5 min. nicht mit abgewartet, sondern dem Kunden vertraut. Ich denke mittlerweile auch, das fällt unter "magic move", damit Lieschen Müller das Gefühl hat, wirklich was entscheidendes gemacht zu haben und nicht nur Stecker raus und wieder rein.

MfG

Frank

Frank Scheffski schrieb am 09.09.24 um 19:29:

....aber nur bei Vollmond

Am 10.09.2024 um 01:12 schrieb Penn Erwin:

Ionisations-Flammüberwachung, guckst Du hier:

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Gruß Andreas

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