Ladeenspannung von AA-NiMH-Akkus

Halo,
ich habe aus mehreren Jahrgängen rund 20 Akkus der Baugröße AA (LR6) mit
NiMH-Technik. Die Kapazitäten sind auch unterschiedlich:
Energizer 2650mAh
Topcraft (rot-schwarz) 2300mAh
Topcraft (gelb) 1700mAh
Geladen werden die Akkus mit einem mikroprozessorgesteuertem Ladegerät
mit div. Überwachungseinrichtungen und pro Ladeschacht mit
Einzelüberwachung. Obwohl ich die Akkus immer 4er-Packweise benutze
(gleiche Charge im selbem Gerät) ist die Ladedauer teilweise extrem
unterschiedlich. Außerdem habe ich festgestellt, das die Spannung nach
Entnahme aus dem Ladegerät sehr unterschiedlich ist: Von 1,5xx Volt bis
1,38x Volt. (Die Meßungenauigkeit von 3 1/3 stelligen DMM und die
vorgetäusche 1/1000 Volt Anzeige ist mir bekannt. Diese Meßgerät gehörte
jedoch um 1993 herum zur Oberklasse(HP E2373A) und wurde seitdem nicht
kalibriert.)
Gibt es allgemeingültige Aussagen, welche Spannung ein Akku nach der
Ladung (gleich nach der Entnahme, einige Stunden danach) haben sollte?
Oder etwas in der Richtung "wenn nach der Ladung nur x,yyy Volt, dann
Mülleimer"? Oder eine andere, einfache Art und Weise, wie der Zustand
der Akkus überprüft werden kann? Denn bei einem Neupreis von wenigen
Euro für 4 Stück lohnt sich kein 100 Euro "Akkucenter"...
Thomas
Reply to
Thomas Heier
Loading thread data ...
snipped-for-privacy@thomas-heier.de schrub...
Man kann den Akku über DC-Stromzähler an Stromsenke/Widerstand/Lampe entladen und so Nutzkapazität und die Entladekurve messen. Imho das einzig wahre Kriterium.
Alternativ den Innenwiderstand nach Voll-Ladung bestimmen. Nur mit dem Voltmeter allein nützt die Messung der Spannung gar nischt und sagt auch nichts aus.
Andere sagen sogar, dass sich bei den Preisen von Primärzellen Akkuladegeräte überhaupt nicht lohnen. Das ist sicher _ein_ Standpunkt.
NiMh kann man mit vollständigen Zyklen theorettich immer wiederbeleben - in der Praxis immerhin "oft". Gute Ladetechnik macht sich imho doch bezahlt wenn man z.B. damit Werkzeugakkus deutlich länger benutzen kann, als mit den billigst Delta-U-Ladern oder LiPo-Timern, die einem der Hersteller zugesteht.
Falk D.
P.S. es ist äußerst ungeschickt Akkus gemischt zu benutzen. Es sei denn, man plant eh nicht mehr mit ihnen.
Reply to
Falk Duebbert
Hallo!
Falk Duebbert wrote:
Gleich nach dem Ladevorgang sind es bei -dU üblicherweise über 1,4V.
Nach einigen Stunden können NiMH durch die Selbstentladung sehr schnell auf die Plateauspannung zurückfallen und dann zwischen 1,26 und 1,34 V haben. Der genaue Wert schwankt aber stark und ist praktisch nicht aussagekräftig.
Nach der Entnahme ist schall und Rauch, da das Ladeende schon nahezu beliebig lange her sein kann.
Bitte nicht Lampe. Letztere nuckelt den Akku derart schnell leer, dass viele Ladegeräte ihn nur unter Protest oder gar nicht wieder laden können. Aber auch mit einem Widerstand sollte man rechtzeitig die Reißleine ziehen, sonst passiert das Gleiche. Der Akku geht zwar nicht kaputt, aber man muss ihn erstmal wieder reaktivieren können.
Leider auch sehr aufwändig. :-/
Das geht übrigens, indem man dem Akku einmal im Leerlauf und einmal unter Last mit dem Voltmeter misst. Als Last bietet sich z.B. ein 1 Ohm Widerstand an (min. 2 Watt). Aber Vorsicht, die Kontaktpunkte der Messspitzen dürfen keinesfalls an den Drähtchen am Widerstand sein, sonst gehen die Übergangswiderstände unverhältnismäßig ein. Weniger als 1 Ohm Last ergibt zwar genauere Werte, aber auch heiße Finger. Außerdem muss man dann schon ganz schön drücken, um auch wirklich einen vergleichbar geringen Kontaktwiderstand zu bekommen. Die Leerlaufspannung sollte unmittelbar /nach/ der Lastmessung gemacht werden (Widerstand wegschnippsen), da es auf längeren Zeitskalen noch alle möglichen anderen Effekte gibt.
Ri / RL = U0 / UL - 1
U0 = Leerlaufspannung UL = Spannung unter Last mit RL Ri = Innenwiderstand
Damit dabei etwas halbwegs vernünftiges herauskommt, muss das Messgerät (bei 1 Ohm RL) allerdings weniger als 0,5% Genauigkeit bei 1,2V bringen. Das schaffen üblicherweise nur 4 1/2-stellige Geräte. Die wiederum bekommt man heutzutage kaum noch. Glücklicherweise geht aber nur die relative Genauigkeit in die Messung ein. Und in der Disziplin sind die Geräte um einiges besser als die Grundgenauigkeit (jedenfalls bei gleichem Messbereich und ähnlichem Messwert). Man arbeitet eigentlich nur gegen die DNL des ADCs. Typische Fehler liegen in der Größenordnung 2 Digits, entsprechend etwa ±2 mOhm bei den üblichen DMMs. Das reicht.
Kleiner Tipp: keine vernünftige, geladene AA-Zelle (NiMH wie NiCd) sollte mehr als 40 mOhm haben, egal wie alt, es sei denn sie lag 2 Jahre in der Ecke. Neue oder gute Zellen haben üblicherweise ca. 25 mOhm. Für einige Einsatzzwecke sind 60 bis 80 mOhm noch nutzbar, meist krebsen die Lädierten Zellen allerdings auch mit einer ordentlichen Selbstentladung herum. Das kann auch beträchtlich stören. Stark unterschiedliche Ladezeiten in einem Satz sind Indizien für solche Ausreißer. Den Ladezustand erkennt man aus Ri übrigens auch nicht, denn eine gute Zelle hat im halbleeren Zustand vielleicht mal 2-3 mOhm mehr. Gegen Entladeende steigt Ri allerdings deutlich.
Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. 'Brauchbare' Ladegeräte gibt es auch für 35-50 ?. Dafür bekommt man gerade einmal 3-4 4-er Sätze gescheite Akkus. Die sind mit einem wirklich schrottigen Ladegerät schnell verbrannt. Es reicht schließlich, wenn man eine Zelle lyncht.
Naja, das halte ich für ein Gerücht. Wenn ich bedenke, dass Primärzellen in meiner Digicam höchstens 20 Minuten machen (wegen Ri) und 12 Jahre alte NiMH-Zellen aus dem selben Grund noch 2 Stunden Dauereinsatz schaffen... In der FB haben Akkus freilich nichts verloren.
Marcel
Reply to
Marcel Müller
snipped-for-privacy@spamgourmet.org schrub...
Manche Ladegeräte gehen Gerüchten zufolge nach Abschlus des dU-Vorgangs in Trickle-Charge über.
In der Elektor hatte die Schaltung einen Tiefentladeschutz.
Spucken meine Ladegeräte mit USB einfach so aus.
Leerlaufspannung und Kurzschlussstrom :P
Ja gibt nur noch 6,5-stellige. Nein im Ernst: wenn man mal den Baumarkt verlässt bekommt man schon vernünftiges Zeug. Allerdings wo die besseren Ladegeräte z.T. Ri von selbst messen, warum mit dem Multimeter von Hand rumfuchteln?
Meine hat nen LiPo drin, ab Werk.
Falk D.
Reply to
Falk Duebbert
Hallo,
Falk Duebbert schrieb:
macht meines angeblich auch. Die Spannung am Akku fällt trotzdem erstmal deutlich, wenn er länger im Gerät verweilt.
Sinnvoll.
Nicht eben Standard im Heimbereich. Und vermutlich nur für Redmond-Treue nutzbar.
Pöse. :-) Es wäre auch kaum Aussagekräftig, da Amperemeter, Messstrippen und Kontaktpunkte genauso viel Widerstand haben dürften als der Akku.
Definitiv, aber ich finde nur noch die Billigklasse und dann die richtig genauen und auch teuren Tischgeräte. Die 4 1/2-Stellige Mittelklasse scheint fast ausgestorben. Wenn man glück hat, bekommt man noch ein einziges Modell.
Aber für diesen Anwendungszweck reicht ja die Baumarktklasse gerade eben noch.
Vielleicht, weil ein solches Ladegerät mehr kostet als alle Akkus zusammen, die ich bisher gekauft habe? Vielleicht auch, weil die Wahrscheinlichkeit, ein Handmultimeter und einen 1-Ohm Widerstand zu haben, höher ist, als die ein solches Gerät zu besitzen.
Das ist ungewöhnlich. Es muss wohl eine mit höherem Verbrauch sein, sonst wären Primärzellen sinnvoller.
Marcel
Reply to
Marcel Müller
Zumindest steht das so auf dem Akku. Ich habe auch Billig-Akkus auf denen 2700mAh steht. Im Kleingedruckten wird dann noch etwas entschärft. Da steht "Typisch 2350mAh". Gemessen hab ich die Dinger zwischen 1300 und 1500 mAh...
Mein Lader hat um die 50 EUR gekostet und kann beim Entladen die Kapazität messen. Eine Kapazitätsmessung ist im Gegensatz zur "Spannung nach Ladung" ein brauchbares Kriterium, um den Zustang eines Akkus zu beurteilen.
CU
Manuel
Reply to
Manuel Reimer
snipped-for-privacy@spamgourmet.com schrub...
Das Protokoll ist offengelegt und "With Linux, you can use any hardware, because you can code your drivers yourself oder find someone on the internet, who can code the drivers with you or teach you how to code drivers."
Drei 0,1 _R Shunts parallel und ein Voltmeter mit 10M_R Eingangsimpedanz kommen dem schon sehr nahe. Aber Du hast Recht...
Fluke 83V, 175, 177, 179, 117, 116, 115, 114, 77V 88V Metex 4640A, 4660A, 5040D Metrix C.A. 5287, 5289, MX53C, MX54C, MX56C PeakTech 3380
Wobei ich einem 4-stelligen Keithley von anno tuc mehr trauen würde als einigen der obigen.
Ich melde mal Zweifel an.
Ich werfe noch mal das Beispiel vom Akkuschrauber-Akku zurück in den Ring.. Wenn das kein 20,-Aldi-Schraubmopped ist, kostet selbst die chinesische Kopie des Akkupacks gute 40,-. Ein kaputter Motorola-Flugfunkakku kann einem schon mal das WE vermiesen.
Falk D.
Reply to
Falk Duebbert
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Marcel Müller schrieb:
Dafür haben kluge Leute die Vierdrahtmessung erfunden.
Gruß aus Bremen Ralf
Reply to
Ralf Kusmierz
Egal, solange sie doppelt so lange halten wie die älteren Teile. Immerhin mittlerweile 20 Stunden Betriebszeit im GPS mit dem großem Satz.
Meiner auch, aber trotzdem sind die Spannungen doch sehr unterschiedlich, weswegen ich hier fragte.
Thomas
Reply to
Thomas Heier

PolyTech Forum website is not affiliated with any of the manufacturers or service providers discussed here. All logos and trade names are the property of their respective owners.