Re: Defekte Steckdose löst tödliches Feuer in Altenheim aus

Arcor Newsticker wrote:


Schaltet ein RCD (FI-Schalter) in solchen Fällen rechtzeitig ab, um einen Brand zu vermeiden?
Fehlerstrom könnte ja durch Verkohlung der Isolierstoffe, später dann durch Ionisation durch Flammen entstehen.
RCD werden auch mit dem Argument "Brandschutz" eingesetzt. Denkt man dabei an solche Fälle, wo die primäre Ursache gelockerte Kontakte sind (davon kann man bei einer Steckdose in der Wohnung ausgehen) oder geht es dabei eher um Isolationsmängel in Verbindung mit Feuchtigkeit, die zu Kriechwegbildung mit nachfolgendem Überschlag führt?
--
Gruß Werner

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Werner Holtfreter schrieb:

nein - warum sollte er es? Er ist doch kein Feuerschutzschalter sondern ein Fehlerstromschutzschalter.

könnte vielleicht

Wo?
wobei genau?

welchen Anhaltspunkt gbt es dazu konkret?

wobei genau?

Dazu bedarf es schon mehr als nur Feuchtigkeit. Selbst Leitungswasser leitet so wenig, dass man damit keinen RCD zum Auslösen bringt. Siehe Blankdrahtdurchlauferhitzer! Da liegen die Heizdrähte direkt im durchfliessenden Wasser.
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Jens Fittig wrote:

Da du vermutlich nicht der einzige bist, der mit der Kenngröße CTI-Wert (Comparative Tracking Index) und dem Mechanismus der Kriechwegbildung nicht vertraut ist, folgende Erläuterung für dsie:
Schmutz und Feuchtigkeit auf Isolierstoffen leiten ein ganz klein wenig.
Die Stromwärme trocknet den leitfähigen Film so lange, bis der Stromfluss unterbrochen wird.
Dabei entsteht an der Stelle, die zuerst trocken wird, ein winziger Schaltfunke.
Ist das Isoliermaterial organischen Ursprungs (Keramik und Glas ist unempfindlich), dann gibt es einen winzigen verkohlten Punkt.
Bei jedem Zyklus (Aus - Betauung - Trocknung - Abreißfunken) kommt ein neuer verkohlter Punkt hinzu, so lange, bis die gesamte Isolationsstrecke verkohlt und damit leitfähig ist.
--
Gruß Werner

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Klingt plausibel. Wobei die Frage wäre, ob das bei Mehrfachsteckdosen, die in trockenen Räumen betrieben werden ein realistischer Ausfallgrund ist.
In dem Fall hätte man auch eine 50/50 Chance, dass die Kriechstrecke zum Schutzleiter führt und dann tatsächlich den FI aus Auslösen bringt.
Wahrscheinlicher scheint mir ein Kontaktproblem am Steckkontakt. Der Lichtbogen heizt dann den Mehrfachstecker auf. Wenn der dann noch unter einer Decke o.ä. liegt, gibt es ganz schnell ein schönes Feuerchen. Und der FI löst wenn überhaupt nur aus, wenn es schon zu spät ist.
Gruß
Stefan DF9BI
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Stefan wrote:

Nein, das war nur eine Betrachtung der Vollständigkeit halber.

Genau das ist die Frage: Reicht die allgemeine Verschmorung/Verkohlung, um ausreichenden Fehlerstrom zum Schutzleiter fließen zu lassen, bevor das Feuer auch ohne "elektrische Unterstützung" weiter brennt.
--
Gruß Werner

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Werner Holtfreter schrieb:

Hallo,
kommt darauf an wie im konkreten Fall der Strom durch die Verschmorung/Verkohlung fliesst, nur zwischen Phase und Nullleiter oder auch etwas zwischen Phase und Schutzleiter? In einer Schukosteckdose sollte auf dem direkten Kriechweg zwischen Phase und Nulleiter eigentlich der Schutzleiter liegen.
Bye
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Hi, räumlich vielleicht schon, doch die Kriechfunkenstrecke wandert ja am Steckdosenmaterial entlang, und dieses hat eben keine "Sperre". Für einen "Luftfunken" hättest Du recht.
Vielfach gehts aber fixer über in freie Steckdosen "reinregnende" Flusen. Und deren hydrophile Besiedelung durch Pilze etwa. Da liegt dann auch genug brennbares Material vor, um als Docht mithilfe des schmelzenden Plastiks ein Feuerchen zu starten. Freie "herumliegende" Steckdosen sollte man also z.B. verstopfen. Ich stecke z.B. Tubenverschlüsse rein, oder klebe was drüber.
--
mfg,
gUnther
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Nein, nur wenn es tatsächlich eine Kriechstrecke durch Verschmutzung ist, liegt der Schutzleiter im Kriechweg. Wenn das Problem aber eine Überhitzung an der Kontaktstelle des L oder N ist, wird es genau dort heiß. Irgendwann ist das Ding dann vieleicht soweit verkohlt, dass ein Strom zum Schutzleiter fließt, aber wenn das Sofa dann schon brennt ist es auch egal.
Gruß
Stefan
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Stefan schrieb:

Hallo,
dann muß aber die Steckdose mit einem Dauerstrom von wenigstens einem Ampere belastet sein damit die schlechte Kontaktstelle auch richtig heiß wird und auch lange genug so heiß bleibt.
Bye
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Ein kleines Radio an der Steckdose wird vermutlich keinen Brand auslösen aber bei einer Kaffemaschine oder einem Heizlüfter geht das ganz schnell.
Ich kenne solche verschmorten Kontakte allerdings auch eher aus defekten Hausinstallationen, z.B. lose Dosenklemmen oder lose Verschraubung direkt am Sicherungsautomaten.
Etwas ähnliches wie die beschriebene Kriechstrecke hatte ich mal auf einer Leiterplatte. Ein Widerstand wurde zu heiß und hat das Epoxy Trägermaterial angekokelt. Das wurde dann leitend und wurde dann von sich aus heiß und kokelte dann auch unabhängig vom heißen Widerstand vor sich hin.
Gruß
Stefan DF9BI
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Stefan Brröring schrieb:

das kann ein kleines Radio sehr wohl! Jedes Gerät mit etwas Elektronik kann das. Alles schon erlebt. Macht sich gut, wenn sich so eine Wandwarze qualmend und stinkend langsam aus der Steckdose neigt und mit einem Blitz samt Knall dann verabschiedet.
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Stefan Brröring schrieb:

Hallo,
bei der Kaffemaschine dürfte normalerweise der Kaffee fertig sein bevor es der defekten Steckdose zu heiß wird, aber verlassen kann man sich halt nicht darauf.
Bye
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On Thu, 16 Dec 2010 12:46:50 +0100, Uwe Hercksen

http://home.arcor.de/M.D.Bartsch/DSCN1448.jpg
Das war die Spülmaschine
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Am 19.12.2010 01:15, schrieb Martin D. Bartsch:

Das war keine Steckdose von Siemens. ;-) Bei den alten Steckdosen von besagtem Hersteller lieferte eine extra Stahlfeder den Kontaktdruck. Ist irgendwann wegrationalisiert worden. Schade ;-(
--
mfg hdw

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Am 19.12.2010 06:57, schrieb horst-d.winzler:

Typisch Aktiengesellschaft >>>---> Rendite :-(
Strengere Kontrollen müssen her! :->
Gl
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VITAMIN D wird durch Sonnenlicht in der Haut erzeugt.
Wirkung: Calziumaufnahme ist ohne Vitamin D nicht möglich.
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On Sun, 19 Dec 2010 06:57:01 +0100, "horst-d.winzler"
Sicher nicht (In einem französischen Haus in den 70ern wurde garantiert nichts ausländisches verbaut)
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Gernot Zander wrote:

War ein RCD vorgeschaltet?
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Gruß Werner

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Hi,

Vermutlich nicht. Der ist aber bei Kontaktschwäche auch nicht zuständigt. Der kommt erst, wenn Strom in den falschen Weg gerät, was zu keinem Zeitpunkt der Fall war. Die Hitze brachte das Steck- dosen-Deckel-Insert zum Schmelzen und brennen, an einem der Stecker- stifte. Und ich glaube nicht, dass die thermische Ionisation der Luft einen ausreichenden Strom zulässt, dass der auslöst.
Der FI hilft, wenn Wasser/Dreck/Mensch zwischen Gehäuse eines Gerätes und Phase kommt. Wahrscheinlich noch nicht mal, wenn der Stecker ins Wasser fällt (das probiere ich bei Gelegenheit mal - ich fürchte, da kommen keine 15 mA Fehlerstrom zustande).
mfg. Gernot
--
< snipped-for-privacy@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Es gibt nix höheres als die Füße in den Kühlschrank zu legen und
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Gernot Zander wrote:

Und ich vermute, dass Ionisation und/oder Verkohlung reicht. Aber Vermutungen helfen nicht weiter, nur Versuche oder Links auf Versuchsergebnisse.

Mein 10-mA-Zwischenstecker löst jedenfalls aus, sobald nur die Spitze des Bananensteckers ins frische, saubere Waschbeckenwasser eintaucht. Eben probiert. (Sogar einpolig - offenbar ist die Abwasserleitung genügend leitfähig. Material unbekannt.)
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Gruß Werner

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On Thu, 16 Dec 2010 06:26:02 +0100 (CET), snipped-for-privacy@gmx.de (Gernot Zander) wrote:

Bei dem Dreifachstecker, der mir mal von der Arbeitsplatte ins Spülwasser fiel, hat es zwar mächtig in den Händen gekribbelt, aber der FI hat nicht ausgelöst.
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