Schutzleiterdrossel vs Schutzleiterwiderstand

Hallo NG,
wir hatten jetzt einen merkwürdigen Fall bei der Überprüfung eines instandgesetzten Gerätes nach DIN VDE 0701-0702. Zwei Prüfgeräte des
gleichen Herstellers führten zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Schutzleiterprüfung. Einmal 0,1 Ohm, also bestanden, einmal 0,4 Ohm, also durchgefallen. Ursachenforschung brachte zutage, dass im Gerät eine Schutzleiterdrossel verbaut war, Induktivität im mH Bereich. Ein Prüfgerät arbeitet bei der Schutzleitermessung mit Gleichspannung, das andere mit Wechselspannung, damit sind die Unterschiede erklärt. Laut VDE 0404 (Prüfgeräte zur Überprüfung der Sicherheit von Geräten) kann die Schutzleitermessung mit Gleich- ODER Wechselspannung erfolgen.
Trotzdem bleibt die Frage, ist der Schutzleiterwiderstand in Ordnung oder nicht? DIN VDE 0701-0702 nennt als Grenzwert 0,3 Ohm, ohne Spezifikation, ob es sich um R, X oder Z handelt. Meine Meinung: im Fehlerfall (Körperschluss) fließt ein Strom mit 50 Hz, also erhöht die Schutzleiterdrossel den Schutzleiterwiderstand und ist deshalb unzulässig. Hat jemand Erfahrungen mit Schutzleiterdrosseln? Wird hier EMV-Schutz erreicht, aber VDE-Schutz (Schutzleiterwiderstand) außer Kraft gesetzt?
Grüße
Jürgen
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Jürgen Spelter schrieb:

Z
Deshalb wird gefordert, dass die Drossel im Bereich der Netzfrequenz hinreichend niederohmig ist.
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann schrieb:

Und damit wären wir wieder bei der Frage. Grössere Schutzleiterdrosseln haben 4-5mH, womit Z_50 bei 1.5 Ohm wäre; die 25mOhm Drahtwiderstand haben da keinen Einfluss mehr. Ist das jetzt zulässig? Die werden ja, mit Einbauanleitung, so verkauft und sind üblicherweise rundrum mit Prüf/ Zertifizierung und was weiss ich noch Stempelchen garniert. Oder geht man davon aus, dass ab wenigen Volt das Ding in Sättigung geht? Ich hab mir das noch nie überlegt, geb ich zu, dabei habe ich schon etliche verbaut.
--
mfg Rolf Bombach

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hinreichend niederohmig ist ja OK, aber bei 4 mH und 50 hz haben wir ein X von 1,25 Ohm, das liegt deutlich über den von VDE 0701/0702 geforderten 0,3 Ohm.
...

...
Sättigung könnte natürlich des Rätsels Lösung sein. Wobei ich nicht abschätzen kann, welche Induktivität eine solche Schutzleiterdrossel im Sättigungsbereich hat, die Datenblätter schweigen sich da auch aus.
Ich werde mal nachsehen, ob das VDE-Prüfgerät, das den Schutzleiterwiderstand per Wechselstrom misst, auch mit höheren Prüfströmen messen kann.
Grüße
Jürgen
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Jürgen Spelter wrote:

Meist macht man sie rein um mit Ach und Krach unter den EMV Grenzwerten durch zu schrappen. Das letzte Mittel aus der Trickkiste sozusagen. Klappferrite sind das Aspirin der EMV-Leute, Schutzleiterdrossel ist dann eher wie Valium :-)
Wie auch immer, VDE kenne ich nicht mehr so gut. In Amerika wird das so gemessen und ich nehme an Europa duerfte nicht viel anders sein:
25A oder 1.5-facher Nennstrom bis zu 10 Sekunden aus einer AC Quelle mit bis zu 6V Leerlaufspannung hinein. 50Hz oder 60Hz, nicht DC. Dabei muss der Widerstand 0.1ohm oder 0.2ohm sein, je nachdem ob das Geraet ein abnehmbares Netzkabel hat oder nicht. Das war jetzt die Med-Vorschrift, siehe Seite 66:
www.psui.com/1upower/pdf/906_ref.pdf
Saettigung wie Rolf schrieb koennte natuerlich sein, ansonsten waere das Geraet zumindest bei uns (im Med-Bereich) unzulaessig. Aber ich frage mich ernsthaft ob diese Drossel so einen Strom ueberhaupt aushaelt. Das muesste schon ein ziemliches Monstrum sein.
--
Gruesse, Joerg

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Joerg schrieb:
[Schutzleiterdrossel]

EMV in welche Richtung? Ins Gerät rein? Da verwende ich sie. Ausserdem verringern sie parasitäre Ströme bei "unklaren" Erdverhältnissen. Oft sind da nur Millivolt unterwegs und die Ströme kommen nur durch die grossen Querschnitte zustande. Da helfen diese Drosseln eben auch viel.

Ja, MED ist andere Liga, zum Glück. Die Drossel hält das schon aus, idR ist der Anschlussdraht gleich dem Wicklungsdraht. Der geht dann ein paar mal rum über ein Ferritstab oder bei den grösseren L Werten vermutlich durch einen Ringkern.
Da kommt mir grad eine Idee. Erdschleifen sind ja ebenso häufig wie berüchtigt in Antennenanschlüssen. PC und HiFi zusammenschalten und via Antenne kommt dann durch den Mantel einige 100mV AC daher. Da gibt es natürlich Mantelstromfilter zu kaufen. Könnte man alternativ das Antennenkoax ein paar mal durch ein 50Hz tauglichen Ringkern wickeln, also einen zufällig [tm] rumliegenden Rinkernnetztrafo? Hmm, falls mir mal demnäxt langweilig sein sollte...
--
mfg Rolf Bombach

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Rolf Bombach wrote:
[Erdschleifen]

Nutzt fuer 50Hz nicht viel, zuwenig Induktivitaet. Was ich frueher gemacht habe wenn es eilig war: Koax beherzt durchgeschnitten, Center Conductor (Mittelseele?) 5mm oder so freigelegt, mit dem Messer 10cm zurueck ein Fleckchen Aussenplastik abgepellt, umgebogen, angeloetet. Dito mit der anderen Seite. Dann uebereinanderlegen und Duct Tape drum. Fluppt wunderbar. Wenn man den unteren VHF Bereich braucht muesste aber ein Ferritkern durch.
Ach ja, selbstverstaendlich benutzt man ein Schweizer Messer dafuer :-)
--
Gruetzi, Joerg

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Am 05.11.2010 02:16, schrieb Joerg:

Versuchs mal mit einem Küchenmesser. ;-) Hier eine Beispiel für einen kapazitiven Koppler: http://www.vdr-wiki.de/wiki/index.php/Mantelstromfilter
--
tschüs

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horst-d.winzler wrote:

Das hat man aber meist nicht "am Mann" :-)

Hier wird allerdings nur der Schirm galvanisch unterbrochen, plus Ferrit. Das reicht in harten Faellen nicht.
--
Gruesse, Joerg

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Joerg schrieb:

Warum? Die haben doch typischerweise (bei genügender Grösse) nur sehr wenige Windungen pro Volt.

Kann der Beschreibung nicht ganz folgen. Ich hab was ähnliches gebastelt, aber mit direkter Überlappung, also klassischer transmission line Trafo.

Selten, nur in Notfällen ;-). Das Notfallmesser darf man ja auch nur in Notfällen dabei haben, da die feststellbare Klinge als gaanz gefäährliche Waffe gilt, die man nicht dabei haben darf.
--
mfg Rolf Bombach

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Rolf Bombach wrote:

Es kommt auf die Induktivitaet bei 50Hz an. Das Ohr ist empfindlich und hoert jeden noch so leisen Brumm, besonders wenn der Oberwellen hat. Solche Mantelstromdrosseln bringen nur fuer HF was.

Direkt ueberlappt war das auch bei mir immer, sonst geht es nicht. Ein Hoch auf Duct Tape, Tesa oder Isolierband :-)

An der Grenze D-NL haben sie mich mal wegen eines Messers aus meinen Kindertagen angerueffelt, so um 1980 rum. Da sei eine "Stosseinrichtung" dran wo man den Daumen gegenlehnen kann und damit sei es illegal. Erstaunlicherweise liessen sich mich dennoch einreisen, aber ich sollte das absaegen, am gleichen Abend wieder an die Grenze kommen und zeigen. Habe ich dann auch gemacht.
--
Gruesse, Joerg

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Joerg schrieb:

Hmf, reden wir aneinander vorbei? Diese Ringkernnetztrafos sind durchaus auf maximale Induktivität bei möglichst wenig Windungen und das bei 50 Hz ausgelegt.
--
mfg Rolf Bombach

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Rolf Bombach wrote:

Klar, Du kannst bei einem Ringkerntrafo die Primaerwicklungen als Gleichtaktdrossel nehmen. Aber miss mal einen durch und ueberlege ob Dir die Induktivitaet genug ist. Ich fuerchte das wird enttaeuschen.
--
Gruesse, Joerg

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