Solarthermie eher Sahnehäubchen von PV-Anlagen?

Jun 22, 2025 Last reply: vor 1 Jahr 23 Replies

Am 08.07.2025 17:32 Uhr schrieb Heiko Neubauer:

Ich kann das nicht quantitativ beurteilen, sondern nur ganz grob anhand der eigenen Erfahrung seit nichtmal 2 Monaten und vom Hörensagen anderer Leute, die die Anlagen schon länger haben.

Der Ertrag ist nicht linear. Es muss eine Mindesteinstrahlung geben (Winkel wohl auch relevant), damit die Solarzelle überhaupt arbeitet und eine ausreichende Spannung für den WR liefert. Bei bewölktem Himmel ist Ertrag da, der ist aber um Faktoren geringer als bei klarem Sonnenschein. Ich habe den Eindruck, dass das nicht linear ist, das müsste man aber unter kontrollierten Bedingungen testen. Sicher findest du dazu im Internet Graphen.

Wenn auch nur ein kleiner Teil verschattet ist, wirkt sich das massiv auf die Gesamtleistung des Moduls aus - wenn die im Strang sind wahrscheinlich auch auf den Strang (ist hier nicht der Fall, ich kann dazu also nix selbst berichten). Je wärmer das Modul wird, desto geringer der Wirkungsgrad. Die Abweichung kann ich aber noch nicht sinnvoll abschätzen.

Gibt es, knapp über 20/21% laut den Datenblättern. Sagt aus, wie viel vom Licht in Strom gewandelt wird. Die Frage ist, wie der sich bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen verhält. Am besten nimmt man da Erfahrungswerte bestehender Anlagen, die sind am realistischsten.

Weiß ich nicht. Da hast du aber von 2 Seiten eine massive Beschränkung: Damit du überhaupt einen Nutzen hast, muss genügend Ertrag vorhanden sein, damit überhaupt der Speicher erwärmt werden kann. Eine Kollektortemperatur von 20°C bringt dir ohne Sonderkonstrukte wie den

  1. Speicher nix. Im Sommer ist der Ertrag viel zu groß, der Speicher wird viel wärmer als benötigt, was dir bei den hier herrschenden Hitzewellen nix bringt, aber den Keller erwärmt. Bei einer PV-Anlage kann man die Energie wenigstens für alle Verbraucher nutzen und ggf. Speichern oder für eine Klimaanlage verwenden.

Hier würde ich Leute befragen, die seit vielen Jahren solche Anlagen aufbauen und sich mit Solarthermie auskennen, der lokale Heizungsbauer ist meistens die völlig falsche Anlaufstelle.

Bei neueren Modulen gilt das meines Wissens kaum noch. Der Haupteffekt ist die nichtlineare Helligkeitsempfindung. Das Auge deckt etliche Größenordnungen ab und wir empfinden subjektiv eher logaritmisch. Ein Zehntel der Einstrahlung -- immer noch sehr hell, man braucht aber zum Lesen im Freien nicht mehr zwingend die starke Sonnenbrille -- ist ein Zehntel der Strahlungsleistung oder weniger. Winkel ist eh klar, das ist reine Geometrie. Wirksam ist nur die (projizierte) Fläche senkrecht zur Einfallsrichtung. Der Cosinus fällt aber in einem recht weiten Bereich nur schwach, darüber um so steiler.

Ja. Ohne Überbrückungsdioden wäre es wie das schwächste gleid einer Kette. Mit fällt auch immer mindestens ein Viertel des Moduls weg bei nur einer beschatteten Zelle. (Und auch das nur dank guter MPP-Regelung. Sonst wäre es mehr.)

Kann man vernachlässigen. Nicht weil der Effekt klein wäre sondern weil er immer in genau die Zeiten mit ohnehin vorhandenem Überschußangebot fällt.

Ist egal. Licht ist kostenlos. Bezahlt wird nur Fläche und Aufständerung. Da interessiert nur die Nennleistung unter Normbedingungen und die am Aufstellungsort erreichbare Zahl der nominellen Vollastsunden im Jahr sowie deren Verteilung. Weniger Jahresertrag bei Ost-West-Anordnung ist mehr wert als ein Riesenpeak am Julimittag.

Das ist inzwischen imho vollkommen uninteressant außer einfachen Billigkonstruktionen, die am Mittelmeer funktionieren. Das stammt hier aus der Zeit, als Photovoltaik extrem teuer war. Heute würde ich einen billigen Warmwasserspeicher mit kleiner Luft-Wasser-Wärmepumpe hinstellen und elektrisch versorgen.

Hallo Axel,

Wie man auch immer "Vollaststunden" definiert.

Da bin ich einigermaßen bei Dir. Gen Osten hab ich wenig Anbringungsmöglichkeit, also habe ich wenigstens Süd und West aufgeteilt. Ich hab ja auch noch das Projekt vor mir, meinen Überertrag an Sonnenstrom in den Heizstab zu bringen. Das gestaltet sich schwieriger, als zunächst gedacht, weil dieser Ausgleich AFAIR immer in 100 ms Intervallen laufen muss, sonst zählt der Zähler Verbrauch und Einspeisung separat, den Ertrag bekomme ich dann wieder nicht. Es muss also doch irgendwie über Phasenanschnitt laufen, was ja formal betrachtet wieder nicht regelkonform geht. Oder eben mit PFC-Schaltung vorab. Das macht die Schaltung auch nicht billiger.

Eben nicht! Mich fasziniert es immer wieder, wenn ich auf deutschen Dächern die billigen Standardmodule liegen sehe, die im Winter riesige Abstrahlverluste haben und die Leute jammern, dass sie im Winter keinen sinnvollen Ertrag bekommen. Im Süden hingegen sehe ich fast nur Röhren auf den Dächern. Ein Freund hat auch Röhren auf dem Dach und hat auch im Winter regelmäßig >60°C fürs Warmwasser. Im Sommer haben die Röhren auch den Vorteil, dass das Frostschutzmittel im Kreislauf geschont wird. Falsch, in der Anlage ist gar kein Frostschutzmittel. Das kann man sich in unseren Breiten sparen. In Frostnächten springt da eine eigene kleine Pumpe mit Minimaldurchfluss an, die nur ein Vereisen verhindert. Da wird dann zwar ein bisschen Wärme verheizt, das ist aber selbst im kältesten Winter nicht mehr, als tagsüber in den Speicher gepumpt wird. Gerade zwischen Oktober und Mai ist es ein sehr großer Unterschied, welche Solarthermie man auf dem Dach hat. Wenn man die Röhren dann noch an der Hauswand hat, wird der Unterschied noch größer. Ich hätte gerne Röhren an das Balkongeländer gemacht, noch lieber als Photovoltaik. Kurze Röhren sind aber prohibitiv teuer :-(

Marte

Am besten so, wie es in der Branche allgemein üblich ist. Dann versteht man einander auch. Man teilt die gesamte erbrachte Jahresarbeit durch die Nennleistung und erhält eine nominelle Größe in der Dimension Zeit.

Für solche Anwendungen würde ich einen Akku vorsehen. Die Kapazität muß nicht groß sein, aber die Leistung muß er ohne Verlust an Lebensdauer liefern können. Oder Du baust Dir eine Steuerung, die das Netz gleichrichtet und eine steuerbare Gleichstromleistung an den Heizstab schickt. Nicht trivial, aber für viele hier in der Gruppe machbar. Ob Du dazugehörst, weiß ich nicht (ich eher nicht).

Daß es möglich ist, bezweifle ich nicht. Aber wie steht es mit den Kosten? Photovoltaik ist spottbillig geworden und Wasser braucht noch die ganze Verrohrung vom Kollektor weg. Ein Stromkabel ist billig und leicht verlegt.

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