Neue Sicherung löst aus

Jun 16, 2025 Last reply: 1 year ago 22 Replies

Hallo,



in der guten alten Zeit, also bis vor einer Woche, hat unsere Pellets-Heizung gut funktioniert.



Jedenfalls, solange ich den Schuko-Stecker nicht andersrum in die Steckdose gesteckt habe. Dann flog beim Einschalten der Heizung am Hauptschalter, also nicht der Förderschnecke oder der Ansauglüfter, die Sicherung raus. Normale 16A-Sicherung, kein FI, vermutlich aus den 80ern. Stecker "richtig" rum in die Steckdose, dann ging's (fast) immer gut. Im Betrieb keinerlei Probleme.



In der schönen neuen Elektrowelt, die ich jetzt wegen der "Strom kommt jetzt im Keller an und nicht mehr vom Dach"-Regeln habe, kommt der Strom in einem schönen neuen (teuren) Hauptverteiler im Keller an.



Und da die Elektrik in diesem Haus teilweise abenteuerlich ist, habe einige gut erreichbare Räume, die Serveranlage, die Garage und die Werkstatt mit neuen Leitungen und Steckdosen versorgt. WaMa und Trockner auch. Und natürlich auch die Heizung.



So, der Spannungsaufbau ist rum ;-)



Egal, wie der Stecker der Heizung steckt, fliegen im neuen Verteilerkasten ein bis zwei Sicherungen raus, wenn ich den Hauptschalter der Heizung drücke.



Jaja, ich habe die Verkabelung gemacht. Und ja, ich bin *kein* Elektriker. Habe aber 45 Jahre Erfahrung mit Kabeln (und dem, was drin ist) :-) Und mir stand ein (echter) Elektriker beratend zur Seite und hat das alles hinterher auch abgenommen.



Der Stromplan vom Verteilerkasten bis zu Heizung sieht so aus:



  1. Vom Hauptverteiler im Zählerschrank geht es zu
  2. Hauptsicherung für Kreis 1 , alle drei Phasen, ABB F204A 40A Idn=0,03A, meines Wissens eine FI
  3. Eine Phase geht jetzt in einen Shelly Pro 4M und von da weiter zu
  4. "normale" Sicherung 16A
  5. Steckdose für Heizung

Schalte ich die Heizung an, fliegt immer der FI und fast immer auch noch die 16A raus.



Die Heizungsfirma sagt, die Heizung ist mit 2x10AT ausgestattet, wenn was kaputt wäre, müssten die als erstes durchbrennen.



Ich werde natürlich auch meinen Elektriker kontakten, aber der ist extrem schlecht zu erreichen und es kann ewig dauern, bis der mal vorbeikommt.



Von daher, wer kann mir hier einen Tip geben?



BTW, die internen Sicherungen der Heizung sind *nach* dem Schalter, sollte ich Schalter mal ausbauen und testen? Ist so ein normaler SnapIn Kippschalter wie für viele Elektrogeräte, vermutlich 2xU



Danke und einen schönen Montag



Jörg


Die Heizung ist kaputt, schon lange. Das Symptom klingtnach Gehäuseschlußeines der beiden Wicklungsenden. "Richtig" herum wird das zum Schluß zwischen Null und Erde und wird ohne FI nicht erkannt.

Du hast einen Riesenumbau gemacht, FI nachgerüstet und bist einen lange bekannten Fehler immer noch nicht angegangen. Was erwartest Du?

Hallo Axel, da beschreibst du ja genau meine Vermutung, deshalb ja auch die Frage, ob ich den Schalter mal prüfe. Ist ja eine Pellets Heizung, also jede Menge Dreck. Ich messe mal direkt am Schuko-Stecker der Heizung bei Schalter ein: braun-blau: 24 Ohm braun-gb/gr: 23 Ohm blau-gbgr: 0,7 Ohm

Und Schalter aus: braun-blau: >10MOhm braun-gb/gr: >10MOhm blau-gbgr: >10MOhm

sieht so aus, als ob der Schalter ok ist.

Was soll's, ich schraub den Kram mal auf und guck, was da so drin ist.

Schönen Abend, Jörg

Bist du sicher, dass du, wenn du dich von der Terminologie her auf diesem Niveau bewegst, das wirklich selbst machen willst?

Das ist ein non-sequitur.

Die Heizung kann einen (relativ kleinen) Fehlerstrom haben, der verläßlich den FI auslöst, und trotzdem unter 2x10A bleiben.

Hast du Messmittel um den Fehlerstrom zu messen?

/ralph

Am 16.06.25 um 16:27 schrieb Jörg Barres:

Game lost. Wenn das Ohmmeter (mit 0,2V) den Erdschluss schon anzeigt, dann ist es wirklich ernst. Da ist dringend eine Instandsetzung erforderlich. Mit Dreck hat das aber sicher nichts zu tun.

Du kannst die Kiste ja mal aufmachen, und gucken, ob du es eingrenzen kannst. Evtl. einzelne Verbindungen abstecken und prüfen, ob der Fehler verschwindet. Das kann alles mögliche sein, vom Endstörkondensator bis zu einem defekten Gebläsemotor.

Ja, alles andere wäre teuer. Ein Heizungsbauer tauscht einfach nur Komponenten aus, bis der Fehler verschwunden ist.

Marcel

Am 16.06.2025 um 16:27 schrieb Jörg Barres:

Moin Jörg!

Sehr eindeutig: hinter dem Schalter ist die Blaue Ader mit der Erdung/Gehäuse verbunden. Das muss jetzt nicht ein durchgescheuertes Kabel sein, sondern kann auch in einem Bauteil (Platine, Motor, Kontrolllampe...) sein. Wenn Du das Kabel systematisch verfolgst und Bauteile abziehst und alles durchmisst müsstest Du das Problem eingrenzen können.

Ciao Dschen

Falsch. Der FI ist neu, vorher war es der LSS, der flog. Der war einfach schneller als dicke, träge Schmelzsicherungen.

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Ich meine es so: Daraus, dass die 10A-Schmelzsicherungen nicht durchbrennen kann man nicht folgern, dass das Gerät keinen Defekt hat.

Die Schmelzsicherungen helfen eben nur bei manchen Fehlern, aber bei anderen nicht.

Wenn daher der Heizungsbauer behauptet, die Heizung wäre OK, weil die Schmelzsicherungen nicht durchbrennen, dann ist das Unsinn.

Oder siehst du das anders?

/ralph

Am Mo.,16.6.25 um 20:38 schrieb Dschen Reinecke:

Zuerst mal die Zündheizung allpolig abklemmen, ob es weg ist. Wenn möglich, Baugruppenstecker zum einkreisen nacheinander abziehen.

Labornetzteil vorhanden? Bei freigeschaltetem Gerät einige A zwischen gnge und bl einspeisen und mit mV Meter an der Verkabelung verfolgen, wo es hinfließt.

So stimme ich natürlich vollkommen zu.

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Am 17.06.25 um 00:48 schrieb Wolfgang Martens:

Das ist wirklich ein guter Tip. Man kann damit sogar den Strom zu kaputten Kondensatoren auf Platinen verfolgen.

Und es geht auch ohne Labornetzteil. Ein altes Computernetzteil tut's auch. Irgendein Gerät (alte Platte o.ä.) anschließen wegen Mindestlast, und dann kann man einfach aus der 3,3V den Strom abzapfen. Einschalten geht mit einer Brücke von grün nach Masse am ATX-Stecker. Als Vorwiderstand tut es, wenn kein Passender Keramik-R vorhanden ist, auch ein längeres Kabel. Es braucht übrigens gar nicht viel Strom. 1A reicht mehr als locker. Selbst Billig-Multimeter haben üblicherweise einen 200mV Messbereich, was bei 3½ Stellen bereits eine Auflösung von 100µΩ gibt. Ich habe mit dem alten Metex schon 10mA Stand-By-Verbrauch am Masseband einer Autobatterie gemessen.

Ebenfalls kann man mit der Methode der Stromverbrauch laufender Geräte (z.B. PC-Komponenten) messen, indem man den Spannungsabfall über irgendeinem Stück Leitung misst, und dann nochmal einen bekannten Strom zur Kalibrierung einspeist. Das kann einfach ein zusätzlich parallel zum Gerät dran gehaltener Widerstand sein. Der Rest ist Dreisatz.

Marcel

Hallo,

Am 16.06.25 um 18:35 schrieb Ralph Aich>> 2. Hauptsicherung für Kreis 1 , alle drei Phasen, ABB F204A 40A

Hmm,- sollen bei einem FI nicht alle 3 Phasen "gleichmässig" belastet werden?

Schon lange her ;-)

Ciao Walter

Am 17.06.2025 um 14:37 schrieb Walter Brill:

Wie soll das gehen? Ich darf nur bügeln wenn jemand im anderen Zimmer den Wasserkocher einschaltet und im Bad der Fön läuft?

Ja :-)

Hallo,

Am 17.06.25 um 15:00 schrieb Thorsten Böttcher:

Zitat:

  1. Hauptsicherung für Kreis 1 , alle drei Phasen, ABB F204A 40A Idn=0,03A, meines Wissens *eine FI *

Ciao Walter

Am 17.06.2025 um 15:49 schrieb Walter Brill:

Ja, und was soll mir das sagen?

Ich habe in meiner Wohnung genau einen FI, an dem hängt die gesamte Elektrik. Wie soll man das gleichmäßig belasten? Wenn ich den Herd oder den Wasserkocher anmache, habe ich i.d.R. schon eine deutlich asymmetrische Belastung.

Am 17.06.2025 um 14:37 schrieb Walter Brill: ...

Da es wahrscheinlich um die Frage Fehler in der Installation oder im Gerät (Heizung) geht, wirst du eine verlässliche, schriftliche Aussage mit Messprotokoll/Messwerten gegenüber der Heizungsfirma benötigen. Wenn man das selber nicht kann, könnte man einen Elektrofachbetrieb damit beauftragen.

Du solltest den Strom im PE messen, nicht im N.

Wenn alle drei Außenleiter gleichmäßig belastet werden ist der Strom im N Null. Mit dem Strom im PE hat das allerdings nichts zu tun.

Den Strom im PE (zur Fehlereingrenzung) kann im einfachsten Fall mit dem AC Strommessbereich eines Multimeters gemessen werden, ideal wenn dieses auch Maximumwerte speichert und man den Auslösestrom des FI auch nach dessen auslösen ablesen kann. Ob es es sich dabei um (ggf. zu hohe) Ableitströme oder "echte" Fehlerströme handelt, ist dann die Messwert-Interpretation. Für Wechselstromgeräte gibt es dazu einfache Messadapter, wo alle drei Leiter aufgetrennt werden können. Bei fest angeschlossenen Geräten erübrigt sich das, da muss man den zu messenden Leiter zur Strom-Messung auftrennen. Das sollten, schon aus Sicherheitsgründen, nur Elektrofachkräfte machen. Ein Installationstester o.ä. kann hilfreich sein, ist für dei Fehlereingrenzung aber nicht zwingend nötig.

Als nächstes wurde im Thread bereits eine Isolationsmessung empfohlen.

Am 17.06.25 um 17:49 schrieb Thomas Einzel:

Äh, nein, auch falsch.

Ein Fehlerstrom endet nicht notwendigerweise in PE. Der kann sonst wo hin fließen, Wasserleitungsrohr oder was auch immer.

Ein FI misst daher nicht den Strom auf PE, den ignoriert er sogar, sondern er misst *die Summe aller Ströme* in N und L1/2/3. Die muss näherungsweise null sein.

Dazu müsste man PE erst unterbrechen und durch das Messgerät leiten, was mithin eine reichlich dumme Idee ist.

Marcel

Am 17.06.2025 um 19:23 schrieb Marcel Mueller:

Lies bitte noch mal - und an einem ja-nein Schlagabtausch werde ich mich nicht beteiligen. Ich schrieb:"Wenn alle drei Außenleiter gleichmäßig belastet werden ist der Strom im N Null." Von einem Fehlerstrom schrieb ich in diesem Absatz gar nichts.

Ja, für eine Strommessung im PE ist das erforderlich, wenn er nicht so hoch ist, dass man ihn z.B. mit einer Stromzange messen kann.

Ich wünsche einen schönen Tag Marcel.

Am 17.06.25 um 23:02 schrieb Thomas Einzel:

Ja, war wohl Missverständnis, wegen dem "Strom in PE messen".

Aber selbst das ist wenig zielführend, da Heizungsanlagen gerne mal Verbindung zum geerdeten Rohren haben.

Marcel

Am 17.06.25 um 16:04 schrieb Thorsten Böttcher:

Falsche Frage. Warum sollte es?

3* ca. 1000 Watt? Auf alle drei Phasen verteilt wäre es gleichmäßig. Brav! ;-)

Du hast keine Ahnung davon, oder? Muß *man* nicht! Das sollte der Elektriker bei Installation und Änderungen berücksichtigen.

... weil du den Fön vergessen hast. ;)

Den FI interessiert nur das der strom der über die drei Phasen hinein kommt auch insgesamt wieder raus geht. Erst wenn das um die o.g. 0,03A NICHT mehr der Fall ist; weil diese Differenz z.b. über den Schutzleiter/Deinen Körper o.a. fließt; macht der "KLACK" und klemmt alles ab. Zu deiner Sicherheit.

Und wenn dein Herd, Wasserkocher o.a. insgesamt auch keine 40 A Strom auf den Leitungen verursachte dann kratzt den das auch nicht.

Aber einen Automaten schon, wenn dessen Ansprechschwelle (z.b. 16A) erreicht/Überschritten (kurzschlußfaktor z.b. *3,5) wird. Auch wieder zu deiner Sicherheit und der des angeschlossenen Gerätes, der Kabel, Steckdosen u.a. die sonst einen Brand auslösen könnten.

Bye/ /Kay

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