übers Jahr

Apr 14, 2025 Last reply: 1 year ago 57 Replies

Hallo zusammen!



Mich würden Graphen zur Ausgangsleistung von Steckersolargeräten ("Balkonkraftwerke) über die Tageszeit über das Jahr verteilt interessieren, am liebsten real gemessene von Privatleuten. Kennt wer eine Quelle?



Hintergrund: Ich plane, so ein Teil anzuschaffen und die Leistung der Module wäre zu wählen, neben anderen Parametern. Dazu will ich wissen, mit welcher Leistung (Gesamterträge über den Tag oder gar Jahr sind hier nicht hilfreich) ich ausgehend über den Tag rechnen kann, um Dauerlast damit möglichst effizient zu kompensieren, Überschuss ist hier rausgeworfenes Geld.


Graphen müßtest Du selbst malen, aber ich habe hier Zählerstände des Shelly zwischen Inverter und Wohnung. Nach zehn Tagen wird die Datenbank des Home Assistant auf Stundenwerte reduziert. Meine Daten gehen zurück bis zur Installation im letzten September.

Am 14.04.2025 um 20:53 schrieb Marco Moock:

Ich hätte eigene, empirische Daten seit 07-2022.

Bist du vom Fach (Elektrofachkraft)?

Für welche Kalendermonate? Weil ohne Überschuss geht in den Wintermonaten richtig gut, da reicht *ein* 4xx Wp Modul völlig!

Wenn du mehr PV Leistung als diese 4xx Wp hast, hast du von Frühjahr bis Herbst (ohne Akku) regelmäßig viel Überschuss! PV mit Erzeugung=Verbrauch ohne Überschuss gibt es in dieser Form nur, wenn man eine Minimalleistung die man nie unterschreitet, annimmt. Dann wird die Anlage aber... sehr klein. Hast du nie Überschuss wirst du recht wahrscheinlich nicht mal deine reale "Grundlast" (die selten konstant ist) abdecken können.

Wenn du Platz hast: 2kWp, 800VA, Akku 5..7KWh mit Regelung (alles im Rahmen von Solarpaket I) Diese Preise sind so was von gefallen...

Hier 1100 Wp Module begrenzt auf ca. 760 W (nominell 800). Eigennutzung um 40 %. Das reicht für die Amortisation. Module sind billig, aber mehr Platz habe ich nicht. Die 60 % sind dann Abfall und objektiv kostenlos.

Ein Akku lohnt sich nach meinen Überschlägen bei derzeitigen Preisen trotzdem nicht. Das muß nicht so bleiben, ich behalte es im Auge.

Am 14.04.25 um 20:53 schrieb Marco Moock:

Da musst du bei einem der Wechselrichterhersteller arbeiten. Deren Clouds sind voll mit diesen Daten. ;-)

Die Erfahrungswerte von anderen sind dafür nicht im mindesten Repräsentativ. Ich betreibe zwei von den Dingern und die verhalten sich schon komplett unterschiedlich. Einfach weil der Aufstellungsort ein anderer ist.

Eben. Deswegen ist erzeugte Energiemenge nicht relevant.

Als Hausnummer kann man sagen, dass ein voll bestrahltes Solarmudul in unseren Breiten ca. 80-90% der STC Nennleistung bringt. Bei hellem Himmel mit leichten Wolken aber diffusem Licht kommen noch ca. 10-15% STC. Bei dunkelblauem Himmel und diffusem Licht kommen ca.

5-7% STC. In der Dämmerung ist man praktisch auf null, weil es dann kaum für die Versorgung des Wechselrichters reicht.

Jetzt musst du selber kalkulieren, welche Himmelsrichtungen und Verschattungen du bei verschiedenen Tages- und Jahreszeiten hast. Fotos der potentiellen Montageorte zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten können bei der Einschätzung helfen, vor allem, um die Schattengrenze zu sehen.

Maximalen Grundlastertrag bekommt man, wenn man möglichst viele Module in unterschiedlichen Himmelsrichtungen aufstellt und am besten noch einen DC-Speicher dazu packt. Das ist allerdings auch die teuerste Lösung. Ich hatte die Option bei mir zuhause nicht, jedenfalls nicht, ohne einen

4-stelligen Betrag in die Installation der Module zu investieren. Dennoch bekommen ich über das Jahr ca. 450 kWh Eigenverbrauch hin (etwa 3/4). Die Lösung dafür ist aber zum guten Teil, dass ich größere Verbraucher (Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner) Vorzugsweise in den Sonnenstunden laufen lasse. Natürlich reicht die Wechselrichterleistung dafür nicht, wenn deren Heizung los legt, aber der erzeugte Strom ist trotzdem selbst verbraucht, und darum geht es. Und nebenbei trage ich damit noch zur Netzstabilisierung bei, weil natürlich auch anderer, unverbrauchter PV-Ertrag mit verbraucht wird.

Wenn der Wechselrichter den Maximalstrom packt, kann man auch zwei Module parallel an jeden der beiden Eingänge hängen, vorzugsweise solche, die in unterschiedliche Himmelsrichtungen zeigen, denn die liefern selten gleichzeitig Strom. Das habe ich bei der anderen Installation gemacht, hauptsächlich, weil die Module so billig sind. Damit bekommt man über einen recht langen Zeitraum reichlich Strom. Vor allem aber gibt es bei Diffuslicht erheblich mehr. Das ist sogar mehr als das doppelte, weil der Eigenverbrauch vom Wechselrichter ja nur einmal gedeckt werden muss.

Ebenfalls gleichmäßiger wird der Ertrag, wenn man die Module eher steil montiert. Das bringt im Hochsommer weniger, aber da hat man eh genug. Dafür bringt die flache Wintersonne etwas mehr, wenn sie denn scheint. Auch die Verschmutzung und Schneebelag wird bei steilem Winkel geringer. Es bringt aber nichts, wenn in der Richtung der Himmel nicht zu sehen ist, weil das Nachbarhaus oder Bäume im weg sind. In so einem Fall doch lieber etwas mehr aufständern.

Wenn man erheblich ins Netz einspeist, kann man über die Anschaffung eines Speichers nachdenken. Die sind mittlerweile bezahlbar geworden. Das ist besonders effizient, wenn man 4 Module hat, denn die Leistungsbegrenzung des Wechselrichters gilt für das Laden des Speichers nicht. Wenn man dann die Steuerung noch gut in den Griff bekommt, kann man diese Energiemenge auch noch in den Eigenverbrauch überführen. Es gibt natürlich Wandlungsverluste, aber dafür kann man auch mehr als 800W nutzen, was bei 4 Modulen mit Leichtigkeit öfter überschritten wird. Am besten gelingt die Steuerung das, wenn Wechselrichter und Akkusteuerung eine Einheit bilden: Hybridwechselrichter. Die Größenauslegung sollte sich daran orientieren, dass man an möglichst vielen Tagen einen vollen Akkuzyklus fahren kann.

Marcel

Ja - die apsystems app auf meinem Smartphone. Oder die WLAN-Steckdosen-App für die Anlage nebenan.

Je mehr desto besser, ganz einfach. So um die 850 W sind heute normal, wenn du nur Richtung Süden arbeitest. Als Ost-West-Anlage am genehmigungsfreien Mikrowechselrichter sind auch 2000 W Solarleistung sinnvoll.

Das kommt eher darauf an, wie du deinen eigenen Verbrauch steuern kannst. Natürlich ist der Peak zur Mittagszeit. Hier in Freiburg liegt der bei ca. 14 Uhr. Im April hatte ich bis zu 4 kWh am Tag.

Meine Aufzeichnungen sind lückenhaft, da nur erfasst wird, wo das Gerät Verbindung zum WLAN hat - und da gibt es gelegentliche Aussetzer. Damit habe ich in einem Jahr 800 kWh erfasst. Der Energieversorger hat hier noch nicht den Zähler getauscht - daher läuft bei Überschuss der Zähler einfach rückwärts. Mein Ökostrom kostet 0.359 €/kWh - also habe ich

287,20 € in einem Jahr eingespart. Die gesamte Anlage mit Kleinmaterial hat knapp unter 400 € gekostet. Also wäre ich in unter zwei Jahren im grünen Bereich. Da ich tatsächlich aber auch noch 200 € Förderung bekommen habe ist mein Strom schon jetzt kostenlos.

Ein paar Beispielzahlen: Juli 2024: 100.54 kWh als Spitzenreiter Oktober 2024:35.15 kWh als niedrigster Wert seit April 2024 - und dann ging es im Nov/Dez/Jan deutlich runter mit 12 bis 18 kWh im Monat. März 2025: 89.79 kWh

Hier mal ein einzelnes Beispielbild vom März 2025:

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Manche Mikrowechselrichter wie mein APSystems EZ1-M haben WLAN-Schnittstelle, die die Auslesung direkt erlauben, aber die Daten liegen in China. Diagnosedaten bekommt man einfach auch mit einer WLAN-Steckdose beim Wechselrichter, die den "Verbrauch" misst - aber der ist es egal ob der Strom rein oder raus fließt. Die kostet um die 5 € und zeigt es so an:
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...das ist eine kleine 400-W-Anlage. Die lieferte im April etwa 2 kWh am Tag.

Bei Wechselrichtern wie denen von Hoymiles musst du extra Hardware dazu kaufen, um an die Daten zu kommen.

Speicher werden aber immer billiger und werden die nächste in Frage kommende Investitition, z.B. 450 € für 1.6 kWh, wenn du damit den Stromverbrauch vom Mittagspeak in die Abendstunden verschieben willst. Deren Batteriemanagementsystem ist kaum mehr als eine simple Zeitschaltuhr. Mit etwa 100 € für Hardware, Platz im Sicherungskasten und einer häuslichen Infrastruktur, wo dein WLAN vom Sicherungskasten bis zum Wechselrichter reicht, kannst du auch exakt erfassen, wann du Strom aus dem Netz beziehen würdest, der auch vom Speicher kommen kann und die Einspeisung aktivierst.

Schönen Gruß Martin

Das hat er, wenn ich die Frage recht verstehe, getan. Mittelwerte helfen nicht viel, Standardabweichungen so viel auch nicht. Gesucht ist die Form der realen Verteilungen. Nur dafür betreibe ich meine Anlage.

-- /¯\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067 \ / HTML | Roald-Amundsen-Straße 2a Fax: +49/ 221/ 7771 8069  X in | D-50829 Köln-Ossendorf

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Mit andern Worten "Staatsknete abgreifen". In wirklichkeit natürlich nicht Geld des Staates sondern das anderer Leute, mehrheitlich ärmer und weniger privilegiert als Du.

Der Wert meines erzeugten Stroms ist über das Winterhalbjahr 4.17 Cent/kWh und im April bis jetzt 2.66 Cent/kWh. Alles, was ich darüber hinaus gewinne resp. spare, und das ist auch ohne Einspeisepreis und Förderung eine Menge, ist Subvention zu Lasten anderer.

Wer jetzt "Klima" schreit. Strom, den keiner haben will, den niemand zu bezahlen bereit ist, wäre ohne die Solarerzeugung nicht anders sondern gar nicht hergestellt worden. Er spart also auch genau keine Emissionen. Wenn darüber hinaus bei negativen Preisen noch Aufwand getrieben wird, um schädlichen Strom kostenpflichtig zu vernichten, dann geht dieser Zusatzaufwand fast sicher mit Zusatzemissionen einher.

Das ist dann Mist. Mein Shelly tut das nicht ist aber dreimal so teuer. Aber auch Deine reicht völlig aus. Mikrowechselrichter versorgen sich aus der Gleichspannungsseite und haben einen Dunkelverbrauch von exakt null.

Du brauchst mindestens Stundenwerte. Höher aufgelöst komme ich nicht an Börsenpreise.

Am 14.04.2025 22:35 Uhr schrieb Axel Berger:

Könntest du diese Daten zur Verfügung stellen, ggf. noch mit der Info, wie groß die Module sind und wie die ausgerichtet sind?

Am 14.04.2025 23:13 Uhr schrieb Thomas Einzel:

Ich wäre daran interessiert.

Ich bin keine Elektrofachkraft, die Idee hinter den Steckersolargeräten ist ja, dass die auch von anderen installiert werden dürfen.

Des weiteren sehe ich mich gezwungen, das selbst nachzurechnen aufgrund von realen Erfahrungswerten, da Hersteller als auch Elektrobetriebe den Kunden das Blaue vom Himmel versprechen.

Mir eigentlich egal, ich will nur nicht für einen Haufen Geld Module kaufen, die dann real kaum genutzt werden können. Die spannende Frage ist daher, ob sich eine große Anlage mit 2kWp lohnt oder ob es auch kleiner sein kann, sprich die Leistung bei geringerer Strahlung ist auch relevant.

Was ja egal ist, es ist eine reich finanzielle Betrachtung --> lohnt sich mehr kWp und bis zu welchem Punkt.

Die Grundlast ist hier sehr konstant und es gibt da wenig zu diskutieren. Mehrere Rechner und Netzwerkkram dauerhaft, Desktop-PC tagsüber ~15-16h. Ich werde die Tage mal den Zähler morgens und abends ablesen und dann mal erfassen, was da verbraucht wird. Die letzte Abrechnung ist da wenig hilfreich, weil Zeug hinzugekommen ist.

Ob ein Akku sich rentiert ist die nächste Frage.

Das in der Tat. Hat sich auch die Qualität reduziert?

Am 15.04.2025 00:36 Uhr schrieb Marcel Mueller:

Aber noch immer besser als gar nix, was mein aktueller Stand ist.

Hast du Daten? Falls ja bin ich interessiert.

Wird nur leider gerne angegeben, vermutlich um Leute zum Kauf zu locken.

Gut zu wissen.

Süden vertikal würde gehen, Dach 30° O/W möglicherweise auch. Ersteres kaum verschattet.

Wobei man bei 2kWp an der rechtlichen Grenze ist. Solche Anlagen gibt es mit einem Wechselrichter, der muss das also aushalten. :-)

Am 15.04.2025 08:06 Uhr schrieb Axel Berger:

Noch nicht, weil mir geeignete Daten fehlen.

Wirklich nur, um die zu erfassen?

Am 15.04.25 um 17:41 schrieb Marco Moock:

Ja, aber nur in der Cloud. Und die Report-Funktion kann keine feingranularen Massendaten abziehen. Man bräuchte ja mindestens ein rollierendes Jahr stündlich. Hat mich bisher auch nicht interessiert.

Naja, es ist halt auch so ziemlich das einzige, was man noch grob abschätzen kann. Den individuellen Verbrauch kennt der Hersteller ja nicht. Beim Auto wird ja auch die Höchstgeschwindigkeit angegeben und nicht die mittlere Geschwindigkeit im Betrieb.

30° zur Waagerechten verschmutzt halt leicht (Pollen, Samen, Blätter). Schnee rutscht da auch nicht runter (falls es so etwas noch gibt). Ansonsten ist das nicht schlecht.

Vertikal kostet vermutlich etwa -30%. Dazu habe ich aber keine Erfahrungswerte. Aber man kann den Ertrag recht gut mit einem Belichtungsmesser einschätzen. Der Zusammenhang ist über weite Bereiche nahezu linear. Nur bei Schwachlicht, geht es schneller bergab. Zum einen wegen dem Eigenverbrauch des Wechselrichters, zum anderen weil die monokristallinen Zellen mit dem blauen (Dämmer-)Licht nicht so viel anfangen können.

Wenn die Alternative ein Garagendach mit ordentlich Verschattung ist, würde ich vmtl. die Südrichtung nehmen. Gerade in den Wintermonaten tut die Verschattung am meisten weh.

Ein echtes Dach sollte man tunlichst lassen. Alleine der notwendige Blitzableiter kostet mehr als der Rest.

Klar. Meiner kann AFAIK 22,5 A pro Eingang. Da kann ich problemlos 2 Module mit 144 Zellen dran hängen, zumal die in Realität eher 9 A als

10,5 A liefern.

Marcel

Der OP: "Überschuss ist hier rausgeworfenes Geld"

Ja, das kann man wie gesagt machen, einfach in der Spitzenleistung nicht höher al die (wirkliche) Grundlast*) bleiben. IMO lohnt das nicht die Mühe einer Steckersolaranlage.

Hi Marcel,

Wozu soll der WR hier den Maximalstrom packen? Der regelt schon selbst ab. Dann läuft die Anlage natürlich nicht mehr im MPPT, aber das stört faktisch ja auch nicht mehr.

Marte

Er muss den Maximalstrom packen, um in dem Moment, wo ausnahmsweise beide Himmelsrichtungen viel beitragen, nicht zerstört zu werden. Und ja, hoffentlich regelt MPPT da noch so, dass es zwar nicht maximaler Ertrag, aber maximal zulässiger und zerstörungsfreier Ertrag wird.

Knapp zusammengefaßt ja. Man könnte auch sagen aus Spaß an der Technik und um eigene Erfahrungen damit zu sammeln. Das ganze ist ja eine politische Diskussion und ich möchte in meinen Beiträgen nicht auf Angaben aus zweiter Hand beschränkt bleiben, von denen ich nicht weiß, wie viel Wunschdenken drinsteckt.

Schön ist natürlich, wenn das für mich kostenlos bleibt. Teure Hobbys kann ich mir nicht leisten. Verdienen will ich nichts, das ist reine Subvention und Steursparmodell, das ich für unmoralisch halte, und der "Klima"effekt ist null oder gering, was ich gerade nachweisen möchte.

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2.3 * 1.2 m, südwest, fast senkrecht, verschattendes Gebäude vor dem derzeitigen Sonnenuntergang, sollte im Hochsommer umfahren werden.

Am 16.04.2025 16:05 Uhr schrieb Axel Berger:

Sind state die gesamten kWh zum Zeitpunkt?

Am 16.04.2025 08:08 Uhr schrieb Martin Τrautmann:

Die Anlagen werden doch so verkauft, dass bei 2kWp der WR die volle Leistung aushält (nutzen wird er die eh nicht, da auf 800W limitiert).

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