Wie repariert man eine verschmorte Steckdose fachgerecht?

Dec 08, 2025 Last reply: 7 months ago 11 Replies

Die Tage wurden bei uns im Haus die Stromzähler ausgewechselt. Dabei klagte eine Mitarbeiterin unseres Mieters, bei ihr im Keller sei die Steckdose an der der Trockner hängt verschmort und die aus dem Baumarkt besorgte lasse sich nicht montieren, da die verbliebenen Drähte zu kurz sind. Sie finde keinen Elektriker der dafür kommt.



Der Elektriker vom Netzbetreiber sagte, dafür müsse man die Leitung bis zur Abzweigdose oder bis zur Verteilung auswechseln und die Anlage durchmessen. Dabei könnte sich herausstellen, dass manche Komponenten wie RCD-Schalter nicht mehr zulässig sind. Zu mir meinte er später noch, vermutlich seien in den Abzweigdosen auch noch klassische Schraubklemmen, was auch ein Problem sei.



Ist das wirklich so? Ich kenne das Problem vom Hörensagen von meiner Schwester. Bei ihr soll die Leitung zwischen Steckdose und Verteilung über 10 Meter lang sein.



Beides sollen Aufputz-Installationen sein. Als Laie, der sowas offiziell nicht machen darf, würde ich eher so vorgehen: Nahe der Steckdose, entweder unter der Decke oder an der Fußbodenleiste, eine kleine Abzweigdose setzen um nur die kurze Stück Leitung von dort bis zur neuen Steckdose zu ersetzen. Verbunden würden die Leiter in der Dose mit Federklemmen. Nötigenfalls nochmal analog vor der Abzweigdose, falls die Klemmstellen darin so heiß wurden, dass die Isolierung zerbröselt ist. Ansonsten könnte man die Schraubklemmen einfach mal nachziehen oder durch passende Federklemmen ersetzen. Überlegung ist einfach, dass schlechte Übergangswiderstände in der Steckdose die Isolierung gekillt haben. Entweder schlecht verklemmt da noch Schrauben und kriechendes Kupfer oder von den eigentlichen Steckkontakten. Zu heiß wäre es mir allerdings, wenn das Kabel bis in die Verteilung geht und dort die Leiter gelitten haben. cu. Juergen


Ich kann mir das mit den zu kurzen Drähten nicht vorstellen, außer wenn jemand beim Ausbau der alten Steckdose die Drähte abgezwickt hat, idiotischerweise.

/ralph

Wie Jürgen schon sagte können in der Nähe der Stelle, wo es heiß wurde, Drähte verschmort sein. Eine verbrannte Steckdose habe ich erst einmal gefunden. Dort war es die Kombination Kindersicherung und Bügeleisen.

Andernorts hat ein Pfuscher 0.75 mm2 Litze (oder etwas anderes ähnlich dünnes, aber zweiadrig mit offener Erde würde mich nicht wundern) unter Putz in die Wand gelegt. Für den Küchenmixer ging das länger gut. Dann kam ein Mieter und hatte eine Spülmaschine.

Auf jeden Fall sehe ich keinen Grund, den Rest der Leitung zu verdächtigen Und halte Jürgens Vorschlag der Verbindung einen Meter weiter für richtig.

Denkbar ist das, je nach Baujahr, alles. Das wäre dann ein Fall für eine Grundsanierung. Eine einzige, einzelne, intakte Leitung auf ganzer Länge zu erneuern wäre in so einem Umfeld besonders idiotisch.

Ja, wenn dem so ist, sehe ich das auch so.

Ich habe aber auch schon verschmorte Steckdosen gesehen wo die Drähte dahinter völlig OK waren, und nur der eigentliche Buchsenkontakt auf einer Seite kaputt und das Plastik drumherum.

/ralph

Am Mon, 8 Dec 2025 10:50:00 -0000 (UTC) schrieb Ralph Aichinger snipped-for-privacy@h5.or.at> zum Thema "Re: Wie repariert man eine verschmorte Steckdose fachgerecht?":

Doch, ich kann mir das vorstellen. Vermutlich ist auf mehreren Zentimetern die Isolierung verschmort oder abgebröckelt und die verbliebenen Drähte (wenn man wie üblich bis auf die letzten 8 mm eine Isolierung haben will) sich zu kurz. Falls es sich um eine Kombination mit einem Lichtschalter handelt, habe ich auch schon gesehen, dass früher der Draht nicht durchgezwickt wurde sondern an passender Stelle abisoliert und im Lichtschalter mit der Schraube verklemmt wurde (und relativ gerade durchgeht). Da fehlt dann für moderne Schalter mit Federklemmen möglicherweise der entscheidende Zentimeter.

cu. Juergen

Ich schon. Es gibt so Spezialisten die die Drähte immer so kurz wie möglich machen, warum auch immer. Und wenn dann die neue Steckdose anders aufgebaut ist, fehlt der entscheidende Zentimeter. Steckdosen mit Federklemmen benötigen meisten noch zusätzlich etwas mehr Leistungslänge.

Oder so, oder es ist mal ein Stück abgebrochen.

Wenn ich das beruflich instand setzen müsste, und müsste Gewährleistung geben, würde ich auch nicht das fast zu kurze Kabel da rein würgen. Ein Heimwerker wird das vielleicht anders sehen.

Am 08.12.25 um 11:44 schrieb Juergen:

Wenn es geschmort hat, ist es notwendig, die Leitung zu prüfen. Man weiß schließlich nicht, ob das ein lokal begrenztes Problem war oder die Leitung insgesamt überlastet wurde. Und selbst wenn es lokal war, ist mindestens noch ein gutes Stück in die Wand hinein die Isolierung beschädigt.

Und ja, bei einer Prüfung können leider weitere unangenehme Fakten zu Tage treten, welche dann zu einer Kettenreaktion an zu tauschenden Komponenten führen.

Laß' die Finger davon.

Am 08.12.25 um 11:44 schrieb Juergen:

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte plausibel. Die verschmorten Drähte müssen getauscht werden.

Wenn es nicht gerade die ganze Leitung beschädigt hat (eher unwahrscheinlich), dann kann man dazwischen irgendwo eine neue Unterputzdose setzen und nur ab da die Leitung tauschen.

Na, dann ist es ja noch viel einfacher. Da sieht man ja sofort, ob die Leitung noch in Ordnung ist.

Exakt, so hätte ich das Problem auch gelöst.

Problematisch wird die Sache, wenn die Kabel uralt sind und z.B. nur klassische Nullung haben, was seit '74 schon nicht mehr verbaut werden darf. Dann erlischt der Bestandsschutz und man muss alles "umgraben".

Ja, meistens.

Ack. Das halte ich aber für abwegig.

Marcel

Hi Juergen,

Aus meiner Sicht ist das der entscheidenede Begriff in der ganzen Nachricht: Es ist ein gewerblich genutztes (vermietetes) Gebäude. Du bist als Eigentümer hier in der Pflicht, die Elektrik auf aktuellem und sicheren Stand zu halten. Wenn Du das nicht sicherstellst und irgendwas passiert, bist Du derjenige, den die Versicherung angehen wird.

Dann müsste man eben eine finden, die passt, oder noch besser...

Seit wann sind Mieter dafür zuständig? Das liegt nicht ohne Grund in Deinem Verantwortungsgebiet.

Die erzählen oft viel Zeugs, aber manchmal haben sie sogar recht.

Kann passieren, wenn z. B. zu geringe Querschnitte verwendet wurden, was nicht ganz unwahrscheinlich ist. Bestandsschutz ist ein heißes Eisen in der Branche. Ein Elektriker wird die Baustelle nur so verlassen, dass er auf der sicheren Seite des Interpretationsspielraums bleibt. Der Kunde hat keine wirkliche Wahl und muss bezahlen.

Eben... wenn's dumm läuft macht er eine elektrische Generalsanierung.

Bei meinem Bruder hat der Elektriker alle Leitungen im Flur 'rausgerissen und vom Hauptverteiler bis einschließlich alle Wohnungs-Unterverteilungen neue Leitungen und Unterverteiler eingesetzt, weil angeblich nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die Hausverwaltung lehnt sich da niemals aus dem Fenster und beschreibt das gegenüber den Eigentümern in drastischen Worten, so dass die Mehrheit der Eigentümerversammlung ganz schnell, wenngleich zähneknirschend, abnickt. Die Erhöhung der Rücklagenzuführung deswegen, wird ja erst in der nächsten JHV beschlossen.

Das sollte dann preislich im Rahmen bleiben, je nach ästhetischen Anforderungen mit Kabelkanälen und so. Da bleibt dann das Geld liegen.

Erst mal wirklich sichten, welche Querschnitte verlegt sind und welche Leistungen abgesichert sind. Moderne Wärmepumpentrockner haben auch nicht mehr die hohen Stromstärken, die sie ziehen. Da kannst Du ggf. etwas in die Waagschale werfen und die Sicherung von 16 A auf 12 A drosseln, dann ist der kleinere Querschnitt nicht mehr dramatisch. Mit dem so eingesparten Geld ist der neue Trockner schon fast finanziert ;-)

Um wieviel Meter reden wir denn dabei? wegen 10 m machst Du da doch nicht 'rum mit Dose setzen und so. Sooo teuer ist das Kabel jetzt auch nicht. Wenn Du Deine Zeit rechnest, die Dose zu montieren, dann ist die Rolle schnell bezahlt.. Wenn die Leitung im Kabelkanal läuft, ist diese Leitung auch schnell getauscht. Wenn Du natürlich alle 30 cm eine Schelle herauspopeln sollst und das Ganze auf Stahlbeton verlegt wurde, dann sieht das gleich ganz anders aus ;-)

Nachsehen, wie die Kabel aussehen, wie sie befestigt / verlegt sind und dann entscheiden.

Marte

Am Mon, 8 Dec 2025 20:29:16 +0100 schrieb Marte Schwarz

Das hast du falsch verstanden. Der Keller mit der verschmorten Steckdose befindet sich unter einem anderen Haus. Das ist Eigentum der Mitarbeiterin, nicht von mir. Ich bin da in keinerlei Pflicht.

cu. Juergen

Am Mon, 08 Dec 2025 12:47:26 +0100 schrieb Helmut Wabnig <hwabnig@.- ---

Das hatte ich nicht vor. Es sind ja noch nicht mal Nachbarn.

cu. Juergen

Auf myhammer.de kann man freischaffende Elektriker finden, die so elektrische Kleinkunst wie Steckdosen, Schalter und Leuchtenanschlüsse erledigen.

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