Bemessung eines Regenrückhaltebeckens aus Stahlbeton

Hallo,
ich stehe vor der Frage, ein Regenrückhaltebecken zu bemessen. Das
Regenrückhaltebecken soll im Endzustand 1m überschüttet werden. Zudem
ist im Bereich des Beckens die Befahrbarkeit mit Fahrzeugen nicht
ausgeschlossen. Eine Straße geht andererseits auch nicht drüber.
Meine Frage ist, wonach das Becken zu bemessen ist? DIN 1045-1 mit allem
drum und dran? Oder greift auch die ZTV-ING oder der DIN-Fachbericht, da
das Bauwerk ja wie eine Brücke (Spannweite hier 10m) mit Fahrzeugen
überfahren werden könnte.
Sind aufgrund der von innen drückenden Feuchte besondere Forderungen an
den Beton einzuhalten. Muss es tatsächlich eine WUB-KO werden? Oder
reicht ein Stahlbeton mit einer maximalen Rissweite von 20mm?
Welche Fahrzeuglast würdet ihr ansetzen? Ich hatte zunächst an 5kN/m²
gedacht, dann aber in Anlehnung an die EAB an die Baufahrzeuge gedacht
und 10kN/m² vorgesehen. Aber damit bemesse ich das Teil doch kaputt,
oder?
Danke für Anregungen und Hinweise
Steffen
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Steffen Bertz
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(...)
Grundsätzlich ja. Diese Norm ist in der Bauregelliste der Länder aufgeführt und damit verbindlich anzuwenden.
Oder greift auch die ZTV-ING oder der
Das hängt von den rechtlichen Bedingungen für den Standort ab. Z. B. ist bei der Bahn so ziemlich alles eine Brücke im rechtlichen Sinn. Weitere Regeln müssen angewendet werden, wenn sie als anzuwenden vereinbart wurden. Auf einem Firmengelände greifen deshalb normale Normen allein.
Ja, aus den Anforderungen ergeben sich Expositionsklassen. Die haben Auswirkungen a. a. auf die Betonrezeptur.
Wenn keine weitere Abdichtung erfolgt, dann sollte es wohl WU werden. Dafür gibt es schon wieder ein grünes Heft.
...0,20 mm ??
Für Behälter ist diese Rißbreite aus meiner Sicht fragwürdig.
Nimm einfach die Fahrzeuglasten (Radlast und/oder Ersatzlast) aus der DIN. Möglicherweise läßt die Überschüttung den Ansatz der Ersatzlast zu und auch der sog. dyn. Vervielfacher kann eingespart werden.
Freundliche Grüße, Alfred Flaßhaar
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Alfred Flaßhaar
Alfred Flaßhaar meinte am Thu, 6 Dec 2007 in 34 Zeilen:
Steffen Bertz wrote:
Das klingt erstmal nach viel Interpretationsspielraum. Eine eindeutige Vorgabe gibt es also nicht. Ja, das RRB steht im Zusammenhang mit einer Baumaßnahme der DB. Dann zählt das Teil wohl als Brücke. Gibt es hierfür eine Art Quelle (Vorschrift o.ä.)?
Hierbei geht es doch aber zunächst nur um den Schutz der Bewehrung vor Chloriden etc. Ich würde das Teil auch unter Frost ansetzen. Aber die Dichtigkeit wird damit doch nicht bestimmt, oder? Das Regenwasser hat nach meiner Auffassung auch keine andere Aggressivität.
Hier meinst Du eine Abdichtung von innen? Ist so etwas sinnvoll und genauso dauerhaft wie WUB-KO? Kostenmäßig denke ich, nimmt es sich nichts.
Oh man, so ein blöder Schreibfehler. 2cm wäre etwas viel bei einem dichten Bauwerk.
Du meinst die 0,2mm. Also eher die Forderung der ZTV-ING nach 0,15mm?
Das muss ich mir nochmals genauer ansehen. Vor allem vor dem Hintergrund o.g. "Brücke", dann kommt doch der DIN-FB zum tragen. Hier würde ich dann auf die 9kN/m² für den Fahrstreifen 1 als Referenz nehmen und als Flächenlast auf die Überschüttung setzen.
CU&THX Steffen
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Steffen Bertz
(...)
Doch, grundsätzlich DIN 1045. Fachberichte und ZTV´s (falls zur Anwendung vereinbart) geben zusätzliche spezielle Regeln vor, z. B. Mindestquerschnitte von Stahlbetontragwerken.
Na denn viel Spaß.
Sicher gibt es das, ich kenne die Quelle aber nicht mehr. Es gibt bei der Bahn Kunstbauten und Brücken. Die aktuelle Einordnung würde ich vom AG verlangen. Das ist formalistisch, aber es soll wohl so sein.
(...)
Dichtigkeit gibt es nicht, nur Undurchlässigkeit in verschiedenen Maßen. Schau Dir bitte die grüne WU-Richtlinie (DAfStb) an, die ist preiswert und hilft gegenüber dem Stand von 1980 viel weiter ;-).
(...)
Wie bei allem-nur wer nicht baut hat keine Kosten. Es gibt hochwertige Beschichtungen. Ich mag aber mehr den Stahlbeton in seiner natürlichen Reinheit als WU-Konstruktion.
Kostenmäßig denke ich, nimmt es sich
Kann ich nicht beurteilen, hängt von Zielfunktionen ab (Lebensdauer, Schadenspotential für Nachbarbauwerke...).
(...)
Für Behälter mit wenig Revisionsmöglichkeiten und langer Standzeit würde ich 0,15 mm wählen.
Das sollte konkret mit dem Auftrag festgeschrieben werden, sofern nicht aus offensichtlicher Funktionalität diese Lastannahmen abfallen.
Nein, das ist eine Frage des Tragwerksentwurfs, was heute an Hochschulen nicht mehr gelehrt wird. Also, bei 10x10 m und meinetwegen 3 m Tiefe würde ich mit Mittelstütze für den Deckel rechnen. Bei geeigneter Querschnittswahl läßt sich das gut bemessen. Wichtig für den AG ist, Nachbehandlungen durchVerpressen sind im Regelfall keine Mangelbeseitigung, sondern anerkannte WU-Verfahrensweise. Gehören Nebenanlagen (Schlammfang...) mit dazu?
Freundliche Grüße, Alfred Flaßhaar
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Alfred Flaßhaar
Alfred Flaßhaar meinte am Fri, 7 Dec 2007 in 60 Zeilen:
Steffen Bertz wrote:
Danke!
Mal sehen was dabei herauskommt.
Liegt auf der sicheren Seite, oder?
(...)
Ja, das Teil ist mit Nebenanlagen herzustellen (Schlammfang, Absetzbecken, Leichtflüssigkeitsabscheider und nachgeschaltetem Koaleszenzabscheider).
CU Steffen
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Steffen Bertz
Steffen Bertz schrieb:
Ja.
Es ist aber nicht vorgesehen, dass Fahrzeuge darauf fahren, oder? Dann ist es auch keine Br=FCcke.
W=E4ren Standsicherheit, Gebrauchstauglichkeit oder die Umwelt gef=E4hrdet, wenn es _keine_ WU-Konstruktion w=FCrde? Fordern die anerkannten Regeln der Technik, dein Auftraggeber oder =F6ffentlich- rechtliche Vorschriften eine WU-Konstruktion? Wenn nein, dann muss es auch keine werden. (Auf deine Fall anwendbare anerkannte Regeln der Technik findest du u. a. unter
formatting link
)
Nach DIN 1045-1 k=F6nnte sogar Anforderungsklasse E gen=FCgen, also 0,30 mm.
Die 10 kN/m=B2 sind ein Hilfswert zur Ermittlung des (horizontalen) Erddrucks infolge Stra=DFenverkehr oder Baubetrieb. Zur Bemessung einer befahrenen Decke w=FCrde ich die nicht heranziehen, sondern mich eher an den Lastbildern des DIN-FB 101 orientieren. Je nachdem, wie unwahrscheinlich ein =DCberfahren des Beckens ist, gen=FCgen aber sicherlich auch die Teilsicherheitsbeiwerte f=FCr die "au=DFergew=F6hnliche Bemessungssituation" und ein "Beiwert alpha" von 0,90 .. 0,95.
Die Erd=FCbersch=FCttung bringt sowieso ca. 20 kN/m=B2.
-- Robert
Reply to
Robert Lange

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