Elektroautos: Akkutauschsysteme

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich mal auf das Projekt von Betterplace hingewiesen, die mit Akkutauschstationen das Recihweitenproblem der
Elektroautos lösen wollen.
Damals gab es arge Zweifel daran, dass der Akkutausch ähnlich schnell wie das Tanken von Benzin gehen kann. Ja, es kann so schnell gehen und sogar noch schneller: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,624646,00.html
Allerdings ist fraglich, ob angesichts der jüngsten Fortschritte bei der Entwicklung von Akkus sowas noch nötig ist: http://www.nickles.de/c/n/mit-schafft-durchbruch-bei-akku-technik-7378.htm
Schon der für 2011 angekündigte Tesla S wird mit fast 500 km Reichweite und 45 Minuten Ladezeit beworben. Auch das würde IMO schon völlig ausreichen.
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Moin,
Tom Berger schrub:

http://www.nickles.de/c/n/mit-schafft-durchbruch-bei-akku-technik-7378.htm
Auch deswegen muss man schon etwas dumm sein, wenn man ein landesweites Akkutauschstationen-Netz aufbaut. Es kann sein, dass das in schon 5 Jahren niemand mehr braucht.
CU Rollo
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Weil dann der Wahn nachläßt?
Gruß
Stefan DF9BI
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Stefan Brröring schrieb:

Was denn für ein Wahn? Hinter der Forcierung der Elektrofahrzeuge stehen massive ökonomische Interessen der Stromkonzerne.
Eine große Zahl von Akkus im Netz schafft erhebliche disponible Lasten, die einerseits genutzt werden können, um Stromtäler aufzufüllen und dadurch Grundlastkraftwerke zu fördern, andererseits aber auch, um die schwankend anfallenden Einspeisungen aus regenerativen Quellen zu absorbieren, denn was soll man des nachts mit massig Windstrom? Derzeit wird er gelegentlich verschenkt (aber den Erzeugern über die EEG-Subventionen trotzdem gut bezahlt). Drittens kann man die Akkus bei entsprechender Auslegung der Anschlußgeräte auch noch zur Rückspeisung und damit preisgünstigen Deckung von Lastspitzen nutzen.
Und das ist im übrigen gesamtgesellschaftlich auch durchaus positiv zu sehen, denn eine sichere und preisgünstige Stromversorgung ist durchaus ein hoher Wert für die ökonomische Wohlfahrt.
Daß man ggf. Akkus in wenigen Minuten laden /kann/, bedeutet ja nicht, daß man das auch regelmäßig tun /muß/ - der Normalfall könnte sein, daß die Akkus relativ regelmäßig am Netz hängen, also parkende bzw. abgestellte Fahrzeuge meistens angestöpselt sind, und Autos stehen nun einmal die meiste Zeit einfach nur herum, was ziemlich logisch ist, wenn innerhalb von 10 Jahren (knapp 88.000 h) nur etwa 2.000-3.000 h Betriebszeit (ca. 2-3 %) absolviert werden.
Gruß aus Bremen Ralf
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z schrub:

Ach? Woran erkennt man denn, dass die Stromkonzerne Elektromobilität forcieren?
IMO tun sie das zumindest nicht viel mehr, als z.B. EON auch den hier örtlichen Sportverein forciert, genauso wie die Sparkasse, Fliesen-Dietrich, Bauunternehmen Süme, .... :-)
Ja, wenn mal ein paar Studenten ein Elektroauto für einen Wettbewerb zusammenbasteln, dann spendiert ein Energieunternehmen vielleicht ein paar Kisten Bier dazu - als Gegenleistung für den Werbeaufdruck. Wo passiert mehr? Ich lass' mich da gerne aufklären.

Ich hatte dich ja schon darauf hingewiesen, dass die Gewinne der Betreiber von Grundlastkraftwerken in Spitzenlastzeiten geradezu explodieren. Warum sollten die was gegen teuren Spitzenlaststrom haben? Sie verdienen doch maximal dran.
CU Rollo
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*Roland Damm* wrote on Thu, 09-05-14 23:47:

Nein. Nur dann, wenn sie unverkaufte Kapazitäten übrighaben, die sie kurzfristig noch am Spotmarkt anbieten können - das aber werden sie tunlichst zu vermeiden suchen.
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Am Fri, 15 May 2009 07:42:00 +0200 schrieb Axel Berger:

Jein.
AKWs sind Grundlastkraftwerke, weil die Brennstoffkosten im Verhältnis zu den Fixkosten so niedrig sind, dass es sich einfach nicht lohnt, sie nachts herunter zu fahren. Andererseits ist Atomstrom alles andere als billig (lass Dir nix weismachen und kalkuliere selbst mal nur Zinsen und Abschreibung pro kWh), seine Produktion kostet weit mehr, als man nachts erlösen kann. AKWs sind deshalb zwingend darauf angewiesen, einen guten Teil ihres nachts produzierten Stroms in Pumpspeicherkraftwerken zu speichern und diesen Strom dann tagsüber als Spitzenlaststrom zu verkaufen. Ohne diese Erlöse rechnet sich ein AKW nicht.
Nun ist es schon jetzt so, dass der Wind den AKW-Betreibern ihre Kalkulation manchmal zerbläst, denn es weht eben auch manchmal genau dann starker Wind, wenn die AKWs eigentlich Spitzenlastpreise erzielen wollen. Sollte durch Stromspeicherung der Bedarf nach Spitzenleistung komplett entfallen, dann wären AKWs unrentabel.
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Tom Berger schrieb:

Das wäre nur richtig, wenn KKW höhere Vollkosten als WEA hätten - haben sie?
Unter Marktbedingungen: Man kann KKW natürlich mittels Speichern und Subventionen politisch kaputtmachen, indem man einfach so viele WEA in die Landschaft stellt, daß deren Produktion die Netzlast abdecken kann. Da die Grenzkosten der Windmüller immer noch niedriger als die der Atomstromer sind, drücken die ihren Strom einfach rein ins Netz und schalten damit die KKW ab. Aber volkswirtschaftlich günstiger dürfte das nicht sein.
Gruß aus Bremen Ralf
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Am Sat, 16 May 2009 02:27:31 +0200 schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Ja.
Ich war auch recht erstaunt, denn wie die allermeisten sogar der AKW-Gegner hatte auch ich die Propagandalüge vom Atomstrom als billigstem Strom überhaupt so verinnerlicht, dass ich das nie hinterfragt hatte.
Erst kürzlich habe ich beim Lesen diverser Artikel festgestellt, dass AKW-Betreiber mit aberwitzig niedrigen Kapitalzinsen von ca 2,5% über die ganze Lebensdauer des AKWs argumentieren. Kredite mit so niedrigen Zinssätzen erhalten sie tatsächlich, aber das sind eben hochsubventionierte Kredite, mit denen die tatsächlichen Kosten verschleiert werden.
Ich hab' mir dann mal die Mühe gemacht, anhand einiger pauschaler Annahmen, die relativ unwidersprochen im Netz kurieren, die tatsächlichen Kosten bei marktüblichen Zinsen überschlägig zu ermitteln.
Gehen wir von folgenden Rahmenbedingungen aus:
AKW mit 1 GW Netto-Nennleistung: Baukosten mit 5 Jahren Baufinanzierung: 3,5 Mrd ¤ Lebensdauer: 42 Jahre (das ist die in Frankreich für neuere AKWs genehmigte Lebensdauer) Vollaststunden p.a.: 6.600 (das ist der Wert in Deutschland) Betriebskosten: 2% der Baukosten p.a. Brennstoffkosten: 0,3 Ct/kWh Rückbaukosten nach 42 Jahren: 2 Mrd ¤ + Inflation
Alleine Zinsen und Tilgung machen bei angenommenen 5% Zinsen schon 3,04 Ct/kWh aus. Insgesamt kostet die Produktion einer kWh Atomstrom unter diesen Annahmen 5,4 Cent. Billigeren Strom aus "abgeschriebenen" AKWs gibt's unter dieser Annahme nicht, denn die Tilgung der Baukosten läuft ja über die gesamte Lebensdauer von 42 Jahren.
Die Produktion von Windstrom kostet hingegen nur 4,1 Ct/kWh. Die Annahmen dabei:
WKA mit 1 MW Nennleistung: Baukosten mit allen Installationskosten: 850.000 ¤ Lebensdauer: 30 Jahre Vollaststunden p.a.: 1.752 (das ist der Wert für landgestützte Anlagen in Deutschland) Betriebskosten: 2% der Baukosten p.a. Brennstoffkosten: 0,0 Ct/kWh Rückbaukosten: 0 (der Schrottwert ist höher als die Rückbaukosten)
Selbst wenn die Windkraftanlage über 20 Jahre getilgt wird, ergeben sich mit 4,9 Ct/kWh immer noch niedrigere Produktionskosten als die für Atomstrom.
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Tom Berger schrieb:

Und die Berechnung enthält noch nicht einmal die Kosten für die Wiederaufbereitung / Endlagerung der Brennstäbe.
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Rolf Sonofthies

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Am Sat, 16 May 2009 17:19:22 +0200 schrieb Rolf Sonofthies:

Richtig, aber diese Kosten in unbekannter Höhe trägt ja die Gesellschaft und tragen die zukünftigen Generationen. Außerdem hat der Betreiber der Windkraftanlage eine Haftpflichtversicherung, die alle denkbaren Risiken durch umfallende und auseinanderfliegende WKAs absichert, während beim AKW ebenfalls die Gesellschaft das Risiko trägt.
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Tom Berger schrieb:

Letzteres: Nicht ganz. AKW-Betreiber müssen in D meines Wissens eine "Rücklage für den GAU" in Mrd.-Höhe nachweisen. Da mögliche "GAU-Kosten" nach den bisherigen Erfahrungen erheblich höher sein dürften als die "Rücklagen", trägt letztlich trotzdem weiterhin die Gesellschaft das Risiko im wesentlichen "gemeinsam" und nicht die AKW-Betreiber. Im Verdrängungswettbewerb auf dem europäischen Energiemarkt hatten die deutschen AKW-Betreiber durch ihre gesetzlich verfügte hohe Eigenkapitalquote überdurchschnittlich gute Startbedingungen.
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Rolf Sonofthies

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Am Sun, 17 May 2009 11:46:00 +0200 schrieb Axel Berger:

Ich seh' zwar auf Anhieb nicht, warum Du gleich persönlich beleidigend werden musst, aber Du wirst sicher Deine Gründe haben.
Ansonsten: Rücklagen sind kein dem Unternehmen frei zur Verfügung stehendes Kapital. Werden Rücklagen aktiviert, weil sich das Risiko, das sie abdecken wollten, erledigt hat, dann müssen diese Rücklagen erst mal versteuert werden.
Ansonsten ist mir kein Gesetz bekannt, das AKW-Betreiber zu besonders hoher Eigenkapitalquote zwingt. Ob Ralf Sonofthies das detailliert erläutern könnte?
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Tom Berger schrieb:

Gerne:
Die von mir wiedergegebene Information geht wimre auf mehrere Artikel in der TAZ und der ZEIT im vergangenen Jahr zurück. Die finde ich aber momentan nicht mehr. Das Stichwort im deutschen "Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren" lautet aber eindeutig "Deckungsvorsorge". Weiteres dazu <http://bundesrecht.juris.de/atg/__13.html unter "§ 13 Vorsorge für die Erfüllung gesetzlicher Schadensersatzverpflichtungen"
Diese rd. 2,5 Mrd pro Reaktor legt man natürlich nicht bei der Volksbank auf's Sparbuch.
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Rolf Sonofthies

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Am Mon, 18 May 2009 20:37:30 +0200 schrieb Rolf Sonofthies:

Eben, dafür müssen Rücklagen gebildet werden. Mit Eigenkapital hat das absolut nichts zu tun. Eine GmbH mit 50.000 ¤ Eigenkapital kann ein AKW betreiben.
Diese Rücklagenbildung mindert natürlich den zu versteuernden Gewinn eines AKWs, was mittlerweile schon recht ordentliche Summen ausmacht. Aber es wäre in der Tat bigott, einerseits hohe Rücklagenbildung als Risikovorsorge zu fordern, sich dann andererseits aber über verlorene Steuerzahlungen zu ärgern.
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Tom Berger schrieb:

Stimmt, ich hatte zwei unterschiedliche Dinge in einen Topf geworfen.

Ich wollte lediglich auf die weitgehend unbekannte aber letztlich in Relation zur Schadenshöhe heute lächerliche Rücklage hinweisen - die Deiner Kernaussage deswegen nicht entgegen steht.
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Rolf Sonofthies

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*Tom Berger* wrote on Fri, 09-05-15 19:25:

Der Pumpspeicher ist eine getrennte Einheit, der Strom billig ein- und teuer verkauft. Vom wem gekauft wird ist dabei egal und das KKW erhält nur den Schwachlast-Einkaufspreis. Speicherkapazität ist jetzt schon lange knapp und wird noch knapper, denn genau das, die mangelnde Anpassungsfähigkeit zwischen Angebot und Nachfrage, ist die große Achillesferse der Erneuerbaren.
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Am Sat, 16 May 2009 12:46:00 +0200 schrieb Axel Berger:

Irrelevant - die gehören zum selben Mutterkonzern.
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*Tom Berger* wrote on Sat, 09-05-16 16:44:

Und? Ist ein kommunales Busunternehmen rentabel nur weil es vom städtischen Wasserwerk quersubventioniert wird?
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Moin,
Axel Berger schrub:

Bei den Stromkonzernen hängen die Dinge aber dichter zusammen.
Es kann sich für eine Kommune auch lohnen, einen kostenlosen Park&Ride-Service anzubieten. Die Busse dafür rentieren sich für sich genommen natürlich nicht.
CU Rollo
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