Fehlbedienung

Mar 19, 2010 6 Replies

Ich hoffe, dass ist die richtige Gruppe hier. Ich hab mal ne allgemeine Ingenieurswissenschaftliche Frage.



Gibt es eigentlich eine Regel ab welcher Fehlbedienungsquote ein Design als gescheitert oder untauglich anzusehen ist? Es geht hier um eine Sicherheitausr=FCstung (Helm), die nur jeder zehnte Benutzer =FCberhaupt korrekt anwendet. Ist so etwas nicht ein klarer Fehlentwurf?



Gibt es dazu eigentlich ein =FCbliches Qualit=E4tsbewertungsschema? Falls hier das falsche Forum ist, freue ich mich auch =FCber eine Notitz.



Gru=DF, Georg


Georg Anton schrieb:

Kommt drauf an wie häufig dre Fehler auftritt und wie fatal der Fehler ist.

Da gibt es mehrere, zum Beispiel FMEA und Risikoanalyse.

nein, genauso gut könnte die Information/Schulung unzureichend sein.

Ob man natürlich eine mehr oder minder aufwendige Einweisung nebst Kontrollen für einen Helm haben möchte, ist bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu berücksichtigen (TCO-Rechnung).

Marcel

je fataler die Auswirkungen, desto geringer die Quote - wobei mir da keine "Normwerte" gekannt sind, die Frage ist eher: wenn ich per Design keine Fehlbedienung ausschliessen kann, gibt es dann andere Möglichkeiten dies zu tun

Das wäre eventuell auch ein Zeichen für eine schlechte Bedienanleitung - aber ich gebe Dir recht, so etwas wie Sicherheitseinrichtungen sollte intuitiv bedienbar sein, insbesondere dann, wenn es nicht nur von ein paar Spezialisten benutzt wird. Bei den Helmen ist das aber unkritisch* - so lange der Schutz nicht benötigt wird, stört auch die Fehlbenutzung wenig und wenn doch mal jemand auf Grund der Fehlbenutzung mehr als vermeidbar geschädigt wird, dann kann er sich entweder nicht mehr beschweren oder es wird mit "ohne wäre er jetzt tot gewesen" jede Kritik weggebügelt.

Steffen

*aus Sicht der Hersteller

Ein Produkt muss auch für die vorhersehbare Fehlanwendung sicher sein.

Auf der Seite der BAuA findet man dazu:

"Vorhersehbare Fehlanwendung Vernünftigerweise vorhersehbare Verwendung reasonably foreseeable conditions of use

Sofern ein Produkt nicht ausdrücklich für eine besondere Verwendergruppe vorgesehen ist (z. B. für Kinder oder für Personen mit Behinderung oder für Fachkräfte) kann der Hersteller von einem durchschnittlich informierten, aufmerksamen und verständigen Verwender" ausgehen (siehe auch Urteil des EuGH C-210/96). Maßstab ist also nicht der dümmste anzunehmende Verwender".

Die Bedienungsanleitung (die zu jeder persönlichen Schutzausrüstung wie z.B. Helme gehört) ist dabei integraler Sicherheitsbestandteil.

Stellt der Hersteller aber fest, das wie von Dir beschrieben die Fehlbedienung praktisch die eigentliche tatsächliche Nutzung darstellt, wird er mit entsprechenden Korrekturmaßnahmen reagieren müssen.

90% Fehltragen, Nutzverlust 75% bis 100%, Schaden auch M=F6glich (Strangulation). Die Wahrscheinlichkeit das der Helm ben=F6tigt wird ist allerdings klein.

Sind das nicht eher interne Bewertungen im voraus? Aber f=FCr zB ein Gesetzgebungsverfahren (Helmpflicht) oder eine offizielle Empfehlung ("die Regierung r=E4t: trage einen Helm") sollten doch auch bekannte Daten verwendet werden. Und zB eine Aussage "diese Helme sind fehlerhaft und funktionieren nicht" kann auch vor Gericht eine Bedeutung haben!

Gru=DF, Georg

Interessanter Einwand, allerdings gibt es bei Sicherheitsausr=FCstungen auch noch die Bequemlichkeit

Die Einweisung und die Kontrollen finden nicht statt, dass Produkt ist lange auf dem Markt. Die Frage ist, kann man so ein Produkt wirklich empfehlen, oder mu=DF man nicht eher sagen, das was bisher geliefert wurde ist einfach nicht ausreichend. Dabei betrachte ich nicht aus der Sicht des Herstellers sondern eher als Kritiker.

Gru=DF, Georg

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