Hygrometer

Feb 27, 2009 50 Replies

Hi, heute ist mir eine Klimastation "Made in GDR" untergekommen. Alter also mindestens 20 Jahre, eher 40 oder mehr.



Das Hygrometer zeigt bei 32% rel. Feuchte 60% an und nach 1/2 Stunde im geschlossenen Gefäß in Gegenwart von flüssigem Wasser kletterte es auf sagenhafte 70%.



Das Sensormaterial ist wie die Bimetallspirale des benachbarten Thermometers um die Zeigerachse gewickelt. Der Farbton ist leicht glänzend braun, fast wie stumpfes Tonband.



Was könnte das für ein Material sein? Gibt es das noch, kann man es reaktivieren oder hat es nie funktioniert (was mich auch nicht wundern würde)?



Das Gerät hat den Charaktert eines Andenkens. Darum kommen Vorschläge wie wegwerfen oder Neukauf nicht in Frage. Es wäre halt nett, wenn der Zeigerausschlag mit der Luftfeuchte korrelieren würde. Notfalls bleibt es aber funktionslos erhalten.


F'up 2 de.sci.ing.misc


Ich erinnere mich dunkel, dass in Büchern bei Hygrometern meist davon die Rede war, dass die auf der Längenänderung menschlicher Haare basieren würden. Das könnte also durchaus einfach eine Strähne Friseur-Abfall sein...

Tut es doch schon! :-)

Raimund Nisius schrieb:

Das "Sensormaterial" sollten Menschenhaare, wahrscheinlich sogar Frauenhaare sein. Diese werden auch heute noch bei Präzisionshygrometern eingesetzt. Es gibt bis heute, laut Tomas Globisch (MDR-Wettermann), nichts vergleichbares synthetisches.

MFG André

Wie bekommt man den in Streifenform und dann spiralisiert?

So ein Haarhygrometer kenne ich auch. Das sind tatsäächlich blonde Strähnen zwischen 2 Klammern gespannt.

Es wäre halt nett, wenn der Korrelationskoeffizient näher n 1 rücken würde.

Das Ding sieht wirklich wie ein Bimetallthermometer aus. Nix Haare. Und nix Präzision.

Mach ne neue Skala rein. Oder aussen drauf.

Ich sehe ja diese Wetterstation nicht. Aber um 100% r.F. tats=E4chlich am Me=DFort hinzubekommen kann unterUmst=E4nden tats=E4chlich schwierig sein. So kann z.B. die Strahlung einem einen Streich spielen. Der Sensor ist dann hei=DFer als die umgebende Luft. Mit "ein bi=DFchen" offenem Wasser ist da nichts zu machen und es kommt auch auf die Materialien drauf an, welche die Feuchtigkeit erst einmal "wegfressen" k=F6nnen. Wenn das z.B. eine Wetterstation ist, welche normalerweise dem Wind ausgesetzt ist, wird die in einem Raum falsche Werte anzeigen. Diese "normierten" Wetterh=E4uschen sind aus Holz und dann zeigen die in windloser Umgebung einfach die Holzfeuchte an. Und um die hochzubekommen braucht man Tonnen verdunstetes Wasser :)

Also, es kommt sehr auf die tats=E4chliche Konstruktion an.

Wenn Du das H=E4uschen "eichen" willst, befreie den Sensor von seiner Umgebung.

Ich habe mich bei diesen Wetterh=E4uschen sowieso scjhon immer gewundert, wie man eine so bl=F6de Konstruktion verwenden und sogar normieren kann. Wenn es einmal auf diese Lamellen regnet, isses vorbei. Das Ding mi=DFt dann stundenlang die nassen Lamellen. Auch beim Strahlungsschutz ist v=F6llig danebengegriffen worden.

Raimund Nisius schrieb:

Haare, genauer: von Frauen

Da gibt es Schräubchen, mit denen man das wieder justieren kann.

Carsten

Raimund Nisius schrieb: > Das Sensormaterial ist wie die Bimetallspirale des > benachbarten Thermometers um die Zeigerachse gewickelt. > Der Farbton ist leicht glänzend braun, fast wie > stumpfes Tonband.

Vielleicht geflochtenes Pferdehaar?

Grüße, Joachim

Hakko Raimund!

Die altn Haarhygrometer konnte man etwas regenerieren, wenn man sie längere Zeit in ein feuchtes Handtuch gewickelt liegen ließ. Ob das bei einem 'Tonbandhygrometer' auch funktioniert, weiß ich natürlich nicht.

Ein anderer Vorschlag: Skala neu zeichnen

nfg. Kurt

Raimund Nisius schrieb:

Raimund Nisius schrieb:

Ende der 70er erzählte uns ein Prof., der genau an solchen Hygrometern gearbeitet hatte, dass es extrem schwierig wäre, Kunststoffe zu produzieren, die die Luftfeuchte auch nur halbwegs zuverlässig anzeigen könnten. Es gab also damals viele Aktivitäten, die jedoch i.d.R. nicht vom Erfolg gekrönt wurden. Um so etwas dürfte es sich angesichts den angegeben Zeithorizonts un der abgelesenen Werte wohl handeln.

Dass es NICHT funktionert, war wohl damals einfach so. Es wurde viel experimentiert. Man war schon froh, wenn sich überhaupt eine erkennbare Korrelation mit der Luftfeuchte ergab.

So wird's wohl kommen. Vielleicht ist es ja auch eines der zahlreichen Versuchmuster aus dieser Zeit. Dann hat es jedenfalls einen noch höheren ideellen Wert.

Raimund Nisius schrieb:

Die Abweichung scheint ja relativ konstant bei -30% zu liegen. Wenn das verträglich mit dem Andenkencharakter sein sollte, wäre es möglicherweise das einfachste, die Skala um 30% zu verstellen, oder - andersherum - den Zeiger um diesen Betrag verdreht wieder einzusetzen. Auch vorsichtiges Biegen würde mir einfallen.

Tschüs, Martin

Dann würd's aber ordentlich funktionieren.

Pferdehaar? Es gibt eine Reihe von Fasern, die in Abhängigkeit von der Luftfeuchte ihre Länge ändern. Unangenehm ist das bei manchen Gardinen-Stoffen. Da sind im Winter drei Zentimeter zum Boden frei und im Sommer liegen sie lang auf.

Entscheidend ist wohl auch, ob du ein Ersatzmaterial bekommst, daß sich entsprechend der Mechanik und den Skalenwerten dehnt.

Manche nehmen es aber auch nicht so genau. Ich sah mal in einem Optiker-Schaufenster einen Haufen Hygrometer, die alle verschiedene Werte anzeigten :-).

Grüße, H.

angi schrieb:

Ach wo. Man nehme einen Feuchten Lappen und wickle das Messgerät darin ein. Die trockene Referenz am anderen Ende der Skala ist da schon etwas schwieriger her zu bekommen.

Sehe ich anders. Solche Normhäuschen sind ja wirklich sehr gut durchlüftet. Da reichen schon kleinste Temperaturunterschiede, um die Luft darin in Bewegung zu setzen und auszutauschen. Damit brauchst du dann schon zwei extreme Faktoren, die auch noch gemeinsam auftreten: absolute Windstille UND keine Temperaturunterschiede. Wärmebildfotografie wäre sinnlos, wenn es keine Temperaturunterschiede gäbe.

Wie müsste deiner Meinung nach ein ordentliches Wetterhäuschen beschaffen sein?

Glaub ich nicht. Die Haarhygrometer sind innen linear. Hier solls ja eine "schraubige" Konstruktion sein. Evtl. ist das eine dicke Beschichtung auf der Schraubenfeder die sich feuchteabhängig ausdehnt/zusammenzieht. Dann hat man ja was ähnliches wie ein Bimetall für Temperatur. Reparabel ist das wohl nur durch Ersatz der ganzen Spiralfeder. Evtl. in Second-Hand Geschäften nach einem ganzen neuen Hygrometer passender Bauart suchen und schlachten.

Kristian

Nun ein Haarhygrometer basiert auf dem Prinzip, dass Haare sich dehnen bei Steigerung der Luftfeuchte. Oder eben das Haar, oder ein Material das ähnliche Eigenschaften hat, wird weniger steif. Wenn nun Haare einseitig auf eine Spirale aufgetragen werden könnte dies schon funktionieren.

Ich habe hier ein anderes Problem ein halbes Phygrometer das auf 38°C kalibriert wurde, womit oder wie kalibriere ich das jetzt auf ca. 18°C?

tia Herbert

bei Tschibo (TCM) oder beim Baumarkt

Martin Schuhmann schrieb:

Wie rechnest Du?

Er startet bei Nominal 32%r und leist 60%r ab - was rund 30%r zu viel oder halt das doppelte vom Nominalem ist. Dann generariert er 100%r. und liest nur 70%r ab - diesmal liest er

-30%r ab.

Er hat also bei einer Veränderung von real 70%r, auf seiner Skala eine Änderung von nur 10%r erhalten. Damit stimmen sowohl Nullpunkt und Steigung des Gerätes nicht.

Heinz Schmitz schrieb:

Und alle könnten RICHTIG angezeigt haben! Schaufenster sind i.d.R. nur einzelne Glasscheiben ohne jede Dämmschicht. Um mit solchen Fenstern, die auch noch riesengroß sind, noch eine warme Bude zu kriegen, muss man im Winter ordentlich heizen, was zu entsprechender Luftbewegung führt. Dazu kommt noch der Kundenverkehr - ständig Türe auf und zu. Unter solchen Umständen noch für homogene Verhältnisse sorgen zu können, ist alles Andere als einfach. Diese wären aber nötig, wenn die Instrumente alle die gleichen Werte anzeigen sollten.

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