Richtwerte Anzugsmoment von Hand (ohne Drehmomentschlüssel)
Apr 09, 2004 31 Replies
U
Uwe 'hammernocker' RoÃberg
Volker Gringmuth schrieb:
Rechnet das jemals jemand im Stahlbau für den Schraubennachweis aus?
M9 als besonders Praxisnahes Beispiel? *feix*
Ich bin mir jetzt garnicht bewusst das die Rostschutzfarbe auf dem Träger so entscheident in die Berechnung der Verbindung einfliesst. (alternativ das Zerzinken, Lackieren, Fetten oder alles durcheinander)
Bei Bauteilen die Wirklich Grenzwertig belastet sind werden Schaftschrauben oder Passchrauben verwendet. Da leigen alle Schrauben zumindest Theoretisch am Rand an.
Stell dir vor, das Hält auch ;o)))
bye uwe
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G
Georg Matejko
Ich meine mich erinnern zu können, dass obiges vom Gutachter in die Liste der Ursachen des zweiten Einsturzes des Stabwerkschale von Hamburg-Halstenbek eingeordnet wurde. War nicht berücksichtigt worden.
Grüße Georg
A
Armin Voetter
Hätte auch gemeint das es stark von der Verwendung abhängt. z.B. macht es wenig Sinn Blechtreibschrauben mit XXX Nm anzuziehen. Im Bauingenieurwesen seh ich Schrauben als Altlast an, man sollte sie höchstens als Hilfsmittel für Montagezwecke verwenden ("ja, ich weiß, tausende Kollegen sehen das anders..")
Liebe Grüße aRmin
H
Hans-Christian Grosz
Praktisch wird sowieso nur das mit XXX Nm angezogen, wo der Monteur auch erkennt, dass hier ordentlich Gewicht drann hängt, z.b. bei Unterkonstruktionen aus Stahlträger, oder so. Alles andere, und vor allem Kleinkramm in der Grössenordnung 10-30 Nm, da kann ich mir gut vorstellen, dass der Monteur zu faul ist, überhaupt nur an das holen des DM-Schlüssels zu denken :)
HC
U
Uwe 'hammernocker' RoÃberg
Georg Matejko schrieb:
Das Ding ist zweimal eingestürzt? Na da muss ja irgendwas ganz falsch gelaufen sein. Najagut, wenns in ner Ganzen Liste von möglichen Fehlern steht, vielleicht hätte man es da wirklich gebraucht.
bye uwe
D
Dieter Lech
Die normale Schraueb ist eine kraftschlüssige Verbindung. Wenn nicht, ist die Schraubverbindung falsch ausgelegt.
Daneben gibt es noch Passschrauben. Die können/ sollen auch auch formschlüssig Querkräfte aufnehmen.
M
Michael Kauffmann
Gerd Kohl verlautbarte zum Themenkomplex Re: Richtwerte Anzugsmoment von Hand (ohne Drehmomentschlüssel):
Diese Schrauben dienen nur nebenbei dazu, dass der Deckel nicht seitlich verrutscht. Hauptsächlich müssen sie doch wohl dem Druck in Richtung der Schraubenachse standhalten.
Michael Kauffmann
G
Gerd Kohl
"Michael Kauffmann" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@koben.DE...
Also, nochmal meine Sicht der Dinge: Eine Schraubenverbindung ist per Definition kraftschlüssig. Wenn man eine Schraube als formschlüssiges Verbindungselement ansieht, kann man sich anstatt der Schraube auch ein Stück Welle, Besenstiel oder sonstwas vorstellen. Die Schraube hält nun mal im Gegengewinde durch Reibung. Wenn radiale Kräfte auf die Schraube ausgeübt werden, ist das ja gut und schön, aber trotzdem hält die Schraube den o.g. Deckel durch Reibungskräfte in seiner Position. Wenn der Kessel drucklos ist, halten die Schrauben den Deckel durch Kraftschlüssigkeit in seiner Position. Wenn nun im Stahlbau Träger miteinander verschraubt werden, und die Schraubenschäfte radial belastet werden, sind die Elemente zwar mit einer Schraube verbunden, aber da die Gewinde im Extremfall (Schraube nur durchgesteckt, am Ende zwei Muttern verkontert) dann nur zur Sicherung gegen Herausfallen dienen, wäre dies eine formschlüssige Verbindung mit einer (vergewaltigten) Schraube, aber keine Schraubverbindung mehr.
MfG Gerd
U
Uwe 'hammernocker' RoÃberg
Gerd Kohl schrieb:
Ich würde das eben differenzierter sehen, weil ja in erster Linie der Schraubenkopf per Definition nicht durch das Loch passt.
Sei wird eben durch Reibung gesichert, bestreitet ja keiner.
Wenn
Nunu,
bye uwe
C
Colin Dirr
Dieter Lech schrieb:
So sollte es sein. Schon allein die Toleranzen und Spiel in den Bohrungen würde bei normalen Schrauben dafür sorgen dass die Schrauben nicht gleichmäßig auf Scherung beansprucht würden und somit ist es überhaupt nicht möglich einen Schraubenverbindung vernüftig zu berechnen (2 ganze + 2 halb abgescherte Querschnitte = 3 oder wie?). Dafür gibt es Passschrauben. Da sind die Toleranzen viel geringer. Natürlich darf die Verbindung nicht versagen falls die Schrauben nicht richtig angezogen sind, darum müssen sie die Querkräfte theoretisch auch aufnehmen können (Zumindest im Stahlbau). Im Übrigen sollte das Gewinde niemals im Scherbereich liegen.
Zur Ursprünglichen Frage von Michael Roth, wie siehts denn aus wenn man die Schraubenverbindung über den Drehwinkel der Mutter berechnet? Über die auftretende Dehnung der Schrauben und der Bauteile müsste man doch einen einigermaßen zuverlässigen Wert ermitteln können. Die erzeugte Spannung müsste sich doch bei bekannten Bauteilen über den Drehwinkel hinreichend genau ermitteln lassen. So dass man den Monteuren sagen kann, Handfest + 1/2 Umdrehung oder so ähnlich.
Gruß Colin
M
Michael Hemmer
Genau das wird in manchen Anzugsvorschriften auch gemacht: "soundsoviel Newtonmeter plus ... Grad". "Handwarm" als Grundwert taugt dafür freilich nicht besonders, weil es je nach Lage/Zugänglichkeit, Werkzeug und Spinatkonsum äußerst verschiedene Werte annehmen kann. Der Drehmomentschlüssel hat also noch nicht ausgedient :-)
Gruß,
Michael
B
Björn Schreiber
Am Sat, 10 Apr 2004 18:59:55 +0200 schrieb Alfred Flaßhaar:
mEn gelten quasi fast überall sonst andere Regeln, als im Stahlbau...
Ein Studi, der in Konstruktionslehre oder in Maschinenzeichnen eine Schraubenverbindung abliefert, bei der die Schraube direkt Scherbeansprucht wird, erhält exakt 0 Punkte in so ziemlich jeder Maschinenbauerklausur.
Die Verwendung von Schaftschrauben als Bolzen im stahlbau ist IMHO eine Sonderform, vergleichbar höchstens mit der Verwendung von Paßschrauben im M-Bau. Der Maschinenbauer verwendet Schrauben (so er es denn anständig macht) so, dass sie nur auf Zug belastet werden und Querkräfte über die Reibpaarung der verbundenen Flächen übertragen werden. Reicht dies nicht, so werden vorzugsweise Paßstifte einfesetzt, da diese im Vergleich zu Paßschrauben einfacher einzubauen sind (bzw. deren Bohrungen sind weniger anspruchsvoll zu fertigen als eine eng tolerierte Paßschraubenbohrung).
Laut
werden im Stahlbau Schrauben tatsächlich eher als Vollbolzen angesehen, die auch Längskräfte übertragen. Ich schätze, das geht dadurch, dass
a) im Stahlbau die allg. Toleranzen um einiges weiter sind, ich z.B. kann meist durchaus in Schwulitäten kommen, wenn sich eine Schraubenverbindung, die Querkräfte überträgt mal eben um einen Millimeter bewegt, sobald die Last anliegt.
b) die Schrauben im stahlbau tatsächlich mehr Bolzen als Schrauben sind ;-)
c) IMHO im Stahlbau die Verbindungen als (quasi-)statisch belastet angesehen werden können.
Der Einsatz des OP hat damit allerdings exakt gar nichts zu tun.
Gruß, Björn
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