Ach dann doch - nicht nur 100watt verboten

Thorsten Oesterlein wrote:


Ja, die sind da schon recht merkwuerdig. Sinnvoll ist das fuer mich ueberhaupt nicht mehr, wenn es um europaweite Normen oder sowas geht. Nachher gibt's noch Aerger, weil irgendwas nicht auf Mazedonisch verfuegbar war. Man kann's uebertreiben. Hier wurde jetzt ein Gesetz verabschiedet, dass es nicht mehr unzulaessig ist, Pruefungen an Unis oder so nur in Englisch abzuhalten. Das wurde auch Zeit. Natuerlich haben irgendwelche <zensiert> nun angekuendigt, das vor's Verfassungsgericht zu bringen.
Fuer eine IEC601 ist das jedenfalls kompletter Mumpitz IMHO. Was ist wenn nun Italiener darauf bestehen, dass EN60601 gefaelligst auch alle Seiten auf Italienisch enthalten muss? Und dann noch in Polnisch, Portugiesisch, Griechisch, und so weiter? Irgendwann wiegt diese Norm dann zehn Pfund und kostet 2000 Euronen.
--
Gruesse, Joerg

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Joerg wrote:

Ob es sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall basiert es auf starkem Nationalgefühl. Deutsch als ehemalige Weltsprache der Wissenschaft wurde übrigens schon seit dem 1. Weltkrieg aus rein politischen Gründen zurückgedrängt, mit der Folge, dass inzwischen sogar in Deutschland oft nur noch in Englisch publiziert wird. Sprachwandel gehört mitunter zu den Kriegsfolgen.

Üblich ist, dass die internationalen Normen inhaltsgleich in nationale Normenwerke in der jeweiligen Landessprache übernommen werden.
--
Gruß Werner
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Werner Holtfreter wrote:

In der E-Technik und anderen Bereichen waere das vermutlich auch ohne Kriege geschehen. Am Ende entscheidet was die Mehrheit spricht. Sprachraeume in denen damals technologisch nicht viel gebacken war zaehlten dabei natuerlich nicht.
Meine Veroeffentlichungen sind bis auf m.W. zwei auch alle Englisch. Sonst nutzt es nicht so viel, weil nur wenigen zugaenglich. Man sieht das an der Resonanz, die war in Englisch um ein mehrfaches groesser. Wobei ich aber auch aufgehoert habe in Edel-Blaettern zu schreiben, nachdem IEEE und andere anfingen, ueber fette Gebuehren sehr restriktiv zu werden. Hatte mich sogar mal erdreistet, das Schreiben eines Invited Papers abzulehnen.

Aber warum musste dann die 601 zweisprachig erscheinen und alle duerfen fuer die zweite Sprache mitzahlen? Mal ganz abgesehen vom Aspekt der Umweltverschwendung solcher Auswuechse.
Auch bei Produkten aus EU-Gebieten gibt es Abstrusitaeten. Z.B. dass die Anleitung fuer eine Kaffeemaschine dicker war als die eines Computers, dafuer in mehr als einem Dutzend Sprachen.
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Gruesse, Joerg

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Joerg wrote:

Einerseits. Andererseits hat diejenige Sprachgruppe, aus der die Neuheiten kommen, ein besonderes Gewicht. Und das war während des zweiten 30-jährigen Krieges Deutschland. Als Kriegsverlierer nützte es ihm aber nichts.
Bedeutende Weichenstellungen geschahen dann in der Computertechnik. Sind gängige Befehle und Programmiersprachen erst einmal in einer Sprache etabliert, ändert sich daran nicht so leicht etwas. Versucht wurde es: Robotron hat einen BASIC-Clone programmiert: DIWA (DIalogsystem für Wissenschaftliche Anwendungen) arbeitete mit deutschen Interpreterkommandos ("WENN x > y DANN" usw.)

Weil die Papierkosten geringer sind, als der Vertrieb zweier getrennter Sprachversionen? Da man das auch bei Kaffeemaschinen findet, wie du richtig feststellst, scheinen es wirklich handfeste ökonomische Gründe zu sein.
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Gruß Werner
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Werner Holtfreter wrote:

Bei einem IEC Standard, der laessig $200 kostet? Wohl kaum.
Bei Kaffeemaschinen mag das was anderes sein, obwohl man sich da IMHO in Europa etwas gelassener geben sollte. Als ich Ende der 80er bei Allkauf einen Fernseher besorgte und auspackte, war keine deutsche Anleitung dabei. Die Knopfbeschriftung ist italienisch, aber auch in der Sprache keine Anleitung. So what? Die Erde hat sich trotzdem weitergedreht :-)
Paradebeispiele sind Afrika und die Karibik. Da sind Leute sehr tolerant. Auf dem Sender Afrique01 (Gabon) wurde lustig mitten in Sendungen zwischen Spanisch, Englisch, Franzoesisch und auch mal Buschdialekten gewechselt, so wie es gerade kam. Stoerte dort niemanden. Ist in der Karibik aehnlich. Teilweise auch hier im Westen der USA. Als ich einen neuen Motor fuer ein dickes Geblaese besorgte, war die Verschaltanleitung nur in Franzoesisch. Der Haendler zuckte nur mit den Achseln, ich auch, war egal.
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Joerg wrote:

Gerade da! Bei einem Preis von $200 spielen angenommene $2 für Papier und Druck keine Rolle! Du bezahlst damit primär die Normenorganisation und nicht die Druckerei.
Ich halte diese Art der Finanzierung aber für falsch. Wenn die Anwendung von Normen im Gemeinwohlinteresse liegt (davon kann man ausgehen), dann sollten sie frei verfügbar sein. Wenn die Anwendung sogar zwingend vorgeschrieben ist, müssen sie erst recht frei sein. Gesetze sind schließlich auch frei. Bei RFCs klappt das doch auch.
--
Gruß Werner
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Werner Holtfreter wrote:

Da wuerde auch das Aufteilen in zwei getrennte Buechlein von den Kosten her keine Rolle spielen. Dann braucht es nur den halben Regalplatz, der Aktenkoffer platzt nicht so schnell und der Versand ist billiger.

Ja, so sollte es sein. Aber da gibt es ganze Unternehmen, die daran verdienen wollen.
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Gruesse, Joerg

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Am Sat, 01 Aug 2009 08:45:15 -0700 schrieb Joerg:
Hallo!

Da kann man natürlich drüber diskutieren. Ich finde den Weg Frankreichs gar nicht so schlecht. Wenn man sich mal so ansieht was bei uns alles auf englisch vertrieben wird, dann kann ich diese Regelung der Franz gut verstehen. Bier gibts bei nur im (Zitat) "Sechser Tray". Krank.

In welcher Sprache sollen Prüfungen an einer US Uni denn sonst abgehalten werden?

Man muss ja nicht ein Dokument in dem alle Sprachen enthalten sind anbieten. Viel mehr Sorgen macht mir da allerdings die Qualität der Übersetzungen.
Grüße, Thorsten
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Thorsten Oesterlein wrote:

Wobei viele dieser Modeworte in Amerika, England oder Australien ueberhaupt nicht gebraucht werden. Hier heisst das nie Tray, sondern Six-Pack. Genauso wie es bei uns keine "Handys" gibt.

Spanisch.
Tja, bei der 601 gab es aber nur zweisprachig. Ist bei weitem nicht die einzige gewesen.
--
Gruesse, Joerg

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Am Wed, 05 Aug 2009 10:07:40 -0700 schrieb Joerg:
Hallo!

Siehste. Bei uns wird schon bald jeder Blödsinn eingedenglischt. Deshalb versteh ich die Franzosen da recht gut. Gut, es gäbe evt Situationen bei denen man eine Ausnahme machen könnte, aber das is ist denen wohl zu mühsam. Ich pers. finde Oktetten statt Byte auch niedlich.

Ich hab schon befürchtet "Steirisch" ;-)
Grüße, Thorsten
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Thorsten Oesterlein wrote:

Ok, aber alles in Gesetze giessen muss man trotzdem nicht. Wenn hier ein Radiosender nur auslaendische Musik spielt gibt es kein Gesetz dagegen und so sollte das auch sein. Auf einem Sender im TV ist alles Koreanisch, auf einem anderen Arabisch, 3-4 weitere in Spanisch, und im Radio ist es noch viel bunter. Auf Fahrten ins Silicon Valley hoere ich oefter einen Sender mit Spanisch/Englisch Gemisch, das kratzt niemanden und die Mariachi Musik hat saftige Grundtoene aus Bayern (das erstaunt Besucher hier immer wieder).

Das hat Ah-nold schon bei Amtsantritt mit eingebracht. "Vee, da peep'l off Kalifohniah ..."
--
Gruesse, Joerg

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Hallo Nicholas,
Nicholas Prey schrieb: [...]

das ist auch vllig in Ordnung, und hat nebenbei bemerkt nicht mit irgend einer EU-Regelung zu tun. Niemandem ist es hingegen verboten, Papier mit den Maen 220mmx150mm zuzuschneiden und zu verkaufen!

???
[...]
ciao
Marcus
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<Marcus Woletz> wrote:

Es geht um Gurken nicht um Glühbirnen.
Nicholas
--
"Eislaufbahnen sind wie Ethernet, von Aussen betrachtet kann es
garnicht funktionieren, aber wenn man es ausprobiert, funktioniert
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Am 07/28/09 22:19, schrieb Marcus Woletz:

Und niemandem war es verboten, krumme Gurken zu verkaufen, oder?
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Jens Müller schrieb:

Nö, man durften sie nur nicht unter 'Handelsklasse I' verkaufen. Bei Spargel ist das ja seit jeher so, aber da regt sich keiner auf, kommt ja auch nicht von der EU.
Gruß Dieter
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Peter Kern schrieb: > - F'up bitte setzen
Gerne. Ohne Quote, hatte ja eh keinen nennenswerten Inhalt.
> - mit Info an mich, da ich regelmässig nicht alles lese.
[ ] Du hast den Unterschied Usenet <> Mail verstanden
Ciao/HaJo
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Hallo Peter,
Peter Kern schrieb:
[...]

gibt es eigentlich eine Einrichtung wie in .de das Petitionsrecht auch auf EU-Ebene? Oder sind wir den Beschlssen dort ohne jede Mglichkeit des Widerspruchs ausgeliefert?

N.
ciao
Marcus
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Peter Kern wrote:

Warum dann nicht gleich so: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638253,00.html

Halogen-Leuchtmittel bleiben vorerst verschont und sind ein brauchbarer Ersatz für die "alten Birnen". Ziel der ganzen Geschichte soll ja eben sein, die total überholte Technik endlich auslaufen zu lassen. An Stellen, wo Leuchtstoffröhren nicht optimal sind, kann dann Halogen verwendet werden.
CU
Manuel
--
www.jetzt-abwaehlen.de Wählen gehen 2009! Ein Aufruf etwas zu ändern.
Der Mensch erfand Maschinen, um sich damit die Arbeit zu erleichtern.
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Hi all,

leider leider kommen deren Vorteile bei Kurzzeitbetrieb gar nicht zur Geltung :-(
Aber man kann ja anstelle der 100 W Glühbirne einfach 5 40 W Glühbirnen parallel schalten, macht in etwa gleich hell und besitzt deutliche Ausfallredundanz, was im Treppenhaus recht praktisch ist ;-)
Marte
P.S. Bitte die Verwendung des Satiredetektors nicht vergessen
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Marte Schwarz wrote:

Hat auch mal jemand dran gedacht was die kosten?

Vermutlich wird es eh einen gut florierenden Graumarkt geben. Das kommt bei solchen Verboten oft dabei heraus. So aehnlich wie bei uns die in Kalifornien besonders strengen Regeln fuer Holzoefen. Unserer erfuellt die, aber viele Leute lassen sich andere Modelle einfach an eine Adresse in Nevada liefern, donnern mit ihrem Truck da rauf und holen das 500-Pfund Ungetuem ab.
--
Gruesse, Joerg

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