Aderendhuelsen kontraproduktiv?

Hallo,
habe gestern einen Motorstarter getauscht, der ca. 20 Jahre im Betrieb war. Zwei der Aussenleiterkabel (6mm^2, flexibel) waren mit
Adereendhuelsen in den Klemmmuffen befestigt, der dritte war einfach so festgeklemmt - weiss der Geier warum. Das erstaunliche war, dass man die beiden Leiter, die mit Aderendhuelsen montiert waren mit vernachlaessigbarem Kraftaufwand aus den Aderendhuelsen herausziehen konnte ohne die Klemmschrauben zu loesen (die gequetschten Aderendhuelsen blieben in den Muffen haengen), wohingegen der dritte ohne Aderendhuelsen immer noch fest war. Gefuehlsmaessig waren die Klemmmuffen gleich fest und ordentlich angezogen. Es waren keine Anzeichen drastisch erhoehter Temperatur zu sehen, kann also kein all zu hoher Uebergangswiderstand vorhanden gewesen sein, dennoch die Frage in die Runde, montiert ihr flexible Leiter in Geraeten mit allumschliessenden Klemmmuffen (also Schuetze, Motorschutzschalter, LSS etc.) mit oder ohne Aderendhuelsen? Ich betrachtete Aderendhuelsen - zumindest bei grossen Querschnitten - bisher als vielleicht nicht absolut notwendig, aber doch zumindest als guten Stil. Seit gestern zweifle ich an dieser Anschauung ...
Gruss Klaus
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Hallo Klaus.

War vielleicht nicht richtig gequetscht.

Hängt wohl davon ab, ob man Neuinstallation oder Instandhaltung macht. Als Instandhalter hasse ich Federzugklemmen und benutze Aderendhülsen. Wenn öfter ab- und angeklemmt werden muß, ist die Hülse einem total zerzausten Aderende überlegen. Der Installateur spart ohne Aderendhülse Material und Zeit. Die Federzugklemme ist in einer Sekunde fest. Dann kassiert er und geht.
--
Gruß, Klaus

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Klaus Schulz schrieb:

Aderendhülsen sind bei Federzugklemmen nicht zugelassen, soweit ich weiss... Schau mal beim Hersteller rein
- Udo
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Udo Piechottka wrote:

Du irrst Dich. Teilweise sind Aderendhülsen bei Zugfederklemmen sogar vorgeschrieben:
"Laut DIN IEC 60999-1 sind Twin-Aderendhülsen zum Anschluss von zwei Leitern in einer Klemmstelle der Reihenklemmen der Z-Reihe (Zugfedertechnik) zu verwenden."
Wieland Produktkatalog "Reihenklemmen", Kapitel "Technischer Anhang", Seite W.22 http://tinyurl.com/yn8rcd
Dennis
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Dennis Schamne schrieb:

Naja. Da gibt es wohl diverse Ansichten. In sicherheitsrelevanten Bereichen gibt es möglicherweise verschiedene Philosophien...
Die Fa. PILZ z.B. schreibt bei feindrähtigen Anschlüssen in Zugfederklemmen vor, dass diese ohne AEH zu beschalten ist..
"http://www.automation-workbench.com/downloads/19799_02.pdf "
Als Grund für den Nicht-Einsatz könnte man anführen:
- Probleme bei mangelnder Quetschung (siehe Ur-Posting) - geringe Kontaktfläche (Leitung liegt nur punktuell an den Kontakten an)
Bei uns wird daher, auch beim Einsatz von Weidmüller-Klemmen, die AEH abgelehnt.
Entscheidend für diese Frage ist grundsätzlich die Zuverlässigkeit, auch wenn ein Hersteller gewisse Verfahren freigibt, heisst das nicht, dass man seinem Kunden damit die geforderte Zuverlässigkeit liefert.
- Udo
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Am 2007-01-13 schrieb Udo Piechottka:

Und wo steht da, dass obiges vorgeschrieben wird?
Grundsätzlich gilt: In eine Klemme in die ein 2,5 mm² massiver Draht passt, passt nur eine 1,5 mm² flexible Ader rein, wenn eine Aderendhülse verwendet wird. Wird keine Aderendhülse verwendet, passt auch eine 2,5 mm² flexible Ader in eine solche Klemme. Und genau das steht dort. Das ist aber rein physikalisch bedingt.

Dieses Problem sollte bei der heute üblichen allseitigen Quetschtechnik nicht mehr auftreten. (Stand der Technik)

Das ist oft leider ein Trugschluss. Besonders, wenn zur einfacheren Einführung der Aderenden die Drähte verdrillt werden, sind die tatsächlichen Kontaktflächen eher kleiner. Aderendhülsen sind so weich, dass sie großflächig Kontakt haben, ohne dass einzelne Drähte des Leiters seitlich wegdrängen können.

Derartige Reihenklemmen sind "allseitig leitend umschlossen" und dürfen je nach Hersteller teilweise auch ohne Aderendhülse benutzt werden. Ich persönlich habe aber schon öfters erlebt, dass ein hektischer Kollege nicht alle Drähte des Leiters in die Klemme gesteckt hat, was dann nach dem Einschalten einen netten Schluss produzierte oder später nette Fehlersuchen bescherte.
Bei Schraubklemmen würde ich generell Aderendhülsen (möglichst mit Kunststoffkragen) empfehlen, weil die Fehlerquote deutlich kleiner wird.

Federklemmen funktionieren etwas anders und dürfen (je nach Hersteller) teilweise ohne Aderendhülsen verwendet werden. Ich würde Federklemmen eher nur bei massiven Adern verwenden.
--
Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Bors
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Juergen Bors schrieb:

Da hast Du aber an der falschen Stelle nachgesehen, es wird zwischen Schraub- und Zugfederklemmen unterschieden.

Schön wärs, wenn jeder Quetschstelle so korrekt ausgeführt würde. Man hätte es gerne so...

Da werde ich mal die Fachleute fragen

Das soweit zum Stand der Technik

Ja, würde ich bei Schraubklemmen auch

Werde mal meine Ansprechpartner bei den Herstellern gelegentlich zu dem Thema befragen, da gibt es offenbar einen Klärungsbedarf.
Bis dann - Udo
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Am 2007-01-15 schrieb Udo Piechottka:

Der Begriff Aderendhülse ist nur vier mal in dem ganzen Dokument vorhanden.
Also: Wo steht das?
--
Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Bors
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Juergen Bors schrieb:

Es macht keinen Sinn, über dieses spezielle Dokument zu diskutieren.
Ich habe mich statt dessen bei einem Hersteller erkundigt, und mir die Zusammenhänge erläutern lassen.
Grunssätzlich sind diese Klemmen für massive und feindrähtige Verbindungen konzeptioniert, auch der Einsatz von Aderendhülsen ist bei Litze zugelassen, allerdings nur wenn eine gasdichte Pressung vorliegt. Die spezifizierte Belastbarkeit ist unter diesen Voraussetzungen auch bei AEH gegeben.
Die Verwendung einer simplen Quetschzange dürfte diesen Forderungen nicht genügen, gilt also nur für hochwertige Quetschungen.
Vorteile der AEH sind z.B. darin zu sehen, dass vorkonfektionierte Kabelbäume auch nach dem Transport noch vernünftige Aderenden haben.
Nun ist die Sache wohl klarer...
Gruss Udo
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Ach ja Endhülsen sind weich? Was ist denn dann hart bei dir? Der Neocortex?
Tschü Norbert
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Am 2007-01-17 schrieb Norbert Ötsch:

Ja. Wenn du die richtig fest ziehst, bekommst du sie immer platt gedrückt. Oder zu deutsch: Sie passen sich der Klemmstelle an. Mit einer (alten) massiven Einzelader schaffst du das nicht.

Kohlenstoff in kristalliner Form?
--
Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Bors
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Weil sie dann auch ein Alkoholiker auffädeln kann.
Wie viele Endhülsen hast du in deinem Leben schon verquetscht? Sei ehrlich.
Tschü Norbert
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Norbert Ötsch schrieb am 17.01.2007 23:07:

nur BTW, ein Bekannter von mir baut jede Menge Schaltschränke - die verwenden nur diese Kunststoff isolierten Aderendhülsen. Der verarbeitet die Dinger fast "Eimerweise".
Für meine paar häuslichen Crimpzwecke nehme ich übrigens die einfachen, nicht isolierten Aderendhülsen ;-)
Thomas
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Weil sie dann auch unter Spannung leicht in die Klemme gehen.

Wenn man da öfter mal dran zieht, dann kommt immer mehr blankes Kupfer zum Vorschein. Die isolierten schützen länger davor und bieten sogar noch einen gewissen Knickschutz.
--
Gruß, Klaus

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Am 2007-01-18 schrieb Thomas Einzel:

Eben. Wenn man einen Schaltschrank ausrüstet, wundert man sich immer, wie schnell so eine tausender Tüte leer ist. So um 5 bis 10 SPS Karten vollständig im Schrank rangieren und das war es.
--
Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Bors
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Thomas Einzel:

Spulenweise. Die werden meist mit einem Automaten aufgecrimpt und sind mit den Kunststoffteilen an einander aufgespult.
Falk
-- "Heute Radfahr-Erzhlung." #fahrrad - der Chat zu d.r.f im IrcNet.
falk @ zeitgleiter.de
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Falk Dübbert schrieb am 19.01.2007 21:47:

er nimmt eine Handcrimpzange, selbsteinstellend, 4-Kant/quadratische Pressform, so in der Art von http://www.mercateo.com/p/369-614132/Crimpzange_fuer_Aderendhuelsen_180_0_08_10.html
Thomas
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Am 2007-01-17 schrieb Norbert Ötsch:

Nein, weil die Klemmstellen dann unter anderem wirklich berührungsgeschützt sind.

Ich habe Schaltschrankbau gelernt, da gab es noch gar keine Hülsen mit Kragen. Trotzdem dürfen auch heute die Ersteller von Klemmstellen gerne mal dazulernen. Schließlich sind die Anforderungen an eine sichere Anlage nach VDE ja auch in den letzten 30 Jahren gestiegen. (Berührungsschutz, geerdete Steuerspannungen, Trenntrafos, zentraler Erdungspunkt und so weiter).
Und bei einer Fehlersuche in einer Großanlage ist das wirklich kein Spaß, wenn mal eben mitten in der Produktion ein komplexer Regler aussteigt, weil irgend ein Ersteller einer 0,5 mm² Feinaderklemmung so geschickt die Adern in die Hülse steckt, dass genau ein Draht dann und wann für Bruchteile von Sekunden von unten gegen eine N Schiene kommt. Aber natürlich nicht dann, wenn man den Fehler sucht. Wenn man so einen Fehler in einer größeren, möglichst ständig laufenden Fertigungsmaschine mit generell mehreren Klemmstellen pro Signal hat, kommt richtig Freude auf.
So kenne ich es, dass Klemmstellen schon Schalthausweise mit Aderendhülsen mit Kragen nachgerüstet wurden, weil die Teile zuverlässiger sind.
--
Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Bors
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On Fri, 12 Jan 2007 23:59:43 +0100, "Klaus Schulz"
sehe ich auch so. Bei korrektem Verquetschen ist der ANpressdruck so groß, dass sich eine Kaltverschweißung (richtiger Ausdruck??) ergibt.
Lediglich beim "HuschPfusch-Kombizangen-Quetschen" kommt dieser Mist raus. Auch schon erlebt (und in meiner Not damals auch gemacht ;)
Heinz
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