Ethernetverbindung 2 Gebaede

Hallo
Ich hab mich gerade durch die ganzen Wikipediaartikel geackert und habe noch nicht 100% Klarheit darueber.
Ethernet hat doch eine differentielle, symmetrische Uebertragung, d.h.
unabhaengig vom Massepotential oder? Sogar in der Wikipedia steht, dass Netzwerkkarten Trenntrafos einsetzen.
Wieso kann (soll) dann keine Verbindung zwischen 2 Haeusern hergestellt werden?
Vermutung: Das Kabel braucht den Schirm, der dann die leitende Verbindung zwischen den beiden Haeusern herstellt. Damit der Schirm funktioniert, sollte man moeglichst einen 360° geschlossenen Faradaykaefig haben.
Angenommen der Schirm wird auf beiden Seiten mit dem Hauptpotentialausgleich verbunden, dann findet doch ein Potentialausgleich statt?! Vermutung: Das ist schlecht weil der Ausgleich zwischen zwei Haeusern dann ueber einen duennen Schirm geschieht (oder auch nicht ;-) ).
Angenommen aber, die Ziel-Dose im einen Gebaeude hat den Schirm nicht mit dem Hauptpotentialausgleich verbunden, so besitzt das Kabel dennoch einen Faradayschen Kaefig und der komplette Schirm hat das Potential des Quellhauses. Ausserdem: Beim Anstecken per Patchkabel wird der Schirm ja ohnehin nicht verbunden.
Und allgemeiner: Alles, was von aussen ins Haus hereinkommt, ist mit fetten Draehten an den Hauptpotentialausgleich angeschlossen. z.B. auch ein Kanalrohr oder die Wasserleitung.
Zwei Gebaeude die nebeneinanderstehen, haben i.d.R. den gleichen Anschluss und sind somit ueber solche Rohrleitungen (die ja nicht einen unwesentlichen Querschnitt haben) miteinander verbunden. Also muessten doch zwei nebeneinanderstehende sowieso auf gleichem Potential liegen? Vermutung: Durch den Widerstand der Leitungen resultiert bei Zufuhr von el. Energie ein Spannungsabfall der wiederum fuer unterschiedliche Potentiale sorgt. Aber wenn zwei Haeuser 200 Meter entfernt stehen ist die Entfernung nicht wesentlich groesser als die internen Masseverbindungen innerhalb eines Hauses.
mfg, peter
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de.comp.hardware.netzwerke.misc lesen
Lutz
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Ethernet funktioniert auch mit ungeschirmten Kabeln, dann kommen auch die Trenntrafos, welche in den Netzwerkkarten sitzen, zur Wirkung.
--
Martin

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Gut, d.h. es geht mit ungeschirmten Kabeln was mir auch logisch erscheint.
Aber da greift immer noch meine zweite Frage: Wieso nicht auch geschirmte? Wenn der Schirm nur an den Potentialaugleich eines Hauses angeschlossen ist, gibt es trotzdem einen (fast) geschlossenen Faraday-Kaefig und der Schirm liegt nur am Potential eines Hauses.
mfg, peter
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Das darf nicht sein. Sobald fremdes Potential eingeführt wird muss es in den Potent(z)ialausgleich einbezogen werden.
Lutz
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Lutz Illigen schrieb:

Wieso? Laut Gesetz oder aus techn. Gründen? Weil Gefahr besteht wenn man dann den Schirm berührt und es gibt eine zu hohe Potentialdifferenz?
Zumindest technisch verstehe ich den Sinn nicht: Wenn der Schirm des einen Hauses bei der Dose des anderen aufhört und gar nie in Berührung mit einem anderen Leiter kommt dann "schwebt" dieses Potential halt frei herum.
Und noch einmal die umgekehrte Frage: Wenn ich den Schirm mit dem Potentialausgleich von *beiden* Gebäuden verbinde, was ist dann das Problem? Ich wiederhole meine Vermutung: Weil sonst das gesamte Potential zwischen zwei Häusern mit einem dünnen Schirm ausgeglichen werden würde? Weil am Schirm eine zu hohe Spannung durch unterschiedliche Potentiale anliegen könnte?
Peter
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In einem Gesetz steht das natürlich nicht, aber in technischen Normen, auf die sich dann im Fall der Fälle wieder die Gutachter berufen ("anerkannte Regeln der Technik").
Falls eine Einbeziehung in den Potenzialausgleich technisch nicht möglich ist, ist AFAIK eine bestimmte Isolationsfestigkeit der Trennelemente vorgeschrieben, die ein Ethernet-Übertrager von der Stange nicht erfüllt.

Solange bis es im Laufe der Zeit halt doch mal in Berührung kommt, und es dann plötzlich durch den Stromfluss leicht warm wird.
Oder solange, bis in der Nähe ein Blitz einschlägt, und durch die induzierte Spannung plötzlich etliche kV zwischen Schirm und örtlichen Potenzial auftreten.
Ausserdem ergibt ein einseitig angeschlossener Schirm auch eine hübsche Antenne und bewirkt so leicht das Gegenteil von dem, was man sich von ihm erhofft hatte.

Richtig. Und da können je nach Anschlusswert der Gebäude und Umfeld schon ziemlich viele Ampere fliessen, welche die dünnen Strippen wiederum mit exzessiver Erwärmung quittieren.

Nein, gerade das soll ja durch den beidseitigen Potenzialausgleich vermieden werden.
Hergen
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Martin schrieb:

Kann man sich auf die Trenntrafos verlassen? Sind die wirklich immer vorhanden oder nur auf der PC Seite? Was passiert z.B. wenn man alle Komponenten mit _einem_ Netzteil versorgt. Masseschleife? Gibt's eine Vorschrift in der der Übertrager drinsteht.
Gruß Andreas
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Andreas Fecht schrieb:

Mache ich meinen GB-Switch auf ist da nichts drinnen als ein großer Chip. Und da passt sicher kein Trenntrafo rauf..
peter
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Am Sun, 01 Oct 2006 20:44:34 +0200 schrieb Peter Mairhofer

Die Trenntrafos können klein wie dickere SO14 ICs sein. Oft sind sie heute schon in die Steckbuchsen integriert. Aber eine Ethernet Implementation ohne Trafos kenne ich nicht.
--
Martin

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Martin schrieb:

ACK, und gerade bei den GBit-Switches sind die meist in den Buchsenblock integriert.
Gruß Dieter
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Peter Mairhofer schrub:

Die Magnetics (also Trenntrafo und Common-Mode-Chokes) sind heutzutage in der Regel in der RJ45-Buchse integriert. Z.B. BelStewart MagJack...
Ansgar
--
Mails an die angegebene Adresse erreichen mich - oder auch nicht! Gültige
Adresse gibt's bei Bedarf!
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Hi Peter,

... einfach um den faktor 2 zu groß. Ansonsten würd ich mir mit ungeschirmten Kabeln keinen Kopf machen, solange es für mich privat und nicht gewerblich ist ;-)
Marte
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Marte Schwarz wrote:

War da nicht mal was mit 185 m Segmentlänge? Oder verwexel ich das mit dem guten alten 10-Base-2?
Wenn ja, warum verlegt man nicht RG-58 und stöpselt vorn und hinten je einen Mädchenkonverter dran - ich hätte hier sogar noch eine alte Longshine-Ethernetkarte mit Koaxstecker rumliegen :)
vG
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Thus spoke Volker Gringmuth:

Nein. Bei 100m ist (offiziell) Schluß.

Ja.
Tschüs,
Sebastian :-)
--
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http://www.schwerlast-rhein-main.de
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Es kommt mir doch nicht auf irgendwelche Zahlen, die eine Groessenordnung zeigen sollen die ich hier gewaehlt hab. Das merkt man doch aus meinem Text dass es mir ums Prinzip geht oder? Oder muss ich jetzt vor jede Zahl "Hausnummer", "utopisch" oder so dazuschreiben?
mfg, peter
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Tach Marte Schwarz wrote:

und an Ausgleichströme zwischen den Gebäuden über die PEN-Leiter braucht man auch keine Gedanken verschwenden. MfG
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Natürlich sind Kupferverbindungen auch über einige km machbar, nur liegen die Datenraten dann eben bei den üblichen solchen von DSL, also wenige MBit/s, wenn überhaupt.

Dafür bleibt nach 200m von dem schnellen 100BT Ethernet-Signal nicht mehr viel über. Der Standard ist für _Local_ Area Networks gebaut.
Es ist ganz einfach:
Es gibt für sehr wenig Geld (*) z.B. von Allied Telesyn (AT-MC10x) Converter, welche 100BT Ethernet auf 9/125 LWL (Glasfaser) umsetzen.
Und warum soll man sich dann den Ärger mit einer Wackelverbindung antun, wenn es eine professionelle stabile sichere Lösung gibt, die am Ende vom Tag wegen Zeitersparnis für die Bastelei sogar noch preiswerter ist ? ( Nur wegen "noch geiziger", bloss kein Geld an Dritte ? )
Btw.: Wenn Glas zwischen zwei Grundstücken, dann bitte 9/125 Monomode. Multimode ist auch so ein _scheinbar_ billiger Thema, spätestens dann, wenn man es rausrupfen darf, weil es wegen seiner Dispersion den Anforderungen nicht mehr genügt. Bereits mit GigE macht Multimode Stress und mit Carrierverbindungen sowieso. Und Servicebuden, die spleissen können, gibt es an jeder Ecke.
Gruß Oliver
P.s.: (*) Nicht wesentlich teurer als ein gutes DSL Modem, deutlich billiger als ein guter Switch.
--
Oliver Bartels + Erding, Germany + snipped-for-privacy@bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10
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Oliver Bartels schrieb:

Ich hatte bei meinen GigE Strecken auf Multimode noch nie Stress. Man muss auch den richtigen SX Transceiver nehmen. Die anderen setzen durchaus Monomode voraus. Oder ein Mode Conditioning Patchcord.
mfG Thomas Richter
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Oliver Bartels schrieb:

Hallo,
aber bei koaxialem Kupfer sollte schon etwas mehr gehen, sonst htte ja das alte Kabelfernsehen damals keine Chance gehabt. Natrlich ist das moduliert und man kann da die frequenzabhngige Dmpfung anpassen. Aber auch bei den Seekabeln ging es mit Kupfer und Koaxial ber weite Entfernungen mit hoher Bandbreite: http://www.iscpc.org/cabledb/atlan_page.htm http://www.iscpc.org/cabledb/atlan_page.htm TAT-6 und 7, ber 6000 km mit 12 MHz pro Richtung. Die heutigen Glasfaserkabel sind da weit besser, TAT-14 mit 64 * 10 GBit/s, einige 100 Frequenzen ber die gleiche Faser, jede mit Gigabit moduliert macht man heute auch schon im Labor, Zwischenverstrker rein optisch, zustzliche Regenerierverstrker allerdings elektrisch um die Pulse wieder in Form zu bringen.
Bye
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