Frage zu Typenschild Asynchronmotor

Hallo,
ich meditiere hier über das Typenschild eines Asynchron-Motors.
http://www.eckelhof.homepage.t-online.de/motor1.jpg
Die Angabe 380/220V spricht ja erstmal für einen Motor, welcher in unserem Netz nur im Stern angeschlossen werden dürfte.
Dennoch soll der Motor angeblich früher über Stern-Dreieck angelassen worden sein. Und unten links findet sich ja eindeutig "Dreieck / Dreieck" - als ob man den sowohl mit 220V wie mit 380V im Dreieck laufen lassen könnte. Wenn es denn wirklich so sein sollte (?) wäre es doch auch Unsinn, ihn über Stern-Dreieck anlaufen zu lassen, dann könnte man ihn ja auch gleich im Stern lassen (denn Stern 380V entspricht ja Dreieck 220V...)
Und unter 380V soll er dann auch weniger Leistung haben als unter 220V (10.6 KW / 12 KW) ? Ich finde das alles sehr merkwürdig - einige Leute, welche ich darauf angesprochen habe, konnten damit auch nichts anfangen.
Achso, das Klemmbrett führt ganz normal die sechs Kontakte raus, also umklemmen irgendwelcher Extra-Wicklungen oder so gibts dort auch nicht.
Ein zweites kaum noch lesbares Typenschild hab ich auch, vielleicht könnte jemand da meine Interpretation bestätigen:
http://www.eckelhof.homepage.t-online.de/motor2.jpg
Meine Meinung ist dazu: Dreieck 380V (er läuft auch mit Stern-Dreieck hoch im Moment), 9.9A, 4KW, cos Phi 0.76, 50 Hz und 960 U/min.
Oder bietet jemand eine andere Interpretation?
Danke schonmal.
Gruß, Martin
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das Typenschild gilt für Dreieck 380 oder 220V darf bei uns also im Dreick an 380V gelegt werden

macht Sinn, funktioniert dann auch im US Netz 3-ph 220V

bei der Leistung kann man eine Stern-Dreieck Umschaltung wohl brauchen, freut das E-Werk

hängt wohl mit dem Wirkungsgrad zusammen?

kann es sein, dass das Typenschild nicht stimmt? Müssten doch 1400 Umdrehungen sein mit wesentlich höherem Strom?
Gruss Peter
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Hallo,
aber es ist doch wohl extrem ungewöhnlich, daß der Motor sowohl an 220V wie an 380V im Dreieck betrieben können werden soll? Sowas hab ich noch nie gesehen...
Und was ich meine, warum man dann keine Stern-Dreieck-Schaltung braucht - wenn der Motor sowohl mit 220V wie mit 380V Strangspannung laufen kann, dann könnte man ihn doch auch am 380V-Netz im Stern laufen lassen - wozu sollte man ihn dann noch ins Dreieck schalten (vor allem, wenn er dann anscheinend weniger Leistung hat)?
Zu dem zweiten Motor... ja keine Ahnung, es ist ja nicht mehr genau zu sehen, welcher Punkt auf dem Typenschild was bedeutet. Aber hinter der 4 ist doch noch ein "KW" zu ahnen. Wie auch immer.
Gruß, Martin
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begin quoting, Martin Eckel schrieb:

Weil dann weniger Wicklungsstrom fließt, natürlich.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Am 2006-06-17 schrieb Martin Eckel:

Der Motor ist Baujahr 1940, da gab es in Deutschland teilweise noch Stromnetze mit 127/220 V. Vielleicht erklärt dir das einiges...
--
Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Bors
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begin quoting, Peter Voelpel schrieb:

Bei der höheren Spannung sind die Eisenverluste wohl höher.

Die Stromstärke stimmt schon:
U * I * SQRT(3) * cos(phi) = 380 V * 9,9 A * SQRT(3) * 0,76 = 4,95 kW
(Angegeben ist die mechanische Wellenleistung; die restlichen 0,95 kW sind Verluste - eta = 80,8 % kommt bei solchen - alten - Kleinmotoren ganz gut hin.)
Polpaarzahl p = 3, dann läuft die Maschine an 50 Hz mit 4 % (Nenn-)Schlupf bei 960 /min.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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begin quoting, Martin Eckel schrieb:

Nein, nicht unbedingt. (Ach so: Du wolltest hoffentlich nicht auf die Idee kommen, denn Motor noch zu betreiben, nicht? Die inzwischen höhere Netzspannung würde er nicht unbedingt mögen.)

Moment mal! Die Beschaltung ist natürlich für den Betrieb bei Nenndrehzahl gedacht - es ist natürlich nichtsdestoweniger netz- und maschinenschonender, die Maschine aus dem Stillstand mit einem reduzierten Anlaufstrom (und -drehmoment) hochlaufen zu lassen und dafür eine Stern-Dreieck-Umschaltung vorzusehen; bei 220 V ist das dann ggf. entbehrlich, man muß aber eben auch ein "weicheres" Betriebsverhalten, also ein niedrigeres Kippmoment in Kauf nehmen (bei Anlauf gegen Last ggf. problematisch).

Mal rechnen (cos phi jeweils 0,82):
380 V, 21,8 A -> P_el = 11,8 kW, eta = 90,0 % 220 V, 41,4 A -> P_el = 12,9 kW, eta = 92,8 %
(Nennschlupf jeweils 5 %, p = 2)

Ich wüßte jetzt erst einmal keinen Grund, warum die Ankerwicklung nicht auch bei der höheren Spannung mit dem höheren Strom (oder wenigstens den angegebenen 35 A) belastet werden können sollte - dann würde die Maschine eben 60-90 % mehr Wellenleistung abgeben; könnte lediglich ein Problem der mechanischen Überlastung sein, das Kippmoment sollte ausreichen. (Für eine Dahlanderschaltung sehe ich jedenfalls keinen Anhaltspunkt.)

Eben.
Denke ich auch.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ralf Kusmierz schrieb:

Bitte? Meine Schule ist voll bis zur Halskrause mit 220/380V-Maschinen die zum Teil noch aus den 50erjahren stammen und im tglichen harten Werksttteneinsatz stehen. Kann mir nicht vorstellen, da unter normalen Lastbedingungen die paar Prozent (nominelle) Netzspannung dem Motor viel ausmachen. Allenfalls in extremen berlastsituationen bei Netzspannung im obersten Toleranzbereich.
sg Ragnar
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Martin Eckel schrieb:

Ich würde da erstmal mit einem nicht zu scharfen Reiniger (Spülmittel-Wasser) rangehen und das Typenschild etwas besser reinigen.
CU
Manuel
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