Gewitter und Boot fahren

wrote:


Du als Fachmann wirst daher auch sicher sagen können warum es sinnvoll ist aus einem Paddelboot (Annahme Polyesterboot oder Klepper mit Gummihaut) auszusteigen....

Grüße - Michael Wieser
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Am 04.07.2013 09:08, schrieb Michael Wieser: n

Denkst Du an die unterschiedliche Leitfähigkeit der Werkstoffe? Bei den auftretenden Spannungen dürfte das nur geringe Unterschiede machen. Bestenfalls medium oder well done
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Also schrieb Michael Wieser:

Einen Blitz, der locker mehrere 100m Luftstrecke überwindet, interessieren 2 mm (feuchter, schmutzig-leitfähiger) Kunststoff eher wenig. Da schafft er sich dann schon einen leitenden Kanal. Dafür interessiert er sich tendenziell schon für Erhöhungen (besser gesagt: Orte erhöhter Feldstärke) auf einer sonst ebenen (Wasser-)Fläche. Alles nur eine Frage der Feldstärken.
Ansgar
--
*** Musik! ***

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On Tue, 09 Jul 2013 11:42:17 +0200, "Ansgar Strickerschmidt"

Richtig, aber leider nicht die Antwort auf meine Frage an HH. Und deswegen zur Erinnnerung die Parameter der

dann aus dem Wasser?
Ich würd wirklich gerne wissen wieso HH diese Aussage trifft....
Grüße - Michael Wieser
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Am 09.07.2013 19:18, schrieb Michael Wieser:

1. ich würde nicht voraussetzen, dass man hellsehen kann. Wie lange ein Gewitter dauert und was "länger" dauert ist nicht vorhersehbar.
2. Wasser ist ein guter Leiter und wenn man im Gewitter in einem Boot sitzt ist es nicht nur unter dem Boot "nass".
3. Im Wasser, genauer auf der Wasserfläche ist man der höchste Punkt und damit besteht große Gefahr zur Elektrode zu werden
4. Bäume am Ufer sind wie alle Bäume, gute "Blitzfänger", die Nähe ist NICHT absichernd sondern Gefahr steigernd. Im besten Fall schlägt es natürlich nirgendwo ein, wenn aber ein Baum getroffen wird, könnte man schon durch umherfliegende Trümmer getroffen werden. Dann kommt noch dazu das ein Blitz in der Regel nicht 1 Strahl ist sondern verästelt und mehrfach "zuschlägt". Im Boot hat man dann das gleiche Problem mit der "Schrittspannung" wie am Ufer.
Besser also raus aus dem Wasser und dem Boot und sich, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit findet, in eine Senke kauern. Dabei die Füße direkt zusammen stellen und die Hände um die Knie schlingen, quasi sich zur Kugel machen. Auf die Weise erleidet man bei einem Einschlag in der Nähe eine möglichst geringe Schrittspannung.
hast Du schon mal Gewitter auf dem Wasser erlebt? Ich war früher in einem Ruderverein und habe schon einiges in der Hinsicht erlebt, auch ein auseinandergefetztes "Richterboot" bei einer Regatta. Zum Glück sind alle rechtzeitig in Sicherheit geflohen.
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Hi, wer regelmäßig Zeit auf und am Wasser verbringt, sogar "paddelbootet", der hat Erfahrung darin und kann anhand von Windrichtung, Wolkenbewegung und Wetterbericht abschätzen, ob es zur zweiten Sintflut kommt oder bloß eine Störfront durchzieht.

Wasser ist meist kein guter Leiter, Seewasser schon deutlich besser. Im Prinzip "leitet" der Mensch besser als das Wasser. Aber da er in seinem Boot auch isoliert vom Wasser ist, sollte er z.B. liegend nicht in Gefahr sein. Plane drüber, hinlegen und abwarten.

Warum? So einfach ist das nicht, ringsum gibts viel höhere Bäume, und das Boot ist ein recht guter Isolator, dazu ist Wasser kein guter Leiter, jedenfalls nach "Geschmack des Blitzes".

Solange es noch nicht regnet, ist ein Baum erstmal nur ein schlechter Leiter, ein schwachfeuchtes Stück Holz. Riskant ist der Aufenthalt darunter auch, weil der Boden viel länger trocken bleibt und bei einem Blitzeinschlag der Mensch darauf als Kurzschluß (Schrittspannung) schon sterben kann.

Leider hat das einen Nachteil, das Gewitter ist laut Op ja schon da, die Turnerei aus dem Boot ans Ufer und die Kletterei sind also hoch riskant. Lieber in Armlänge am Ufer festmachen, Plane übern Kopp und abreiten, was der Himmel schickt. Ob man so nahe an einem Wasser eine "Senke" findet, die nicht auch "Tümpel" genannt werden muß ist doch arg fraglich.

Das Richterboot hatte vermutlich einen stählernen Mast für Flaggensignale?
--
mfg,
gUnther
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Hi gUnther,

hat eigentlich irgendjemand einen verlässlichen Link/Quelle, anhand derer belegt ist, dass an der berüchtigten Schrittspannung schon jemals ein Mensch gestorben sei: Wenn dem nämlich so wäre, müsste es bekannt sein, dass nach einem Gewitter im Wald ettliche Wildtiere Tod herumlägen. Wäre mir aber noch nie zu Ohren gekommen. Auch die Rindviecher auf den Almen bleiben bei Gewittern üblicherweise einfach draussen und sterben bei Gewittern auch nicht massenhaft, obwohl die sich einfach im Pulk auf den Boden legen und damit elektrophysiologisch das Dümmste machen, was man sich vorstellen kann. Im Gegensatz zu uns fließt bei Vioerfüßlern nämlich im Falle der Schrittspannung nennenswert Strom durch die bekanntermaßen empfindliche Herzgegend. Bei und wird über den Schritt zwar auch eine recht sensible Region mit Strom beaufschlagt, das Herz aber vergleichsweise wenig.
Irgendwie glaub ich an die Story mit der Schrittspannung recht wenig. Ich würds wohl machen wie die Rindviecher: Hinlegen, Kopf flach halten, um wenig Antenne zu sein.
Marte
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Marte Schwarz schrieb:

Hallo,
wenn Du erst mal etliche 100 V zwischen Deinen Füssen hast nützt der Unglaube wenig. Es gibt mehrfach Berichte wo gleich etliche Tiere auf der Weide vom Blitz getötet wurden. Die Journalisten haben dann zwar so tolle Formulierungen das der Blitz beim Umherirren auf dem trockenen Boden die vielen Tiere erwischt hätte, aber es war eben doch die Schrittspannung. Wenn einige kA Blitzstrom in einen nicht so besonders gut leitenden Boden eindringen, dann nimmt halt die Spannung vom Einschlagspunkt nach aussen konzentrisch ab und dabei können es auch kV pro Meter werden.
Bye
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On Thu, 11 Jul 2013 09:33:36 +0200, Marte Schwarz

Ich bin zu faul zum Suchen, aber hier in den randalpinen Lokalnachrichten taucht das hin und wieder bei Pferden, Schafen und Kühen auf, die auf der Weide waren und unter Bäumen Schutz gesucht haben.
Aber - meist keine Augenzeugen vor Ort, daher....
Grüße
- Michael Wieser
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Hi, es wird den Elecktrickern bei der Ausbildung beigebracht. In Extremfällen inklusive Gürtel-um-die-Beine-bind-und-weghüpf... Und ja, es sterben jedes Jahr Leute daran, irgendwo auf der Welt. Selten Elecktricker, meist sinds Zivilisten, denen ein gerissenes Kabel vor die Füße fällt.

passiert auch. Bloß geht nach einem Gewitter erstmal keiner im Walde herum und guckt, ob da irgendwo ein Sit-in von diversen Tieren war. Wilde Tiere neigen aus unerfindlichen Gründen zur Heimlichtuerei. Und wenn der Waldmeister mal auf soeine Stelle trifft, findet er dort nur noch Fellreste, ein paar Knochen...selbst die auf der Fichte gegrillten Eichhörnchen finden einen Gourmet in der Nähe. Oft ein anderes Eichhörnchen.

Die stecken sich mangels Bullen auch nicht eng zusammen, ist auf der Weide eh überall gleich naß. So triffts meist nur die eine Kuh, die unbedingt aufstehen und vielleicht herumhopsen mußte. Dabei steht sie höher und dringt mit den Hufen tiefer in die Erde ein...voila.

Nee, das ist sogar schlau. Die "Schrittspannung" ist dann nämlich fast unwirksam, die Fellisolation ist nämlich klasse und schlimmstenfalls kriecht der Blitz direkt in der Haut. Das gibt dann eine Verbrennung, tötet aber eher nicht. Tödtlich ists, wenn das Vieh steht, die "Punkt-zu-Punkt"-Spannung von Bein zu Bein ist das Schlimme.

Nee, das stimmt nicht. Und sowieso ist das Rinderhirn gut durchblutet und beim Liegen tritt proportional eh kaum Spannung ein. Das liegende Rind ist aber ohne Herzlast, kann eine Rhytmusstörung abwarten...der Mensch aber reagiert viel sensibler. Die Kuh fällt nichtmal gleich um, der Mensch muß dazu nichtmal sterben.

Mach das, wenn Dein Schädel so flach ist. Soll ja Leute geben, die brauchen den eh kaum. Oder hast Du Werners Flachköpper geübt?
--
mfg,
gUnther
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tach,

BTW: Das Blitzopfer, dass ich mal zu Gesicht bekam, hat es beim Fußball spielen erwischt. Hatte ein kleines Loch am Thorax und eines am Unterschenkel. Kreislauf stabil, innerlich aber leider so starke Verbrennungen, dass es an den giftigen Abbauprodukten der Verbrennung verstorben ist.
--
bis die Tage
Andreas
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Am 11.07.2013 17:05, schrieb Andreas Theilmeier:

vor 3 oder 4 Jahren zog ein Gewitter ganz in der Nähe eines Hundesportplatzes vorüber. Am Rand des Platzes befanden sich 4 hohe Masten mit Flutlicht-Strahlern. Es grummelte und grollte nur meinten alle,. das wäre noch weit genug weg. Dann fegte eine Windboe über den Platz und weil dort gerade ein Agility-Turnier stattfand, waren viele Zelte und Pavillons aufgestellt. Die Leute hielten also ihre Behausungen fest. Plötzlich, ohne dass ein Blitz zu sehen oder ein Donner zu hören gewesen wäre, schrieen viele auf dem Platz auf und zuckten heftig zusammen. Eine Entladung die weitaus geringer war als einer der üblichen Blitze hatte den ganzen Platz elektrisiert. Nachher wurde vielen klar, wie viel Glück sie gehabt hatten. Verletzt wurde zum Glück niemand. Gäbe es keine "Schrittspannung", was nichts weiter ist als ein pflegeleichter Begriff um die Zusammenhänge von Spannung, Strom und Widerstand zu beschreiben, hätte sowas überhaupt nicht passieren können.
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begin quoting, Andreas Theilmeier schrieb:

Also direkter Treffer. Und was hat das mit Schrittspannung zu tun?

Woran auch immer: Blitztreffer sind unbestritten lebensgefährlich.
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
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Hi, also Tod durch unfähigen Notarzt. Wenn der Kreislauf stabil war, hätte ein heftiger "Einlauf" mit sauberem Elektrolyt und eine Ausschwemmung die Nieren entlastet/geschont, bis ein Chirurg die betroffenen Stellen vom Kreislauf trennen kann. Macht man ja auch bei Verbrennungen der Haut, möglichst die entstehenden Gifte drinhalten durch Austrocknung und Abschälung.
--
mfg,
gUnther
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Am 11.07.2013 09:33, schrieb Marte Schwarz:

Dann mach es wie die Rindviecher und vertrau auf Dein Schicksal. Wenn Rindviecher könnten, würden sie sie sich vielleicht auch zusammenkauern, nur bekommen die wohl die "Arme" nicht um die Knie geschlungen ;) Achja, vom Blitz getötete Tiere sind auf Almen durchaus kein Einzelfall. Da fallen manchmal auf einen Schlag gleich viele um. Es ist manchmal ganz klug wenn man nicht alles selbst ausprobieren will sondern auf die Erfahrung von vielen Generationen vertraut
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Marte Schwarz schrieb:

Die Schrittspannung dürfte in der Tat nur bei Netzfolgeströmen aus Isolatorüberschlägen an Hochspannungsleitungen eine Rolle spielen - und ja, da kenne ich Fotos von friedlich tot am Mast herumliegenden Rinderherden und weiß, daß davon die E-Werke jährlich ein Dutzend oder sowas bezahlen. Andererseits liegen blitztote Viecher im Wald nicht unbedingt so lange herum, daß man sie mit größerer Wahrscheinlichkeit finden würde - die finden nämlich zuerst diejenigen anderen Viecher, die sie ganz süß bzw. lecker finden.

Die paar Zentimeter (ca. 200) sind absolut irrelevant - wo der Blitz einschlagen will, entscheidet er aus mindestens einigen zehn Metern Abstand (Blitzkugel für höchstes Schutzniveau, also schwächste zu berücksichtigende Blitze, hat 30 m Radius). Man sieht besser zu, daß man sich in einen natürlichen Schutzbereich begibt - notfalls auch in die Baumgruppe, *obwohl* die Blitze "anzieht".
Die Leitfähigkeit des Untergrunds ist übrigens völlig irrelevant - für die vorausgehende stille Teilentladung ist der immer leitfähig genug, und der Leader schafft sich dann schon seinen ionisierten, gut leitenden Entladungskanal.
Gruß aus Bremen Ralf
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Am 11.07.2013 09:33, schrieb Marte Schwarz:

Falls Du auf Wissenschaft stehst:
http://web.uni-frankfurt.de/fb13/didaktik/siemsen/html/blitz.html
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gUnther nanonüm schrieb:

Solange kein Strom fliesst, ist die Diskussion über die Leitfähigkeit des Wassers sinnlos. Und bei der Ausbildung der Potentialgradienten fliesst so wenig Strom, dass da kaum ein Spannungsabfall aufkommt. Es fehlt daher die Grundlage für deine weiteren "Argumente".
--
mfg Rolf Bombach

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wrote:
Danke.

Ja. An einem Seeufer, anlanden war wg. des Wellengangs und der Felsen nicht zerstörungsfrei möglich. Nicht Lustig - was das ständige Paddeln gegen Wind und Wellen so nah wie möglich am Ufer betraf, relativ harmlos was Gewitterangst war. Hat aber nicht lang gedauert (15')

Wo war das?
Grüße - Michael Wieser
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Am 10.07.2013 22:17, schrieb Michael Wieser:

Ist das wichtig für die "Wahrheitsfindung"? Das mit dem Richterboot passierte auf dem Wannsee, andere Einschläge in Boote und ins Wasser sah ich am Stößensee (in der Nähe unseres Bootshauses in Berlin)
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