Kabel aus Rohr ziehen

Jul 28, 2024 Last reply: 1 year ago 58 Replies

Nein, hier im Neubau. Ich fand es beim Photographieren meiner Elektroinstallation. Auf dem nackten Betonboden kam ein Rohr aus dem Boden und ging einen halben Meter weiter wieder nach unten. Ich vermute, der Deckenauslaß für die Küchenleuchte lag beim Nachbarn unten falsch und mußte ein kleines Stück verlegt werden.

Sehe ich das eigentlich richtig, daß die Rohre in der Decke vor dem Betonguß gelegt und eingegossen wurden? Anders kann ich mir das nicht vorstellen.

Ich haba in allen Räumen rundum Kabelkanäle verbauen lassen (und bezahlt) und mich blind darauf verlassen, die würden, allein aus Bequemlichkeit, auch verwendet. Aber nicht so. Ein Handwerker weicht von seinem gewohnten Weg nicht ab. Jetzt habe ich in etlichen Räumen den Fall:

Das Kabel beginnt dreiadrig an der Unterverteilung. Es gibt einen dreiadrigen Deckenauslaß für die Leuchte, aber nur als kleines Loch. Es kommt in einer Ecke fünfadrig an, eine Ader geht von da zum Lichtschalter. Das Problem: Ich möchte in zwei Räumen diesen Steckdosenkreis an einen eigenen FI hängen. Die Leuchte wird aus einem anderen Kreis versorgt, aber die Null ist irgendwo versteckt verbunden. Eine Ader des fünfadrigen ist offen und könnte Null zur Leuchte führen, aber wo ist die Verbindung, der Übergang von drei- auf fünfadrig und wie finde ich sie?

Ich kenne zwar nur das fertige Ergebnis, aber ich bin zum Schluß gekommen, daß es bei mir genau so gemacht worden sein muß.

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Ja das wird so gemacht. Und je nach Feinfühligkeit der Bauarbeiter die den Beton/Estrich einbringen, bleibt das Rohr intakt, oder wird gequetscht und läuft sogar teilweise mit Beton/Estrich voll.

Wer weiß wie es auf dem Bau zugeht, weiß, dass man Handwerker in vielen (nicht allen) Fällen nicht allein arbeiten lassen kann. Nicht dass sie dann nichts machen würden, nein, sie machen allein genau das was du schreibst, "so wie immer". Eine Absprache des Bauherrn mit Bauleiter/Meister etc.pp. ist noch lange keine Gewähr dafür, dass es auf der Baustelle nicht "so wie immer" gemacht" wird. Bei Elektrotechnik und kleinen Betrieben, wo der Meister mit dabei ist, und man sich auf Deutsch verständigen kann, kann eine vorherige Absprache sehr gut klappen, aber besser man schaut immer mal hin und fragt kurz nach.

Nicht zugängliche Klemmdosen/~stellen sind zwar nicht zulässig, aber wen stört das schon?

Ja, Dokumentationen sind Mangelware. Viele Fotos während der Bauphasen können helfen, sind aber IMO nicht vollständig ausreichend.

Magnetische Leitungssucher, die noch einige cm unter Putz oder Beton halbwegs zuverlässig eine Elektroleitung (unter Last!) finden, sind mir bisher noch nicht begegnet. Vielleicht hat man mit einer Wärmebildkamera geringfügig bessere Chancen?

Bis auf Sachen wie Hauptverteilung oder PV Anlage inkl. Anmeldung, wo am beim VNB gelisteten Elektrobetrieb nichts vorbei geht, frage ich lieber eine mir bekannte Elektrofachkraft (den Mann der Schwester meines Schwagers). Dann gibt es sogar eine rudimentäre Dokumentation.

Ich schrieb ja das man es bei Neubauten gern in die Decke verlegt - oder eben auch drüber.

Diese Erklärung hat m.E. eine Hohe Wahrscheinlichkeit.

Ich sprach zwar nicht von Rohren sondern von Erdkabeln in der Decke aber ich hab das auch schon mit Rohren gesehen. Die waren dann allerdings eher vom Kaliber PVC-Heizungsrohr, entsprechend dickwandig, schwer zu handhaben und wurden eher für Spezialfälle genutzt.

Obere Kante, Fußleisten-kanal oder eher Brüstung (in der Mitte)? :)

Da wird wohl eine Dose dazwischen sein die du noch nicht gefunden hast. Welche "Ecke" ist das an der die fünfadrig an kommt?

Mit deinem Signal-injektor schon versucht? Bei FI sollte man mit dem N keine Experimente machen mit verschiedenen Stromkreisen.

Andere Möglichkeit: Mit einem Leitungssucher der nach dem EM-Feld des Kabels detektiert die Wände u.a. absuchen. Dabei nur auf diese Leitung Netzspannung geben und alle anderen aus. Dann müsste sich die Leitung auch unter putz finden lassen. Mit etwas erfahrung kommen einem an bestimmten Punkten evtl. die Idee das dort eine Dose versteckt sein könnte. Wenn auch die Wände neu geputzt wurden könnte es eine Dose sein die danach einfach nicht aufgeklopft wurde.

Es kommt vor das man manche Dosen bereits vorverdrahtet (L, N & PE) und dann den Putzdeckel drauf klemmt. Wenn die später übersehen wurde fehlt vielleicht nur eine Steckdose irgendwo aber Elektrisch durchgängig ist es dann schon. Meist kann man die durch abklopfen (z.b. mit dem Griff eines Schraubendrehers) finden wenn die Fäden o.a. der Putzdeckel futsch sind - weil 2cm Putz drüber liegen...

Bye/ /Kay

Am Leuchtenauslaß, an der Unterverteilung und in der Zimmerecke endet alles als dünnes Wellrohr.

Obere Kante direkt unter der Decke. Wo immer möglich ist hier keine Wand ohne 2.25 m hohes Bücherregal, da fallen sie noch weniger auf als so schon.

Zimmerecke an der Außenwand. Da mündet es in meinen Kanal. Alle Lichtschalter und alle Steckdosen sind mit senkrechten Schlitzen vom Kanal aus verbunden. Nur eben die Zuführung von der Unterverteilung oft nicht.

Noch nicht. Und "sollte" ist gut. Wenn ich die nicht trenne, wird kein einziger FI drinbleiben.

Ich habe einen. Der ist so unempfindlich der findet gar nichts. Meine Kabelkanäle in der Wand sind nur einen oder zwei Zentimeter tief, die Rohre in der Decke viel mehr.

Aufklopfen kommt gar nicht in Frage. Die vorhandenen Dosen wollte ich nur nutzen, weil sie schon da sind und Rohre genau zum richtigen Endpunkt führen. Wenn das nicht klappt, kommt ein Blinddeckel drauf und es wird eine ganz andere Lösung. Für etliche andere Zwecke funktionieren ESps über WLAN hier bestens. Dann bin ich auch gleich viel freier mit der räumlichen Anordnung.

Nicht daß der Rat schlecht wäre, im Gegenteil. Die Dinger sind aber doch recht klobig und mir fehlt es ohnehin an Platz. Ich habe jetzt tatsächlich etwas ganz schlankes gefunden:

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Die kann ich an dünne flexible Kabel crimpen, die direkt am Modul verlötet werden. Als "Stecker" passen da direkt die abisolierten Enden von 1.5 mm2 Starrdraht rein.

Es wird. Ich komme immer weiter vorwärts und es macht, wo ich einmal richtig angefangen habe, auch wieder immer mehr Spaß, genau wir früher. Gerade habe ich einen Stromzähler über Modbus in den Home Assistant gebracht.

[JST-Stecker]

Ich hätte vermutet, dass gute Crimpzangen für JST relativ teuer und schwer zu bedienen sind. Kannst du dazu was sagen?

/ralph

Noch nicht. Ich habe vom Ali eine Zange mit etlichen Wechselbacken und wollte sehen, womit ich wie gut zurechtkomme. Auf den ersten Blick sehen die JST den KfZ-Buchsen recht ähnlich.

Jetzt ja. Diesmal war mein Optimismus berechtigt. Es passen die Einsätze für die üblichen KfZ-Stecker, im Bild der oberste. Das zweite Bild zeigt das Ergebnis.

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IMHO perfekt.

Danke, das hätte ich nicht erwartet, das ist sehr hilfreich zu wissen. Für vieles finde ich diese JST-Stecker ideal, nicht zu klein, nicht zu groß, nicht zu exotisch, aber auch nicht versehentlich mit was anderem verwechselt.

/ralph

Die Rohre gibt es ja schon vorkonfektioniert mit den Drähten. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn der eilige Bauarbeiter diese nicht nach-konfektioniert und einfach die ganze Rolle reinwirft.

Kannst du den Widerstand so genau messen, dass man die Länge der Leiter abschätzen kann? Oder Reflektometrisch?

WAGO sagt: "Hierzulande regelt die DIN VDE 0100-520, welche Ausnahmen für die Zugänglichkeit zu Verbindungen zulässig sind. Bislang wenig beachtet wurde ein Passus, der 2013 in die Norm Einzug gehalten hat. Dort heißt es: „Alle Verbindungen müssen zur Besichtigung, Prüfung und Wartung zugänglich sein, ausgenommen: (…) Verbindungen, die Teil eines einer Produktnorm entsprechenden Betriebsmittels sind“ (VDE 0100-520 S.28 526.3). Auf der Grundlage dieser Norm können somit nach zutreffenden Produktnormen geprüfte Verbindungskomponenten auch in Bereichen eingesetzt werden, die für Personen nach der Installation nicht mehr erreichbar sind. Zutreffende Produktnormen sind beispielsweise die DIN EN 60998-2-2, welche besondere Anforderungen für „Verbindungsmaterial als selbstständige Betriebsmittel mit schraublosen Klemmstellen definiert. Alle WAGO Verbindungsklemmen sind nach dieser für sie gültigen Produktnorm zertifiziert."

Am 28.09.24 um 22:13 schrieb Martin D. Bartsch:

Das würde ich so interpretieren das z.b. Klemmverbindungen in einem Gerät nicht inspizierbar/zugänglich sein müßten.

Was den Benutzer angeht spielt das keine Rolle weil der üblicherweise eh nicht ins Gerät hinein schaut/faßt. Und Fachpersonal weiß üblicherweise um die Möglichkeiten das Gerät zu öffnen z.b. zwecks Reparatur oder Inspektion. Das die also auch für die zweite Gruppe dann nicht mehr zugänglich sein müßten fände ich überraschend. Wenn die Verdrahtung im Geräteinneren komplett mit einer Isoliermasse ausgegossen und umhüllt wäre könnte ich mir das vorstellen. Wer, Wo, Wie macht so was aber?

Bye/ /Kay

Am 28.09.24 um 23:01 schrieb Kay Martinen:

Elektronik, die für starke Erschütterungen ausgelegt ist, wird gerne vergossen.

Marcel

Am 28.09.2024 um 22:13 schrieb Martin D. Bartsch:

Vielen Dank Martin!

Mit dem Text oben eine/die Quelle gefunden:

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Als bebildertes Beispiel ist von WAGO "angebohrtes Kabel in der Wand reparieren" aufgeführt... "ohne zwangsläufig eine Abzweigdose setzen zu müssen".

Das das in der Wand auch früher schon so ähnlich immer mal gemacht wurde weiß ich, aber dass das wie oben verlinkt mit den entsprechenden Verbindungsklemmen und Schrumpfschlauch von WAGO dafür freigegeben ist, wusste ich noch nicht.

Ich würde hier ohne weiteres den Hersteller beim Wort und ggf in die Produkthaftung nehmen.

Grüße Marc

Eine 1:1 Reparatur eines durchgehenden Kabels sehe ich als unkritisch an. Das mache ich mit Verlöten und Schrumpfschlauch öfter mal. Am Beginn dieses Thread stand eine unauffindbare und unzugängliche Verbindung von zweimal dreiadrig und einmal fünfadrig. Da kann man bei späteren Änderungen etwas umklemmen und anders belegen wollen, zumindest ich wollte das.

Um Geräte geht es dabei wohl nicht.

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